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Archive für 26.2.2007
Effektive Treibhausgas-Reduktion nur Nullsummenspiel
26.2.2007 von zaro.
Nur Optimieren, Sparen, CO2-Binden und alternative Energiesysteme sind Lösungen.
Mölbling/Wien - Die derzeitigen Maßnahmen, Treibhausgase wirksam zu reduzieren seien nur ansatzweise zielführend. Zu diesem Schluss kommt der Umwelttechnologe Gerhard Fleischhacker vom Ingenieurbüro für Maschinenbau und Umwelttechnik CEF-Austria http://www.cefaustria.at. Eine wirksame Reduktion der Treibhausgase könne nur ein Nullsummenspiel sein, so Fleischhacker im pressetext-Interview. “Wenn ausschließlich auf Alternativenergiesysteme gesetzt wird, kommt dies einer ‘Fluchtreaktion’ gleich, die bestenfalls den Charakter einer teilweisen und langfristigen Sanierung gleichzusetzen wäre.”
“Dabei wird ganz offensichtlich zu wenig beachtet, dass bei den üblichen Verbrennungsprozessen zumeist Kohlenwasserstoffe zu CO2 und H2O verbrannt werden und das angeblich so klimabeeinflussende Treibhausgas CO2 in die freie Atmosphäre abströmt bzw. freigesetzt wird, jedoch eine Rückführung und längerfristige Bindung als vorwiegend Biomasse nicht mehr erfolgt”, meint Fleischhacker. Das sei eine vom Menschen selbst verursachte Konsequenz, die ausschließlich mit der Zerstörung der Regenwälder wie auch der Reduktion der heimischen Forst- oder Monokulturen induziert wird. “Nach dem derzeitigen Stand der Technik orientiert sich unsere Lebensqualität größtenteils an diesen herkömmlichen Energiegewinnungssystemen. Ein Ersatz durch alternative Technologien kann nur ein Langzeitprozess sein und es bedarf enormer Umdenkmechanismen, die letztendlich auch nur teilweise zielführend sein werden”, schlussfolgert der Experte.
Als plausibelste Maßnahmen verblieben nur vier Wirkungsmechanismen, deren gänzliche oder teilweise Subsumierung eine wirksame CO2-Reduktion oder Stabilisierung möglich erscheinen lassen. “Das ist einerseits das Optimieren der bestehenden Prozesse etwa durch eine Verbesserung des Wirkungsgrades oder Modernisieren der Verbrennungstechnologie”, so Fleischhacker. Der zweite Punkt betreffe das Energieeinsparen selbst. “Als dritter Punkt kommt das Binden oder Rückführen von CO2 in längerfristige Speicher wie zum Beispiel in Holz oder Biomasse in Frage.” Der vierte Punkt betreffe dann alternative Energien wie beispielsweise die Brennstoffzelle oder die Solarenergie. “Nur durch diese Strategien kann zumindest annähernd und richtungsorientiert eine wirksame CO2-Reduktion sichergestellt werden”, meint der Experte.
“Durch Optimierungs- oder Verbesserungsmaßnahmen könnten bis zu zehn Prozent der Treibstoffkosten eingespart werden, durch passive Maßnahmen, wie etwa verbesserte Isolier- und Lüftungssysteme oder auch Absenkung der Wohnraumtemperaturen können weitere 15 bis 25 Prozent der Energieträger eingespart werden”, so der Fachmann. Durch massive Einschränkung der Rodung von “Urwäldern” und zusätzlich enormen Anstrengungen von Wiederaufforstungsprogrammen, könnte das in der Atmosphäre vorhandene CO2 auf natürliche Weise langfristig in den Energie-Speicher “Holz bzw. Biomasse” zurückgeführt und längerfristig gebunden werden. “Der Anteil der CO2-Reduktion wäre beträchtlich und könnte damit zumindest einem weiteren Anstieg effizient entgegenwirken.” Der Einsatz von Alternativenergien, wie zum Beispiel der Brennstoffzelle, könne nur langfristig Erfolg haben. “Dieser ist im Wesentlichen von den technologischen Anstrengungen, die wir zur marktfähigen Anwendung und Umsetzung eingesetzt werden, abhängig”, meint Fleischhacker.
“Damit scheint eindeutig, dass der Einsatz von Alternativenergien für den Treibhausgasanstieg nur der Bedeutung einer langfristigen Strategie zukommt, wobei die Auswirkungen auf den Treibhauseffekt derzeit überhaupt nicht abschätzbar sind”, glaubt der Forscher. Zudem sei eher anzunehmen, dass die Zunahme des Wirtschaftswachstums den angenommenen positiven Effekt größtenteils wieder kompensieren werde.
Der Klimawandel wäre nur nachhaltig zu bremsen oder zumindest auf ein ökologisch vertretbares Ausmaß eingeschränkt, wenn Optimierungs- oder Verbesserungsmaßnahmen sowie beispielhaft verbesserte Isolier- und Lüftungssysteme signifikant wirksam werden. Die anderen Maßnahmen würden aller Wahrscheinlichkeit nach nur eine Umlagerung ergeben bzw. teilweise nur dem Zustand des Status quo gerecht werden. Wolfgang Weitlaner
ZARO-Vortrag am 01.März in Seebruck am Chiemsee, mehr: www.zarotermine.de
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