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Archive für März 2007

Ärzte verweigern älteren Menschen Gleichbehandlung

Diskussion in England entfacht.  London - Ärzte verweigern älteren Menschen die Behandlung, die sie jüngeren Patienten anbieten würden. Wissenschafter des University College London http://www.ucl.ac.uk beschuldigen die Ärzte des britischen Nationalen Gesundheitssystems NHS http://www.nhs.uk der Altersdiskriminierung. Das Team befragte 90 praktische Ärzte und Fachärzte zur Behandlung von 72 Angina pectoris-Patienten im Alter von 45 bis 92 Jahren. Fast die Hälfte der Ärzte behandelte Patienten über 65 Jahren anders. Rund 46 Prozent der praktischen Ärzte und der Gerontologen agierten so. Bei den Kardiologen waren es 48 Prozent. Details der Studie wurden in dem Fachmagazin Quality and Safety in Health Care http://qshc.bmj.com veröffentlicht.

Allgemein wurde älteren Patienten weniger wahrscheinlich ein Statin verschrieben um die Cholesterinwerte zu senken, wurden seltener an einen Kardiologen überwiesen oder erhielten ein Angiogramm oder eine Revascularisation zur Erweiterung der Gefäße. Deutlich häufiger wurde ihre Medikation verändert und die Patienten gebeten, zu einem anderen Zeitpunkt wieder zu kommen. Die Mediziner erklärten, dass die Gründe für die unterschiedliche Behandlung in den Wünschen der Patienten, potenziellen Komplikationen und der Gebrechlichkeit der Patienten begründet seien. Ein Arzt erklärte laut BBC, dass man individuell entscheiden müsse, was im Interesse des Patienten sei. “Ich glaube nicht, dass eine Bypass-Operation bei einem 87-Jährigen in seinem Interesse ist.”

Die leitende Wissenschafterin Ann Bowling betonte jedoch, dass Faktoren wie die Risiken bei der Behandlung älterer Patienten berücksichtigt wurden. “Trotzdem wurden die Ärzte durch das Alter der Patienten beeinflusst. Das ist Altersdiskriminierung und darf nicht passieren.” Darin spiegle sich jedoch laut Bowling die Haltung der Gesellschaft gegenüber älteren Menschen wider. Die Ergebnisse der Studie verärgerten Organisationen wie Help the Aged http://www.helptheaged.org.uk oder Age Concern http://www.ageconcern.org.uk, die sich für die Rechte ältere Menschen einsetzen. Vor sechs Jahren wurde in Großbritannien von der Regierung eine Richtlinie erlassen, wonach die Entscheidung über die Art der Behandlung altersunabhängig getroffen werden sollte. Michaela Monschein

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Schwermetalle: Bremsbeläge als größte Schmutzquelle

Studie untersucht Ursachen der Gewässerbelastung durch Schwermetalle. Dessau/Karlsruhe - Durch den Straßenverkehr gelangen mehr Schwermetalle in die Umwelt als durch Emissionen der Industrie. Ursache dafür ist vor allem der Abrieb von Bremsbelägen und Reifen, wie eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung http://www.isi.fraunhofer.de/ im Auftrag des Umweltbundesamtes http://www.uba.de/ belegt. Obwohl die Konzentration von Schwermetallen in den vergangenen Jahren reduziert werden konnte, seien die empfohlenen Grenzwerte in Böden und Gewässern in vielen Fällen zum Teil erheblich überschritten worden.

Die Wissenschaftler untersuchten die Belastungen von Böden und Gewässern mit Zink, Kupfer und Blei an insgesamt 100 Messstationen. Ihr Ergebnis: In 85 Prozent der Fälle wurde die maximal empfohlene Zink-Konzentration überschritten, 62 Prozent enthielten zuviel Kupfer und 28 Prozent wiesen einen erhöhten Bleigehalt auf.

Größte Schmutzquelle für Schwermetalle ist der Straßenverkehr. Allein über den Abrieb von Bremsbelägen und Reifen von Autos gelangen 2.078 Tonnen Zink, 932 Tonnen Kupfer und 80 Tonnen Blei pro Jahr in die Umwelt. Auch die Ausrüstung von Straßen und Autobahnen mit verzinkten Leitplanken oder Schilderbrücken und der Fahrbahnabrieb tragen zur Belastung bei. Damit hat der Straßenverkehr die Industrie – die ihre Emissionen in den vergangenen Jahren reduziert hat – als größten Verschmutzer abgelöst. Auch an Dächern und Fassaden werden Schwermetalle eingesetzt, weil sie länger haltbar sind. Durch Korrosion werden die Metalle abgeschwemmt und versickern mit dem Regenwasser in Böden oder fließen in Gewässer.

„Dabei gibt es mittlerweile sinnvolle Alternativen“, sagt Projektleiter Thomas Hillenbrand vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung gegenüber pressetext. „Vor allem bei den Bremsbelägen besteht Handlungsbedarf.“ So enthalten Bremsbeläge noch immer Kupfer, obwohl kupferfreie Beläge bereits erhältlich sind. Diese haben sich bei den Automobilherstellern allerdings noch nicht etabliert.

„Die Umweltprobleme, die aus den veralterten Bremsbelägen resultieren, waren der Automobilindustrie gar nicht bewusst“, sagt Hillenbrand, der sich deshalb für einen Dialog einsetzt. „Wir bereiten derzeit Gespräche mit verschiedenen Partnern vor“, sagt Joachim Heidemeier vom Umweltbundesamt im pressetext-Interview. Dabei soll neben der Automobilindustrie auch das Baugewerbe mit einbezogen werden. Ziel sei die gemeinsame Entwicklung von Maßnahmen zur weiteren Senkung der Schwermetallkonzentration in Deutschland. Ch. Marty

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