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Der Placebo-Effekt

Auch der Placebo-Effekt – die Behandlung mit Scheinmedikamenten ohne Wirkstoff - beruht auf dem Zusammenhang zwischen positivem Denken und der Heilung von Krankheiten. Versichert ein Arzt seinem Patienten: „Dieses Medikament hilft Ihnen ganz bestimmt“, behält er oft recht. Selbst dann, wenn die Tablette aus nichts anderem als Traubenzucker besteht. Bis zu 30 Prozent der Patienten, die an vergleichenden klinischen Studien teilnehmen, sprechen auf Placebos an.

Dabei ist Pille nicht gleich Pille. Die Wirkung hängt auch davon ab, was die Patienten von den Tabletten erwarten. Rote Scheinmedikamente wirken anregend, blaue beruhigend. Größere Pillen wirken besser als kleinere, zwei Tabletten wirken mehr als eine. Placebos sind aber nicht nur Tabletten. Wenn ein Patient dem Arzt vertraut, wirkt dessen Autorität allein schon heilsam. Auch ärztliche Attribute, wie der weiße Kittel oder Untersuchungsinstrumente, können zur Heilung beitragen. 

  

Über die Wirkmechanismen des Placebo-Effekts ist bisher noch wenig bekannt. Sicher scheint, dass die Heilerwartung dabei eine Rolle spielt. Der Kranke erwartet, dass das Medikament oder die Methode selbst hilft. In der Forschung geht man davon aus, dass diese Aussicht auf Heilung die Produktion von Immunzellen anregt. Als Folge davon werden beispielsweise kranke Zellen bekämpft.

Placebos wirken, weil wir die Folgen des Pillenschluckens ein Leben lang kennen gelernt haben. Untersuchungen an der Universität Hamburg und am Berliner Uni-Klinikum Charité haben ergeben, dass positive Erfahrungen, die ein Patient mit einem Medikament bereits gemacht hat, bei der Wirkung von Placebos eine große Rolle spielen. Beispielsweise weiß man aus Erfahrung, dass eine Schmerztablette den Schmerz verringert. Nimmt man nun ein Scheinmedikament ein, das in Aussehen und Geschmack dem echten Präparat gleicht, wird die Wirkung erwartet und tritt häufig auch ein. Am besten erforscht sind die Effekte von Placebos auf Schmerzen.

Besonders zugänglich für den Placebo-Effekt sind Krankheiten und Beschwerden, die eng mit der Wahrnehmung des Patienten zusammenhängen, wie eben Schmerzen oder auch Schlaflosigkeit. Selbstverständlich sind Placebos keine Allheilmittel, aber der Placebo-Effekt zeigt noch einmal mehr, wie sehr Körper und Geist miteinander verbunden sind und dass bei der Bewältigung von Krankheiten die Selbstheilungskräfte eine wichtige Rolle spielen.

Es geschieht uns nach unserem Glauben, stellte die Bibel völlig unwissenschaftlich vor vielen Jahren fest. Und in der neueren Zeit wurde dies bestätigt:

„Daran erkenn ich den gelehrten Herrn. 

Was ihr nicht tastet, steht euch meilenfern, 

Was ihr nicht fasst, das fehlt euch ganz und gar, 

Was ihr nicht rechnet, glaubt ihr, sei nicht war, 

Was ihr nicht wägt, hat für euch kein Gewicht, 

Was ihr nicht münzt, das, meint ihr, gelte nicht.“ 

Mephistopheles in ‚Faust II’ von Johann Wolfgang von Goethe

Mensch werde was Du bist: LICHT vom LICHTE GOTTES! 

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