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Archive für April 2007

Ursache für neurodegenerative Krankheiten entdeckt

Ergebnisse liefern neue Therapieansätze. Kuopio/Finnland - Ein finnisches Forscherteam hat eine Ursache für neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer entdeckt. Wie die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift “Nature Neuroscience” http://www.nature.com/neuro/index.html berichten, spiele dabei ein erstmals gefundener molekularer Pfad in Neuronen eine wichtige Rolle. Die Ergebnisse der Forscher liefern einen neuen Ansatz auf dem Gebiet der Erforschung neurodegenerativer Krankheiten und könnten die Entwicklung neuer Therapien beeinflussen.

“Viele neurodegenerativen Krankheiten werden durch eine starke Stimulation von Neuronen verursacht”, sagt Co-Autorin Maria Semenova von der University of Kuopio http://www.uku.fi/english/ gegenüber pressetext. “Dies löst den programmierten Zelltod aus.” In ihrer Studie wiesen die finnischen Forscher nach, dass das Rho-Protein - seit jeher unter Verdacht an der Entstehung von Krebs beteiligt zu sein - auch bei neurodegenerativen Erkrankungen eine wichtige Rolle spielt. “Diese Entdeckung liefert einen völlig neuen Pfad bei den neurodegenerativen Signalprozessen”, sagt Semenova.

Das Rho-Protein gehört zu einer Familie von Proteinen, welche die bei neurodegenerativen Krankheiten auftretenden Signalprozesse beeinflussen können. Wie die Forscher in ihrer Studie nachweisen, bewirkt eine Überstimulation sowohl eine Aktivierung des Rho-Proteins, als auch die Einsetzung der Apoptose. Wird das Rho-Protein dagegen mittels genetischer Manipulationen blockiert, überleben die Nervenzellen vormals tödliche Überstimulationen. “Damit liefert unsere Studie einen neuen Faktor für die Degeneration von Zellen”, sagt Semenova. Es sei durchaus wahrscheinlich, dass in Zukunft weitere solcher Einflussgrößen entdeckt werden. Red. Marty

Biohaus widersteht Feuer und Erdbeben

Projekt “Sofie” soll Einsatzfähigkeit ökologischer Baumaterialien beweisen. Trient  - Das zum Nationalen Forschungsrat CNR http://www.cnr.it gehörende Institut für Holz- und Baumartenforschung Ivalsa http://www.ivalsa.cnr.it hat die Feuerfestigkeit eines dreistöckigen, vollständig aus Holzteilen gefertigten Gebäudes geprüft. Während der beim “National Institute for Earth Science and Disaster Prevention” im japanischen Tsukuba durchgeführten Tests hat das aus Südtiroler Baumholz bestehende Haus dem Brand eine Stunde lang ohne ernsthafte Auswirkungen auf seine statischen Eigenschaften standgehalten.

Die als X-Lam (Cross Laminated Timber) bekannte Sandwich-Bauweise besteht aus rechtwinklig übereinander geklebten Panelen, die aus zertifizierten Baumbeständen der Region hergestellt werden. Ivalsa-Versuchsleiter Giovanni Bochicchio erklärte: “Wir haben den Brand in einem Raum im ersten Stock gelegt, der mit Möbeln und einer feuerfesten Tür ausgestattet war. Dabei wurde die doppelte Intensität verwendet, die bei der Entzündung in einem normalen Hotelzimmer entsteht. Obwohl die beiden halb offen gelassenen Fenster für eine hohe Sauerstoffzufuhr sorgten, sind weder Feuer noch Rauch in die benachbarten Räume vorgedrungen. Auch an den tragenden Strukturen wurde kein größerer Schaden festgestellt.”

Das von der Autonomen Provinz Trient finanzierte Projekt hat einen Vorläufer in einem Test vom Juli 2006, als ebenfalls in den Labors von Tsukuba das gleiche Holzgebäude einem Versuch über sein Erdbebenverhalten unterzogen wurde. Dabei war die Holzstruktur nach 15 Simulationen mit einer Maximalstärke wie der von Kobe im Jahre 1995 nur geringfügig beschädigt worden. Die aufgetretenen Veränderungen konnten mit geringem Aufwand behoben werden.

Das unter der Bezeichnung “Sofie” laufende Programm soll die Einsatzfähigkeit ökologischer Baumaterialien unter Beweis stellen. Im Sommer will die italienische Botschaft in Tokio in Weltpremiere einen weiteren Erdbebentest mit einem siebenstöckigen Holzgebäude organisieren. Im Rahmen des Programms werden auch andere Aspekte der Holzarchitektur wie Geräuschdämmung, Wärmespeicherung und Nachhaltigkeit der Rohstoffversorgung untersucht. Redakteur: Harald Jung