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Archive für Juli 2007

6. Europäischer Gesundheitskongress: Wo ist was gut gelöst?

Vom 11. bis 12.10.2007 in München. Die europäischen Staaten - insbesondere Deutschland, Österreich und die Schweiz - können bei der Bewältigung wichtiger Aufgaben im Gesundheitsbereich viel voneinander lernen. Davon zeigen sich die Veranstalter des 6. Europäischen Gesundheitskongresses München überzeugt, der am 11. und 12. Oktober im Hotel Hilton München-Park stattfindet. Zu der Veranstaltung, an der auch Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer teilnimmt, werden rund 700 Entscheider aus Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft erwartet.

Steuer-, Beitrags- oder Preisfinanzierung?

Generalthema des Kongresses ist die Frage nach dem richtigen Gleichgewicht zwischen Wettbewerb und Regulierung im Gesundheitswesen. “Dieses Thema wird derzeit in nahezu allen europäischen Ländern heiß diskutiert”, erklärt der wissenschaftliche Leiter des Kongresses, der Münchner Gesundheitsökonom Prof. Dr. Günter Neubauer. Lernen könne Deutschland beispielsweise bei der Frage, welche Effekte durch Zuzahlungsmodelle in den sozialen Sicherungssystemen zu erwarten sind und welche nicht. “Steuer-, Beitrags- oder Preisfinanzierung - zu dieser Weichenstellung liegen eine Reihe von Erfahrungen aus anderen Ländern vor, von denen sich lernen lässt, ohne dabei kopieren zu müssen”, so Neubauer.

Zur Eröffnungsveranstaltung am Donnerstag, 11. Oktober (ab 9.00 Uhr), werden Bayerns Sozialministerin Christa Stewens, Österreichs Bundesministerin für Gesundheit, Familie und Jugend, Dr. Andrea Kdolsky, sowie der Direktor des Sozialökonomischen Instituts der Universität Zürich, Prof. Dr. Peter Zweifel, erwartet. Ihr Thema ist die “Gesundheitsversorgung in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Wo ist was gut gelöst?”

Fehlende Patienten-Compliance als Rationierungsgrund?

Der Blick zu den Nachbarn lohnt sich nach Ansicht der Kongressveranstalter auch bei der Frage, ob mangelnde Therapietreue von Patienten als Kriterium für eine Rationierung von Leistungen herhalten kann. Der Hintergrund ist ein ernster - und kostspieliger obendrein: Patienten befolgen oftmals nicht die Anweisungen ihres Arztes, indem sie etwa verschriebene Medikamente nicht wie verabredet einnehmen oder Vorsorgeuntersuchungen nicht wahrnehmen. Das führe, so Experten, zu einer Gefährdung der Therapie und verursache Milliarden an Folgekosten. Doch darf diese Form fehlender Compliance tatsächlich dazu führen, dass Leistungen gekürzt oder Vergünstigungen gestrichen werden? Gesundheitswissenschaftler aus Schweden, Deutschland und der Schweiz melden sich zu diesem kontrovers diskutierten Thema beim Kongress zu Wort.

Weniger stationär, mehr ambulant?

Im Bereich der stationären Versorgung ist ein Blick ins Ausland ebenfalls angezeigt. In Deutschland sei hier eine ähnliche Entwicklung zu erwarten wie in anderen europäischen Staaten, betont Neubauer. “Es ist davon auszugehen, dass 30 bis 40 % aller Krankenhauspatienten künftig ohne Krankenhausbett behandelt werden können.” Dies hieße aber, dass bis zu 40 % der Krankenhausbetten für die Versorgung nicht mehr erforderlich seien. Derzeit gibt es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in rund 2.160 Krankenhäusern insgesamt 531.000 Betten.

Nach Ansicht von Neubauer werden Krankenhäuser auf die neue Entwicklung mit neuen ambulanten Angeboten antworten. Das Krankenhaus wandle sich dabei vom Leistungserbringer zum Gewährleister. “Der Leistungserbringer erbringt seine Leistung selbst, während der Gewährleister die Leistung von anderen erbringen lässt und selbst als Generalunternehmer auftritt.” Schon heute seien Krankenhäuser in vielen Bereichen als Gewährleister tätig. “Etwa dann, wenn sie die Küchenversorgung an Dritte abgegeben, Reinigungsdienste oder Gebäudereinigung, Logistik usw. nicht mehr selbst durchführen, aber gleichwohl dem Patienten garantieren, dass diese Leistungen zur Verfügung gestellt werden.” Auch der Staat solle seine Rolle im Krankenhaussektor auf die des Gewährleisters beschränken und sich aus der Leistungserbringung zurückziehen.

Weitere Kongressschwerpunkte sind u.a.:

Die Zukunft der Krankenhausversorgung; Reha nach der Gesundheitsreform; Prozessoptimierung in Kliniken und durch Kliniken; Zukunft der Primärprävention: Wer bezahlt? Wer bestimmt?; Strukturwandel im Krankenhaus; Über Qualitätsbenchmarking zu mehr Leistungstransparenz?; Kettenbildung im Gesundheitswesen als Erfolgsfaktor?; Krankenhausversorgung: Zwischen Wirtschaftlichkeit und flächendeckender Versorgung; Auswirkungen der neuen EU-Dienstleistungsrichtlinie.

Informationen & Anmeldung

Europäischer Gesundheitskongress München, Interplan AG
Albert-Roßhaupter-Str. 65
81369 München
Tel.: +49(0)89/5482 3450
Fax: +49(0)89/5482 3444
E-Mail info@gesundheitskongress.de

Veranstalter: WISO S.E. Consulting GmbH
Büro München, Frau Claudia Küng
Pressekontakt: Thomas Hommel, WISO S.E. Consulting GmbH
Tel.: 0049(0)30 263 92 49 - 14
E-Mail : presse@wiso-gruppe.de
Kongress im Internet: http://www.gesundheitskongress.de

Arabisches Trinkwasser mit Piemonteser Know-how

Nächste Herausforderung ist Indien. Vercelli - Der in der piemontesischen Berggemeinde Valduggia (Provinz Vercelli) beheimatete Metallverarbeiter Sitindustrie SpA http://www.sitindustrie.com hat einen Großauftrag im Wert von 150 Mio. Dollar in den Vereinigten Arabischen Emiraten erhalten. Demnach sollen 10.000 Tonnen jeweils 23 Meter langer Rohre für die Ausrüstung einer Entsalzungsanlage zur Trinkwasserherstellung geliefert werden. Standort ist der 30 Kilometer von Dubai entfernte Wohnkomplex von Jebel Ali, wo sechs Pumpstationen mit einer Tagesleistung von 390.000 Kubikmetern pro Tag geplant sind. Damit können über 200.000 Personen mit Trinkwasser versorgt werden. 

“Seit dem Jahr 2000 haben wir über 75.000 Tonnen Leitungen zur Aufbereitung von Meerwasser hergestellt. Die aus Kupfer-, Nickel- und Aluminiumlegierungen schweißlos gefertigten Rohre sind besonders langlebig und korrosionsfest. Mit einem Marktanteil von 75 Prozent sind wir in diesem Segment international mit Abstand die Nummer eins”, so Hauptgeschäftsführer Fausto Bocciolone. “Dieses Ergebnis haben wir vor allem unserem Know-how und der von uns ständig weiterentwickelten Fertigungstechnologie zu verdanken”, meint Bocciolone. Sitindustrie hat dabei nicht nur mit der Konkurrenz aus China und Korea, sondern auch mit einem schwachen Dollar zu kämpfen.

Die Sparte der nichteisenhaltigen Rohre macht bei Sitindustrie inzwischen über die Hälfte des Gruppenumsatzes (450 Mio. Euro im Jahr 2006) aus. Rund 80 Prozent der Umsätze werden außerhalb Italiens erzielt. Fausto Bocciolone und sein Bruder Massimo herrschen mittlerweile über ein Unternehmen mit vierzehn Werkniederlassungen (alle nach ISO 9001:2000 zertifiziert) in Italien, Frankreich, Großbritannien, Rumänien, China und der Schweiz. “In China betreiben wir eine Fabrik zur Herstellung von Stahlrohren für Lebensmittel und die Energiebranche”, so Bocciolone weiter. “In Kürze wird eine Niederlassung zur Produktion von Kupferrohren hinzukommen. Unsere nächste Herausforderung wird Indien sein.” Redakteur: Harald Jung

Europas Ozeane blicken trister Zukunft entgegen

Umweltverschmutzung, Überfischung und Bautätigkeit bedrohen Meere. London - Die Meere rund um Europa blicken einer traurigen Zukunft entgegen. Zu diesem Schluss kommt die dreijährige Studie “European Lifestyles and Marine Ecosystems” (ELME) http://www.elme-eu.org, an der mehr als 100 Forscher aus 15 Ländern mitgearbeitet haben. Die Untersuchung hat den Zusammenhang zwischen menschlichen Aktivitäten und den Auswirkungen auf die marinen Ökosysteme untersucht. Unter die Lupe genommen haben die Wissenschaftler die Ostsee, das Schwarze Meer, das Mittelmeer und den Nordost-Atlantik. Das wirtschaftliche Wachstum und die Ausdehnung der EU bedeuten für die Ozeane immensen Druck. Die Bedrohung durch Umweltverschmutzung aus der Landwirtschaft, durch Überfischung und der Erschließung neuer menschlicher Siedlungen führe zu einer Abnahme der Biodiversität in den Meeren, schreiben die Forscher. “Wir haben in der Studie den Konnex zwischen dem Lebensstil in einem Europa, das sich rapide verändert, und den Auswirkungen auf die Ozeane untersucht”, so Projekt-Koordinator Laurence Mee. “In jedem der untersuchten Meere konnten wir schwere Zerstörungen aufgrund menschlichen Handelns feststellen. Die Erschließung und Bebauung von Küstenabschnitten, die Zunahme des Verkehrs und der Art und Weise wie Menschen Nahrungsmittel herstellen, sind für das Ökosystem bedrohlich”, meint Mee, der Direktor des Marine Institute an der University of Plymouth ist.

Die Wissenschaftler haben die vier Umweltbelange Habitatsveränderungen, Eutrophierung - die Überdüngung von Gewässern -, chemische Verschmutzung und Fischerei genauer untersucht. “Dabei konnten wir sehr genau feststellen, dass die Verbindung der vier Faktoren ausschlaggebend für die Zerstörung ist. Jedes der vier Themen ist mit dem anderen in Verbindung stehend”, so der Forscher. Eines der großen Umweltprobleme sei etwa die Errichtung zahlreicher großer Hotel- und Resortkomplexe an den Küsten des Mittelmeers. “Dass sich die Umweltsituation in der Nordsee entspannt hat, ist zwar gut”, meint Mee. Allerdings sei dies auch nur deshalb der Fall, weil die Schwerindustrie von den Standorten der Nordsee nach China und Indien verlagert wurde. “Das bedeutet, dass es zwar hier in Europa zu Verbesserungen gekommen ist, aber in Asien höchstwahrscheinlich zu massiven Verschlechterungen.”

Wie die Bedrohungen im Konkreten aussehen, haben die Forscher wie folgt beschrieben: Sämtliche europäische Meere werden zu intensiv und nicht nachhaltig befischt. Hinzu kommt erschwerend, dass das Mittelmeer durch Bioinvasoren und zunehmende Bautätigkeit bedroht ist. Das Schwarze Meer leidet unter der intensiven Landwirtschaft und dem daraus resultierenden erhöhten Nährstoffeintrag. Die Folge ist extremes Algenwachstum. Auch die Ostsee dient vielen Anrainerstaaten offensichtlich immer noch als Müllkippe. Hier sind es vor allem Abwässer aus der Industrie, die zur Eutrophierung des Gewässers führen. Eine Entspannung könnte die Errichtung von Kläranlagen bieten. Im Nordostatlantik sind der zunehmende Schiffsverkehr und die Errichtung immer neuer Häfen bedrohlich.

“Das schlimmste wäre, nun zum Business-as-usual überzugehen”, meint Mee. Das sei keine Option. “Wenn wir die Lösung dieser Probleme nicht schnell in Angriff nehmen, vernichten wir die Grundlage für zukünftige Generationen.” Bereits im November 2006 warnten Wissenschaftler davor, dass die Fischerei in 50 Jahren zum Erliegen komme, wenn nicht sofort Maßnahmen zum Schutz unternommen werden (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=061103031 ). “Wenn wir unser Management für die Meere als lebende und funktionierende Ökosysteme nicht fundamental ändern, ist dies das letzte Jahrhundert, in dem es Meeresfrüchte aus der Natur geben wird”, so der Studien-Co-Autor Steve Palumbi von der Stanford University in Kalifornien. Redakteur: Wolfgang Weitlaner

Pfizer: Gericht lehnt Ausweitung des Verfahrens ab

Medikamententests an Kindern endeten tödlich. Abuja - Ein nigerianisches Gericht hat es abgelehnt, dass dem laufenden Verfahren gegen den Pharmagiganten Pfizer http://www.pfizer.com weitere Fälle hinzugefügt werden. Das Unternehmen wird beschuldigt, rechtswidrige Medikamententests an Kindern durchgeführt zu haben. Pfizer argumentierte, dass die Ergänzungen formal nicht korrekt eingebracht worden seien. Die nigerianische Regierung fordert sieben Mrd. Dollar Schadenersatz für die Familien der betroffenen Kinder. 

1996 nahmen rund 200 Kinder an den Tests für ein neues Medikament gegen Meningitis teil. Pfizer behauptet, dass die Tests innerhalb der rechtlichen Rahmenbedingungen stattgefunden haben. Das Gericht lehnte ein Ansuchen der Regierung ab, 85 neue Anklagepunkte hinzuzufügen. Ursprünglich waren 58 Fälle vor Gericht gebracht worden. Laut offiziellen Stellen in Kano sind mehr als 50 Kinder gestorben. Viele andere erlitten körperliche oder geistige Schädigungen. Laut Pfizer starben nur elf Kinder, die an den Tests teilgenommen hatten.
Das Pharmaunternehmen testete das noch nicht zugelassene Medikament während eines Meningitisausbruchs in Kano, im Nordwesten Nigerias. Tausende Kinder waren zu diesem Zeitpunkt erkrankt. In der Folge installierte die Regierung auf Druck von außen eine Expertengruppe zur Untersuchung des Vorfalls. Das Gremium kam zu dem Schluss, dass die Experimente ein illegaler Test von nicht registrierten Medikamenten waren. “Ein klarer Fall von Ausnützung des Nichtwissens von Uninformierten.”

Hassan Sani, der Vater eines teilnehmenden Mädchens, erklärte gegenüber der BBC, dass er nicht gewusst habe, dass die Kinder für ein Experiment eingesetzt wurden. “Die amerikanischen Ärzte haben unseren Analphabetismus ausgenützt, und uns und unsere Kinder betrogen. Wir haben geglaubt, dass sie uns helfen.” Pfizer bestritt jedes Fehlverhalten und erklärte, dass die Tests innerhalb der gesetzlichen Bestimmungen stattgefunden hätten. Redakteur: Michaela Monschein

Lebenslügen schaden der Gesundheit

Von Verdrängungsurlauben und Lebensstil Managern. Forchheim - Katrin W. leidet unter Schlafstörungen. Seit kurzem weiß sie auch warum. Sie kann nicht mehr lieben. Genauer gesagt, sie liebt Ihren Mann nicht mehr. Manchmal glaubt sie sogar, dass sie ihn noch nie richtig geliebt hat. Ihr Mann ahnt von all dem nichts, denn Katrin W. ist eine gute Schauspielerin - im Bett und auch im Alltag, Es gibt viele Gründe, weiter mit dieser Lüge zu leben, auch wenn die Seele manchmal streikt. Ihr Mann freut sich auf den gemeinsamen Urlaub nach all der Schufterei der letzten Monate. Seit dem letzten Karrieresprung ist er gewaltig gefordert. Gefühle haben da immer weniger Platz. Deshalb will er keine Probleme, will sich mal so richtig hängen lassen und belohnen.

“Frust und Streit sind da vorprogrammiert”, so Dr. Jürgen Arent. “Der Erholungseffekt ist gleich null und Katrin W. wird noch schlechter schlafen”. Dr. Arent kennt solche Fälle aus seiner langen Praxis als Zahnarzt und Heilpraktiker. Nächtelanges Zähneknirschen oder Zähne zusammenbeißen hinterlassen Spuren im Gebiss. Aber nicht nur dort. Der ganze Körper kommt ins Ungleichgewicht. Schlafstörungen sind da das geringste Übel. Das weiß auch Dr. Johann Birkel, Internist und TCM-Arzt: “Wo das System Mensch aus dem Gleichgewicht geraten ist, beginnt ein verhängnisvoller Kreislauf, der meist in schweren Krisen endet.” Dr. Birkel behandelt viele Patienten, die wie Katrins Mann an den Folgen fremder Lebenslügen leiden. Wie kann dieser Teufelskreis durchbrochen werden?

“Indem wir den Dingen wirklich auf den Grund gehen” so Dr. Arent, “also nicht das Symptom, sondern die Ursache anschauen lernen.” So denken nicht alle Mediziner und erst recht nicht alle Patienten. Bestenfalls gönnen sie sich ein paar Tage Auszeit oder Verdrängungsurlaub. So nennen Ganzheitsmediziner einen Urlaub, der nicht wirklich der Gesundheit dient. Besser wäre es nach Meinung dieser Ärzte, die freie Zeit zu nutzen, um sich und die eigenen Bedürfnisse wieder spüren zu lernen, wieder in Kontakt zu sich und den Ursachen ihres Leidens zu kommen, bevor daraus Krankheit und Unglück wird.
“Die Ursache ist meist nicht die Lebenslüge. Die ist oft das Ergebnis einer falschen Einstellung. Menschen, die sich ein Leben lang als Opfer fühlen, müssen sich aufopfern. Da ist kein Platz für Glück.” So Hans Kreis, Beziehungscoach und Buchautor (Die Kraft der Lebensvision, Knaur mensSana). Für ihn geht es darum, den Menschen wieder an seinen Sinn zu führen. Wer sein Leben als sinnvoll sieht, kann nicht nur gut schlafen, sondern er ist auch beziehungsfähiger, als Menschen, die sich ausgebrannt und sinnlos fühlen.

Dazu gehört es, eine andere Einstellung zur Gesundheit zu bekommen. Für Dr. Birkel geht es darum, dass wir wieder lernen, unser eigener Lebensstil-Manager zu werden. “Wer um seine Bedürfnisse weiß, braucht den Arzt primär als Coach und nur sekundär als “Heiler”. Dies ist nicht nur das ursprüngliche Verständnis der chinesischen Medizin.
Wichtig dabei ist die Prävention. Besser vorsorgen als Heilen, lautet mehr denn je die Devise. Je besser die Prävention, umso größer die Sicherheit, gesund und zufrieden zu bleiben. Prävention schließt allerdings das ganze “System” Mensch ein. Dazu gehören Körper, Geist, Seele und Beziehung. Für Dr. Jürgen Arent stehen die Ärzte deshalb vor vollkommen neuen Herausforderungen. Es geht nicht mehr nur darum, dass Menschen wieder funktionieren. Es geht mehr und mehr um Lebensqualität und die hat bekanntlich mit einer gesunden Mischung von Aktivität und Pause, mit Balance und Energie zu tun. Oder, wie es Dr. Johann Birkel formuliert: Es geht darum, zu sich und seinen Bedürfnissen zu stehen und die Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Da haben Lebenslügen keinen Platz mehr.

7 TIPPS für mehr Gesundheit und Lebensfreude

1. Lernen beginnt immer bei uns selbst.
2. Nehmen Sie sich und Ihre Bedürfnisse wieder ernst.
3. Erkennen Sie Ihre Ängste als Freund und nicht als Feind.
4. Beginnen Sie mit der Ehrlichkeit bei sich selbst.
5. Gönnen Sie sich schöpferische Pausen
6. Entdecken Sie wieder die Kraft Ihrer Sehnsucht.
7. Werden Sie Ihr eigener Lebensstil-Manager.

In seinem neuen Buch “Die Kraft der Lebensvision” (Droemer Knaur) zeigt Kreis an vielen Fallbeispielen, wie wir diese Regeln auf dem Weg zu mehr Lebensfreude nutzen können.

FALLBEISPIELE: “Die Kraft der Lebensvision” (Droemer Knaur), Hans Kreis , ISBN13 978-3-426-66591-6
http://www.imaco.de/buch.html

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Mehr Infos zu Dr. Jürgen Arent und Kontakt unter http://www.MedEnergetics.com
Mehr Infos zu Dr. Johann Birkel und Kontakt unter http://www.gezha.de

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Marihuana-Hautcreme gegen Allergien

Cannabis wirkt im Mäuseversuch gegen Juckreiz. Bonn/Wien - Das Wissenschaftsteam der Universität Bonn hat im Mäuseversuch herausgefunden, dass körpereigene cannabisähnliche Botenstoffe bei Kontaktallergien entzündungshemmend und antiallergisch wirken. Die Bestandteile, die so genannten Cannabinoide, stehen schon seit einiger Zeit im Fokus der Medizin. Zuletzt haben Wissenschaftler entdeckt, dass körpereigene Botenstoffe, so genannte Endocannabinoide, auch gegen Parkinson wirken. 

Endocannabinoide docken im Körper an die gleichen Erkennungsstellen an wie der in Cannabis enthaltene Wirkstoff THC, haben die Forscher um Meliha Karsak vom Department für molekulare Psychiatrie und ihre Kollegen entdeckt. Die Endocannabinoide, deren Existenz zwar schon länger bekannt ist, deren Aufgaben allerdings bisher weitgehend unerforscht sind, regulieren Abwehrreaktionen der Haut gegenüber Fremdstoffen. Den Wissenschaftlern war zufällig aufgefallen, dass Mäuse häufig Nickel-Allergien entwickeln, wenn ihnen zwei Proteine, die als Cannabinoid-Andockstellen dienen, fehlten. In nachfolgenden Versuchen konnten sie dann feststellen, dass jene Tiere, bei denen diese Andockstellen mit Medikamenten blockiert wurden, wesentlich heftiger auf die Allergene reagierten, als jene, bei denen diese nicht blockiert waren.

Die Resultate machen deutlich, dass körpereigene Cannabinoide den Tieren helfen, sich gegen Hautallergien zu schützen. Um herauszufinden, ob diese Substanzen auch den gleichen Effekt haben, wenn sie aufgetragen werden, wurde den Tieren nach der Berührung mit dem Allergen eine THC-Lösung auf die Haut gepinselt. Tatsächlich konnten die Forscher feststellen, dass die THC-Lösung die allergische Reaktion deutlich verringerte. So waren die Schwellungen um rund 50 Prozent weniger stark. Wie genau die Cannabinoide die allergischen Reaktionen verhindern, ist allerdings nicht klar.

“Die antiallergische Wirkung von Cannabis ist uns bekannt”, meint Kurt Blaas, Mediziner und Obmann der österreichischen Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (CAM) http://www.cannabismedizin.at, im pressetext-Interview. Dem Vorschlag der deutschen Forscher, Cannabis-Salben zur Behandlung von Allergien und damit ausgelöstem Juckreiz zu nutzen, steht Blaas sehr positiv gegenüber. Er habe zwar keine Erfahrung mit Cannabis-Salben oder Cremes. “Allerdings greift Cannabis äußerst positiv in das Immunsystem des Menschen ein. Und das ist uns bekannt”, erklärt der Experte. In zahlreichen Untersuchungen habe sich bestätigt, dass Cannabis das Immunsystem stärke.

Die Herstellung von Cannabis-Cremes auf Fettbasis sei auch kein Problem, so Blaas. Generell zeige sich heute immer wieder deutlich, dass Pflaster und Cremes, die zu den Urgesteinen der Schulmedizin gehören, sehr gute Ergebnisse erzielen, da die Aufnahme von Wirkstoffen über die Haut offensichtlich eine optimale Art der Anwendung darstellt. Die Cannabis-Creme hätte übrigens keine Rausch-Wirkung auf den Patienten, denn die dabei applizierte Menge des Wirkstoffes sei viel zu gering, erklärt Blaas abschließend im Interview. Redakteur: Wolfgang Weitlaner

Kniearthrose - ein Problem körperlicher Übersäuerung?

Chronische Schmerzen sind oft ernährungsbedingt - Fünf Tipps für die erste Hilfe. Bad Waldsee - Das Kniegelenk ist mechanisch hochbelastet. Es besteht aus drei Abschnitten, die im Laufe der Zeit im Sinne eines Verschleißschadens verschieden reagieren können. Verschleißvorgänge sind zunächst keine Erkrankung, sondern ein normaler Alterungsprozess. Wenn dieser Knorpelverschleiß aber das altersentsprechende Maß deutlich überschreitet, spricht man von einer Arthrose: einer chronischen, schmerzhaften und zunehmend funktionsbehindernden Gelenkveränderung. Die Annahme, Arthrose sei eine reine Alterserscheinung, ist immer noch weit verbreitet. Doch sind auch zunehmend jüngere Menschen von ihr betroffen. Gerade in der “aktiven” Jahreszeit werden Sport- und Freizeitaktivitäten dadurch zur Qual. In jungen Jahren kann aber auch das nicht so seltene Krankheitsbild eines “Tennisarms am Knie” auftreten, wobei es sich nicht um Arthrose, sondern um eine übersäuerungsbedingte Sehnen-Muskel-Ansatz-Entzündung handelt.

Was im akuten Krankheitsfall zumeist empfohlen wird, ist die Ruhigstellung mit Hilfe einer Bandage oder eines orthopädischen Gipsverbands - beides heilt jedoch nicht den Entzündungsherd. Manchmal werden auch Cortison-Kristalle gespritzt, die allerdings auch die Entzündung nur maximal unterdrücken - ohne Heilung. Der Schmerz kommt nach wenigen Wochen wieder.

Was steckt hinter dem Phänomen Gelenkschmerz? Und ist eine Arthrose nicht ohnehin ein natürlicher Verschleiß der Gelenke und Knorpel?

Dr. Vinzenz Mansmann, Naturmediziner und Chefarzt der NaturaMed Vitalclinic in Bad Waldsee ( http://www.naturamed.de ) hat in über 17 Jahren viele Studien zu diesem Thema durchgeführt und erklärt das Phänomen der Übersäuerung. “Wir Deutsche sind nicht nur zu dick, wir essen uns auch oft krank. Keiner denkt bei Gelenkschmerzen an innere Prozesse, weil wir natürlich nur die äußeren Umstände sehen, also die Körperfehlhaltung oder stumpfe äußere Einwirkungen”, so Dr. Mansmann. “Es gibt jedoch vielfältige Stoffwechselprozesse, die eine Ursache darstellen können. Beispiel Übersäuerung: Hier wird der ganze Körper übersäuert, weil entweder die Leber entzündet ist und zu viel Säure produziert oder eine eklatante Fehlernährung vorliegt. Wer zu viel Fleisch, vor allem Schweinefleisch konsumiert, hat häufig solche Probleme. Die Niere kann die Säure nicht mehr ausreichend ausscheiden, der Körper versucht die Säure im Körper zu lagern. Schließlich landet sie in den Muskeln und Gelenken. Die übersäuerten Muskeln an sich tun noch nicht weh. Wenn man aber diese Muskeln besonders viel bewegt wie z.B. beim Radfahren, dann wird die Säure in die Muskelansätze, also die Sehnen gepumpt. Dort ist im Regelfall eine schlechte Durchblutung gegeben, so dass Säureanteile nicht abtransportiert werden und hartnäckige Entzündungen entstehen (z.B. Tennisarm). Zu viel Säure direkt im Gelenk erweicht den Knorpel und es kommt zu vorzeitigen Verschleißerscheinungen, der Arthrose. Einen Säureüberschuss versucht der Körper zu neutralisieren, indem er aus dem Knochen Kalk (Calcium) entnimmt und damit ein Salz bildet, das er leichter über die Nieren ausscheiden kann. Aber: jahrelanger Calciummangel im Knochen führt zu der Volkskrankheit Osteoporose. Die Folge: der Knochen wird porös und instabil.

Bestenfalls klärt man mit einem so genannten Ursachendiagnose-Tag nach Dr. Mansmann, woher die viele Säure kommt. Hier werden u.a. im Rahmen von umfangreichen - in dieser Form in Deutschland einmaligen - Blutuntersuchungen 52 verschiedene Eiweißwerte ermittelt, die versteckte Formen von Entzündungen, Infektionen oder Stoffwechselstörungen aufdecken können. Mit der Übersäuerung sollte man nicht spaßen: Bei einem Rückfall kann es zu chronischen Leberentzündungen oder Säure-Ausscheidungsstörungen der Nieren kommen. Seltener sind autoimmune Rheuma-Entzündungen die Folge, welche durch vorzeitigen Knorpelverschleiß ausgelöst werden.

Fünf Tipps zur Selbsthilfe:
Übersäuerung wird durch Stress, hohen Fleischkonsum oder eine versteckte Lebererkrankung ausgelöst. Die Säure staut sich im Muskel und wird durch häufige, gleichförmige Bewegung in den Muskelansatz und die Sehnen transportiert. Dort verursacht sie eine gichtartige schmerzhafte Entzündung.

* Reduzieren Sie bei Gelenkschmerzen sofort Ihren Fleisch- und Wurstverzehr!

* Essen Sie stattdessen viel Kartoffeln, das ist eines der basenreichsten Lebensmittel.

*Im akuten Schmerzzustand muss zusätzlich mit Basenmitteln wie Basentabs, Basica, Rebasit oder Bullrich Vital entsäuert werden, sonst nützen Massagen nur wenig.

* Kühlende Schnapsumschläge oder eine heiße Wärmflasche können helfen. Zu empfehlen sind Kirschkern-Säckchen, die die Wärme lange speichern und sich dem Körper gut anpassen (Praxishinweis: In der Mikrowelle 2 Minuten erhitzen, dann immer wieder neu schütteln, damit die inneren heißen Kirschkerne nach außen gelangen.)

* Zusätzlich empfohlen werden homöopathische Entzündungstropfen, die über mindestens sechs Wochen einzunehmen sind (z.B. Phönix Hydrargyrum oder Arnika PTK) und abschwellende Enzympräparate (z.B. Wobenzym, Mucozym, Phlogenzym, Bromelain, Traumanase forte).

Haben Sie noch Fragen zum Thema Übersäuerung?
Per Mail beantwortet Dr. Mansmann Ihre Fragen: fragen@naturamed.de

Weitere Infos:
http://www.naturamed.de
Hochauflösende Bilder erhalten Sie unter:
http://www.naturamed.de/front_content.php?idcatart=559&start=2

Holopathie gegen Heuschnupfen und Co.

Hightech-Energiemedizin zeigt gute Erfolge. Klagenfurt/Wien - Der österreichische Mediziner Christian Steiner hat mit einem neuartigen Hightech-Gerät bei 70 bis 80 Prozent der Pollenallergiker eine deutliche Besserung oder sogar Beschwerdefreiheit auf Knopfdruck erzielt. Das elektronische Gerät namens “QuintBox” http://www.quintsysteme.com ist nur etwa halb so groß wie eine Zigarettenschachtel. Pollenallergien sind in den vergangenen Jahrzehnten zu einem gravierenden Problem für 15 bis 20 Prozent der Menschen in Industrieländern geworden. Allein in Österreich sind etwa eine Mio. Menschen allergisch gegen Pollen. 

“Der Patient trägt die QuintBox in Körpernähe. Zum Beispiel an einer Schlaufe um den Hals oder in der Hosentasche und lässt sie den ganzen Tag über laufen”, so Steiner im Interview. “Viele Anwender berichten, dass sich die Beschwerden nach dem Einschalten bereits in kurzer Zeit besserten”, erklärt der Mediziner. “Nach unabsichtlichem Ausschalten oder wegen erschöpfter Batterien sind diese jedoch erneut aufgetreten.” Die Basis dieser Behandlung heißt Holopathie. “Die Holopathie ist eine junge Richtung innerhalb der Energiemedizin, in der es vor allem um die digitale Speicherung und die elektronische Wiedergabe homöopathischer Substanzen geht”, führt Steiner aus.

“Wir haben beispielsweise für die Anwendung bei Pollenallergien die Schwingungsmuster von Birke, Hasel, Erle, Gräsern und anderen Pollen zusammen mit antiallergischen Homöopathika, Spurenelementen, Edelsteinschwingungen in geeigneten Frequenzmustern in die QuintBox eingespeichert”, so Steiner. “Das mikroprozessorgesteuerte Gerät gibt diesen Schwingungsmix dann mit einem schwachen elektromagnetischen Feld permanent auf den Anwender ab. Der Körper reagiert darauf ähnlich wie auf ein Homöopathikum, allerdings wesentlich stärker.” Tatsächlich könne man das Wirkprinzip der QuintBox direkt mit dem einer entsprechenden homöopathischen Rezeptur vergleichen. Daher stamme auch die Bezeichnung der Holopathie als “digitale Homöopathie”. Steiner hat in mehr als 15-jähriger Forschungsarbeit das Verfahren entwickelt, mit dem holopathische Frequenzspektren digital gescannt und gespeichert werden können.

“Entscheidend bei der Anwendung ist jedoch die permanente Wiedergabe, die wesentlich stärker als ein ‘natürliches’ Homöopathikum ist”, meint Steiner. Der elektronische Schwingungsmix enthalte aber auch Rezepturen, die die klassische Homöopathie nicht kennt. Dazu gehören etwa Schwingungsmuster bestimmter Edelsteine, die Elektrosmog von Handys, WLAN-Netzen oder SAT-Schüsseln neutralisieren können. “Diese Effekte lassen sich in der Energiemedizin messen und sind hauptverantwortlich dafür, dass das bei der Pollenallergie hochgradig gestörte Energiefeld des Patienten wieder funktioniert, wodurch auch das Immunsystem normalisiert werden kann”, erklärt Steiner. Dadurch gehen die Symptome ganz von selbst zurück.

Die QuintBox kann allerdings auch für andere Indikationen programmiert werden. “Wir hatten sehr gute Erfahrungen bei der Verbesserung der Knochen- und Wundheilung, bei Verspannungen, Burn-Out und Erschöpfungszuständen oder auch bei hyperaktiven Kindern”, so Steiner. Patienten, die einen Holopathie-Therapeuten aufsuchen, erhalten aufgrund ihrer Messwerte ihr individuelles Box-Programm, mit dem sie dann auch bei Migräne, Schlafstörungen oder Depressionen in vielen Fällen erfolgreich behandeln können, erklärt Steiner abschließend im. Redakteur: Wolfgang Weitlaner

Palmen als Zeugen des Klimawandels

Verbreitungsgebiet subtropischer Gewächse in Europa wird immer größer! Bayreuth, Forscher der Universität Bayreuth http://www.uni-bayreuth.de haben im Rahmen des EU-Projekts ALARM (Assessing Large Scale Risks for Biodiversity with Tested Methods) http://www.alarmproject.net/alarm/ gezeigt, dass die Klimaerwärmung der jüngsten Vergangenheit Palmen in Regionen gedeihen lässt, wo dies früher aufgrund zu kalter Winterbedingungen nicht möglich war. Dies gilt für Teile Mitteleuropas, wo neuerdings nicht nur die weltweit nördlichste im Wald wachsende Palmenpopulation zu finden ist, sondern auch immer weiter nördlich Palmen in Gärten gepflanzt werden können. 

“Im Rahmen von ALARM werden verschiedene Faktoren wie etwa die Auswirkungen der laufenden Klimaerwärmung auf die Zusammensetzung und Verbreitung der Vegetation untersucht “, erklärt der Pflanzenökologe Gian-Reto Walther im Interview. “Zu den vom Klimawandel begünstigten Arten gehört zum Beispiel die Palmenart Trachycarpus fortunei.” Eine Palme sei ein gutes Beispiel dafür, den gesamten Prozess zu illustrieren. Die aus Südostasien eingeführte Art konnte zwar lange Zeit in den Gärten und Parks unter der Obhut des Menschen überleben, es gelang ihr aber nicht, sich erfolgreich außerhalb der Gärten in Konkurrenz zu den einheimischen Arten anzusiedeln. “Bis Südskandinavien konnten wir ausgepflanzte Palmen finden. Sie litten zwar unter den kalten Temperaturen, konnten den Winter aber dennoch überleben”, so der Forscher. Seit den 70er Jahren herrschen in Europa generell mildere Winter. Und das hat das Überleben dieser Palmenart in den Gärten begünstigt.

“Seit wenigen Jahrzehnten gelingt es dieser Art, auch in den Wäldern Fuß zu fassen, aufzuwachsen und sich auch außerhalb der Gärten zu verjüngen”, berichtet der Forscher. Die Wissenschaftler konnten dies an verschiedenen Stellen am Alpensüdfuß im Grenzgebiet der Schweiz und Norditaliens nachweisen. “Dort befindet sich mittlerweile die neue weltweit nördlichste frei wachsende Palmenpopulation”, erklärt Walther. Ähnliches gelte natürlich auch für die Alpennordseite: Auch hier ist der Klimawandel spürbar. “Die in den Gärten gepflanzten Palmen brauchen im Winter immer weniger geschützt zu werden oder überleben den Winter in Westdeutschland ungeschützt im Freien.” Ältere Exemplare zeigen bereits Blüten- und Fruchtstände und Sämlinge finden sich mancherorts unter “erwachsenen” Palmen.

In Experimenten konnten die Wissenschaftler zeigen, wie die Palmen auf die einzelnen Temperaturzonen reagieren. “Wenn es längere Zeit über kalt bleibt, gedeihen die Palmen kaum. Die Blätter bleiben klein, dennoch sterben sie nicht ab”, erklärt der Forscher. Das Frühstadium der Verjüngung in Gärten wurde auch südlich der Alpen zu Beginn des 20. Jahrhunderts beobachtet, reichte aber noch nicht aus, um die Verwilderung in umliegende Wälder erfolgreich einzuleiten. “Die weitere Erwärmung im Verlauf des letzten Jahrhunderts schuf allerdings die klimatischen Bedingungen für das Überleben der verwilderten Palmen in den Wäldern”, subsumiert der Forscher. Bei einer weiteren Erwärmung sei daher auch damit zu rechnen, dass ähnlich wie im Süden die Bedingungen für die Palmen zusehends günstiger werden.

Die Trachycarpus-Palme wird aufgrund ihrer Winterhärte in vielen Regionen der Erde im Grenzgebiet der globalen Palmenverbreitung angepflanzt. Damit kann über Kontinente hinweg der laufende und zu erwartende Klimawandel an ein und derselben Pflanzenart beobachtet werden: Die Palme wird somit zum Indikator und Zeugen der globalen Klimaerwärmung. Redakteur: Wolfgang Weitlaner

Stammzellen sollen Herzmuskel reparieren

Tests mit Patienten beginnen im August. Bristol - Bahnbrechende Tests planen Wissenschaftler der University of Bristol http://www.bris.ac.uk und des Bristol Heart Institute http://www.bristol.ac.uk/bhi. Herausgefunden werden soll, ob Stammzellen einen Herzmuskel reparieren können, der durch einen Herzanfall geschädigt wurde. 60 Patienten haben sich freiwillig gemeldet. Ihnen werden während einer normalen Bypass-Operation Stammzellen aus ihrem eigenen Knochenmark injiziert. Ziel ist es, die Vernarbung des Herzgewebes zu verringern und damit die Pumpleistung zu erhöhen sowie einen Schutz vor zukünftigen Komplikationen zu gewährleisten. Ähnliche Tests mit 100 Patienten sind laut BBC in London geplant.
Bei einem Herzanfall wird der Herzmuskel unzureichend mit Sauerstoff versorgt. Die Zellen in diesem Bereich sterben ab, Narbengewebe entsteht. Das geschädigte Herz transportiert das Blut schlechter durch den Körper. In der Folge kann es zu einem Herzversagen kommen. Bestehende Behandlungsansätze können die Blutversorgung zwar verbessern. Eine Möglichkeit, die Funktionalität der geschädigten Bereiche wieder herzustellen, gab es bisher nicht. Die Vernarbung kann zu weiteren Komplikationen wie einer Verdünnung der Herzwände führen. Rund ein Fünftel der Patienten leidet sechs Monate nach einer Bypass-Operation unter dieser Komplikation.

Das Team um Raimondo Ascione beginnt die Tests im August. Es nehmen Patienten teil, die vor zehn Tagen bis drei Monaten einen Herzanfall erlitten haben. Dabei handelt es sich um den idealen Zeitraum für einen Eingriff. Eine Hälfte der Freiwilligen erhält bei der Operation Injektionen mit Stammzellen, die andere wird operiert und erhält Injektionen mit Blindpräparaten. Weder die Patienten noch die Chirurgen werden über die Aufteilung der beiden Gruppen Bescheid wissen. Nur so lässt sich in den folgenden sechs Monaten ein unvoreingenommener Vergleich zwischen den beiden Gruppen herstellen. Der Einsatz von körpereigenen Stammzellen soll laut Ascione Abwehrreaktionen und Infektionen verhindern. Die British Heart Foundation http://www.bhf.org.uk unterstützt die Tests mit 210.000 Pfund.  Redakteur: Michaela Monschein

Medikament gegen Übergewicht beeinflusst Psyche

Depressionen und Selbstmordgedanken verdoppeln sich. Rockville - Patienten, die bei medizinischen Tests das Medikament Zimulti eingenommen haben, berichteten eher von Selbstmordgedanken oder -handlungen. Ein Sonderausschuss der U.S. Food and Drug Administration (FDA) http://www.fda.gov wird heute, Mittwoch, darüber beraten, ob das Medikament in Amerika zugelassen werden soll. Laut FDA führt eine Dosis von 20 Milligramm im Verlauf eines Jahres zu einem klinisch aussagekräftigen Gewichtsverlust. In Verbindung mit einer kalorienarmen Diät hat das Medikament das Körpergewicht um rund fünf Prozent verringert. Zu diesem Ergebnis kamen Tests mit 6.000 leicht übergewichtigen und fettleibigen Teilnehmern. Als Rimonabant bekannt, wird das Medikament derzeit in 18 Ländern unter der Bezeichnung Acomplia verkauft. http://www.medknowledge.de/neu/2004/I-2004-10-rimonabant.htm Die Behörde hat die endgültige Entscheidung mehrmals aufgrund von Depressionen und vielen Ausstiegen bei den klinischen Tests verschoben. “Bedenken über nachteilige Wirkungen bleiben bestehen, vor allem bei den nachteiligen psychiatrischen Reaktionen.” Depressionen traten bei der Einnahme fast doppelt so häufig auf. Der Hersteller Sanofi-Aventis http://www.sanofi-aventis.com gab zu, dass mehr Rimonabant-Patienten von Selbstmordgedanken berichteten. Dennoch überstiegen die positiven Wirkungen mögliche Risiken, die zudem in der klinischen Praxis behandelbar seien. Zusammenfassungen der Stellungnahmen finden sich im Internet unter http://www.fda.gov/ohrms/dockets/ac/07/briefing/2007-4306b1-00-index.htm.

Die Wirkung von Rimonabant beruht auf der Blockierung von Heißhungersignalen im Gehirn. Abgezielt wird dabei auf die Gehirnrezeptoren, die nach dem Konsum von Marihuana ein extremes Hungergefühl auslösen. Das Pharmaunternehmen hat laut NewScientist vorhergesagt, dass das Medikament einen Absatz von drei Mrd. Dollar oder mehr im Jahr erzielen könnte. Im ersten Quartal 2007 wurden rund 20 Mio. Dollar umgesetzt. Die Zulassung für den amerikanischen Markt soll diese Zahlen jedoch deutlich ansteigen lassen. Die FDA wird externe Berater nach ihrer Einschätzung zu den Selbstmordrisiken und anderen psychiatrischen sowie neurologischen Problemen und Krampfanfällen befragen, bevor über eine Zulassung entschieden wird. Normalerweise übernimmt die Behörde die Empfehlungen von den Ausschüssen. Laut Experten aus der Industrie ist es schwer abzuschätzen, wie der Ausschuss entscheiden wird. Karl Heinz Koch von Vontobel http://www.vontobel.com betonte, dass andere derartige Medikamente wie Xenical oder Meridia zugelassen wurden, obwohl die Gefahr von Depressionen noch höher war. Redakteur: Michaela Monschein

“Halt den Mund, hör auf zu heulen und lebe endlich!”

Selbsthilfebuch bedient sich offensiver aber verständlicher Sprache. Kulmbach - R E Z E N S I O N - Offensichtlich ist es der Tritt in den Hintern, der Menschen erst dazu bringt, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen anstatt dauernd nur darüber zu jammern. Zu diesem Schluss kommt der Business-Motivationstrainer Larry Winget http://www.larrywinget.com in seinem jüngsten Buch mit dem “sensiblen” Titel “Halt den Mund, hör auf zu heulen und lebe endlich!” (”Shut Up, Stop Whining & Get a Life”) erschienen bei der Börsen-Medien Aktiengesellschaft http://www.financebooks.de.
Was der Titel verspricht, hält Winget - sein Spitzname ist “Pitbull of Personal Development” - die ganzen 300 Seiten konsequent durch: Statt fader Motivationssprüche wird den gängigsten Ausreden auf den Grund gegangen. Für das Jammern und Lamentieren hat Winget keine Zeit und kein Verständnis. Bereits im Vorwort verweist er darauf, dass das Buch viel vom Leser verlange, denn es wolle aufrütteln und aufwecken. Im Prinzip gehe es darum, den Menschen ein einziges Faktum klar zu machen: Sie können sich das Leben schaffen, das sie gerne haben wollen. “Und dazu muss ich Ihnen in den Hintern treten und Sie ein paar mal ordentlich anschnauzen”, fasst er zusammen.

Mittelmäßigkeit scheint ihm verhasst, denn “ich möchte, dass sie die Nase gestrichen davon voll haben, sich mit weniger als dem Besten für sich zufrieden zu geben.” Und sein Stilmittel heißt ganz einfach Konfrontation. Das ungewöhnliche Motivationsbuch, das es innerhalb kürzester Zeit zur Nummer eins auf der Bestsellerliste des Wall Street Journals geschafft hat, setzt zwar auf grobe Sprache, geht aber dennoch ins Detail und zieht den roten Faden durch sämtliche Lebensbereiche konsequent durch. Winget schafft es, tiefe Wahrheiten höchst unterhaltsam zu verpacken und mit brutaler Direktheit überzeugend an den Leser zu bringen. Fehler und Schwächen werden glasklar herausgestellt, ein Versteckspiel hinter den üblichen Ausreden ist daher nicht möglich. Dafür sind die angebotenen Lösungen sehr plausibel und praxisorientiert.

Der erhobene Zeigefinger mutiert zum Frontalangriff auf genau jene Stellen, an denen es am meisten schmerzt. “Winget richtet den Blick tatsächlich genau dorthin, wo die meisten Menschen nicht hinschauen wollen”, meint die Lebensberaterin Noelani Alexandra John-Scheder http://www.alohaberatung.at im Interview. John-Scheder nutzt das Buch zwar nicht bei Management-Beratungen, sondern in sämtlichen anderen Bereichen ihrer Lebensberatung. “Was ganz wunderbar gelungen ist, ist auch jener Teil, bei dem Winget ganz offen und freizügig über Beziehungen und die Liebe als Schlüssel zum Erfolg schreibt.”

“Die meisten Menschen würden denken, dass das Kapitel über die Liebe zum Thema der Beziehungen gehört”, schreibt Winget. Die Liebe komme dort aber etwas zu kurz, da auch sie ein weit größerer Faktor und auch ein Schlüssel zu Erfolg, Glück und Wohlstand ist. “Es ist genau das, was sie zu einem großen Führer, einem großen Verkäufer macht und Ihnen hilft, fantastischen Dienst am Kunden zu leisten und es macht sie zu der Art Person, mit der andere Menschen zusammen sein, Zeit verbringen und ihr Geld teilen wollen.” Winget räumt auch hier mit dem Vorurteil auf, dass Menschen ihrem Schicksal unausweichlich ausgeliefert sind. Erfolg hänge nämlich vom persönlichen Einsatz ab und werde nicht von einer unbekannten Macht bestimmt. Und Motivation alleine, so behauptet er, reicht noch lange nicht aus, um erfolgreich zu werden. Die Motivation muss auch richtig kanalisiert werden. Zwei Punkte wären allerdings ganz wesentlich mit dem Erfolg verbunden: Das ist einerseits das Vergessen der “ewigen Opferrolle” und des damit verbundenen Jammerns über den Ist-Zustand sowie die zielorientierte Stärkung des Egoismus. Redakteur: Wolfgang Weitlaner

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Forscher entschlüsseln Cannabis-Wirkweise

Suche nach Schmerzmittel ohne Suchtpotenzial. Heidelberg - Wissenschaftler der Universität Heidelberg http://www.uni-heidelberg.de haben festgestellt, dass die schmerzlindernde und die unerwünschte Wirkung der im Cannabis enthaltenen Wirkstoffe Cannabinoide an verschiedenen Stellen im Nervensystem ausgelöst werden. Diese Erkenntnis könnte in Zukunft dazu führen, Cannabinoid-Medikamente zu entwickeln, die gezielt die Schmerzen bekämpfen, ohne gleichzeitig gefährliche Begleiterscheinungen hervorzurufen. Das Wissenschaftsteam um Rohini Kuner und Nitin Agarwal vom Pharmakologischen Institut der Universität Heidelberg http://www.klinikum.uni-heidelberg.de hat in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Mainz entdeckt, dass Cannabinoide Schmerzen vor allem an den Nervenfasern unterdrücken, während Rausch und Muskellähmungen überwiegend in Gehirn und Rückenmark entstehen. In der Wissenschaft ist seit langem bekannt, dass Cannabinoide chronische Schmerzen hemmen können. Aufgrund ihrer schweren Nebenwirkungen sind sie in den meisten Ländern jedoch nur in Ausnahmefällen zugelassen.Der Körper produziert Cannabinoide als erste Hilfe gegen akute Schmerzen, bei Hitze oder mechanischen Reizen. Aber auch bei chronischen Entzündungen entfalten körpereigene Cannabinoide ihre schmerzlindernden Eigenschaften innerhalb des Nervensystems. Sie binden an passende Eiweiß-Strukturen, so genannte Cannabinoid-Rezeptoren, auf Nervenzellen und setzen dadurch Prozesse in Gang, die schließlich zur Schmerzlinderung führen. Auch Cannabinoide, die man dem Körper von außen zuführt, agieren auf diese Weise.

“Wir wollten wissen, wo genau innerhalb des schmerzverarbeitenden Nervensystems Cannabinoide aktiv werden und die komplexen Abläufe erforschen”, so Kuner. Bisher haben die Forscher vermutet, dass die Substanzen vor allem im Zentralen Nervensystem - also in Gehirn und Rückenmark - ihre schmerzlindernde Wirkung als auch die unerwünschten Effekte entfalten. Bekannt war, dass Cannabinoide auch in den peripheren Teilen des Nervensystems - also in Nervenfasern - wirken können. Unbekannt war hingegen, dass diese als Hauptwirkungsorte der Schmerzlinderung fungieren.

Im Tierversuch mit gentechnisch veränderten Mäusen konnten die Forscher diese Vorstellung widerlegen: Mäuse, die in den peripheren Nervenfasern keine Cannabinoid-Rezeptoren ausbilden, im Zentralen Nervensystem jedoch über ein funktionierendes Rezeptor-System verfügen, zeigten eine stark erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Schmerzen. Damit konnten die Wissenschaftler belegen, dass die körpereigenen Cannabinoide ihre schmerzlindernde Wirkung also hauptsächlich über intakte periphere Nervenfasern und nicht über das Zentrale Nervensystem vermitteln. Die Behandlung der Mäuse mit Cannabinoiden blieb bei den gentechnisch veränderten Tieren erfolglos. Bei diesen Mäusen traten allerdings unerwünschte Nebenwirkungen wie etwa der Rauschzustand auf. Das wiederum lieferte den Beweis dafür, dass die Begleiterscheinungen vor allem durch Prozesse in Gehirn und Rückenmark entstehen.

Für die Entwicklung neuer Medikamente könnten Cannabinoide im Labor so verändert werden, dass sie als Medikamente in den peripheren Nervenfasern ihre schmerzstillenden Effekte entfalten, die so genannte Blut-Hirnschranke aber nicht mehr passieren können und damit nicht in das Zentrale Nervensystem gelangen. Da jeder fünfte Europäer unter chronischen Schmerzen leidet, sind die Forscher auf der Suche nach immer neuen Schmerzpräparaten. Redakteur: Wolfgang Weitlaner

Kultivierung zerstörter Moore reduziert CO2-Ausstoß

Standortgerechter Anbau von Erlen und Schilfen soll helfen. Greifswald - Zerstörte Moore können mit einem neuartig entwickelten Konzept zur nachhaltigen und umweltschonenden Nutzung einen wesentlichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten und effektiv CO2 reduzieren. Davon überzeugt zeigen sich Wissenschaftler des Instituts für Botanik und Landschaftsökologie (IBL) an der Universität Greifswald http://www.botanik.uni-greifswald.de. “Der Grundgedanke unseres Projekts der Torfmooskultivierung liegt federführend darin, bereits degradierte Moore in Deutschland wieder einer schonenden Nutzung zuzuführen”, betont Greta Gaudig, wissenschaftliche Mitarbeiterin des IBL, im Interview.  
Erklärtes Ziel ist es, mit Hilfe von so genannten Paludikulturen eine umweltfreundliche und nachhaltige Produktion von nachwachsenden Rohstoffen zu ermöglichen. Dazu bedienen sich die Forscher wiedervernässter Moorstandorte, indem diese durch standortgerechte Pflanzen kultiviert werden sollen. “Dieser spezifische Anbau von beispielsweise Erlen, Schilfen oder Torfmoosen ermöglicht eine Nutzung, die neben einer Schaffung von Arbeitsplätzen auch einen wichtigen Aspekt zum Klimaschutz leistet”, so Gaudig. Vor dem Hintergrund einer weltweit jährlichen Nutzung von rund 30 Mio. Kubikmeter Weißtorf, könnte durch Torfmooskultivierung auf Hochmoorflächen eine Alternative für Kultursubstrate im Gartenbau geschaffen werden. Zudem sei in Niedermoorbereichen durch Schilfanbau ein energetischer Nutzeffekt erreichbar und der Anbau von Erlen positiv für die Wertholznutzung, so die Expertin.

Das Verfahren scheint zukunftsweisend, da mit ihm eine Alternative für umweltschädliche fossile Rohstoffe geschaffen wird. Außerdem konkurrieren herkömmliche Rohstoffproduktionen zunehmend mit anderen Landnutzungsformen und müssen somit auf marginale Regionen ausweichen. “Da sich die landwirtschaftliche Nutzung zerstörter Moore aufgrund des Flächenpotenzials anbietet, muss der Entwässerung Einhalt geboten werden. Diese trägt wesentlich dazu bei, dass Treibhausgase freigesetzt und Wasserverunreinigungen vorangetrieben werden”, erläutert Gaudig. Die Option zum langfristigen Klimaschutz sieht die Expertin in potenziellen Projektregionen bei Hoch- sowie Niedermooren in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

Neben Verringerungen des CO2-Ausstoßes und der Verdunstungskühlung sehen die Wissenschaftler mit ihrem Verfahren nicht nur für den Klimaschutz positive Effekte. Vor allem entstünden somit neue Perspektiven für den Tourismus und Naturschutz in schwach entwickelten Regionen. Zusammen mit Industriepartnern soll ein Ausbau der “Paludikultur-Projekte” weiter forciert werden. Vom 5. bis 6. Juni 2007 präsentieren Institutsdirektor Stefan Zerbe und sein Team in Berlin im Rahmen der “Woche der Umwelt” http://www.dbu.de/710.html das Konzept im Bereich Natur-, Gewässer- und Bodenschutz. (Ende)

Biotechnisch hergestellte Vaginalschleimhaut erfolgreich eingepflanzt

Hoffnung für “Mayer von Rokitansky Küster Hauser”-Patienten. Rom  - Einem Ärzteteam am Polyklinikum Umberto I http://www.policlinicoumberto1.it in Rom ist es weltweit erstmalig gelungen, eine aus körpereigenen Stammzellen im Labor gezüchtete Vaginalschleimhaut erfolgreich einzupflanzen. Die 17-jährige Patientin litt unter einer als “Mayer von Rokitansky Küster Hauser” bekannten Genitalfehlbildung.
“Ebenso wie bei der im vergangenen Jahr erfolgreich operierten 28-jährigen Frau ist das Implantat zu 99 Prozent vom Körpergewebe angenommen worden. Ein Beweis dafür, dass das Zusammenspiel von Grundlagenforschung und klinischer Anwendung zum Ziel führen kann”, so Pierluigi Benedetti Panici, Leiter der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe. Anders als im Mai 2006 wurde die jüngste Operation offiziell im Rahmen einer Pressekonferenz bekanntgegeben.

Die Einzelheiten zu dem ersten Eingriff werden in der Fachzeitschrift “Human Reproduction” veröffentlicht. Bei der damaligen Patientin konnte bereits nach einem Monat eine voll angewachsene und funktionstüchtige Schleimhaut festgestellt werden. Cinzia Marchese, Leiterin des Labors für Zellbiotechnologie, meinte zuversichtlich: “Damit öffnen sich neue Wege und Möglichkeiten bei der Regenerierung von Schleimhäuten im Magen- und Mundbereich. Das gleiche dürfte auch für Horn- und Bindehautmissbildungen des Auges gelten.”

Das Syndrom nach “Mayer von Rokitansky Küster Hauser” betrifft unabhängig vom Geschlecht statistisch gesehen eine von 20.400 Personen. Die Pathologie hat die unvollständige Bildung oder das völlige Fehlen des Geschlechtsorganes und ausnahmslos Zeugungsunfähigkeit zur Folge. Als Operationstechnik in Frage kommt die Methode nach Abbè McIndoe oder Vecchietti. Mit künstlich hergestellten Scheidenschleimhäuten konnten bisher keine klinischen Erfolge erzielt werden. Redakteur: Harald Jung

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