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Archive für Juli 2007

GAB2 als neues Demenz-Gen identifiziert

Risiko einer Erkrankung erhöht sich um das Vierfache. London - Wissenschaftler des Institute of Neurology http://www.ion.ucl.ac.uk haben mit GAB2 ein Gen identifiziert, das mit einem späten Einsetzen einer Alzheimer-Erkrankung in Zusammenhang steht. Menschen mit einer beschädigten Kopie dieses Gens könnten laut dem Fachmagazin Neuron http://www.neuron.org einem vier Mal höheren Risiko einer Erkrankung ausgesetzt sein. Laut Experten wie Clive Ballard von der Alzheimer’s Society http://www.alzheimers.org.uk ist mit dieser Entdeckung einer der wichtigsten Fortschritte seit der Entdeckung von ApoE4 gelungen. An dieser Alzheimerform erkrankt laut BBC einer von zehn Menschen über 65 Jahren und die Hälfte der über 85-Jährigen. Das aus Wissenschaftlern von 15 Institutionen bestehende Team analysierte die DNA von 1.411 Personen. Dabei zeigte sich, dass GAB2 das Risiko bei jenen Teilnehmern beeinflusste, die auch über ApoE4 verfügten. GAB2 scheint die Auswirkungen dieses besser bekannten Alzheimer-Gens zu verändern. Die Forscher gehen davon aus, dass es in der Folge zur Bildung der charakteristischen Proteinablagerungen im Gehirn kommt. Das Team um Eric Reiman deaktivierte GAB2 in Neuronen und stellte ein Ansteigen des Schlüsselproteins Tau fest. Tau trägt zur Bildung dieser Ablagerungen bei. Redakteur: Michaela Monschein

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Nichtkodierende Gene als Ordnungshüter im Organismus

Müll-RNA kommt wichtige Rolle bei der Krankheitsentstehung zu. Leipzig  - Ein internationales Wissenschaftsteam hat entdeckt, dass jene Teile des Erbguts, die bisher als “genetischer Müll” gegolten haben, als Bauplan für Ribonukleinsäure (RNA) dienen. Damit konnten sie feststellen, dass diese Müll-RNAs keineswegs unwichtig sind, denn sie regulieren die Gene, nach deren Bauplan die Proteine zusammengesetzt werden, berichten sie in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature. Wenn etwas schief geht, der Körper also beispielsweise zu viel oder zu wenige Proteine produziert, gerät die Körperzelle aus dem Gleichgewicht und Krankheiten entstehen.
Die menschliche DNA besteht aus 3,3 Mrd. Basenbuchstaben. Nach gängiger Lehrmeinung braucht der Mensch jedoch nur 1,5 Prozent davon. Als “Kopie” setzen sich nach ihren Vorgaben zunächst RNA zusammen, die wiederum als “Strickmuster” für Proteine dienen, den Grundbausteinen der Zellen. Der Rest des Genoms - also 3,25 Mrd. Basenbuchstaben - galt bisher als genetischer Müll ohne nennenswerte Funktion. Die Wissenschaftler haben nun entdeckt, dass die als “genetischer Müll” oder als “nichtkodierende Gene” bezeichneten Abschnitte des Erbguts nahezu vollständig in RNA übersetzt werden.

“Unsere Ergebnisse eröffnen viele neue Möglichkeiten für die Krankheitsdiagnostik und werden künftig sicher auch für die Therapie interessant - etwa bei Krebs oder Herzinfarkten”, so Jörg Hackermüller vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI http://www.izi.fraunhofer.de. “Bisher hat man sich bei der Suche nach krebsrelevanten Genen auf die kodierenden Bereiche beschränkt, also auf knapp zwei Prozent des Erbguts. Nun können wir die Gen-Diagnose auf das gesamte Genom ausweiten”, erklärt der Experte, der gemeinsam mit Forschern der Universität Leipzig und Kollegen aus den USA, Kanada, Singapur, Spanien, und Großbritannien an dem Projekt gearbeitet hat.

Der Vorteil einer solchen Gen-Diagnose und -Krankheitsbehandlung ist, dass die genetischen Defekte ganz am Anfang einer Krankheit stehen. Das bedeutet, dass Mediziner in Zukunft Erkrankungen sehr früh diagnostizieren und behandeln können und damit wertvolle Zeit gewinnen. Für einige Krankheiten ist der Zusammenhang mit den “Müll-RNAs” bereits geklärt, berichten die Forscher. Beim Prostatakrebs ist eine dieser RNAs falsch reguliert. “Beim Prostatakrebs ist man bereits heute so weit, dass man diese Methode prinzipiell zur Diagnose einsetzen kann”, meint der Bioinformatiker Peter Stadler von der Universität Leipzig http://www.bioinf.uni-leipzig.de . “Insgesamt lernen wir jedoch erst, mit solchen Fragestellungen umzugehen, da die Forschung sich bisher nur auf die Bereiche konzentriert hat, die den Bauplan für die Proteine liefern.” Eine weitere Erkenntnis der Forscher war, dass die nichtkodierenden RNAs viel spezifischer arbeiten als die RNAs, die als Bauplan für die Proteine dienen. Oft sind sie nur in einem einzigen Gewebe aktiv. Redakteur: Wolfgang Weitlaner