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Archive für 17.8.2007
Vitamin C stoppt Erkältungen nicht
17.8.2007 von zaro.
30 Studien mit mehr als 11.000 Probanden machen es deutlich. Helsinki/Canberra - Die tägliche Dosis Vitamin C wird die meisten Menschen nicht vor den lästigen Erkältungskrankheiten schützen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie mit insgesamt 11.350 Probanden. Eine weitere Tatsache: Selbst Dosen von 200 Milligramm Vitamin C verkürzen die Länge einer Erkältung nicht, berichtet BBC-Online. Einzige Ausnahme stellen Personen mit erhöhtem Stress dar. Sie können das Erkältungsrisiko um die Hälfte verringern, wenn sie die tägliche Dosis des Vitamins einnehmen.
Forscherteam der Australian National University http://www.anu.edu.au und der Universität Helsinki http://www.helsinki.fi/university kommt nach Auswertung von insgesamt 30 Einzelstudien zum Schluss, dass die Vorteile von Vitamin C derart geringfügig wären, dass es sich nicht auszahle, es zu konsumieren. Die Forscher geben zwar zu, dass es bei Erwachsenen die Dauer einer Erkältung um acht Prozent und bei Kindern um 13,6 Prozent verkürzen kann. Dieser Vorteil sei allerdings nur sehr klein. “Es macht keinen Sinn 365 Tage Vitamin C einzunehmen, um das Risiko einer Erkältung zu vermindern”, erklärt Studienautor Harri Hemilä im Fachmagazin Cochrane Library http://www.cochrane.org. Gerechtfertigt werde dies höchstens bei jenen, die extremer Kälte ausgeliefert sind, oder jenen, die physischen Stress haben.
Die meisten Experten verlassen sich bisher auf das Ergebnis einer einzigen Studie, wonach sehr große Dosen von Vitamin C am Anfang einer Erkältung genommen, positive Effekte habe. Dieses Ergebnis müsse erneut nachgeprüft werden, fordern die Forscher. Der Nobelpreisträger für Chemie, Linus Pauling, hatte in den 1970er Jahren dazu aufgefordert täglich 1.000 Milligramm Vitamin C zu sich zu nehmen, um Erkältungskrankheiten zu vermeiden. Seit den damaligen Studien ist die Wirkung des Vitamins auf Erkältungen allerdings kontroversiell geblieben.
“Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), die Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsforschung (SGE) sowie die Schweizerische Vereinigung für Ernährung (SVE) haben sich zum ersten Mal auf gemeinsame Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr geeinigt”, so Alexandra Hofer, Geschäftsführerin der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) http://www.oege.at, im pressetext-Interview. “Dieser Wert beträgt für Vitamin C für Erwachsene zwischen 25 und 51 Jahren 100 Milligramm täglich. Für Raucher gilt ein täglicher Wert von 150 Milligramm.” Generell sei die Vitamin C Versorgung in Mitteleuropa gut. Bei der Aufnahme von verschiedenen Nährstoffen gebe es weltweit keinen Konsens. “Dieser besteht lediglich bei den Mindestwerten”, erklärt Hofer. Redakteur: Wolfgang Weitlaner
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Wetterkontrolle: Klarer Himmel für Olympia 2008
17.8.2007 von zaro.
China “erzeugt” heuer 50 Milliarden Kubikmeter Regen. Peking - Während sich andere Veranstalter damit zufrieden geben, auf schönes Wetter zu hoffen, überlassen die Gastgeber der Olympischen Spiele 2008 in Peking nichts dem Zufall. Am Tag des Eröffnungsfestes werden Mitarbeiter des chinesischen Weather Modification Program für wolkenlosen Himmel über der Stadt sorgen. Wurde künstlicher Regen früher eingesetzt, um Dürre zu verhindern und die Ernte zu verbessern, wird die Technologie in China heute auch im Kampf gegen Waldbrände, Sandstürme oder schlicht unpassendes Wetter verwendet.
Bereits in den 1940er Jahren wurde in den USA Silber-Jodid eingesetzt, um Wolkenbrüche auszulösen. Dabei werden Teilchen in den Himmel geschossen, um Wasser zu binden und Regen zu verursachen. Das funktioniere bei Wolken, die genug H2O gespeichert hätten, aber keine Tropfen bilden könnten, erklärt Meteorologe Michael Kuhn von der Universität Innsbruck http://www.uibk.ac.at gegenüber pressetext. In den 1960er Jahren war diese Technik auch in Österreich weit verbreitet. Das sogenannte Hagelschießen verursachte allerdings rechtliche Probleme und offenbarte sich als wirtschaftlich sinnlos. Zudem wurde die Effektivität der Technik stets angezweifelt.
In China wird diese Art der Wetterkontrolle jedoch im großen Stil praktiziert. Insgesamt 250 Mrd. Tonnen Regenwasser seien seit 1999 durch das Wetter-Modifikations-Programm gewonnen worden. Jährlich kostet das zwischen 60 und 90 Mio. Dollar. Insgesamt 32.000 Mitarbeiter sind über sämtlichen Provinzen verteilt und benutzen Raketenwerfer und Flugabwehrkanonen, um Wolken zu beschießen. Allein dieses Jahr sollen so zusätzlich 50 Mrd. Kubikmeter Wasser auf China regnen. “Natürlich könnte man sagen, dass das Wasser anderswo fehlt, aber eigentlich beschleunigt man nur den Kreislauf”, erklärt Wetterexperte Kuhn. “Wenn ich meine Badewanne dreimal täglich fülle steigt mein Verbrauch, aber das Wasser kommt wieder zurück in den Kreislauf.”
In China regt sich jedoch Kritik an der staatlichen Wetterkontrolle. Viele Menschen befürchten Umweltschäden durch die Verbreitung von Silber-Jodid. Große Mengen der Substanz in den Gewässern hält auch Michael Kuhn für gefährlich. Doch es gibt noch weitere Risiken: Durch die Geschoße, mit denen das Silber-Jodid in den Himmel befördert wird, wurden bereits Menschen verletzt und Häuser beschädigt. Vergangenen Mai wurde ein Bewohner der Stadt Chongqing von einem herabfallenden Geschoss getötet. Nichtsdestotrotz dürfte das Budget des Weather Modification Program heuer weiter aufgestockt werden. Mit einer Dürre im Norden des Landes und nicht zuletzt mit den kommenden Olympischen Spielen 2008 in Peking warten zwei große Herausforderungen auf die Wetterbehörde. Redakteur: Georg Eckelsberger
Kann der alte “Wetter-Petrus” nur noch den Kopf schütteln …
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