Infos

Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs ZARO news für Oktober, 2007.

Calendar
Oktober 2007
M D M D F S S
« Sep   Nov »
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031  
Kategorien

Archive für Oktober 2007

Gebärmutterhalskrebs: Langfristiges Risiko auch nach Früherkennung

Experten fordern 25 Jahre lang Folgeuntersuchungen

Göteborg - Frauen, die gegen erste Anzeichen von Gebärmutterhalskrebs behandelt worden sind, haben auch Jahrzehnte später noch ein hohes Erkrankungsrisiko. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Göteborgs Universitet http://www.gu.se gekommen. Regelmäßige Abstriche sollten daher für diese Patientinnen mindestens 25 Jahre lang angeboten werden. In Großbritannien empfehlen die Richtlinien derzeit bei Carcinoma in situ jährliche Untersuchungen für die Dauer von zehn Jahren. Details der Studie wurden im British Medical Journal http://www.bmj.com veröffentlicht.
Für die Studie wurden die Daten von 133.000 Frauen ausgewertet. Die Wissenschaftler analysierten die Daten von Frauen, bei denen die schwerste Form von präkanzerösen Läsionen, Carcinoma in situ, zwischen 1958 und 2002 diagnostiziert worden war. Diese Frauen erkrankten doppelt so wahrscheinlich an Gebärmutterhalskrebs wie die restliche weibliche Bevölkerung. Die Wahrscheinlichkeit von Vaginalkarzinomen war sieben Mal so hoch. Die Ergebnisse legen nahe, dass das Risiko für 20 oder mehr Jahre bestehen bleibt. Zusätzlich zeigte sich, dass das Risiko eines Gebärmutterhalskrebses stieg, wenn die Frauen zum Zeitpunkt der Diagnose bereits älter waren. Das Risiko für Frauen über 50 Jahren war deutlich erhöht.

Der leitende Wissenschaftler Bjorn Strander betonte laut BBC, dass es sich um ein Versagen der medizinischen Infrastruktur handle, wenn die Frauen behandelt und untersucht werden und trotzdem später an Krebs erkranken. Anne Szarewski von Cancer Research UK http://www.cancerresearchuk.org erläuterte, dass in den letzten 20 Jahren weniger aggressive Behandlungsansätze für Anomalien im Bereich des Gebärmutterhalses eingesetzt worden seien. Aus diesem Grund könnte ein höheres Erkrankungsrisiko bestanden haben. Diese Risiken hätten gegen die Vorteile abgewogen werden müssen. Der Vorteil sei, dass so eine Entfernung der Gebärmutter und andere Behandlungsansätze, die die Fruchtbarkeit einschränken, zu verhindern wären. Michaela Monschein

Schon eine Stunde Zeitverschiebung bringt Körper durcheinander

Chronobiologen: Große Lücken in der Erforschung der inneren Uhr

München - Fast ein Viertel der Weltbevölkerung stellt zwei Mal im Jahr die Uhren um eine Stunde um. Die Auswirkungen auf den Organismus sind bisher nicht eindeutig geklärt. Ein Forscherteam der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München http://www.lmu.de hat nun gezeigt, dass diese Umstellungen drastischere Auswirkungen haben als bislang vermutet. Die innere Uhr der Menschen lässt bestimmte Verhaltensweisen und viele Prozesse im Körper in Zyklen ablaufen, berichten die Forscher um Till Toenneberg und Thomas Kantermann in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Current Biology.
“Die Frage, inwieweit sich die künstliche Zeitverschiebung auswirkt, ist subjektiv”, so Kantermann vom Zentrum für Chronobiologie am Institut für Medizinische Psychologie der LMU http://www.imp-muenchen.de/?chronobiology gegenüber pressetext. “Die Zeitumstellung unterbricht abrupt die Anpassung der inneren Uhr an die jahreszeitlich bedingte Varianz des Tag-Nacht-Wechsels und erlaubt ihr im Herbst erst viel zu spät diese wieder aufzunehmen”, so der Experte. Das Problem sei insbesondere beim Wechsel der Winter- auf die Sommerzeit deutlich spürbar. “Die innere Uhr passt sich mit Hilfe des Tageslichts an den 24-Stunden-Rhythmus der Umwelt an”, so Kantermann. “Dieses so genannte Entrainment ist außerordentlich exakt.” Besonders wichtig ist dabei die Dämmerung, also der Wechsel von Tag und Nacht.

Wie sensibel die Menschen auf das Sonnenlicht reagieren, zeigte sich in einer Untersuchung in Deutschland an rund 55.000 Menschen. Die Forscher haben festgestellt, dass die Sonne in Deutschland am östlichsten Punkt des Landes um 35 Minuten früher aufgeht, als am westlichsten Punkt. “Das Interessante daran war, dass die Schlafzeiten sehr genau nach diesem nur geringen Zeitunterschied organisiert werden”, erklärt der Wissenschaftler. Das Sonnenlicht bleibe einfach der wichtigste “Zeitgeber”. Das Argument, bei der Zeitumstellung handle es sich “nur” um eine Stunde, trüge, meint auch Roenneberg. “Wir waren selbst überrascht, wie stark die Effekte sind.” Die innere Uhr passe sich aber auch genau an die saisonalen Veränderungen der Morgendämmerung an. “Im Winter ist sie auf spät, im Sommer auf früh gestellt. Diese minutiöse Anpassung wird jedoch durch die Zeitumstellung empfindlich gestört”, argumentiert Kantermann. Umgekehrt blieben nämlich soziale Zeiten - wie Arbeitsbeginn etc. das ganze Jahr über gleich.

“Besonders dramatisch wirkt sich die Zeitumstellung auf die späten Chronotypen - das sind jene Menschen, die eher spät zu Bett gehen und dafür morgens länger schlafen - aus”, erklärt Kantermann. Im Gegensatz zu diesen Eulen-Typen schlafen die so genannten Lerchen früh und stehen früh wieder auf. “Die Unterschiede zwischen den Chronotypen spiegeln sich exakt im Timing der Aktivitätsphasen im Laufe eines Tages wider”, betont der Forscher. Wie schlecht sich die innere Uhr an die Zeitveränderung anpasse, sieht man besonders deutlich an späten Chronotypen, wenn im Frühjahr auf die Sommerzeit umgestellt wird. “Das biologische Timing bleibt einfach auf Normalzeit, während all ihre sozialen Aktivitäten um eine Stunde vorgestellt werden.” Die Untersuchungen hätten aber auch gezeigt, dass sich die innere Uhr bei frühen Chronotypen am Beginn der Sommerzeit nicht vollständig umstelle.

“Weil die abrupte Veränderung der Uhrzeit nicht den tatsächlichen Zeiten der Dämmerung entspricht, hat selbst die eine Stunde der Zeitumstellung weitreichende Konsequenzen.” Die Forscher vergleichen dies mit einer “zwangsweisen” Verschiebung der gesamten Bevölkerung Deutschlands im Frühjahr nach Marokko. “Im Herbst werden alle wieder - ohne Zeitzone und Klima zurückzulassen - zurückgebracht”, so Kantermann.

Noch wisse man wenig über die Langzeiteffekte solcher Zeitumstellungen. In allen industrialisierten Ländern lasse sich aber ein Verlust an “Saisonalität” beobachten, also einem geringer werden Einfluss der Jahreszeiten auf die menschliche Physiologie. “Möglicherweise ist dieses Phänomen zum Teil auf die Einführung der Zeitumstellung zurückzuführen. Das wäre dann ein weiteres Beispiel für harmlos scheinende Ursachen mit dramatischer Wirkung”, schreiben die Forscher. Wolfgang Weitlaner

Heizsystem mit Energieausbeute von über 100 Prozent

Wärmedampf wird in den Brennvorgang zurückgeführt

Cagliari - Der sardische Heizungsfabrikant Goldencalor http://www.goldencalor.net hat eine besonders energiesparende Heizung mit einem Wärmerückgewinnungsaggregat vorgestellt. Durch den “Generatore termodinamico condensante” (Gtc) wird der normalerweise im Kamin ausweichende Wärmedampf in den Brennvorgang zurückgeführt.

“Eigentlich war ich selbst erstaunt, dass bislang noch niemand auf die Idee gekommen ist. Bei Heizkörpern für Wohnzwecke kann die Energieausbeute einer Hochtemperaturanlage auf mehr als 100 Prozent gesteigert werden”, erläutert Firmenchef und Gtc-Erfinder Stefano Bandini. Im Inneren des Aggregates erfolgt eine Zwangskondensation des im Rauch enthaltenen Wasserdampfes, wobei die Abgase gleichzeitig von Schadstoffen befreit werden. Bandini zufolge kann im Vergleich zu einer herkömmlichen Hochleistungsanlage damit eine Brennstoffeinsparung von 30 Prozent und eine Emissionssenkung von 50 Prozent erzielt werden.

Bandinis innovatives Konzept war der halbstaatlichen Forschungsgesellschaft Sardegna Ricerche vorgelegt und daraufhin von der Landesregierung in Cagliari mit einem Zuschuss von zwei Mio. Euro unterstützt worden. Damit konnte neben dem Prototypen auch die Einrichtung einer neuen Fabrik in der Industriezone Macchiareddu finanziert werden. “Nachdem wir die Technolgie in Italien patentieren haben lassen, sind jetzt internationale Zertifikate über Betriebseffizienz und -sicherheit in Vorbereitung, so Bandini. “Wir gehen davon aus, dass es im Januar 2008 auch auf den anderen europäischen Märkten losgehen kann. Die Preise sind nicht höher als die von vergleichbaren traditionellen Anlagen.”

Die derzeitige Kapazität der Goldencalor ist auf eine Jahresproduktion von 3.500 Einheiten ausgelegt. Zwecks Erweiterung des Produktionsvolumens und Schaffung von Möglichkeiten zur Nachrüstung von Altanlagen wird nach neuen Kapitalgebern gesucht. In Italien kommt das Gtc in den Genuss von Steuererleichterungen, die das jüngste Haushaltsgesetz für energiesparende Massnahmen vorsieht. Bandini rechnet bis zum Jahre 2012 mit einem Jahresumsatz von 30 Mio. Euro. Redakteur: Harald Jung

Positiv Denken schützt nicht vor Krebs

US-Forscher: Macht der Gedanken hat keinen Einfluss auf Krankheitsverlauf

Washington/Wien - Ein Forscherteam der University of Pennsylvania http://www.upenn.edu berichtet in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Cancer, dass “positives Denken” keinen Einfluss auf die Krebserkrankung habe. Bei mehr als 1.000 Patienten, die an Kopf- und Halskrebs litten, konnten die Wissenschaftler keine Unterschiede im Krankheitsverlauf ausmachen. Andere Experten reagierten auf die Studie allerdings deutlich differenzierter: Positive Gedanken könnten Menschen sehr wohl helfen, die Nebeneffekte von Krebstherapien besser zu ertragen, so eine Sprecherin von Macmillan Cancer Support http://www.macmillan.org.uk.
Emotionale Unterstützung wirke sich bei Krebspatienten deutlich positiv aus, erklären die Forscher. “Wenn Krebspatienten eine Psychotherapie möchten oder in einer Selbsthilfegruppe mitmachen wollen, sollten sie dies auch tun”, so Studienleitautor James Coyne. Das würde eine Reihe von positiven Begleiteffekten mit sich bringen - in emotionaler ebenso wie in sozialer Hinsicht. Für Coyne und sein Team habe sich in der Untersuchung gezeigt allerdings gezeigt, dass Krebserkrankungen durch emotionale Veränderungen alleine nicht besiegt werden können.

In der Studie wurde deutlich aufgezeigt, dass der emotionale Status eines Patienten keinen Einfluss auf die Überlebenschance habe - egal ob es sich um männliche oder weibliche Krebspatienten handelte. Das Ergebnis war zudem bei allen Tumorarten gleich. “Menschen, die an Krebs erkrankt sind, werden häufig dazu aufgefordert, sich gut fühlen und positiv denken zu müssen”, meint Julia Frater von Cancer Research UK http://www.cancerresearchuk.org . Das nunmehrige Studienergebnis mache deutlich, dass es auch ok ist, wenn man sich nicht gut fühlt. Sehr viele Patienten fühlen sich schon nach der Diagnose schlecht. “Das hat jedenfalls keinen Einfluss auf den Behandlungserfolg”, so die Expertin.

Ganz teilt Jane Maher vom Macmillan Cancer Support diese Meinung nicht. Es gebe zwar keine Beweise dafür, dass die Emotionen eine nachhaltige Wirkung auf den Krebs selbst habe, allerdings sei es entscheidend dafür, wie sich die Situation danach darstelle. “Mehr und mehr Menschen überleben Krebserkrankungen. Gerade die Einstellung zum Leben hat in den Langzeit-Ergebnissen deutliche Auswirkungen “, zeigt sich Maher überzeugt.

“Ungerichtetes, positives Denken alleine besiegt noch keine Krankheit. Das sieht man bei Krebserkrankungen am eindrucksvollsten”, erklärt der Wiener Psychologe und Experte für Holopathische Medizin Alexander H. Gaischin http://www.gaischin.at im Interview. “Nur fünf Prozent der Primärtumore sind tödlich, in 95 Prozent aller Fälle wird der Tod durch Metastasen verursacht, die sich besonders in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung unter Mitwirkung bestimmter Neurotransmitter im Körper vermehren”, so Gaischin.

“Neueste Forschungen der Fakultät für Biowissenschaft der Universität Witten/Herdecke zeigen, dass Krebszellen nicht zufällig im Körper verteilt, sondern durch Neurotransmitter gezielt an bestimmte Stellen gelockt werden. Je nach Art können diese Neurohormone hemmenden oder stimulierenden Einfluss auf die Verbreitung von Krebszellen im Körper haben, wobei besonders negative psychosoziale Einflüsse - allen voran Stress - die Verbreitungsgeschwindigkeit des Krebses im Körper unterstützen”, erklärt Gaischin. “Natürlich habe ich keine Einwände gegen positives Denken im Allgemeinen, jedoch muss der Schwerpunkt jeder psycho-onkologischen Betreuung vorrangig im Erwerb der jeweils für den Kranken am besten geeigneten Stressbewältigungsstrategie liegen”, so Gaischin abschließend im Gespräch. Redakteur: Wolfgang Weitlaner

Sex und Heirat mit Robotern ab 2050 vorstellbar

Prognose für Robotstore-Mitbegründer reine Effekthascherei

Maastricht - Der britische Wissenschaftler David Levy hat in der vergangenen Woche seine Doktorarbeit “Intime Beziehungen mit künstlichen Partnern” an der Universität Maastricht http://www.unimaas.nl vorgestellt. Die zentrale These der Arbeit: Trends in der Roboterforschung und anderen Gebieten der künstlichen Intelligenz zeigen, dass Roboter in Erscheinung, Funktionalität, Persönlichkeit und emotionalem Ausdruck bereits in einigen Jahrzehnten sehr menschenähnlich sein werden. Dies würde laut den Ansichten Levys soweit führen, dass ab dem Jahr 2050 Sex und sogar Hochzeiten mit Robotern zwar nicht auf der Tagesordnung stehen, aber in technischer und juristischer Hinsicht problemlos möglich sein würden.

Cyriacus Schultze, Mitbegründer des ersten deutschen Roboter-Fachgeschäfts Robotstore http://www.robotstore.de, sieht in solchen provokanten Prognosen nur reine Effekthascherei. “Ich kann mir zwar vorstellen, dass aufgrund der derzeitigen Entwicklung Roboter in etwa zwanzig Jahren zu Kompagnons des Menschen werden”, räumt er im Gespräch ein, jedoch sei damit nicht gemeint, dass Roboter auch als Sexpartner zum Einsatz kommen könnten. “Robotersysteme werden aus Gründen der Akzeptanz in dem Moment vermenschlicht, wo eine Interaktion mit dem Menschen stattfindet”, erläutert Schultze.

Jedoch gehe der aktuelle Trend eher in Richtung der autonomen Erledigung von Routinearbeiten und in die Entwicklung von Überwachungs- und Sicherheitsrobotern. “Im Bereich der humanoiden Roboter gibt es viele unterschiedliche Vorstellungen und Anforderungen”, so der Roboterspezialist weiter. So habe man in eineinhalbjähriger Arbeit einen eigenen Messeroboter entwickelt, der sich völlig autonom fortbewegen und mit Menschen interagieren und kommunizieren kann. Vorstellen wolle man den Messeroboter voraussichtlich im März 2008. Die von Levy präsentierte Prognose für das Jahr 2050 kann der Roboterhändler nicht bestätigen. Der Einsatz von Robotern zum Beispiel als Haustierersatz oder als Pflegepersonal für einsame, ältere Menschen sei bis dahin aber durchaus vorstellbar.

Für Levy hingegen ist alles nur eine Frage der Zeit. Während Sex mit Robotern in technischer Hinsicht wohl schon bald möglich sein wird, fehlt doch zumindest noch eine rechtliche Grundlage. Ist diese erst einmal geschaffen, so der Forscher, wäre mit einer weiten Verbreitung solcher Phänomene zu rechnen. In seinen künftigen Arbeiten will sich Levy auch verstärkt mit ethischen Fragen beschäftigen, die durch den Umgang mit Robotern für den Menschen entstehen. Redakteur: Markus Steiner

Kommentar: Schön zu wissen das wir bald Maschinen lieben dürfen, dann wird alles gut! Wir haben es als Menschheit in den letzten 2000 Jahren nicht hingekriegt mit Sex und Erotik klarzukommen, unsere Beziehungen sind nach einigen Jahren bestenfalls noch Arrangements und liebgewordene Zwänge. Sexualität ist nach wie vor eine Tragödie! Beziehungen haben in den meisten Fällen mehr mit Besitzansprüchen als mit Liebe zu tun, „willst Du nicht mein Schätzchen sein, schlag ich Dir den Schädel ein“. Schon bald ist das überflüssig, denn man nimmt einfach den Akku raus, wenn der elektronische Latex-Metall-Hybrid nicht so macht wie man will. Das werden rosige Zeiten, wer genug Geld hat kauft sich eine Fickmaschine und hofft das die Garantie hält was Sie verspricht, oder man least sich alle vier Jahre ein neues Modell, das funktioniert schon jetzt ganz gut. Man braucht nicht mehr zu reden, und der Computer sagt einem nach dem vollzogenen Akt das es einfach wunderbar war und niemand den Prozessor so stimulieren konnte wie Du mein Herr und Meister, oder Herrin, oder wer auch immer. Ist dem Roboter sowieso egal, der macht nur was gegen Strom, so wird weiterhin in den meisten Fällen für Sex bezahlt werden. Wer viel Sex hat wechselt den Stromanbieter. Wenn der Roboter mal nicht so will dann schnappt man sich das Manual, ein Re-Start wird es schon richten. Das wird die Rettung für eine lieblose Gesellschaft, nach dem Motto:
If you want a good fuck, read the fucking manual befor …
Robert Zach

Gene beeinflussen Essensvorlieben

Erziehung und soziales Umfeld weniger wichtig als bisher angenommen. London - Unsere Vorlieben und Abneigungen beim Essen könnten stärker genetisch bedingt sein als bisher angenommen. Wissenschaftler des King’s College London http://www.kcl.ac.uk haben die Essgewohnheiten von Tausenden Zwillingspaaren untersucht. Eineiige Zwillinge verfügten viel eher über ähnliche Vorlieben wie etwa für Kaffee und Knoblauch. Diese Erkenntnis legt nahe, dass Geschmack vererbt sein könnte. Das bedeutet aber auch, dass Ernährungssünden aus der Kindheit schwerer zu überwinden sind als bisher angenommen. Eineiige Zwillinge verfügen über den gleichen genetischen Aufbau. Der Vergleich mit zweieiigen Zwillingen ermöglicht herauszufinden, welche Eigenschaften natürlich sind und welche anerzogen. Details der Studie wurden in Twin Research and Human Genetics veröffentlicht.
Die Wissenschaftler untersuchten mehr als 3.000 weibliche Zwillinge zwischen 18 und 79 Jahren. Die allgemeinen Tendenzen wurden in fünf Ernährungsgruppen erfasst. Dazu gehörte viel Obst und Gemüse, Alkohol, gebratenes Fleisch und Kartoffeln, fettarm oder wenig Fett durch Fleisch, Fisch und Geflügel. Die Ergebnisse legen nahe, dass zwischen 41 und 48 Prozent der Vorliebe für eine der Ernährungsgruppen genetisch beeinflusst ist. Am stärksten ist der Zusammenhang zwischen individuellem Geschmack und dem genetischen Aufbau bei Kaffee und Knoblauch. Der leitende Wissenschaftler Tim Spector betonte, dass man lange angenommen hatte, dass Erziehung und soziales Umfeld bestimmen, was wir gerne essen. “Unsere Forschungsergebnisse beweisen, dass der genetische Aufbau viel häufiger beeinflusst, welche Art der Ernährung wir bevorzugen.” Diese Erkenntnisse seien auch von Initiativen zu berücksichtigen, die versuchen, die Menschen dazu zu motivieren mehr Obst und Gemüse zu essen.

Jane Wardle vom University College http://www.ucl.ac.uk erklärte, dass diese und andere Forschungsergebnisse darauf hindeuteten, dass die Gene eine gemäßigte Rolle bei der Entwicklung bestimmter Ernährungsvorlieben spielten. Es sei denkbar, dass Geschmacksgene oder die Chemikalien, die als Belohnung für ein bestimmtes Nahrungsmittel freigesetzt werden, eine Rolle spielen. “Es scheint so zu sein, dass die Auswahl der Lebensmittel nicht nur auf umweltbedingte Einflüsse zurückzuführen ist. Das bedeutet aber auch, dass der Einfluss der Eltern auf die Ernährung der Kinder nicht so stark ist, wie wir angenommen haben. Große Anstrengungen könnten daher notwendig werden, um junge Menschen auf den richtigen Weg zu bringen.” Redakteur: Michaela Monschein

ZARO - Robert Zach hat einen neuen Firmenrekord aufgestellt: 115 Vorträge in 2007

Neue Arzneimittel-Zulassung gefährdet immaterielles Kulturerbe

UNESCO-Konvention schützt volksheilkundliches Wissen. Wien - Aufgrund einer EU-Gesetzesnovelle sollen traditionelle pflanzliche Heilmittel - darunter verschiedene Teemischungen, Salben, Öle - den Status “Arzneimittel” verlieren. Das bedeutet, dass das volksheilkundlich gesammelte Wissen über pflanzliche Wirkstoffe Gefahr läuft, aus den Apotheken verdrängt zu werden und ohne kontrollierte Qualitätskontrollen in die Grauzone zwischen Kosmetika, Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittel abzurutschen. Die Nationalagentur für Immaterielles Kulturerbe http://www.kulturleben.at/ike befasst sich im Rahmen der UNESCO-Konvention zum Schutz des Immateriellen Kulturerbes seit nunmehr einem Jahr mit den Themen der traditionellen Heilmethoden und Heilmittel in Österreich und hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Status des tradierten, vielfältigen Wissens über Heilmittelschätze in Österreich zu schützen.
“Herbert Pietschmann, Emeritus am Institut für Theoretische Physik an der Universität Wien und Mitglied des wissenschaftlichen Beirates Forschende Komplementärmedizin hat etwas Wesentliches gesagt: Fortschritte in der Naturwissenschaft bedeuten einen Rückschritt bei altem Wissen”, so Helmut Olesko von der Akademie für Traditionelle Europäische Medizin http://www.tem-akademie.at und Experte für traditionelle pflanzliche Heilmittel gegenüber pressetext. Die Analytik sei darüber hinaus sehr teuer. “Allein die Gebühren bei der Anmeldung haben sich in den vergangenen Jahren verzwanzigfacht”, so Olesko. Bei Pflanzen, die seit Jahrhunderten in der Volksmedizin verwendet werden, sei dies nicht einzusehen, alle drei Jahre neue Standardisierungen durchführen zu müssen, argumentiert der Fachmann und betont, dass hinsichtlich der Toxikologie Klarheit herrschen müsse. “Diese Frage muss eindeutig geklärt sein”, meint Olesko.

Bisher gab es die Möglichkeit der vereinfachten Zulassung von bewährten, oftmals auch volksheilkundlich genutzten pflanzlichen, aber auch anderen Arzneimitteln in Österreich. Mit Inkrafttreten der EU-Richtlinie 2001/83/EG zur Schaffung eines europaweiten Gemeinschaftskodexes für Humanarzneimittel musste die österreichische Gesetzgebung 2006 die Gültigkeit der vereinfachten Zulassung mit 1. April 2011 ersatzlos und einseitig streichen. Eine 2004 erlassene Richtlinie der EU ermöglicht zwar eine Registrierung von pflanzlichen Arzneimitteln, die nachweislich seit mindestens 30 Jahren in Verwendung als Arzneimittel stehen, aber die Hürden zur Registrierung vor allem im Bereich des Herstellungsverfahrens, der Standardisierung und der Anforderungen an den Nachweis der Haltbarkeit sind so hoch, dass sie für viele volksheilkundlich genutzte Arznei- und Heilmittel nicht zu erbringen sein werden.

“Betroffen sind vor allem kleinere Unternehmen, die volksheilkundliche Präparate wie etwa Teemischungen oder Salben herstellen”, erklärt Olesko. Für die Zulassung, Überwachung und Kontrolle von Arzneimitteln ist seit 2006 das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen verantwortlich, das sich zu diesem Zweck der AGES PharmMed http://www.ages.at bedient. “Der Weg, ein Produkt als traditionell pflanzliches Arzneimittel registrieren zu lassen, soll so attraktiv sein, dass möglichst wenige Produkte in den Bereich der Nahrungsergänzungsmittel abwandern. Dokumentationen zur Volksmedizin in Österreich belegen, dass zahlreiche traditionelle Zubereitungen eine Bereicherung des Arzneimittelschatzes wären”, so Reinhard Länger von der AGES PharmMed, Abteilung Pflanzliche Arzneimittel und Homöopathika. “Kooperationen zwischen Universitäten und der AGES PharmMed sollen die dafür notwendige wissenschaftliche und formale Basis schaffen”, erklärt Länger.

“Auf Initiative der Nationalagentur für Immaterielles Kulturerbe wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die vorgeschlagen hat, volksheilkundlich bzw. traditionell genutzte Heilmittel, die durch die gesetzlichen Regelungen Gefahr laufen, den Status als Arzneimittel nicht zu erhalten, zu identifizieren und im österreichischen Arzneibuch zu dokumentieren”, erklärt Oleski. Für all jene Arzneimittel, die im österreichischen Arzneibuch aufscheinen, ist eine erleichterte Zulassung mit geringeren Anforderungen trotz EU-Richtlinie möglich. Dadurch könnten viele Arzneipflanzen und andere Heilmittel dem traditionellen Arzneimittelschatz Österreichs erhalten und für Konsumenten weiterhin unter Qualitätskontrollen in Apotheken erhältlich bleiben. “Erstellt werden neue Monographien - also wissenschaftliche Beschreibungen der einzelnen Pflanzen - von einem Diplomanden-Kolleg”, erklärt Olesko abschließend gegenüber pressetext.

Die Nationalagentur für Immaterielles Kulturerbe befasst sich seit einem Jahr zentral mit den Themen der traditionellen Heilmethoden und Heilmittel in Österreich und hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Status des tradierten, vielfältigen Heilwissens in Österreich zu erheben und zu erhalten. Redakteur: Wolfgang Weitlaner

Studie: Salzmenge in Fastfood schockierend hoch

Empfohlene Tagesmengen werden mehrfach überschritten

London - Ein Besuch in einem Fastfood-Restaurant könnte Kinder einer unglaublich hohen Salzmenge aussetzen. Zu diesem Ergebnis ist die Überprüfung durch die Consensus Action on Salt and Health (CASH) http://www.actiononsalt.org.uk gekommen. Eine Mahlzeit bei Pizza Hut http://www.pizzahut.co.uk zum Beispiel enthält vier Mal so viel Salz wie pro Tag für einen Sechsjährigen empfohlen wird. Auch KFC http://www.kfc.co.uk schnitt bei der Untersuchung von Hunderten Lebensmitteln schlecht ab. Ebenfalls bewertet wurden McDonalds http://www.mcdonalds.co.uk und Burger King http://www.burgerking.co.uk. Alle Restaurantketten erklärten laut BBC, dass die Salzmengen in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt worden seien.
Die britische Regierung empfiehlt für Erwachsene maximal sechs Gramm Salz pro Tag, fünf Gramm für Kinder zwischen sieben und zehn Jahren und drei Gramm für Kinder zwischen vier und sechs Jahren. Laut CASH-Studie nimmt eine vierköpfige Familie bei einem Pizza Hut-Menü bestehend aus einem Cheesy Bites Meat Feast, einem mittelgroßen Super Supreme, einem Knoblauchbrot, einer Portion Potato Wedges, Chicken Wings und einem Topfenkuchen als Dessert pro Person durchschnittlich rund 12,3 Gramm Salz zu sich. Diese Salzmenge entspricht mehr als dem doppelten Maximalwert für Erwachsene und vier Mal dem eines Sechsjährigen.

Auch das Familienmenü bei KFC schlägt sich mit 5,2 Gramm Salz pro Person zu Buche. Kindermenüs enthielten bei Pizza Hut 4,3 Gramm Salz. Mit 0,6 Gramm Salz schnitt das Happy Meal von Mc Donalds vergleichsweise gut ab. CASH erklärte, dass alle Restaurantketten im Internet Informationen über den Salzgehalt der angebotenen Speisen geben. Pizza Hut und KFC boten an den Verkaufsorten keine Informationen zum Salzgehalt an. Die Lobbyisten fordern daher, dass alle Restaurants die notwendigen Informationen für eine bewusste Auswahl zur Verfügung stellen. Redakteur: Michaela Monschein

Einfacher Augenscan ermöglicht Früherkennung von Multipler Sklerose

Patienten profitieren von frühzeitiger Diagnose.

Baltimore/Wien - Ein Forscherteam des John Hopkins Multiple Sclerosis (MS) Center http://www.hopkinsneuro.org/ms hat ein neuartiges Verfahren zur Diagnose von MS entwickelt. Mittels eines optischen Kohärenztomographen untersuchen die Forscher den Zustand der Nervenzellen in der Netzhaut des Auges. Der einfache, schnell durchführbare Test soll vor allem die Erkennung der schweren Nervenkrankheit in einem frühen Stadium ermöglichen.
“Eine Diagnose von Multipler Sklerose ist in der Regel erst nach einer Reihe von Untersuchungen möglich”, erklärt Astrid Gerstl, Mitarbeiterin der Multiple Sklerose Gesellschaft Wien http://www.ms-ges.or.at gegenüber pressetext. “Vielfach wollen die betroffenen Patienten auch gar keinen endgültigen Befund, weil sie wissen, welche belastenden Auswirkungen eine MS-Diagnose für ihr weiteres Leben haben würde”, meint Gerstl. Etwa 8.000 Menschen seien in Österreich an MS erkrankt und jährlich kämen an die 350 neue Fälle hinzu.
Multiple Sklerose ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, die besonders in Mitteleuropa sehr verbreitet ist. In den Gehirnen der betroffenen Menschen sterben nach und nach die Nervenzellen ab. Der Verfallsprozess konnte dabei bisher nur durch aufwendige Verfahren wie zum Beispiel eine Computertomographie dokumentiert werden.

Einem Team um den Neurologen Peter Calabresi am John Hopkins Multiple Sclerosis Center in Baltimore ist es nun gelungen, ein simples Diagnoseverfahren zu finden, das weit weniger aufwendig ist. Mit einem optischen Kohärenztomographen wird der Zustand der Nervenzellen in der Netzhaut (Retina) untersucht. Über Vergleiche der Ergebnisse von gesunden Personen konnten die Wissenschaftler so feststellen, wie stark die Nervenschäden bei 40 MS-Patienten waren. Laut den Wissenschaftlern des John Hopkins MS Center sei das präsentierte Verfahren wesentlich präziser und zudem zehnmal kostengünstiger als bisherige Methoden. Vor allem ließe sich eine Erkrankung an Multipler Sklerose mit diesem Testverfahren bereits in einem relativ frühen Stadium erkennen, wo eine medikamentöse Therapie den größten Nutzen hat.

Um das Thema MS stärker in der öffentlichen Diskussion zu verankern, veranstaltet die Multiple Sklerose Gesellschaft Wien dieses Jahr am 20. Oktober den “Ersten Wiener MS-Tag”. “Aufgabe der MS-Gesellschaft ist es vor allem, sich um jene Belange zu kümmern, die abseits des medizinischen Bereichs für Multiple-Sklerose-Patienten hilfreich sein können”, erläutert Gerstl die zentrale Zielsetzung der Gesellschaft. Redakteur: Markus Steiner

Grünalgen-Gen bietet Einblick in menschlichen Zellstoffwechsel

Chlamydomonas-Genom nach drei Jahren entschlüsselt. Los Angeles - Drei Jahre lang haben 112 Wissenschaftler aus aller Welt damit zugebracht die Gene der Grünalge Chlamydomonas zu erforschen. Nun ist es ihnen gelungen, nahezu das gesamte Genom, bestehend aus rund 15.000 Genen, zu entschlüsseln. Im Rahmen ihrer Arbeit entdeckten sie auch zahlreiche neue Proteine und erhielten wertvolle Einblicke in die allgemeine Physiologie der Zellen.
Für Sabeeha Merchant, Professorin für Biochemie an der Universität von Los Angeles http://www.mbi.ucla.edu/ und Hauptautorin der Studie, eröffnet das entschlüsselte Genom aber auch Einblicke in den menschlichen Zellstoffwechsel. “Dieser Einzeller tut biochemisch vieles, was auch komplexere Organismen tun”, stellt Merchant fest. Man habe zudem viele antioxidative Proteine gefunden, die im Rahmen der Photosynthese eine wichtige Rolle spielen. “Photosynthese gehört zu den stärksten Oxidantien im Körper, daher musste es einen Schutzmechanismus dagegen geben, denn Oxidation verursacht Alterung. Jetzt haben wir Proteine entdeckt, die für diesen Schutz sorgen könnten”, freut sich die Forscherin.

Unter dem Namen Chlamydomonas-Projekt schlossen sich Wissenschaftler aus verschiedensten Ländern und Institutionen zusammen, um gemeinsam das Genom der winzigen Alge aufzuschlüsseln. Die genetische Struktur des Einzellers, der nahezu in jedem Teich, See oder Tümpel zu finden ist, galt bisher als nahezu unbekannt. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift “Science” http://www.sciencemag.org/ präsentiert die Forschergruppe nun ihre Ergebnisse, die eine Fülle spannender Einblicke ermöglichen.

Unter den identifizierten Genen fanden die Forscher allein 200, deren Funktion noch vollkommen unbekannt ist. Es fanden sich aber auch zahlreiche neue Proteine, die nicht nur eine bekannte Funktion haben, sondern diese auch bei höheren Tieren und dem Menschen erfüllen. Bei einer vergleichenden Analyse von 6.968 Proteinfamilien stellte sich heraus, dass Chlamydomonas 35 Prozent seiner Proteine sowohl mit Blütenpflanzen als auch mit dem Menschen teilt, zehn weitere Prozent nur mit dem Menschen. Merchant sieht daher den Modellcharakter des untersuchten Einzellers bestätigt: “Wir studieren die Algen, um zu verstehen, wie Zellen allgemein funktionieren.” Redakteur: Markus Steiner

Simpler Bluttest soll Alzheimerrisiko vorhersagen

Diagnose bisher erst nach dem Tod möglich
Stanford - Ein einfacher Bluttest könnte in Zukunft verraten, ob ein älterer Mensch später an Alzheimer erkranken wird oder nicht. Ein Forscherteam der Stanford Universität in Kalifornien http://www.stanford.edu hat über Monate hinweg das Blut von 40 Alzheimerpatienten und ebenso vielen gesunden Probanden untersucht. Als Ergebnis ihrer Untersuchungen präsentierten die Forscher nun ein Testverfahren, das ein späteres Alzheimer-Leiden bereits zwei bis sechs Jahr im Voraus diagnostizierbar macht.
Der Neurologe Tony Wyss-Coray und seine Kollegen an der Stanford Universität in Kalifornien stellen in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals “Nature Medicine” http://www.nature.com/nm einen simplen Bluttest zur Alzheimerprognose vor. Das bisher noch nicht zugelassene Testverfahren stützt sich dabei auf Eiweißstoffe, die beim Austausch von Botschaften zwischen Zellen eine wichtige Rolle spielen. Das Forscherteam stellte fest, dass die Werte von 18 dieser 120 Kommunikations-Proteine ausreichen, um eine Aussage über das Alzheimerrisiko oder die bereits erfolgte Erkrankung eines Patienten zu treffen. Nach Angaben der Universität Stanford traf die dabei gestellte Prognose in 90 Prozent aller Fälle zu.

Wyss-Coray und sein Team entwickelten den Test anhand von Blutproben 259 älterer Menschen mit milden bis schweren Symptomen. Die 18 entscheidenden Proteine, auf die sich die Untersuchungen konzentrierten, sind vor allem für das Immunsystem und die Blutbildung von entscheidendem Interesse. Wie schon in früheren Studien vermutet, sind es gerade diese Systeme, die sich schon zu einem frühen Zeitpunkt der Alzheimer-Erkrankung verändern. Eine gezielte Beobachtung dieser Bereiche könnte daher auch die Diagnostik des Leidens ermöglichen. Bisher lässt sich eine Erkrankung mit Alzheimer erst durch eine Obduktion - also nach dem Tod - mit Sicherheit feststellen.

Die Forscher hoffen, dass die beobachteten Eiweißstoffe neben der Diagnose zukünftig auch den Weg zur Behandlung der schweren Nervenkrankheit weisen könnten. Eher kritisch sieht dies der Neurologe Reinhold Schmidt im Gespräch mit pressetext: “Das Problem solcher neuen Ansätze liegt zumeist in der spezifischen Verwendung von Biomarkern, die nicht immer das leisten können, was zuvor versprochen wurde.” Gleichzeitig sei der präsentierte Ansatz aber interessant und verfolgenswert. Um die Zulassung des Tests voran zu treiben, müssen die Stanford-Ergebnisse nun auch durch andere Labors bestätigt werden. “Der Zulassungsprozess ist ein jahrelanges Verfahren bei dem vor allem auch die klinische Routine des Verfahrens einen zentralen Stellenwert einnimmt”, so der Neurologe. Redakteur: Markus Steiner

Zu viele Frauen sterben bei Abtreibung und Geburt

Situation hat sich in den letzten 20 Jahren kaum verbessert

London - Internationale Experten haben den erschreckend geringen Fortschritt hinsichtlich der Sterberate von Frauen während der Schwangerschaft oder der Geburt beklagt. Eine Analyse in dem Fachmagazin The Lancet weist nach, dass weltweit jährlich eine halbe Million Frauen sterben. Damit hat sich die Situation in den vergangenen 20 Jahren nur unwesentlich verbessert. Jährlich werden 20 Millionen Abtreibungen unter nicht sicheren Bedingungen durchgeführt. Sie sind einer der Hauptfaktoren für Tod und Krankheit. Bis 2015 sollte, geht es nach den Vereinten Nationen, die Anzahl der Todesfälle um 75 Prozent reduziert werden. Dieses Ziel wird ohne sofortige Maßnahmen, so die Wissenschaftler, nicht erreicht werden.
Es dürfe keine weiteren Ausreden oder Verzögerungen geben, wenn die von den Vereinten Nationen festgelegten Millennium Development Goals http://www.un.org/millenniumgoals erreicht werden wollen, so der Herausgeber von The Lancet. Eine Harvard-Studie http://www.harvard.edu wies nach, dass die Anzahl der Todesfälle bei Müttern zwischen 1990 und 2005 jährlich um weniger als ein Prozent zurückging. Manchen Ländern gelang es jedoch bessere Erfolge zu erzielen. Die Hälfte der Todesfälle ist in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara zu beklagen. Gerade in diesen Ländern verbesserte sich die Lage in den letzten zwei Jahrzehnten kaum.

In einer weiteren, ebenfalls in The Lancet publizierten Studie wies die Weltgesundheitsorganisation http://www.who.int nach, dass weltweit die Anzahl der Abtreibungen zwischen 1995 und 2003 um 17 Prozent zurückging. Daran, dass rund die Hälfte der Abtreibungen unter nicht optimalen Bedingungen durchgeführt wird, hat sich nichts geändert. Der Großteil dieser Abtreibungen wird in den so genannten Entwicklungsländern gemacht. Die Anzahl der Abtreibungen ist in Westeuropa mit zwölf Abbrüchen pro tausend Frauen am niedrigsten. Am höchsten ist die Anzahl in Osteuropa mit 44 Abtreibungen pro tausend Frauen. In Afrika und Asien liegt die Rate bei 29. In Bangladesch ist laut einer Studie der London School of Hygiene and Tropical Medicine http://www.lshtm.ac.uk die Anzahl der Todesfälle drastisch zurückgegangen, seit die medizinische Versorgung verbessert wurde. Experten betonen, dass die dort erreichte Verringerung der Todesfälle um 74 Prozent in den letzten 30 Jahren beweise, dass die UN-Ziele auch erreichbar seien. Redakteur: Michaela Monschein

Siegestrunk

Warum wir teures Wasser kaufen
Christoph Koch | 2.7.2007
1970 hieß Mineralwasser noch Sprudel. Es steckte in einheitlich genoppten Glasflaschen, die in hellbraunen Getränkekisten verkauft wurden. Der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland betrug damals 12,5 Liter im Jahr. Heute ist er mehr also zehnmal so hoch (2006: 127 Liter) und wird vor allem aus aufwendig gestalteten Plastikflaschen gestillt. Dabei sprudelt es auch immer weniger: Stilles Wasser hat die höchsten Zuwachsraten – 2006 stieg der Konsum um 17 Prozent. Doch woran liegt es, dass wir immer mehr Geld ausgeben für Wasser, das eigentlich Leitungswasser ist? „Bequemlichkeit ist entscheidend“, sagt Arthur von Wiesenberger, „inzwischen bekommt man an jeder Straßenecke gekühlte handliche Halbliterflaschen.“ Der Kalifornier ist so etwas wie der Guru des Flaschenwassers: Er betreibt die Branchenwebseite www.bottledwaterweb.com, hat seit 1978 diverse Bücher über Mineralwasser geschrieben und von Evian bis Perrier zahlreiche Marken beraten.

Auch der allgemeine Gesundheitstrend hilft den Wasseranbietern: „Es ist im Moment sehr einfach, Marketing für Mineralwasser zu machen“, sagt Kaise-Marie Delden von der schwedischen Traditionsmarke Ramlösa. „Die Menschen achten stärker darauf, was sie zu sich nehmen. Dadurch entsteht eine große Nachfrage.“
Doch die Verfügbarkeit und der Wunsch nach einem gesunden Durstlöscher reichen als Begründung nicht aus. Schließlich ist – von sehr wenigen alten Häusern mit Bleileitungen abgesehen – das Leitungswasser in Deutschland von hervorragender Qualität und für einen Preis von rund 0,2 Cent pro Liter ohne Schlepperei verfügbar. Einige Marken wie Bonaqa (Coca-Cola) oder Aquafina (PepsiCo) machen daraus ein Geschäft: Sie reichern das Leitungswasser ihrer Abfüllorte mit Mineralien und Kohlensäure an und verkaufen es als Mineralwasser. Die wenigsten Käufer wissen das. „Viele Leute trauen dem Wasser ihrer Stadtwerke nicht mehr“, sagt Ole Sandberg, Präsident und Marketingchef der Nobelmarke Voss. Seine unverwechselbaren zylindrischen Flaschen haben große silberne Deckel und sehen edler aus als manch teurer Wodka. Dahinter steckt Absicht: „Eine einzigartige und edle Verpackung ist ebenso wichtig, wenn man sich im oberen Segment des Wassermarktes behaupten will, wie sein Produkt gut zu platzieren.“ Nicht nur Supermärkte und Tankstellen führen ein immer umfangreicheres Sortiment an Wassersorten – auch Restaurants können es sich mittlerweile kaum mehr leisten, nur noch eine Sorte Wasser auf der Karte zu haben. „In Restaurants vertreten zu sein ist für Wassermarken entscheidend“, sagt von Wiesenberger und nennt die US-Kultmarke Fiji als Beispiel – eine viereckige Flasche mit durchsichtigem Etikett aus exotischen Blumen und einem Wasserfall. „Fiji hat es vor einigen Jahren geschafft, als erstes Wasser auch in Nobelrestaurants in der Plastikflasche gereicht zu werden. So etwas ist unschätzbar wichtig für die Akzeptanz.“ Auch die Preis-politik kann von Wiesenberger erklären: „Wasser einer ex-klusiven Marke zu trinken ist ein wenig teurer, so dass man das Gefühl hat, sich etwas Besonde-res zu gönnen. Zugleich ist es nie so übertrieben teuer, dass man es sich nicht mehr leisten könnte. Evian oder San Pellegrino ist ein Hauch von Luxus für beinahe jeden.“

Dazu kommt geschicktes Product-Placement vor allem in Filmen und Fernsehserien: So nippt die Schauspielerin Tea Leoni in Deep Impact an einer Plastikflasche der Marke Avalon, in der Kultserie Friends ist in beinahe jeder Folge einer der Charaktere mit einer handlichen Wasserflasche zu sehen. „In vielen Kinofilmen zu sehen!“ – damit wirbt der Deutschland-Vertrieb des Fiji-Wassers.

„In den harmloseren Fällen ist die Marke, die zu sehen ist, einfach diejenige, die kostenlos Wasser für die Dreharbeiten zur Verfügung stellt“, erklärt von Wiesenberger. „Aber immer häufiger fließt auch Geld, damit eine bestimmte Marke ins Bild kommt.“ Regisseur Robert Altman nahm den Flaschenwasser-Hype in seinem Film The Player aufs Korn: In der Satire über die Filmbranche ist jedes Mal eine andere Wassermarke im Bild, insgesamt mehr als ein Dutzend verschiedene. Seitenhieb und Nebenverdienst zugleich: „Wir hatten kein großes Budget für den Film“, sagte Altman später der New York Times, „also dachten wir, wir könnten ein wenig Geld machen, in- dem wir eine ganze Reihe unterschiedlicher Marken benutzen.“

Stressige Arbeitssituation verdoppelt Risiko eines zweiten Herzanfalls

Viel Arbeit und wenig Entscheidungsbefugnis besonders belastend

Quebec - Menschen, die nach einem Herzanfall in ihren stressigen Job zurückkehren sind gefährdeter, einen zweiten Anfall zu erleiden als jene, die arbeitsmäßig weniger belastet sind. Wissenschaftler der Universite Laval http://www.ulaval.ca begleiteten rund 1.000 Patienten, die an ihren Arbeitsplatz zurückkehrten. Innerhalb von sechs Jahren hatten mehr als 200 der Teilnehmer erneut Herzprobleme. Jene mit einem stressigen Job hatten ein doppelt so hohes Risiko wieder zu erkranken. Als belastenden Job definierten die Forscher im Journal of the American Medical Association http://jama.ama-assn.org eine hohe Arbeitsbelastung in Kombination mit geringen Entscheidungsbefugnissen.

Frühere Studien haben laut BBC bereits einen Zusammenhang zwischen der Belastung im Job und dem ersten Herzanfall hergestellt. Wenig war jedoch laut den Wissenschaftlern über den Zusammenhang mit weiteren Herzproblemen bekannt. Die Ergebnisse veränderten sich nicht, auch als andere Risikofaktoren wie Lebensstil, soziologische Gruppe und die klinische Prognose berücksichtigt wurden. Obwohl weitere Studien notwendig seien, könnten die gesammelten Informationen bereits jetzt in der Praxis umgesetzt werden. Generell wird empfohlen, die Arbeitsbelastung nach der Rückkehr in den Job zu verringern.

June Davison, eine auf Herzkrankheiten spezialisierte Krankenschwester der British Heart Foundation http://www.bhf.org.uk bestätigte, dass Menschen sich eher gestresst fühlen, wenn sie wenig Kontrolle über die Situation am Arbeitsplatz haben und sehr viele Aufgaben zu erfüllen haben. “Wir müssen mehr darüber wissen, wie sich Stress auf unser Herz und unseren Kreislauf auswirkt. In der Zwischenzeit können wir uns nur selbst helfen, in dem wir Stressfaktoren erkennen und lernen mit stressigen Situationen umzugehen.” (Ende)

Edelstoff

Wasser kann auch Luxus sein
Alexander Runte | 2.7.2007
Herr Mascha, wie wurden Sie zu einem Wasserexperten?

Als ich vor fünf Jahren aufhörte, Alkohol zu trinken, stieg mein Interesse an Wasser, da ich zum Essen ja keinen Wein mehr trank.

Schmeckt denn ein Experte wie Sie im Wasser Unterschiede wie im Wein?

Wenn man Geschmacksverstärker hinzugibt, schon. Ansonsten lässt sich das nicht vergleichen. Beim Wein gibt es viele verschiedene Rebsorten, unterschiedliche Böden oder das Klima. Man könnte höchstens sagen, dass sich Wasser mit einem geringen Mineralgehalt zu Weißwein so verhält wie Wasser mit hohem Mineralgehalt zu Rotwein. Das eine schmeckt leichter, das andere kräftiger.

Was macht ein gutes Wasser aus?

Beim Wasser ist es wie beim Wein: Es gibt kein perfektes Wasser. Manche mögen Kohlensäure, andere bevorzugen stilles Wasser. Es gibt ja auch viele verschiedene Sorten bei den so genannten High-End-Wassern: Quellwasser, Regenwasser, Brunnenwasser, Gletscherwasser, aber auch junges und altes Wasser.

Wie wirkt sich denn das Alter auf den Geschmack des Wassers aus?

Besonders jung ist zum Beispiel Quellwasser, das man, einen Monat nachdem es aus dem Boden gesprudelt ist, bereits trinken kann. Das schmeckt frisch und lebendig. Gletscherwasser, das 1000 Jahre alt ist, weil es damals als Regen niedergegangen und dann gefroren ist, schmeckt hingegen sehr sanft und natürlich.
Welches Wasser trinken Sie am liebsten?

Das hängt ganz davon ab, wie ich mich fühle. Ich habe bei mir im Haus mehr als 100 verschiedene Sorten Wasser herumstehen, die ich zum Glück mittlerweile zugeschickt bekomme. Ich trinke ganz gern Wasser mit Kohlensäure, das man aber hier in den USA nicht so viel bekommt.

Warum wird eigentlich in Deutschland viel Wasser mit Kohlensäure getrunken, in anderen Ländern aber nur stilles Wasser?

Das kommt aus der kulturellen Geschichte der Länder. Amerikaner mögen selbst Wasser mit ganz wenig Kohlensäure nicht. Bei Wasser mit Kohlensäure denken sie immer an Perrier, das sehr viel Kohlensäure hat. Da stören die vielen lauten Blasen.

Zu welchem Essen passt denn Wasser mit viel Kohlensäure?

Allgemein gilt: Je feiner das Essen, umso schwächer sollte das Wasser sein. Es gibt ja stilles Wasser, leicht sprudelndes, klassisches Sprudelwasser und Wasser mit hohem Kohlensäuregehalt. Zu einer Suppe oder zum Sushi würde ich nur ganz stilles Wasser trinken, das vom sehr feinen Geschmack des Essens nicht ablenkt. Habe ich ein Steak, kann ich ein stark prickelndes Wasser dazu trinken, das dann einen schönen Gegensatz zum Steak bildet. Wichtig ist, dass man ein Wasser umso wärmer trinkt, je höher der Kohlensäuregehalt ist, weil es ansonsten zu sehr prickelt. Stark kohlensäurehaltiges Wasser sollte bei etwa 17 Grad getrunken werden, ganz stilles Wasser bei zwölf Grad. In den USA steigt das Bewusstsein dafür, da viele Menschen keinen Alkohol mehr trinken, aber auch keine Lust auf Softdrinks haben. Deswegen wird auch auf Partys viel mehr Wasser getrunken.

Was trinkt man denn im Moment auf angesagten Partys?

Etwa Bling H2O, das ist ein Wasser, das viel in den Nachtklubs in Los Angeles getrunken wird. Die Flasche ist mit Kristallen verziert und kostet 38 Dollar. Die bringe ich selbst gern zu Partys mit.

38 Dollar für eine Flasche Wasser?

Na ja, zum einen ist es ein sehr gutes Wasser. Zum anderen: Wenn auf einer Party jemand einen 100-Dollar-Wein mitbringt und jemand anderes eine Flasche Wasser für 38 Dollar – wer steht dann wohl eher im Mittelpunkt der Party?

Aber ist das nicht ein bisschen komisch, Wasser für 38 Euro zu trinken, während andere Menschen darum kämpfen müssen, überhaupt an Wasser zu gelangen?

Es ist doch nichts Falsches daran, für Wasser Geld auszugeben. Außerdem ist es ja nicht so, dass uns das Wasser ausgeht. Viele Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, das ist das Problem. Es ist aber nichts Schlimmes, viel Geld für Wasser auszugeben. Man trinkt ja niemandem was weg.

Michael Mascha ist Ernährungswissenschaftler an der University of South California und Autor von „Fine Waters. A Connoisseur’s Guide“. www.finewaters.com.