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Archive für November 2007
“Chinesische Medizin ist nicht in 140 Stunden erlernbar”
30.11.2007 von zaro.
Experte kritisiert unqualifizierte Akupunkturstudien
Wien - Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist genauso umfangreich wie die Schulmedizin und kann nicht in 140 Stunden gelernt werden. Vielmehr erfordert die Ausbildung seit über 2.000 Jahren ein mehrjähriges Universitätsstudium. Zu diesem Schluss kommt der Rektor der TCM-Privatuniversität http://www.tcm-university.edu, Andreas Bayer, gegenüber ZARO. Bayer repliziert damit auf einen kürzlich erschienenen Artikel im Nachrichtenmagazin profil, in dem der Wiener Pharmakologe Michael Freissmuth über den Wert des Placeboeffekts und Medizin als Pseudoreligion referiert.
„Akupunktur ist eine Technik, keine medizinische Behandlung. Sie wird in der TCM als Teil eines Gesamttherapiekonzeptes verwendet und nur extrem selten als Einzeltherapie”, so Bayer. Akupunktur stehe am Ende einer exakten Diagnose. Zum Erlernen derselben benötige man mehrere Jahre Studium an einer Universität. “Freissmuth hat recht, wenn er sagt, der theoretische Überbau soll die willkürliche Anwendung der Akupunktur durch Laien verhindern.” Auch in China würde niemand ohne ein Universitätsstudium die Akupunktur anwenden. “Bei uns jedoch arbeiten Ärzte mit Akupunktur, die kaum mehr als 100 Stunden Ausbildung hinter sich haben”, kritisiert Bayer. Derzeit gebe es in Österreich und Deutschland nur knapp über hundert akademisch ausgebildete Therapeuten mit einem abgeschlossenem Universitätsstudium. “Keiner von ihnen hat nachweislich an den im profil erwähnten Studien teilgenommen”, erklärt der Mediziner.
“Mit der Mehrzahl der bei uns durchgeführten Studien, beweisen die Schulmediziner nur, dass sie die chinesische Diagnose und die Akupunktur als Technik nicht beherrschen”, erklärt Bayer. Am Wiener AKH sehe die “wissenschaftliche” Akupunktur wie folgt aus: “Fünf Mal eine 90-minütige Vorlesung Akupunkturtherapie. Danach werden fünf bis acht Studenten in der ‘Akupunkturambulanz des AKH’ eingeteilt. Ihnen wird von einem Assistenzarzt eine an der Wand angebrachte Tafel mit den Punkten gezeigt. Anschließend erhalten sie eine Liste mit den Punkten, die bei den verschiedenen Störungen zu ’stechen’ sind”, erklärt Bayer. “Dann werden die Patienten hereingelassen und die Studenten arbeiten ohne ärztliche Aufsicht alleine an den Patienten.” In der TCM-Privatuniversität laufe das allerdings anders ab, betont Bayer. “Erst nach erfolgreichem Abschluss von drei Semestern TCM-Studium dürfen die Studenten das erste Mal unter direkter Aufsicht nadeln. Erst nach fünf Semestern Studium dürfen sie eigenständig, unter ständiger Supervision, Therapiekonzepte erstellen.” Die Grundausbildung zum “Bachelor in Acupuncture” dauere sechs Semester mit mehr als 65 Semesterstunden in 850 Lehreinheiten
“Die in Deutschland durchgeführte Gerac-Studie zeigt zwar, dass ungelernte Akupunktur kaum wirksamer ist als Placebo oder willkürliches Stechen.” Die Studienanalyse ergebe jedoch auch, dass die Wirksamkeit der physikalischen Medizin - trotz mehrjähriger Ausbildung der physikalischen Ärzte und Physiotherapeuten - die Placebowirkung um über 50 Prozent reduziere. “Die Schmerzfreiheit der Patienten war nach dem Behandlungsende nur noch bei 24 Prozent gegeben und hier ist es fraglich, ob die Schmerzfreiheit zustande kam, weil oder obwohl sie mit Schulmedizin behandelt wurde.” Die Gerac-Studie habe keine Aussagekraft über die Wirksamkeit der Akupunktur, sie spiegle vielmehr den Status-quo der Akupunkturausbildung in Deutschland wider.
Internationale Studien in China, den USA und in Australien zeigen, dass die Akupunktur bei funktionellen Beschwerden deutlich wirksamer sei als die Schulmedizin. “Die großen Unterschiede in den Resultaten der Akupunkturstudien haben kaum etwas mit dem Studiendesign, sondern sehr viel mit der Qualifikation der Therapeuten zu tun, die die Akupunktur dann anwenden.” Man könne nicht die Wirksamkeit eines therapeutischen Systems durch ein anderes beweisen oder widerlegen. “Es wäre genauso falsch, einem TCM-Arzt 140 Stunden Ausbildung in einer schulmedizinischen Technik zu geben und diesen dann beweisen zu lassen, dass die schulmedizinische Methode nicht wirkt”, argumentiert Bayer. Es stelle sich nämlich die Frage, ob die TCM bewusst schlecht gemacht werden soll, um sie dann durch die Schulmedizin zu retten. “Es gibt ein neues Projekt an der Medizinischen Universität Wien in den nächsten zwei Jahren eine eigene Fachausbildung in chinesischer Medizin anzubieten, um die TCM wieder unter schulmedizinische Kontrolle zu bringen”, so Bayer abschließend. Wolfgang Weitlaner
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Durchbruch: Haut in Stammzellen umgewandelt
29.11.2007 von zaro.
Unabhängigkeit von Embryonen rückt näher
Madison/Kyoto - Zwei Wissenschaftlerteams haben unabhängig voneinander menschliche Hautzellen so umprogrammiert, dass sie embryonale Stammzellen nachahmen und sich in jede Art von Gewebe verwandeln können. Dieser Durchbruch verspricht neue Quellen für Zellen für den Einsatz in der Wissenschaft. Entscheidend ist, dass die Forschung damit nicht länger von Zellen menschlicher Embryos abhängen sollte. Bis jetzt wurde davon ausgegangen, dass sich nur Zellen von Embryos uneingeschränkt in alle 220 Zellarten des Körpers verwandeln können. Details der beiden Studien wurden in Science http://www.sciencemag.org und Cell http://www.cell.com veröffentlicht.
Das Team der Kyoto University http://www.kyoto-u.ac.jp/index-e.html arbeitete mit einem chemischen Cocktail, der nur vier Gene enthielt. Damit wurden erwachsene menschliche Fibroblasten in den erforderlichen pluripotenten Zustand umgewandelt. Die so entstandenen Zellen waren ähnlich, aber nicht identisch. Die Forscher nutzten sie in der Folge um Gehirn- und Herzgewebe zu schaffen. Nach zwölf Tagen begann das Herzgewebe zu schlagen. Die Wissenschaftler der University of Wisconsin-Madison http://www.wisc.edu erreichten das gleiche Ergebnis mit einer leicht veränderten Kombination von Chemikalien. Sie schufen acht neue Linien von Stammzellen für den Einsatz in der Forschung.
Der Einsatz von Hautzellen sollte eine individualisierte Behandlung ermöglichen und damit das Risiko einer Abstoßung minimieren. Neben dem Verzicht auf menschliche Embryos bringt das neue Verfahren laut BBC einen weiteren Vorteil, denn es ist einfacher und kann genauer kontrolliert werden als bestehende Technologien. Die Wissenschaftler warnten jedoch, dass das Verfahren noch verfeinert und auch seine Sicherheit gewährleistet werden müsse. Derzeit beruhen beide Verfahren auf Viren, die neues Material in die Zellen einbringen. Damit bergen diese Ansätze ein potenzielles Risiko in sich. Michaela Monschein
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Gebete als Therapiemethode fragwürdig
28.11.2007 von zaro.
“Der Glaube ist psychologisch durchaus mächtig”
Phoenix - David Hodge, Forscher am College of Human Services der Arizona State University http://chs.asu.edu, hat eine Meta-Studie zum Effekt von Gebeten auf entfernte Zielpersonen veröffentlicht. Die Studie, die 17 einzelne Untersuchungen zu diesem Thema zusammenfasst, kommt dabei zu einem überraschenden Ergebnis: Zusammengenommen, so berichtet Hodge im Magazin “Research on Social Work Practice” http://rsw.sagepub.com , deuten die Studien auf einen zwar kleinen, aber signifikant positiven Effekt der Gebete hin. Ein Einsatz als alternative Therapiemethode gilt aber dennoch als äußerst fragwürdig.
“Mit solchen Studien wird der Versuch unternommen einen wissenschaftlichen Beweis dafür zu finden, dass Gott auf die Gesundheit der Menschen wirken kann”, erläutert Eckart Straube, Leiter des Zentrums für Kultur und Psychologie in München, im Gespräch. Drei Jahre beschäftigt sich der Psychologe bereits mit der Wirkung von Spiritualität. Die in den letzten Jahren veröffentlichten Studien seien zwar zahlreich, liefern aber kein eindeutiges Ergebnis, so Straube. “Dennoch lässt sich aus einigen der vorgelegten Forschungsergebnissen durchaus darauf schließen, dass da eine Wirkung vorliegt”, stellt er fest. Unumstritten sei auch, dass die beobachteten Effekte vom psychologischen Standpunkt aus sehr interessant sind. “Der Glaube ist psychologisch durchaus mächtig”, ist sich Straube sicher.
Seit Jahrzehnten beschäftigen sich Forscher mit der Frage, ob das Bitten von Gläubigen um die Hilfe für Patienten von Gott erhört wird. In der Regel wird bei derartigen Untersuchungen eine Gruppe von Patienten mit einer bestimmten Krankheit beobachtet, von denen ein Teil in die Gebete von ihnen unbekannten Gläubigen eingeschlossen wird. Der Rest dient als Kontrollgruppe. Anschließend wird überprüft, ob jene, für die gebetet wurde, unterschiedliche Entwicklungen im Genesungsprozess aufweisen.
In der Vergangenheit hatten Studien solcher Art schon öfter einen Aufruhr in der Fachwelt ausgelöst. Vor allem die beteiligten Wissenschaftler wurden dabei massiv kritisiert. Die Art und Weise, wie sie Daten erhoben und ausgewertet hatten, wurde als unseriös angeprangert. So soll nach Ende einiger Studien des Öfteren so lange nach statistisch signifikanten Zusammenhängen gesucht worden sein, bis diese schließlich auch gefunden wurden. “Die Studien werden zwar in letzter Zeit methodologisch immer besser”, schildert der Psychologe seine Eindrücke. Das Problem sei aber auch, dass diese zumeist von sehr gläubigen Wissenschaftlern durchgeführt werden. Trotz der fragwürdigen wissenschaftlichen Qualität solcher Untersuchungen ist Straube von der Kraft des Glaubens überzeugt: “Wenn Glaube und Überzeugung zusammentreffen, hat das einen Effekt auf den betreffenden Menschen.” Markus Steiner
Die Kraft des Gebetes hängt davon ab ob eine aktive Verbindung zum Gottselbst hergestellt ist. Wenn Diese Verbindung nicht besteht ist fast jedes Gebet sinnlos, da die dafür notwendige Verbindung nicht eingerichtet ist. Es verhält sich so ähnlich wie bei einer Funktelefonverbindung wenn der angerufene Gesprächspartner nicht abhebt dann passiert gar nichts. Die Verbindung kann leicht hergestellt werden in der Annahme das der Kontaktsuchende den Kontakt nie verloren hat und das nach dem Gleichheitsprinzip zwei identische Systeme miteinander Kontakt aufnehmen. Das heisst wenn ein Gottmensch mit Gott eine verbindung aufbauen will dann klappt das auch. Wenn ein Ungläubiger das versucht ist es eher sinnlos, denn ihm fehlt der nötige Draht und kann dann nur die Rettungs-Hotline erreichen. Die geht immer, ist aber nur für das Allernötigste gedacht.
Werden Sie was Sie sind - Licht vom Lichte Gottes! Dann klappts auch mit der Verbindung. Kommentar von Robert Zach
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Babys wissen viel mehr als bisher angenommen
27.11.2007 von zaro.
Kinder erkennen Absichten anderer schon mit sechs Monaten
New Haven - Im Alter von sechs Monaten können die meisten Babys sich kaum allein aufsetzen, krabbeln, gehen oder gar sprechen. Laut einer Studie der Yale University http://www.yale.edu/psychology sind sie aber sehr wohl in der Lage einzuschätzen, mit welchen Absichten ihnen jemand entgegentritt. Sie können beurteilen, wer ihnen wahrscheinlich freundlich oder eher ablehnend gegenübersteht. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Kinder die Fähigkeit zu sozialen Einschätzungen in den ersten Lebensmonaten erwerben. Laut einem Bericht des Fachmagazins Nature http://www.nature.com stelle die früh erworbene Fähigkeit die Grundlage für moralische Überlegungen und Handlungen im späteren Leben dar.
Die leitende Wissenschaftlerin Kiley Hamlin erklärte gegenüber BBC News, dass Kinder mit sechs Monaten schon ziemlich viel gelernt haben und vieles aufnehmen. “Es ist ein Lernen, dass vor der Sprache und vor dem direkten Lernen kommt. Wir glauben nicht, dass Babys bereits eine Moralvorstellung haben. Es scheint jedoch ein entscheidender Teil des Moralgefühls zu sein, ein positives Gefühl bei jenen Menschen zu haben, die einem Gutes tun und ein schlechtes bei jenen, die einem nicht gut tun.” Wie alle sozialen Wesen können Menschen andere sehr rasch basierend auf ihrem Verhalten beurteilen. Die Ursprünge dieses Verhaltens sind jedoch noch nicht sehr gut erforscht.
Die Forscher führten Experimente durch um festzustellen, ob Babys im Alter von sechs und zehn Monaten in der Lage sind, das Verhalten anderer zu beurteilen. Den Kindern wurde Holzspielzeug mit verschiedenen Formen gezeigt. Die Babys saßen dabei auf dem Schoß der Eltern. Ihnen wurde eine Figur gezeigt, die versucht einen Hügel zu besteigen. Sie wurde von einer weiteren Figur entweder dabei unterstützt oder behindert. Nachdem dieses Spiel mehrfach wiederholt wurde, konnten sich die Kinder für einen der beiden Charaktere entscheiden. Alle zwölf sechs Monate alten Kinder entschieden sich für die helfende Figur. 14 der 16 zehn Monate alten Babys wählten ebenfalls diese Figur. In weiteren Experimenten wurden andere Erklärungen für dieses Verhalten ausgeschlossen. Michaela Monschein
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Braune Flüsse sind gesünder
26.11.2007 von zaro.
Verbesserung der Umweltsituation zeigt sich in Gewässern
London/Wien - Die Gewässer in Nordeuropa und in Nordamerika haben nach einer großen Studie wieder jene Farbe angenommen, die sie bereits in vorindustrieller Zeit hatten. Ein Wissenschaftsteam um Don Monteith vom University College in London University College in London http://www.ucl.ac.uk hat 522 Flüsse in Finnland, Schweden, Norwegen, Großbritannien, Kanada und den USA untersucht und entdeckt, dass der Säuregehalt in den Böden abgenommen hat und sich damit wieder mehr organischer Kohlenstoff löst. Die Studie ist in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature erschienen.
Ursprünglich waren die Forscher davon ausgegangen, dass die Klimaveränderung und die veränderte Landnutzung damit zu tun haben könnte, dass das Wasser in den Flüssen zunehmend brauner wird. Die Untersuchung ergab jedoch, dass der saure Regen, der durch Luftverschmutzung entsteht, deutlich abgenommen hatte. Dieses Problem war in den 1970er Jahren Ursache für große Zerstörungen an Wäldern, Gewässern und sogar an Gebäuden. Strengere Umweltgesetze haben dafür gesorgt, die Menge an Schwefel, der mit Abgasen in die Luft gelangt, zu reduzieren. “Saurer Regen ist allerdings immer noch ein Problem”, meint der Gewässerexperte Stefan Schmutz, Professor am Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement an der Universität für Bodenkultur http://www.boku.ac.at, im Interview. Ganz schlimm sei die Situation vor allem in Nordeuropa gewesen. Dort hätte die Luftverschmutzung von England den ohnehin von Natur aus sauren Seen stark zugesetzt und viele Gewässer komplett zerstört. “In Österreich hat es das Problem so stark nie gegeben”, erklärt der Wissenschaftler.
“Was zuerst nach einem Zusammenhang mit der Klimaerwärmung ausgesehen hat, liegt einzig und allein am sauren Regen”, argumentiert Monteith. Die Daten, die das Forscherteam untersuchte, gingen auf die Jahre 1990 bis 2004 zurück und dabei zeigte sich, dass die gelösten organischen Substanzen zu und die Säure anzeigenden Sulfat- und Chloridionen abnahmen. Das deutete auch daraufhin, dass die Gewässer weit weniger stark von der Versauerung betroffen waren, als noch vor wenigen Jahren. “Dazu muss man allerdings auch sagen, dass unter gewaltigen Anstrengungen in jenen Seen, in denen noch Fische lebten, Kalk zur Hebung des pH-Wertes eingebracht wurde”, kommentiert Schmutz.
Wie Experten bereits in vorangegangenen Studien deutlich zeigten, war das Problem des sauren Regens regional sehr unterschiedlich. Daher könne man keine Aussagen über Gewässer in anderen Ländern machen, schlussfolgern die Studienautoren. Dem stimmt auch Schmutz zu. “Würde man die Gewässer Österreich einerseits nach der Wasserqualität, andererseits nach der Gewässerökologie beurteilen, ergibt sich bereits ein sehr unterschiedliches Bild.” Die Wasserqualität, also die chemisch-physikalische Beurteilung der österreichischen Gewässer, nehme in Europa einen Spitzenwert ein. “Die Hauptursache dafür war die flächendeckende Errichtung von Kläranlagen sowie die strengen Umweltauflagen für die Industrie - allen voran der Papierindustrie”, erklärt der Wissenschaftler. Anders sehe es allerdings bei der Beurteilung des gewässerökologischen Zustandes aus. “Die meisten Fließgewässer sind kanalisiert und reguliert, abgetrennt von Augewässern und auf weiten Strecken aufgestaut.” Die Folge davon sei eine weiträumige Zerstörung des Lebensraumes und diese habe nicht ab- sondern eher noch zugenommen, erklärt der Experte abschließend. Wolfgang Weitlaner
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Sportliche Schwangere bekommen aktivere Kinder
24.11.2007 von zaro.
Jahre vor dem Schulbesuch besonders prägend
Bristol - Mütter, die während der Schwangerschaft sportlich aktiver sind, bekommen auch Kinder, die mehr Sport betreiben. Ein Forscherteam unter der Leitung der University of Bristol http://www.bristol.ac.uk schloss biologische Faktoren zur Erklärung aus. An der Studie nahmen 5.500 Kinder im Alter von elf bis zwölf Jahren teil. Die Wissenschaftler gehen im British Medical Journal http://www.bmj.com davon aus, dass sportliche Frauen auch nach der Schwangerschaft sportlich bleiben. Sie seien den Kindern ein gutes Beispiel und ermutigten sie eigene Angewohnheiten zu übernehmen.
Das Team sammelte Daten zur Aktivität der Kinder für einen Mindestzeitraum von drei Tagen. Diese Daten wurden verschiedenen Faktoren wie auch dem Verhalten der Mutter während der Schwangerschaft gegenübergestellt. Es zeigte sich, dass Kinder, deren Mütter immer wieder einen flotten Spaziergang gemacht hatten oder geschwommen waren, drei bis vier Prozent aktiver waren. Aktuelle Statistiken zeigen, dass sich die Fettleibigkeit bei Kindern in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat. Derzeit ist laut BBC bereits eines von vier Kindern betroffen.
Überraschend war, dass auch das Rauchen der Eltern eine positive Auswirkung auf die Sportlichkeit der Kinder hatte. Allgemein wird das Rauchen während der Schwangerschaft mit kindlicher Fettleibigkeit in Zusammenhang gebracht. Andere Faktoren wie die Jahreszeit, in der ein Kind geboren wird oder die Menge des TV-Konsums hatten nur marginale Auswirkungen. Laut dem leitenden Wissenschaftler Calum Mattocks sind die Jahre vor der Einschulung besonders wichtig. “Es sieht so aus, als ob die Sportlichkeit der Eltern dann einen positiven Einfluss auf die Kinder haben kann.” Michaela Monschein
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Hoffnung für Muskelschwundpatienten
23.11.2007 von zaro.
Therapieansatz für Duchenne- und Beckerpatienten in Aussicht
Rom - Eine Forschergruppe unter Führung von Pier Lorenzo Puri vom Dulbecco Telethon Institute http://www.telethon.it/ricerca hat zwei neue Molekularinterruptoren entdeckt, die in der Lage sind, Stammzellen zur Regeneration von Muskelgewebe zu animieren. Damit ergeben sich neue Hoffnungen für Patienten, die unter einer Muskeldystrophie vom Typ Duchenne oder Becker (DMD/DMB) leiden.
Bei diesen Pathologien handelt es sich um seltene Krankheiten, die von einer Mutation des für die Dystrophinbildung verantwortlichen Gens ausgelöst wird. Sie werden vom X-Chromosom der Mütter übertragen und treffen durchschnittlich einen von 3.500 männlichen Neugeborenen . Für die derzeit bekannten Fälle gab es bisher keine spezifische Therapie. “Normalerweise erfolgt die Muskelregeneration über die sogenannten Satellitenzellen, eine Art adulter Stammzellen, die sich im Muskelgewebe befinden. Im Fall der Verletzung eines Skelettmuskels werden diese Zellen aktiviert, was anschließend zu einer Zellvermehrung und Verschmelzung mit den Muskelfasern führt”, so Puri.
“Bei diesem Vorgang wird das in den Zellen enthaltene Chromatin so differenziert und ummodelliert, dass die für die verschiedenen Phasen der Muskelregenerierung verantwortlichen Gene selektiv angesprochen werden können,” so der italienische Wissenschaftler weiter. Die Satellitenzellen verändern ihren Zustand dahingehend, dass aus “ruhenden” Stammzellen differenzierte Muskelzellen mit all ihren spezifischen genetischen Eigenschaften werden. Sie sind dadurch imstande, sich mit dem verletzten Muskel zu vereinen und ihn zu reparieren.
Die Untersuchung über die Wirkungsweise der Muskeldystrophie ist von der Elternvereinigung Patent Project Onlus http://www.parentproject.org finanziert worden. Einzelheiten dazu werden in der Fachzeitschrift “Molecular Cell” veröffentlicht. Harald Jung
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Fettblocker ermöglichen nur geringe Gewichtsreduzierung
22.11.2007 von zaro.
Weniger Essen und mehr Bewegung sind besser
Alberta - Patienten, die Antiadiposita einnehmen, verlieren nur mäßig an Gewicht. Viele bleiben fettleibig oder übergewichtig. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie von Wissenschaftlern der University of Alberta http://www.ualberta.ca gekommen. Fettblocker wie Orlistat verringerten das Gewicht um weniger als fünf Kilo oder fünf Prozent des gesamten Körpergewichts. Das National Institute for Health and Clinical Excellence http://www.nice.org.uk empfiehlt, die Einnahme zu beenden, wenn nach drei Monaten nicht fünf Prozent des Körpergewichts abgenommen wurden. Experten sind sich einig, dass ein gesunder Lebensstil nicht durch Tabletten ersetzt werden kann. Weniger Essen und mehr Bewegung sind entscheidend. Details der Studie wurden im British Medical Journal http://www.bmj.com veröffentlicht.
Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit sind übergewichtig oder fettleibig. Es versteht sich daher von selbst, dass Fettblocker ein Riesengeschäft sind. Das Team um Raj Padwal legt jedoch den Schluss nahe, dass diese Medikamente vielfach nur zu einem geringen Gewichtsverlust führen. Die Wissenschaftler analysierten die Ergebnisse von 30 Tests an denen fast 20.000 Menschen teilnahmen. Die Teilnehmer schluckten entweder Orlistat, Sibutramin oder Rimonabant mindestens ein Jahr lang. Alle Ergebnisse wurden mit Kontrollgruppen, die Blindpräparate einnahmen, überprüft. Alle Teilnehmer wurden als fettleibig eingestuft und wogen durchschnittlich 100 Kilogramm. Orlistat verringert das Gewicht um 2,9, Sibutramin um 4,2 und Rimonabant um 4,7 Kilogramm.
Patienten, die die Medikamente einnahmen, nahmen im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich eher zwischen fünf und zehn Prozent ab. Es blieb jedoch laut BBC unklar, ob diese Gewichtsverringerung ausreichte um einen wirklich positiven Effekt auf die Gesundheit und die Lebenserwartung zu haben. Orlistat verringerte das Auftreten von Diabetes bei einem Test. Alle drei Medikamente verringerten die Werte bestimmter Cholesterinarten. Bei allen drei Fettblockern kam es zu Beeinträchtigungen der Patienten. 30 bis 40 Prozent der Teilnehmer schlossen die Tests nicht ab. Eine weitere in The Lancet http://www.thelancet.com veröffentlichte Studie wies nach, dass Patienten nach der Einnahme von Rimonabant einem deutlich erhöhten Risiko ernster psychischer Störungen ausgesetzt waren. Michaela Monschein
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Guter Biosprit aus Pflanzenabfällen
21.11.2007 von zaro.
Frankfurter Forscher produzieren Ethanol und Butanol aus Hefen
Frankfurt - Agrokraftstoffe sind in den vergangenen Wochen zum Kritikpunkt der Öffentlichkeit geworden, da die traditionelle Produktion von Ethanol aus Mais und Getreide mit derjenigen von Nahrungsmitteln konkurriert. Zudem trägt sie nur unwesentlich zur Reduktion des Treibhausgases Kohlendioxid bei. Dass es dazu auch Alternativen gibt, zeigen Forscher um Eckhard Boles vom Institut für Molekulare Biowissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt http://www.bio.uni-frankfurt.de. Sie suchen nach neuen Ansätzen indem sie die Stoffwechseleigenschaften von Hefen so verbessern, dass sie auch Pflanzenabfälle verwerten können. Dazu haben sie erstmals auch die Methode der Synthetischen Biologie angewandt.
“In unseren vorhergehenden Arbeiten haben wir Erbmaterial aus Bakterien in die Hefen eingeschleust (pressetext berichtete http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=051130025 ). Das war jedoch nicht optimal”, so Boles im pressetext-Interview. Die Forscher bauen nun künstliche, biochemische Systeme ein, die neuartige Stoffwechselwege in der Zelle etablieren. “Es ist uns gelungen, am Computer entwickelte, künstlich synthetisierte Gene in die Hefen einzubringen”, so der Forscher. “Die Anleitung dazu entnehmen wir allerdings weiterhin der Aminosäuresequenz von bakteriellen Enzymen. Wir modifizieren aber den Bauplan so, dass er optimal auf die Stoffwechseleigenschaften der Hefen abgestimmt ist”, erklärt der Forscher. Die dadurch erzeugten künstlichen Gene erlauben es den Hefezellen, bestimmte Zuckerarten in pflanzlichen Abfällen deutlich effizienter zu Ethanol umzusetzen. “Die Arbeiten meiner Mitarbeiterin Beate Wiedemann haben dazu geführt, dass wir den Ertrag um 25 Prozent steigern konnten. Die Produktivität, das heißt die Geschwindigkeit der Umsetzung hat sogar um mehr als 250 Prozent zugenommen”, so Boles.
Verwendet werden können praktisch alle pflanzlichen Abfallstoffe, egal ob sie aus der Nahrungsmittelindustrie oder der Landwirtschaft kommen. Die Pflanzenabfälle müssen vorhydrolisiert - das bedeutet “verzuckert” werden. Das geschieht entweder mit Hilfe von Enzymen oder durch starke Säuren. “Das Unternehmen Greensugar http://www.greensugar.de in Dresden hat eine Methode gefunden dies kostengünstig zu machen, in dem konzentrierte Salzsäure verwendet wird, die mit einem Vakuum wieder verwendet werden kann”, erklärt Boles. Die Anwendung von Enzymen sei für eine industrielle Herstellung noch zu teuer. Allerdings werde auch hieran intensiv geforscht und es bleibe abzuwarten, welche Methode sich letztendlich durchsetze.
Das Potenzial, Ethanol nur aus den Abfällen vom Acker zu gewinnen, sei enorm, so Boles. Rechne man noch andere pflanzliche Abfallstoffe wie Energiegräser oder Gemüseschnittabfälle hinzu, stünden riesige Mengen zur Verfügung. “Wenn die technischen Hürden, die es noch zu lösen gibt, einmal überwunden wurden, wird Ethanol in wenigen Jahren aus Zellulose hergestellt werden können. Dann gibt es das Problem mit der Nahrungsmittelkonkurrenz nicht mehr.” Die Erfindung wurde bereits zum Patent angemeldet.
Die neuen Methoden der Synthetischen Biologie sollen nun für weitere Aufrüstungen der Hefe genutzt werden. So ist die Forschergruppe um Boles auch damit beschäftigt, Hefen zu konstruieren, die einen anderen Biokraftstoff mit dem Namen Butanol produzieren. “Butanol hat als Autokraftstoff noch deutlich bessere Eigenschaften als Ethanol, weil es einen höheren Brennwert als Ethanol hat und zudem in herkömmlichen Pipelines transportiert werden kann”, so Boles. Butanol sei herkömmlichen fossilen Treibstoffen sehr ähnlich. Um die Erfindungen möglichst schnell in den industriellen Maßstab zu überführen, hat Boles kürzlich mit einem Schweizer Partner die Firma Butalco GmbH gegründet. “Wir suchen noch nach Investoren, die bei der Kommerzialisierung der Entwicklungen helfen”, erklärt der Forscher. “In den USA werden zur Zeit Milliardensummen in die Entwicklung von neuen Biokraftstoffen gesteckt. Wenn wir nicht auch in Europa jetzt massiv in diese zukunftsträchtigen Technologien investieren, dann hinken wir den Amerikanern bald unaufholbar hinterher”, so Boles abschließend. Wolfgang Weitlaner
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Natürliches Protein hilft nach einem Herzanfall
20.11.2007 von zaro.
Nervenwachstumsfaktor wird auch im Herzen wirksam
Bristol - Wissenschaftler des Bristol Heart Institute http://www.bristol.ac.uk/bhi haben ein natürlich vorkommendes Protein gefunden, dass gegen Schädigungen der Herzzellen nach einem Herzanfall schützen kann. Bisher wurde angenommen, dass der Nervenwachstumsfaktor (NGF) nur bei Nervenzellen aktiv werden kann. Immer mehr Hinweise deuten jedoch darauf hin, dass er auch bei Zellen des Herzmuskels wirksam wird. Erste Tests mit Ratten lieferten vielversprechende Ergebnisse. Details der Studie wurden in dem Fachmagazin Cell Death and Differentiation http://www.nature.com/cdd veröffentlicht. Es wird davon ausgegangen, dass dieser Behandlungsansatz auch beim Menschen zum Einsatz kommen kann.
Das Team um Costanza Emanueli fand heraus, dass das Injizieren von NGF bei Ratten nach einem Herzanfall verhinderte, dass die Herzzellen abstarben. Damit wurde zum ersten Mal nachgewiesen, dass NGF im Herzen eine lebensverlängernde Wirkung haben kann. “Andere Wachstumsfaktoren werden bereits zur Behandlung verschiedener Krankheiten eingesetzt. Unsere Studie zeigt, dass NGF einen neuen Ansatz zum Schutz des Herzens sein kann.”
Laut BBC sind Herzerkrankungen die häufigste Todesursache in Großbritannien. Allein 2004 erlitten 231.000 Menschen einen Herzanfall. Es gibt bereits Medikamente, die die Schädigungen nach einem Herzanfall verhindern oder minimieren helfen. Dazu gehört unter anderem Aspirin, das das Blut verdünnt und so eine bessere Durchblutung ermöglicht. Robert Zach
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Krebsrisiko durch Pille ist doch reversibel
19.11.2007 von zaro.
Risiko zehn Jahre nach Beendigung der Einnahme verschwindend
Oxford - Orale Verhütungsmittel erhöhen das Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Das Risiko sinkt jedoch mit Beendigung der Einnahme. Eine Studie der University of Oxford http://www.ox.ac.uk hat nachgewiesen, dass das Risiko mit der Dauer der Einnahme anstieg. Zehn Jahre, nachdem keine Pille mehr eingenommen wurde, war das Risiko gleich hoch wie bei Frauen, die sie nie geschluckt hatten. An der in The Lancet http://www.thelancet.com veröffentlichten Studie nahmen mehr als 52.000 Frauen teil.
Frühere Studien haben die Pille mit einem erhöhten Brustkrebs-Risiko aber auch mit einem verringerten Eierstockkrebs- und Gebärmutterkrebs-Risiko in Zusammenhang gebracht. Die Wissenschaftler analysierten die Daten von Frauen, die weltweit an 24 Studien teilgenommen hatten. Jene, die die Pille mindestens fünf Jahre lang eingenommen hatten, verfügten über ein doppelt so hohes Gebärmutterhals-Risiko als die Teilnehmerinnen, die sie nie verwendet hatten. Mehrere Studien haben bereits einen Zusammenhang zwischen der Pille und dem Gebärmutterhals-Krebs hergestellt. Bisher war jedoch nicht bekannt, wie lange das erhöhte Risiko besteht.
Die leitende Wissenschaftlerin Jane Green betonte, dass die Pille eine der wirksamsten Formen der Verhütung bleibe. Auf lange Sicht werde die geringe Erhöhung des Risikos an Gebärmutterhals- oder Brustkrebs zu erkranken durch das verringerte Risiko bei Eierstock- oder Gebärmutterkrebs ausgeglichen. Der Krebsexperte Peter Sasieni vom Wolfson Institute of Preventive Medicine http://www.wolfson.qmul.ac.uk erklärte, dass das Risiko bei Frauen, die regelmäßig zur Untersuchung gehen, lebenslang nicht höher ist als zwei von 10.000. “Eine von drei Frauen wird im Laufe ihres Lebens auf jeden Fall an Krebs erkranken. Das zusätzliche Risiko ist daher relativ gering.” Michaela Monschein
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Plazenta trickst das mütterliche Immunsystem aus
14.11.2007 von zaro.
Neue Behandlungsansätze bei Autoimmunerkrankungen denkbar
Reading - Die Plazenta agiert wie ein Parasit, um Angriffe des mütterlichen Immunsystems abzuwehren. Wissenschaftler der University of Reading http://www.reading.ac.uk haben nachgewiesen, dass der Mutterkuchen einen Tarnmechanismus einsetzt, der dem von parasitären Würmern sehr ähnlich ist. Das Team um Phil Lowry hofft, dass diese Forschungsergebnisse neue Erkenntnisse über wiederkehrende Fehlgeburten und Präeklampsie ermöglichen werden. Die Nachahmung dieses Verfahrens, um eine Abwehr durch das Immunsystem zu vermeiden, könnte bei der Behandlung von Krankheiten wie Arthritis hilfreich sein.
Die Plazenta und der Fötus verfügen über einen unterschiedlichen genetischen Aufbau. Theoretisch besteht daher das Risiko eines Angriffes des mütterlichen Immunsystems. Den Forschern war bereits bekannt, dass die Plazenta Neurokinin B (NKB) absondert. Deutlich erhöhte Mengen dieses Proteins konnten bei Frauen nachgewiesen werden, die an einer Präeklampsie erkrankten. NKB kann bereits in der neunten Schwangerschaftswoche nachgewiesen werden. Daher kann es für die Feststellung eines eventuellen Risikos eingesetzt werden. Die Wissenschaftler versuchten jetzt diese Entdeckung in ein Diagnoseverfahren umzusetzen.
Es zeigte sich, dass die von der Plazenta abgesonderte Form des Proteins nicht so reagierte wie jene, die sie im Labor eingesetzt hatten. Damit war klar, dass es während der Synthese des Proteins durch die Plazenta zu einer Veränderung kommt. Weitere Untersuchungen zeigten, dass diese Proteinform Phosphocholin enthielt. Dieses Molekül setzen Fadenwürmer ein, um einen Angriff des Immunsystems ihres Wirtes zu verhindern. Lowry erläuterte, dass das Team darauf hin sofort nach weiteren in der Plazenta vorhandenen Proteinen suchte. “Es sieht so aus, als ob viele dieser Proteine über dieses Oberflächenmolekül verfügten, das sie für das Immunsystem unsichtbar macht.” Erste Tests für die praktische Anwendung bei Krankheiten wie Gelenksrheumatismus und anderen Autoimmunerkrankungen haben laut BBC bereits begonnen. Michaela Monschein
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Fettes Essen stört Innere Körperuhr
13.11.2007 von zaro.
Ruhezeiten werden kürzer, Hunger immer größer
Evanston/Lübeck - Forscher der Northwestern University http://www.northwestern.edu in Evanston/Illinois haben entdeckt, dass fette Ernährung die innere Uhr von Mäusen empfindlich stört. Die Erkenntnisse sind überraschend und weisen daraufhin, dass ein komplexer Zusammenhang zwischen der inneren Uhr und dem Metabolismus besteht. Demnach waren die Tiere, die fettreiches Essen erhielten zu ungewöhnlichen Zeiten aktiv, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner Online-Ausgabe. Nun wollen die Wissenschaftler untersuchen, ob die fettreiche Ernährung auch beim Menschen die Innere Uhr stört. Daraus könnten sich neue Ansätze bei der Behandlung von Fettleibigkeit ergeben.
Der Endokrinologe Joseph Bass fütterte einer Gruppe männlicher Mäuse Nahrung, bei der 45 Prozent der Kalorien aus Fett stammten. Anschließend untersuchte er ihre Aktivitäten. Bereits nach einer Woche zeigten die Tiere einen veränderten Tagesrhythmus, obwohl noch keine Gewichtsveränderungen eingetreten waren. Sie waren weitaus länger aktiv und hielten die Schlaf- und Ruhephasen weniger genau ein wie ihre Artgenossen, die eine ausgewogene Nahrung erhielten.
“Es ist das erste Mal, dass eine Studie den Zusammenhang zwischen Nahrung und der Inneren Uhr herstellen kann”, meint Schlafforscherin Eve Van Cauter von der University of Chicago, die an der Studie nicht mitgearbeitet hat. “Legt man dies auf den Menschen um, bedeutet das, dass die betreffende Person Schwierigkeiten hat zu einer vernünftigen Zeit ins Bett zu gehen. Das wiederum kann zu Schlafstörungen und Nachtessen führen.” Beide Symptome gelten als Risikofaktoren für Fettsucht und Diabetes.
Der Zusammenhang zwischen Metabolismus und der Inneren Uhr ist für Bass keine Überraschung, da beide Systeme viele molekulare Signalwege miteinander teilen. In vorhergehenden Untersuchungen hat der Forscher gezeigt, dass Mäuse mit einer gestörten Inneren Uhr unkontrollierter fressen und eher zu Übergewicht neigen wie normale. Bei den fettreich ernährten Mäusen fanden die Forscher nach einiger Zeit Stoffwechselmarker, die deutliche Abweichungen aufwiesen. Darunter war zum Beispiel das Hormon Leptin, das das Sattsein steuert sowie den Blutzuckerspiegel, die Insulinmenge im Blut und die Konzentration an Fettsäuren im Blut.
Auch der Schlafexperte Jan Born, Leiter des Instituts für Neuroendokrinologie der Universität zu Lübeck http://www.kfg.uni-luebeck.de sieht die Studie der US-Forscher als höchst interessanten Ansatz. “Wir wissen, dass das Essverhalten mit dem zirkadischen Rhythmus in engem Zusammenhang steht”, so der Forscher im pressetext-Interview. Bekannt sei auch, dass adipöse Menschen kürzer schlafen. Das habe jedoch vielfach mit einer Schlafapnoe zu tun. Andere Studien seien bisher nicht bekannt. “Es könnte tatsächlich einen Zusammenhang zwischen dem vermehrten Fastfood-Konsum und den kürzeren Schlafzeiten geben.” Dies sei allerdings spekulativ. “Tatsache ist, dass in den Industrieländern die Schlaf- und Ruhezeiten deutlich kürzer geworden sind”, so der Forscher abschließend.
Die erhöhte Aktivität und die verkürzte Ruhephase bei den Mäusen führten schließlich auch dazu, dass die Tiere deutlich mehr Nahrung zu sich nahmen als sonst. Das verstärkte den Einfluss auf die Innere Uhr, der das Fressverhalten weiter veränderte. W. Weitlaner
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Vitamin D soll Alterung von Haut und Zellen verzögern
13.11.2007 von zaro.
Positive Auswirkungen auf Herzerkrankungen oder Krebs
London - Vitamin D wird gebildet, wenn Sonnenlicht auf die Haut trifft. Dieses Vitamin soll laut Wissenschaftlern des King’s College London http://www.kcl.ac.uk helfen die Alterung der Zellen und des Gewebes zu verzögern. Ihre Studie mit mehr als 2.000 Frauen hat ergeben, dass jene mit höheren Vitamin D- Werten über weniger altersbedingte Veränderungen der DNA verfügten. Die in The American Journal of Clinical Nutrition http://www.ajcn.org veröffentlichte Untersuchung stellt jedoch keinen konkreten Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung her.
Ein Mangel an Vitamin D wurde bereits mit Multipler Sklerose und Gelenksrheumatismus in Zusammenhang gebracht. Das genetische Material im Inneren jeder Zelle hat eine eingebaute “Uhr”, die bei jeder Erneuerung mitzählt. Die Verkürzung der Telomere stellt eine der Möglichkeiten dar den Alterungsprozess auf Zellebene zu untersuchen. Bei der aktuellen Studie konzentrierten sich die Forscher auf die weißen Blutkörperchen, die öfter erneuert und deren Telomere daher auch rascher verkürzt werden. Dazu kommt es vor allem bei häufiger auftretenden Entzündungen. Bei 2.160 Frauen zwischen 18 und 79 Jahren wurden die Vitamin D-Werte im Blut gemessen und anschließend mit der Länge der Telomere ihrer weißen Blutkörperchen verglichen.
Nach der Anpassung der Ergebnisse an das jeweilige Alter der Frau zeigte sich, dass Frauen mit mehr Vitamin D im Blut dazu neigten längere Telomere zu haben und umgekehrt. Der leitende Wissenschaftler Brent Richards betonte, dass diese Ergebnisse aufsehenerregend seien. Damit sei zum ersten Mal nachgewiesen, dass Menschen mit höheren Vitamin-D-Werten langsamer altern sollten. “Damit könnte erklärt sein, warum Vitamin D bei mit der Alterung zusammenhängenden Krankheiten wie Herzerkrankungen oder Krebs einen schützenden Effekt hat.” Mitautor Tim Spector erklärte, es klinge zwar absurd, aber es könnte sein, dass Sonnenlicht das Risiko von Hautkrebs zwar erhöhe aber zugleich einen positiven Effekt auf den gesamten Alterungsprozess haben könnte. Die Autoren der Studie räumten laut BBC ein, dass es keinen eindeutigen Beweis dafür gebe, dass Vitamin D für die Verzögerung der Alterung direkt verantwortlich sei. Denkbar sei es auch, dass ein in der Studie nicht berücksichtigter Faktor entscheidend sei. Robert Zach
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Scheidenpilz nach Antibiotikaeinnahme?
12.11.2007 von zaro.
Milchsäurebakterien schützen vor Infektionen im Vaginalbereich
Wien - “Bauen Sie nach einer Behandlung mit Antibiotika Ihre Scheidenflora auf”, rät Dr. Johannes Seidel, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe.
Auf die Erkältung folgt die Pilzinfektion?
Im Winter, wenn Verkühlungen mit Antibiotika behandelt werden, für viele Frauen ein Problem: Die Pilzinfektion. Denn: “Durch das Antibiotikum werden alle Bakterien im Körper zerstört, die schlechten, aber auch die guten, die für den reibungslosen Ablauf unserer Körperfunktionen notwendig sind”, so Johannes Seidel, Gynäkologe im Wiener Institut Woman & Health. Wie zum Beispiel die Bakterien in der Scheide. Dort bilden Milchsäurebakterien eine Art Schutzbarriere, die das Eindringen von Keimen verhindert. Zudem sorgen sie für ein saures Millieu, damit sich Pilze - die natürlicherweise dort vorhanden sind - nicht vermehren können. Wird die Scheidenflora durch Antibiotika geschädigt, steigt der pH-Wert der Scheide an und Pilze können sich ungehindert vermehren. Die Folgen: Ausfluss, der unangenehm (fischartig) riecht, sowie Juckreiz und Brennen.
Pilzinfektionen vorbeugen
“Um die Scheidenflora sauer zu erhalten, ist es wichtig, die Scheide schon während der Antibiotikaeinnahme zusätzlich mit Milchsäurebakterien zu versorgen”, so Dr. Seidel. “Der optimale Beginn ist in der Mitte der Antibiotikakur.” Gynophilus(CE) Scheidenkapseln zum Beispiel enthalten diese speziellen Milchsäurebakterien - den Lactobacillus casei rhamnosus - in sehr hoher Anzahl. Dieser Lactobacillus ist besonders robust, vermehrt sich schnell, “besetzt” die Scheidenwand und bekämpft viele verschiedene Krankheitserreger. “Zusätzlich zur Gabe von Scheidenkapseln ist es ratsam den Intimbereich sanft zu reinigen und zu pflegen, auf keinen Fall mit alkoholhaltigen Lotionen “, so Johannes Seidel weiter. “Am besten mit sanften milchsäurehaltigen Präparaten, wie zum Beispiel Lactamousse.”
Weitere Infos: http://www.gesundescheide.at oder kostenlose Broschüren und Muster anfordern unter Tel. 01/879 99 07 oder mobil 0664/408 18 19.
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