Infos

Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs ZARO news für November, 2007.

Calendar
November 2007
M D M D F S S
« Okt   Dez »
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
2627282930  
Kategorien

Archive für November 2007

Fettleibigkeit erhöht Krebsrisiko bei Frauen deutlich

Fünf Prozent der Krankheitsfälle gewichtsbedingt

Oxford - Rund 6.000 Frauen mittleren oder höheren Alters erkranken allein in Großbritannien jährlich an Krebs, weil sie übergewichtig oder fettleibig sind. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Oxford http://www.ox.ac.uk gekommen. Untersucht wurden 45.000 Erkrankungen bei über einer Million Frauen über einen Zeitraum von sieben Jahren. Das bedeutet, dass es sich um rund fünf Prozent der Krankheitsfälle handelt. Die im British Medical Journal http://www.bmj.com online veröffentlichte Studie macht das Übergewicht für 50 Prozent aller Krebserkrankungen der Gebärmutter verantwortlich. Bereits vergangene Woche warnte eine internationale Studie des World Cancer Research Fund http://www.wcrf-uk.org vor dem Zusammenhang zwischen Krebs und Gewicht. Zuviel Gewicht erhöhe das Krebsrisiko deutlich.
In England sind laut BBC rund 23 Prozent der Frauen fettleibig. 34 Prozent haben Übergewicht. Die aktuelle Studie untersuchte, wie oft Krebserkrankungen bei 1,2 Millionen britischen Frauen im Alter zwischen 50 und 64 Jahren innerhalb von sieben Jahren auftraten. Mehr als 45.000 Frauen erkrankten. 17.000 der Patientinnen starben in der Folge an Krebs. Die leitende Wissenschaftlerin Gillian Reeves geht davon aus, dass in Großbritannien Übergewicht oder Fettleibigkeit für rund 6.000 der 120.000 Krebserkrankungen dieser Altersgruppe verantwortlich sind. “Unsere Studie zeigt auch, dass Übergewicht das Risiko bei verschiedenen Krebsarten unterschiedlich beeinflusst. Zwei Drittel der zusätzlichen Erkrankungen betreffen die Brust oder die Gebärmutter.”

Der Zusammenhang zwischen Gewicht und Krebsrisiko wurde zusätzlich direkt vom Alter der Frauen beeinflusst. Übergewicht erhöht das Brustkrebsrisiko nur nach der Menopause. Das Darmkrebs-Risiko ist jedoch nur vorher höher. Finanziert wurde die Studie von Cancer Research UK http://www.cancerresearchuk.org. Sara Hiom, eine Mitarbeiterin der Organisation, betonte, dass viele Menschen zwar wüssten, dass Übergewicht ein allgemeines Gesundheitsrisiko bedeuten kann. Viele stellten jedoch keinen direkten Zusammenhang zum Krebsrisiko her. Robert Zach

Radiowellen machen Nanoröhrchen zu Hitzebomben im Tumor

Krebszellen werden von innen heraus zerstört - Erste Tests erfolgreich

Houston - Krebszellen sollen in Zukunft von innen zerstört werden, wenn es nach den Vorstellungen der Wissenschaftler geht. Einem Forscherteam um Steven Curley vom MD Anderson Cancer Center an der University of Texas in Houston http://www.mdanderson.org ist es gelungen mit Hilfe von Kohlenstoff-Nanoröhrchen Krebszellen gezielt zu zerstören. Mit Radiofrequenzwellen erhitzten sich die Nanoröhrchen so stark, dass sie die Krebszellen vernichteten. Der Versuch an Lebertumorzellen von Hasen ist erfolgreich gelungen, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner Online-Ausgabe. In Zellkulturen gelang der Versuch bereits vorher. Nun war es das erste Mal, dass es in Tumoren von lebenden Tieren getestet wurde.
In ersten Versuchen erwiesen sich die Kohlenstoff-Nanoröhrchen als zuverlässig, da sie auf Infrarot-Bestrahlung reagierten. Im menschlichen Gewebe verursacht die Infrarot-Bestrahlung keine Schäden. Der bisher größte Nachteil dieser Behandlung war, dass die Infrarot-Bestrahlung nur etwa vier Zentimenter tief ins Gewebe eindringt. Dadurch konnten tieferliegende Tumore so nicht bestrahlt und behandelt werden. “Das ist bei den Radiowellen anders”, erklärt Curley. Sie können den menschlichen Körper problemlos passieren. Die wissenschaftliche Arbeit der Forscher wurde vom inzwischen verstorbenen Nobelpreisträger Richard Smalley begonnen.

Die Forscher injizierten eine Lösung von Kohlenstoff-Nanoröhrchen in den Lebertumor des Hasen. Und bestrahlten die Stelle anschließend für zwei Minuten. Die Bestrahlung tötete die Krebszellen mit den Nanoröhrchen und richtete an den nebenliegenden gesunden Zellen nur sehr kleine Schäden hervor. “Die Arbeit ist verblüffend”, meint der Wissenschaftler Hongjie Dai von der Stanford Universität in Palo Alto. Dai arbeitet mit Infrarot-Bestrahlungen und Nanoröhrchen in Mäusen. “Wenn die nun gefundene Methode effektiv ist, wäre sie besser als jene mit dem Infrarot-Licht”, so der Forscher. Ein Nachteil sei allerdings, dass sich die Nanoröhrchen schon nach kurzer Bestrahlung durch die Radiofrequenzwellen sehr heiß werden. In Versuchen in wässriger Lösung erreichten sie schon nach 25 Sekunden Bestrahlung eine Temperatur von 45 Grad Celsius.

In drei bis vier Jahren strebt Curley klinische Tests des Systems an. “Ein Teil der Herausforderung ist es, die zwei bis drei Millimeter “Zerstörungszone” um die Nanoröhrchen zu verringern. Eine weitere Chance sieht der Forscher darin, Nanopartikel zu entwickeln, die die kanzerogenen Zellen selbst finden, ohne sie zuerst in den Tumor zu injizieren. Dazu müssten Zielmoleküle an der Außenseite der Röhrchen angebracht sein, die die kanzerogenen Zellen selbst finden, ehe die Bestrahlung erfolgt. “Das würde bedeuten, dass die Nanopartikel die Krebszellen selektiv infiltrieren, ehe die Radiostrahlen abgegeben werden”, so Curly. Sein Team arbeite daran.

Weltweit forschen Wissenschaftler fieberhaft daran, eine Methode der Strahlentherapie zu finden, die Krebszellen gezielt zerstört und die anderen, gesunden Zellen verschont. Ein Weg könnte sein, ein Material zu finden, das auf die Frequenz der Bestrahlung reagiert, den Rest des Körpers allerdings unbeschadet lässt. W. Weitlaner

ZARO Biotec: Robert Zach auf DVD, am 16.Nov. wird der Vortrag in Kassel neu verfilmt!

Zwiebel können das Risiko einer Herzerkrankung verhindern

Flavonoide sind auch in Tee, Äpfeln und Rotwein enthalten

Norwich - Eine Ernährung, die reich an Flavonoiden ist, kann bei ersten Anzeichen einer Herzerkrankung gegensteuern. Wissenschaftler des Institute of Food Research http://www.ifr.ac.uk haben sich auf Quercetin konzentriert, das in Tee, Zwiebeln, Äpfeln und Rotwein enthalten ist. Die Studie zum Thema Atherosklerose untersuchte die Auswirkungen nachdem das Quercetin vom Körper abgebaut wurde. Es konnte ein positiver Einfluss auf chronische Entzündungen nachgewiesen werden, die zu einer Verdickung der Arterien führen können.
Frühere Studien haben gezeigt, dass Quercetin sehr rasch durch den Darm und die Leber abgebaut wird. Im Blut selbst ist es normalerweise nicht nachweisbar. Daher analysierten die Forscher die Bestandteile, die in die Blutbahn gelangen, nachdem das Quercetin aufgenommen und abgebaut wurde. Die Bestandteile wurden in Konzentrationen eingesetzt, die in etwa jenen entsprechen, die nach der Verdauung entstehen. Behandelt wurden Zellen, die von der Innenseite von Blutgefäßen stammten. Der leitende Wissenschaftler Paul Kroon erklärte, dass jene Bestandteile überprüft worden seien, die im Blut nachgewiesen werden können. Genau diese Bestandteile seien es, die mit dem menschlichen Gewebe in Berührung kommen und daher eine Wirkung auf die Gesundheit der Arterien haben können. “Die Wirkung ist subtiler als bei Experimenten, die die Grundkomponente nutzen. Die Stoffwechselprodukte haben immer noch eine Wirkung auf die Blutgefäße.”

Die Studie ergab, dass im Falle eines entzündlichen Vorganges eine niedrigere Dosis der Bestandteile, die in etwa 100 bis 200 Gramm Zwiebeln entspricht, eine größere Wirkung hat. Die Ernährungswissenschaftlerin Bridget Aisbitt von der British Nutrition Foundation http://www.nutrition.org.uk betonte, dass Entzündungen eine wichtige Rolle bei der Verengung der Arterien spielen, die ihrerseits zu einem Herzanfall oder einem Schlaganfall führen können. “Diese Studie liefert eine Erklärung dafür, warum eine Ernährung, die reich an Früchten und Gemüse ist, das Risiko einer Erkrankung zu verringern scheint.” Laut BBC werden in Großbritannien nur zwei Portionen Obst und Gemüse pro Tag gegessen. Daher sollte man laut Aisbitt darauf achten, fünf Mal am Tag Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Monschein

Papua Neuguineas Reichtum in Gefahr

Bergbau, Überfischung und Kahlschlag bedrohen Biodiversitäts-Hotspot

Los Angeles/Port Moresby - Umweltgruppen senden Hilferufe an die internationale Staatengemeinschaft, um eine der wertvollsten ökologischen Nischen des Planeten zu schützen. Gemeint ist Papua Neuguinea, der östliche Teil der Insel Ozeaniens. Das Land gehört nach Angaben von Forschern zu den Biodiversitäts-Hotspots der Erde. Zudem finden sich dort einige der letzten ursprünglichen und unberührten Ökosysteme.
“Wenn Papua Neuguinea nicht geschützt wird, ist das eine Tragödie nicht nur für die dortige Bevölkerung, sondern auch für den Rest der Welt”, so Jared Diamond, Umweltschützer und Professor für Geographie an der University of California in Los Angeles UCLA http://www.ucla.edu. Diamond arbeitet daran, internationale Regierungen und Forscher davon zu überzeugen, wie einzigartig dieses Ökosystem auf der zweitgrößten Insel der Welt ist. Die Insel ist ein Paradies für Millionen von Zugvögeln, die auf dem Weg von Europa, Australien und Asien dort Stopp machen und teilweise sogar brüten.

“In vielen Regionen der Welt bedeutet Naturschutz lediglich der Erhalt von letzten verbliebenen Resten eines abgewrackten Ökosystems”, so Diamond. In Papua Neuguinea hingegen wären noch große Teile intakt. “Hier wäre der Erhalt eines ursprünglichen Lebensraumes also noch möglich”, so Diamond. Zwei Drittel aller hier existierenden Arten kommen nirgendwo sonst auf der Erde vor. Tatsächlich arbeitet die Regierung von Papua Neuguinea gemeinsam mit dem WWF und dem benachbarten indonesischen Teil der Insel, der Provinz Papua, an der Schaffung regionaler Schutzgebiete - so genannter Wildlife Management Areas (WMA). Dabei werden auch die Stämme, die diese Regionen besiedeln, miteinbezogen.

Die Regionen werden von einem Rat verwaltet, der auch Gesetze über Jagd, Fischfang und Landbau erlässt. Damit soll auch der Bevölkerung vor Ort die Möglichkeit geboten werden, wirtschaftlich zu überleben. Eine Möglichkeit Geld zu verdienen, bietet etwa der boomende Öko-Tourismus. Die größte Hürde ist die bittere Armut in der Region - das jährliche Einkommen beträgt nur rund 30 Dollar pro Kopf. Die Verlockungen international agierender Holz- oder Bergbauunternehmer, die lokale Bevölkerung als Arbeitskräfte zu beschäftigen sind dementsprechend groß, wie Experten befürchten. Die WMA können allerdings nur dann erfolgreich arbeiten, wenn die lokale Bevölkerung sie akzeptieren, sie generell ein gutes Management haben und Regierungen sie unterstützen.

Zu den derzeit größten Bedrohungen gehört auch eine geplante Verbindungsstraße zwischen dem indonesischen Teil und Papua Neuguinea. “Das würde invasiven Arten Tür und Tor öffnen”, befürchtet der Koordinator der Region, David Melick, gegenüber BBC-Online. Zudem bedrohe auch die Klimaänderung in diesem Teil der Welt den Regenwald und die angrenzende Savanne. Wolfgang Weitlaner

Abwehrmechanismus von Candida-Pilz identifiziert

Gen-Mutation macht Pilze widerstandsfähig - Ansatz für neue Wirkstoffe
Würzburg - Ein wichtiger Schritt bei der Bekämpfung des Hefepilzes Candida albicans ist einem
deutsch-amerikanischen Forscherteam gelungen: Sie haben einen Mechanismus entschlüsselt, den der Pilz nutzt, um sich vor Medikamentenangriffen zu schützen. Damit könnten in Zukunft neue Methoden gegen den hartnäckigen und häufig resistenten krankheitserregenden Pilz gefunden werden, berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins PloS Pathogens http://pathogens.plosjournals.org.

Candida albicans ist ein Hefepilz, der bei den meisten gesunden Menschen als harmloser Bewohner der Schleimhäute vorkommt. Wenn das Immunsystem geschwächt ist, kann er sich aber massiv ausbreiten und dann auch zu lebensbedrohlichen Infektionen der inneren Organe führen. “In der Vergangenheit ist es immer wieder zu Resistenzen gegen verfügbare Medikamente gekommen”, erklärt der Studienautor Joachim Morschhäuser vom Institut für Molekulare Infektionsbiologie der Universität Würzburg http://www.uni-wuerzburg.de gegenüber pressetext. Gegen Pilze wie Candida gebe es allerdings nicht gerade viele Medikamente. Sehr häufig werden so genannte Azole eingesetzt, die in den Erreger eindringen und seine Vermehrung hemmen. “Die Pilze wehren sich darauf, in dem sie massenhaft spezielle Pumpen fabrizieren, mit denen sie die Wirkstoffe kurzerhand wieder ins Freie befördern”, so der Wissenschaftler. Dies war den Forschern schon bekannt. “Wir haben jetzt aber herausgefunden, wie Candida albicans die Produktion einer dieser Pumpen dauerhaft steigert und dadurch unempfindlich gegen das am häufigsten eingesetzte Medikament Fluconazol wird.”

Das Geheimnis der widerstandsfähigen Candida-Pilze liegt in kleinen Mutationen des Erbguts, die jedoch große Auswirkungen haben. “Durch sie wird eine veränderte Form des Proteins Mrr1p gebildet. Dabei handelt es sich um einen so genannten Transkriptionsfaktor, der die Produktion einer der Pumpen ankurbelt, die die Pilzzellen von den Medikamenten befreien”, führt der Forscher aus. Diese Erkenntnis hat das Forscherteam in zweijähriger Arbeit herausgefunden. Das sei auch ein möglicher weiterer Ansatzpunkt, die hartnäckigen Candida-Pilze künftig vielleicht effektiver zu bekämpfen.

“Nach neuen Medikamenten, die direkt die Pumpen hemmen oder blockieren, suchen derzeit schon viele Forschergruppen weltweit, weil dieser Mechanismus auch eine Rolle beim Versagen von Krebsmedikamenten spielt”, so Morschhäuser. “Nun sind aber auch Wirkstoffe interessant, die den mutierten Transkriptionsfaktor ausschalten.” Die Forscher wollen nun herausfinden, wie der Transkriptionsfaktor an sein Zielgen bindet. Interessant seien zudem jene Mutationen im Gen des Transkriptionsfaktors, die bewirken, dass der Faktor im Pilz nicht nur zur gebotenen Zeit, sondern ständig aktiv ist. “Als wir das mutierte Gen in nicht-resistente Candida-Stämme einbrachten, wurden diese plötzlich unempfindlich gegen Azole.” Nachdem die Forscher das Gen in resistenten Pilzen inaktiviert hatten, konnte das Medikament wieder wirken.

Ehe neue Medikamente gefunden werden, die die Überproduktion der Pumpen in Candida verhindern, wird es noch dauern, erklärt Morschhäuser. Die Ansatzpunkte seien jedoch sehr viel versprechend. Gefährlich werden die Pilze vor allem bei Patienten, denen Organe oder Knochenmark transplantiert wurde. Da bei ihnen das Immunsystem zur Vorbeugung einer Abstoßungsreaktion des fremden Gewebes künstlich unterdrückt wird, kann der Pilz den ganzen Körper infizieren und das Leben der Patienten akut bedrohen. Weitlaner

Studie: Abnehmen gegen Krebs

Auch Nicht-Übergewichtige sollten auf Gewicht achten

London - Einer Meta-Studie des World Cancer Research Fund http://www.wcrf.org zufolge, liegt in der Gewichtsabnahme ein Geheimnis der Krebsvorsorge. Jeder sollte darauf achten, so dünn wie möglich - allerdings nicht untergewichtig - zu sein, berichtet BBC-Online. Zu vermeiden sind gezuckerte Softdrinks, Alkohol und Speck. Das Cancer Institute http://www.aicr.org hat zwar keine neuen Studienergebnisse vorzulegen, verweist aber auf insgesamt 7.000 Krebsuntersuchungen der vergangenen fünf Jahre.
Der gesunde Body-Mass-Index liege zwischen 18,5 und 25. Das Krebsrisiko steige allerdings, je näher es bei 25 liege. Grundaussage der untersuchten Studien war, dass das Körperfett einen wesentlichen Anteil bei der Entwicklung von Tumoren spiele. Die Studienautoren haben zudem eine Liste von Lebensmitteln erstellt, die nur in Maßen genossen werden sollten. Dazu gehören vor allem weniger als 500 Gramm rotes Fleisch pro Woche, weniger Alkohol, weniger Schinken, Speck und andere verarbeitete Fleischprodukte wie etwa Würste und weniger gezuckerte Soft-Drinks. Weiters raten die Experten zum täglichen Trainieren. Gewarnt wird vor der Gewichtszunahme ab dem 21. Lebensjahr. Hinzu kommt noch der Ratschlag, Kinder mit Muttermilch zu ernähren und auf Vitamin-Supplemente gegen Krebs zu verzichten. Diese Empfehlungen wären allerdings keine Gebote, schreiben die Forscher.

“Wenn Menschen Interesse daran haben, ihr Krebsrisiko zu verringern, sind diese Empfehlungen ernst zu nehmen”, erklärt Martin Wiseman. Krebs sei kein Schicksal, sondern eine Frage der Risikobewertung. Und diese könne man durch sein eigenes Benehmen steuern. “Es ist sehr wichtig, dass Menschen fühlen, dass sie das, was sie tun auch selbst kontrollieren”, so der Mediziner. Was die Studie allerdings auch deutlich machte, ist die Tatsache, dass zwei Drittel der Krebsfälle gar nicht auf den Lebensstil zurückzuführen sind.

Wiseman bleibt allerdings dabei, dass von den insgesamt zehn Mio. Krebsfällen, die derzeit jährlich weltweit diagnostiziert werden, drei Mio. durch Lebensstiländerungen wie sie in der Studie aufgezählt werden, verhindert werden könnten. Allein in Großbritannien werden jährlich 200.000 neue Krebsfälle diagnostiziert. Dabei sind Brust- und Darmkrebs die beiden Arten, die besonders häufig auftreten. In den Untersuchungen wurde deutlich, dass bei beiden Erkrankungen das Körperfett eine wesentliche Rolle spiele.

Vom Aspekt der Krebserkrankung her, sollte auch der Alkoholkonsum deutlich eingeschränkt werden, kommen die Autoren zum Schluss. Andere wissenschaftliche Studien haben allerdings gezeigt, dass ein moderater Alkoholgenuss anderen Krankheiten vorbeugen kann. Daher soll die Tagesration nicht mehr als zwei Drinks für Männer und ein Drink für Frauen betragen. Von gezuckerten Softdrinks sollte generell Abstand genommen werden, schreiben die Autoren. Diese würden dafür sorgen, dass man dick werde. Das gilt auch für Fruchtsäfte. Obwohl der wissenschaftliche Beweis für die gesundheitlichen Vorteile der Muttermilch fehlen, raten die Forscher dazu. Das Säugen verringere das Brustkrebsrisiko der Mutter und eine zukünftige Fettleibigkeit des Kindes. Redakteur: Wolfgang Weitlaner

Misteltherapie unterstützt den Kampf gegen Krebs

Positive therapeutische Wirksamkeit mehrfach nachgewiesen

Wien - In Österreich werden jährlich etwa 32.000 Krebspatienten mit Strahlen- und Chemotherapie behandelt. Etwa zwei Drittel erhalten zusätzlich eine komplementärmedizinische Begleittherapie, hauptsächlich Extrakte aus der Mistel.

In zahlreichen Studien wurde die positive therapeutische Wirksamkeit von Mistelextrakten als begleitende Behandlung gegen Krebs nachgewiesen. “Es existiert eine große Anzahl von Studien zur Mistel. Unter anderem 25 kontrollierte Studien, die qualitativ hochwertig sind”, so Dr. Harald Siber, Komplementärmedizinische Ambulanz im Wiener Sozialmedizinischen Zentrum Sophienspital. Mistelpräparate gelten heute als seriöseste und wissenschaftlich am besten untersuchte Methode der Komplementäronkologie, die nachweislich die Lebensqualität bei Krebserkrankungen verbessert.

Der Extrakt — enthalten zum Beispiel im Mistelpräparat Helixor — reduziert den Einsatz nebenwirkungsreicher Schmerzmittel, stellt den natürlichen Schlaf wieder her, steigert den Appetit, fördert dadurch die nötige Gewichtszunahme und reguliert die Körpertemperatur. Antriebslosigkeit und Müdigkeit werden bereits nach vier bis zwölf Wochen nachhaltig verbessert. Die Patienten fühlen sich aktiver und weniger müde. Prinzipiell werden das allgemeine Wohlbefinden und die Stimmung durch die Misteltherapie gehoben. “Durch die Misteltherapie wird der Allgemeinzustand der Tumorpatienten nachweislich verbessert. Die Schmerzen lassen bei Reduzierung des Schmerzmittelverbrauchs nach und es kommt zur Steigerung der Leistungsfähigkeit”, erklärt Univ. Ass. Prof. Dr. Leo Auerbach: Leiter der Komplementärmedizinischen Ambulanz in der Wiener Uniklinik.

Das Präparat wird aus der weißbeerigen Mistel gewonnen und als Spritze verabreicht. Die Wahl des jeweiligen Mistelpräparates ist abhängig von den Krankheitssymptomen. Denn: Misteln der unterschiedlichen Wirtsbäume weisen Unterschiede in der Zusammensetzung der Inhaltsstoffe auf. Misteln von der Tanne helfen zum Beispiel besonders sehr geschwächten Patienten. Apfelbaummisteln hingegen werden nur bei gutem Allgemeinzustand eingesetzt, da sie das Immunsystem am stärksten regulieren. Soll nach längerer Behandlung mit anderen Sorten ein neuerlicher Immunanreiz erfolgen, wählt der Arzt die Kiefermistel.

Generell stellt die Misteltherapie eine Langzeitbehandlung dar, die zwei- bis dreimal wöchentlich durch die Verabreichung von Injektionen angewendet wird. Dabei wird die kleinste Dosis schrittweise gesteigert, um langsam die bestmögliche Unterstützung zur Behandlung von Tumorpatienten zu erreichen. Die Behandlung muss chefärztlich genehmigt werden und “die Kostenübernahme durch den behandelnden Arzt von der Krankenkasse beantragt werden”, so Dr. Peter Grabner, Versicherungsanstalt für Eisenbahn und Bergbau. Seit 2006 werden alle Mistelpräparate in Österreich — im Rahmen eines onkologischen Gesamtkonzeptes - finanziert.

Das Ziel der Misteltherapie ist das Aktivieren der Selbstheilungskräfte. Hoffnung und Lebensfreude helfen dabei, die Krankheit zu bekämpfen und steigern die Lebensqualität und das Wohlbefinden der Tumorpatienten.

Weitere Informationen unter: http://www.misteltherapie.at, kostenlose Broschüre anfordern unter 0664-408 18 19 (Agentur für Gesundheit und Kommunikation)