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Archive für 13.12.2007
Ernährung hat Einfluss auf Geschlecht der Kinder
13.12.2007 von zaro.
Mäuseversuch bestätigt These
Pretoria/London - Südafrikanische Wissenschaftler haben gezeigt, dass die Ernährung einen Einfluss auf das Geschlecht der Nachkommen hat. Zumindest im Mäuseversuch konnte diese Theorie jetzt bewiesen werden. Wenn der Blutzuckerspiegel der Tiere mit Medikamenten gesenkt wurde, gebaren sie mehr weibliche als männliche Nachkommen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe.
Die konventionelle Lehre geht davon aus, dass der männliche Samen für das Geschlecht der Nachkommen ausschlaggebend ist. Zunehmend scheint sich nun aber auch die Meinung durchzusetzen, dass auch die Mutter wesentlich an der Geschlechterbestimmung des Nachwuchses beteiligt ist. Die Zoologin Elissa Cameron von der University of Pretoria http://www.up.ac.za in Südafrika wollte nun untersuchen, welchen Einfluss die Ernährung auf das Geschlecht der Nachkommen hat. Dazu senkten die Forscher den Blutzuckerspiegel von 20 Mäuseweibchen während der Empfängnis, indem sie das Steroid Dexamethason (DEX) in die Nahrung gaben. DEX blockiert den Transport von Glukose im Blut. Das Ergebnis war verblüffend: Von den Jungen, die dann zur Welt gekommen sind, waren nur 41 Prozent männlich. In der unbehandelten Kontrollgruppe waren es 53 Prozent.
Ungeklärt bleibt allerdings, welche Mechanismen dafür sorgen, dass ein hoher Blutzuckerspiegel zu einem Anstieg der männlichen Nachkommen führt. Eine ähnliche Studie mit Diabetes-Mäusen, die auch sehr hohe Blutzuckerwerte aufwiesen, ergab, dass auch diese wesentlich mehr männliche Jungtiere zur Welt brachten. Die Biologen haben die Theorie aufgestellt, dass der niedrige Blutzuckerspiegel ein Hinweis auf Stress oder Krankheit sein könnte. In anderen Studien wurde belegt, dass Säugetiere unter schwierigen Bedingungen dazu tendieren, eher weibliche Tiere zur Welt zu bringen.
Die britische Evolutionsbiologin Ruth Mace vom University College London http://www.ucl.ac.uk kann der Theorie der “Fitness” einiges abgewinnen. Vor kurzem hatte sie eine Studie veröffentlicht, in der sie beschrieb, dass Mütter mit größerer Muskelmasse während Nahrungsengpässen eher Söhne zur Welt brachten. Die Beeinflussung des Geschlechts der Nachkommen gehört zu den “traditionell überlieferten Weisheiten”. Wenn Frauen einen männlichen Spross wollen, sollten sie dem Volksmund nach mehr rotes Fleisch und salzige Nahrung zu sich nehmen, bei einem Mädchenwunsch hingegen Fisch, Gemüse und Süßigkeiten.
“Studien zu diesem Thema sind hochinteressant, sind allerdings in die Realität nicht übertragbar”, so der Gynäkologe Leo Auerbach von der Ambulanz für Komplementärmedizin in der Frauenheilkunde am AKH-Wien http://www.akhwien.at gegenüber der Redaktion. Der Wunsch nach einem Mädchen oder einem Jungen könne mit keiner “natürlichen” Methode herbeigeführt werden. “Die Wahrscheinlichkeit kann vielleicht mit zwei oder drei Prozentpunkten verändert werden, das hat aber dennoch keine realen Auswirkungen”, so der Mediziner. Derzeit liege das Geschlechterverhältnis bei den Neugeborenen bei 51 Prozent männlichen und 49 Prozent weiblichen. (Ende)
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Gentests sollen strenger überprüft werden
13.12.2007 von zaro.
Fachliche Beratung für Konsumenten gefordert
London - Britische Regierungsberater fordern strengere Kontrollen bei Gentests, die direkt an die Konsumenten verkauft werden. Die Human Genetics Commission http://www.hgc.gov.uk hat eingefordert, dass alle derartigen Tests einer unabhängigen Prüfung unterzogen werden, bevor sie auf den Markt kommen. Tests mit entscheidenden Auswirkungen auf die Gesundheit sollten nicht direkt bei den Konsumenten beworben und sollten zusätzlich durch einen Arzt begleitet werden. Experten argumentieren, dass die Wissenschaft noch nicht so ausgereift sei, dass der Vorhersagewert mancher Test wirklich bewertet werden kann.
Seit 2003 bieten immer mehr Unternehmen Gentests an. Dazu gehören auch Tests für bestimmte Krebsarten, wie zum Beispiel Prostatakrebs oder auch für Osteoporose und Risikofaktoren für Herzerkrankungen. Dazu kommen laut der Kommission auch immer mehr Lifestyle-Tests, die in Kombination mit Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten angepriesen werden. Unter den derzeitigen EU-Bestimmungen sind diese Tests derzeit mit einem geringen Risiko bewertet. Das bedeutet, sie müssen nicht von unabhängigen Experten geprüft werden, bevor sie auf den Markt kommen. Die HGC fordert strengere Kontrollen und dass die Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency http://www.mhra.gov.uk dafür verantwortlich sein soll, dass diese Standards auch eingehalten werden.
Der Human Genetics Commission geht es laut eigenen Angaben nicht darum, Tests zu verbieten. Ein Unternehmen sollte die Behörden jedoch davon überzeugen müssen, dass der Test geeignet ist und dass alle Beteiligten über die entsprechende Ausbildung und das erforderliche Wissen verfügen, um eine qualifizierte Beratung zu garantieren. Zusätzlich sollte mit der Office of Fair Trading and Advertising Standards Authority http://www.oft.gov.uk eine weitere Organisation in die Entscheidungen eingebunden werden. Der HCG-Vorsitzende Sir John Sulston betonte, dass es keine Zweifel darüber gebe, dass viele Tests ohne ärztliche Beratung unnötig Alarm auslösen oder Menschen in falscher Sicherheit wiegen können. In Großbritannien bieten laut BBC derzeit drei Unternehmen Gentests an. In den Vereinigten Staaten gibt es die größte Anzahl an Unternehmen. Viele verkaufen ihre Produkte auch übers Internet. Michaela Monschein
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