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Archive für 4.3.2008
Boomende Branche: Schwimmteiche durchbrechen 100 Mio. Euro-Schallmauer
4.3.2008 von zaro.
BioNova Weltkongress in Bad Bleiberg gleicht internationalem Gipfeltreffen
Bergkirchen/Bad Bleiberg - Millionen von Swimmingpoolbesitzer auf der ganzen Welt verschrotten Ihre Chlorschleudern zu Gunsten eines natürlichen Badeteiches. Renaturierung ist das große Thema in der Schwimmbadbranche. Ende Jänner 2008 trafen sich BioNova Partnerbetriebe aus 5 Kontinenten und 23 Ländern, um die besten ihrer Gruppe zu ehren und sich auf den neuesten Stand in Sachen Schwimm- und Badeteiche zu bringen und die Idee des biologischen Badens weiter in die Welt zu tragen. Derzeit planen und realisieren 49 Lizenzpartner in 23 Ländern nach der Marke BioNova Schwimm- und Badeteichanlagen für private und öffentliche Bauherren.
Was kaum jemand weiß, ist, dass sich hier ein eigener Wirtschaftszweig entwickelt hat, der mittlerweile einen Umsatz von 100 Mio. Euro erwirtschaftet.
“Wir wurden von den Poolbauern, als Bio-Spinner abgetan und belächelt. Jetzt lächelt niemand mehr und wir haben uns zu einer weltweit boomenden Nischenwirtschaft entwickelt”, ist Rainer Grafinger Chef von BioNova http://www.bionova.de sichtlich zufrieden mit den Entwicklungen der letzten Jahre.
Rainer Grafinger begann Mitte der 90er Jahre mit der Planung und dem Bau von Schwimm- und Badeteichanlagen. Unter dem Markennamen “BioNova” breitete er seine Idee erst über Deutschland, dann über Mitteleuropa und inzwischen über die ganze Welt aus. Der Unternehmer jettet mittlerweile über 200 Tage im Jahr quer durch Deutschland, Europa und die ganze Welt, um auf allen Kontinenten dieser Erde seine Idee zu verbreiten. Sein Produkt ist bereits in 23 Ländern dieser Welt vertreten.
Gerade in den letzten Jahren gab es einen regelrechten Boom an Anfragen, die hauptsächlich über das Internet gelaufen sind. Daher war es wichtig, die zahlreichen internationalen Partner auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Deshalb wurden in der letzten Januarwoche sämtliche Lizenzpartner zum Ersten BioNova-Weltkongress nach Bad Bleiberg (Österreich) geladen.
Den Auftakt der Veranstaltung bildete ein Themenblock des Inhabers der Marke BioNova, der die Grundzüge des Schwimmteichbaus erläuterte und eine Einführung in die Limnologie gab. An den weiteren Tagen erläuterten die System- und Bauteilentwickler Rainer Herkenrath und Niklas Sobotta die einzelnen Bauteile und gaben einen Einblick in hydraulische Berechnung von Pumpen und Leitungssystemen. Zusätzlich wurden die unterschiedlichsten Baustile des BioNova-Systems erläutert.
Am Dienstagmorgen referierte Dipl. Biologe Christian Homrighausen, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Firma Lavaris, zum Thema Wasserchemie. Anschließend tauchte die eigens aus London eingeflogene Univ. Doz. Mag. Dr. Katrin Teubner in die Welt der Algen ein. Sie erläuterte unter anderem, dass Algen zum natürlichen System Schwimmteich gehören, diese aber durch geeignete Maßnahmen in Grenzen gehalten werden können.
Aufgelockerter wurden die limnolgischen Vorträge durch Beiträge zum Thema Holzbau. Zum einen wurde durch einen Schreiner erläutert, wie ein Holzdeck gebaut werden kann. Frau Claudia Auer vom Holzforschungsinstitut Österreich erläuterte anschaulich, wie konstruktiver Holschutz funktioniert.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete das Referat von Prof. Wolfram Kircher, Fachhochschule Anhalt, der über Pflanzenverwendung in Schwimmteichen referierte. Anschaulich wurden besonders geeignete Pflanzen vorgestellt, die aber zum Teil für eine Massenverwendung erst gezüchtet werden müssen. Einige Wasserpflanzengärtnereien haben bereits damit begonnen. Er regte zusätzlich an, im System Schwimmteich gewisse Moorbeetpflanzen zu verwenden. Derzeit laufen universitätsinterne Versuche.
Weitere Informationen
BioNova Zentrale
St. Nikolaus Strasse 2
D - 85232 Bergkirchen
Tel: +49 171 455 855 2 (Herr Grafinger)
Tel: +49 8131 35 47 03
http://www.bionova.de
Anmerkung: Das Schwimmteich-Vitalisierungssystem von ZARO Biotec wird von BioNova nicht verwendet, algenfrei aussergewöhnlich klare Teiche und Biotope sind mit der ZARO-Verfahrenstechnologie bewiesenermassen möglich.http://www.zarobiotec.com
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Bio-Kraftstoffe: Raubbau unter Klimaschutz-Deckmantel
4.3.2008 von zaro.
Forscher fordern umfassendere, objektive Analyse der Biotreibstoffthematik
Hohenheim/Würzburg - Experten der Gesellschaft für Tropenökologie (gtö) http://www.gtoe.de sehen im Ausbau der Agro-Kraftstoff-Pflanzungen einen Raubbau an der Natur. In großem Tempo würden derzeit die noch verbliebenen natürlichen tropischen Lebensräume in Nutzflächen umgewandelt, um den enormen Flächenbedarf für Agro-Kraftstoffe zu schaffen, stellt die Gesellschaft zum Abschluss ihrer fünftägigen Tagung an der Universität Hohenheim fest. In einer Resolution haben 200 Wissenschaftler aus aller Welt an Bundesregierung, EU und weitere am Klimaschutz beteiligten Organisationen appelliert, sich für eine umfassendere, objektive Analyse der Agrotreibstoffthematik einzusetzen. Die Forscher fordern, nur die Entwicklung von solchen Konzepten zu fördern, bei denen kein weiterer Raubbau an den natürlichen Ökosystemen der Tropen stattfindet, die für die gesamte Erde lebenswichtige Leistungen erbringen.
„Das ist ein Raubbau unter dem Deckmantel des Klimaschutzes, der vor allem wirtschaftlichen Interessen dient, ohne dass die Folgen für das Weltklima, die Nahrungsmittelversorgung, die Gesundheit und die sozio-ökonomischen Folgen für die betroffene Bevölkerung angemessen bilanziert werden”, meint gtö-Präsident Karl Eduard Linsenmair im Interview. Die in der EU geforderte Beimengung von zehn Prozent Agrotreibstoffen bezeichnet der Forscher, der Professor für Tierökologie und Tropenbiologie am Biozentrum der Universität Würzburg http://www.zoo3.biozentrum.uni-wuerzburg.de ist, als hellen Wahnsinn. “Am schlimmsten sind die Auswirkungen in den Tropen. Aus massiven ökonomischen Interessen heraus kommt es zu einem überstürzten Handeln, bei dem die Anbaugebiete für Bio-Kraftstoffe massiv und ohne Abschätzung der Folgen ausgeweitet werden”, kritisiert der Forscher. “Felder von Kleinbauern werden rasant aufgekauft, um große zusammenhängende Plantagen zu schaffen. Diese verlieren dann ihre Lebensbasis. Teilweise können sie noch auf qualitativ schlechtere Böden ausweichen, wo sie aber wegen der minderen Qualität größere Flächen roden müssen, um die Nahrungsmittelproduktion zu halten.” Damit werde aber der Druck auf die restlichen Flächen weiter erhöht.
Auch über die angeblich positive Ökobilanz der Agrotreibstoffe wundert sich Linsenmair. Es gebe nur ganz wenige Fälle, in denen es eine vernünftige Ökobilanz gebe. Das sei bei der Bioethanol-Herstellung aus Zuckerrohr unter gewissen Voraussetzungen möglich. Den Klimaschutz hält Linsenmair deshalb meist für ein vorgeschobenes Argument. “Hier geht es primär ums Geld, nachdem die Energiepreise und der Energiebedarf so weit gestiegen sind, dass jetzt die Bio-Kraftstoffe sehr attraktiv werden.” Zudem sieht der Experte eine steigende Konkurrenz der Agrotreibstoffe mit der Lebensmittelproduktion.
Linsenmair betont auch die Bedeutung der immer noch weitgehend unerforschten Tropen für die Zukunft der Pharmazie. Pharmazeutisch seien die Tropen ein gigantisches Reservoir noch ungenutzter Wirkstoffe, deren Wert derzeit von pharmazeutischen Forschern wiederentdeckt würde. “Die Forscher sehen große Potenziale, z.B. in der Entwicklung neuer Antibiotika aus Hautgiften tropischer Frösche oder Antigerinnungsmittel aus dem Speichel von Vampirfledermäusen, um nur zwei von vielen weiteren Nutzungsmöglichkeiten anzuführen”, so der Wissenschaftler. Der jährliche Handelswert traditioneller Arzneimittel liege bei 80 Mrd. Dollar. Weltweit hingen 80 Prozent der Menschheit von solcher Naturmedizin ab. Es könne nicht sein, dass die wertvollsten Böden in den Tropen dazu verwendet würden, um Treibstoffpflanzen anzubauen, nur um kurzfristig ein gutes Geschäft damit zu machen, so der Forscher abschließend im Gespräch.
“Die Grundidee der Bio-Kraftstoffe, die man richtiger als Agro-Kraftstoffe bezeichnen sollte, ist nicht schlecht”, kommentiert Mitveranstalter Wolfgang Küppers, Professor für Botanik an der Universität Hohenheim http://www.uni-hohenheim.de. Es gebe auch vielversprechende Beispiele für den angepassten Anbau von Energiepflanzen. Ein Beispiel dafür sei etwa Biodiesel aus Jatropha-Pflanzen, die auf ausgelaugter Erde wachsen und dabei wieder fruchtbare Böden aufbauen. (Ende)
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