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Archive für 8.4.2008
Forscher lüften Geheimnisse um Metastasenbildung
8.4.2008 von zaro.
Eröffnung des Internationalen Kongresses über “Invasion und Metastasierung”
Berlin - “Bisher war der Prozess, wie Krebsmetastasen entstehen, von einer verwirrenden Komplexität. Jetzt sehen wir klarer und können beginnen, diesen Vorgang Stück für Stück zu entwirren”, erklärt Robert Weinberg vom Whitehead Institut für Biomedizinische Forschung http://www.wi.mit.edu bei der Eröffnung des Internationalen Kongresses über “Invasion und Metastasierung”, die derzeit am Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) http://www.mdc-berlin.de in Berlin stattfindet.
“Der größte Teil der lebensgefährlichen Tumore entsteht im menschlichen Gewebe aus Epithelzellen”, erklärt Weinberg im Interview. Bei Epithelzellen handelt es sich um ein- oder mehrlagige Zellschichten, die alle inneren und äußeren Körperoberflächen der vielzelligen Organismen bedecken. Zu den Epithelzellen gehören auch die Hautzellen, die die äußere Schutzschicht des Körpers bilden. “Uns hat interessiert, wie es einzelnen Krebszellen gelingt, sich vom Ersttumor zu lösen, sich im gesamten Körper über Blut- und Lymphgefäße zu verteilen, danach neue Stellen im Körper zu suchen und sich dort anzusiedeln.” Der Forscher hat darauf eine Antwort gefunden: “Die Krebszellen verändern sich dramatisch. Sie verlieren alle Eigenschaften der Epithelzelle, werden mobil, können dem Zelltod entgegenstehen und werden invasiv.”
“Diese Veränderung bezeichnet man als epitheliale-mesenchymale Transition (EMT)”, erklärt Weinberg. Der Vorgang, bei dem die Zelle die Eigenschaften einer Mesenchymzelle annimmt, ähnelt sehr stark der Embryonalentwicklung.” Man könne sagen, dass sich die Zelle zu einer Stammzelle zurückentwickelt. Der Vorgang ähnle auffallend dem Vorgang, der normalerweise während der Embryonalentwicklung oder bei der Wundheilung auftrete. Die zur Mesenchymzelle gewordene Krebszelle verliert zudem auch noch den Zellkitt, der sich bisher an andere Zellen haften ließ. Dadurch können die neu entstandenen Zellen den ganzen Körper durchwandern. “Ohne den Stammzelleigenschaften ist es den Zellen nicht möglich makroskopische Metastasen zu bilden”, erklärt Weinberg. Ein weiterer wesentlicher Punkt sei zudem die Selbsterneuerung und Vermehrungsmöglichkeit der umgewandelten Zellen
Ob diese “Transformation” nur ein Teilchen in der Ursache der Metastasenbildung ist, könne man allerdings noch nicht sagen. Weinberg will auch keine Aussagen auf eine neue Therapie treffen. “Dazu ist es noch viel zu früh. Möglicherweise gibt es nämlich auch noch andere alternative Programme, die Krebszellen dazu befähigen, Metastasen zu bilden und im Körper zu streuen. Unklar sei auch die Frage, warum es bei manchen Krebsarten zu keiner Metastasenbildung kommt und warum sich bei Brustkrebs Metastasen vor allem im Gehirn, der Leber, den Knochen und den Lungen, bei Prostatakrebs hingegen hauptsächlich in den Knochen und bei Dickdarmkrebs vorwiegend in der Leber bilden.
Weinberg, der auch am Massachusetts Institute of Technology (MIT) http://www.wi.mit.edu lehrt, gilt als Pionier der Krebsforschung. Er hat das erste Krebsgen beim Menschen entdeckt, das gesunde Zellen in Tumorzellen umwandelt, sowie das erste Tumorsuppressorgen, das auch Krebs auslösen kann, wenn es verändert ist. (Ende)´
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