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Archive für September 2008
Hälfte aller Diabetes-Amputationen vermeidbar
30.9.2008 von zaro.
Experten kritisieren vorschnelle Radikaloperationen
Heidelberg - “Jährlich werden in Deutschland knapp 40.000 Diabetes bedingte Amputationen vorgenommen - nur die Hälfte ist jedoch wirklich notwendig”, meint Wolfram Wenz, leitender Oberarzt an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg http://www.klinikum.uni-heidelberg.de, im Interview. “In einigen Fällen wird bereits nach einem Jahr bei Diabetespatienten ein Fuß amputiert, obwohl mit etwas Geduld und Einsatz dieser durchaus zu retten wäre”, beklagt der Spezialist für rekonstruktive Fußchirurgie. Den Grund dafür sieht er darin, dass es zu wenig Spezialärzte für das Thema diabetisches Fußsyndrom in Deutschland gibt. “Oftmals kümmern sich in den Kliniken Internisten um Diabetiker, die nicht immer das absolute Fachwissen um die Komplexität der Thematik haben”, meint Wenz. Ein ähnliches Bild zeichnet auch Eckhard Müller, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft diabetischer Fuß http://www.ag-fuss-ddg.de , gegenüber uns: “Einige Ärzte sind einfach zu ungeduldig und können den Heilungsprozess nicht abwarten. Das ist ein ernsthaftes Problem.”
In einer Erhebung konnte Wenz nachweisen, dass circa 36 Prozent der Diabetiker nach der ersten Amputation binnen eines Jahres versterben und rund die Hälfte innerhalb der nächsten drei Jahre. Nach fünf Jahren lebt nicht einmal mehr jeder dritte Amputationspatient. “Der Grund dafür dürfte sein, dass eine Amputation für die Betroffenen der Anfang vom Ende ist und sie sich innerlich aufgeben”, sagt Wenz. Dazu komme, dass nach einer Fuß- oder Beinamputation das verbleibende Bein viel stärker belastet wird. Dadurch würde bei rund 50 Prozent der Beinamputierten binnen der nächsten vier Jahre auch das zweite abgenommen werden. “Durch die Amputationen sind die Patienten nicht mehr in der Lage, alleine für sich zu sorgen und landen in der Vielzahl in Pflegeheimen”, führt Wenz aus. “Da kann doch kaum noch von einer Erleichterung für die Patienten gesprochen werden.”
Wenz plädiert dafür, statt auf Amputationen auf vorbeugende Maßnahmen und Gliedmaßen erhaltende Operationen zu setzen. Dazu gehört auch eine genaue Beobachtung des eigenen Körpers. “Das Problem bei Diabetikern ist, dass sie oftmals gar nicht mitbekommen, dass sie eine Wunde haben”, sagt Michael Stumvoll, Experte für Diabetes an der Universität Leipzig, gegenüber pressetext. Denn neben einem Verschluss der Gefäße kommt es zudem zu einer Nervenerkrankung, wodurch die Patienten kein Gefühl mehr in Fuß oder Bein haben. “Dann reicht schon ein nicht bemerktes Taschentuch im Schuh aus, dass sich eine Blase unter dem Fuß bildet und diese kann sich bei Nichtbehandlung entzünden”, so Stummvoll. Auch Müller appelliert an die Patienten. Diese müssten anfangen zu verstehen, dass sie auch mit kleinsten Verletzungen zum Arzt gehen sollten. “Aus Bagatellen kann sich bei Diabetikern ganz schnell eine große Entzündung entwickeln”, so Müller.
Wenz und sein Team konnten in den vergangenen Monaten bei einer Vielzahl von Patienten Füße retten, die von anderen Ärzte amputiert werden sollten. “Wir trauen uns vielleicht mehr zu als andere Kollegen. Eine Fußoperation ist für mich, wie in mein Wohnzimmer zu gehen”, erklärt Wenz selbstbewusst. Bei ihrer Methode entfernen die Heidelberger Ärzte nicht den ganzen Fuß, sondern nur den entzündeten Knochen und lassen Nervenbahnen im Inneren des Fußes stehen. “Dann wird der Knochen durch Teile der eigenen Beckenschaufel ersetzt und durch Schrauben fixiert”, erläutert Wenz.
Hoffnung darauf, dass es erst gar nicht zu Entzündungen kommt, macht ein britisches Forschungsergebnis. Wissenschaftler der Universität Bristol fanden ein Protein, das dafür verantwortlich gemacht wird, dass der Wundverschluss langsamer vorangeht. Sie hoffen, daraus in einigen Jahren ein wirksames Medikament entwickeln zu können. (Ende)
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Abnormale Chromosomenzahl muss nicht zu Krebs führen
29.9.2008 von zaro.
Erkenntnisse geben neue Hoffnung in der Tumorforschung
Bremen - Eine abnormale Chromosomenzahl führt nicht wie bisher angenommen zu einem frühzeitigen Absterben von Zellen, physiologischen Defekten, Verhaltensstörungen oder zur Bildung von Tumoren. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler der Jacobs University Bremen http://www.jacobs-university.de. Dazu untersuchten das Team um den Neurobiologie-Professor Günther Zupanc den Messerfisch Apteronotus leptorhynchu, in dessen Gehirn etwa jede fünfte neu gebildete Zelle zum Teil erhebliche Abweichungen in der Chromosomenzahl aufweist. Wie die Forschungsarbeiten zeigten, entwickelt sich von diesen Zellen eine große Anzahl zu Neuronen, die bis zum natürlichen Lebensende des Fisches erhalten bleiben.
Bislang galt als gängige Lehrmeinung, dass jede Zelle eines Organismus die identische Erbinformation enthält, die auf einer arttypischen Anzahl von Chromosomen gespeichert ist. Als Ausnahmen galten Spermien und Eizellen, die je nur einen halben Chromosomensatz enthalten. Menschen beispielweise besitzen insgesamt 46 Chromosomen, 22 Paar autosomale Chromosomen und zwei Geschlechts-Chromosomen. Eine Abweichung von der arttypischen Anzahl, sogenannte “Aneuploidie”, führt nach bisherigem Kenntnisstand entweder zum frühzeitigen Absterben der Zellen durch den “programmierten Zelltod” oder ruft schwere Beeinträchtigungen hervor. Dazu zählen etwa das Down-Syndrom beim Menschen oder bösartige Tumoren, deren Zellen ebenfalls fast immer durch eine merkliche Variation der normalen Chromosomenzahl gekennzeichnet sind.
Zupanc konnte zusammen mit seinem Team nun nachweisen, dass die Nervenzellen im Gehirn des Messerfisches, die durch Fehler bei der Zellteilung eine erhebliche Chromosomenvariabilität aufweisen, nur geringfügig häufiger durch programmierten Zelltod eliminiert werden als Zellen mit normaler Chromosomenausstattung. Die Mehrzahl der Zellen mit abweichender Chromosomenzahl, die dem Zelltod während oder kurz nach der Zellteilung entgehen, überleben dauerhaft. Im Experiment konnte dies gezeigt werden, indem das Schicksal der Zellen über einen Zeitraum von bis zu 860 Tagen verfolgt wurde. Dies entspricht etwa der Hälfte der Gesamtlebenserwartung der untersuchten Fischart, die wie andere Knochenfische kontinuierlich neue Neuronen auch im ausgewachsenen Gehirn produzieren kann. Von den neuen Zellen mit abweichender Chromosomenzahl entwickeln sich etwa genauso viele zu Neuronen wie von den Zellen mit normaler Chromosomenzahl.
“Dieses Ergebnis war eine große Überraschung für uns”, sagt Zupanc. Das anscheinend völlig normale Funktionieren von aneuploiden Nervenzellen während der gesamten Lebensspanne des Fisches stütze die Vermutung, dass es sich bei der beobachteten Chromosomenzahlvariabilität um einen Regelmechanismus für Genaktivität handelt, der für einige, vielleicht sogar alle Organismen ein ganz normaler Teil ihrer Entwicklung sei, so der Neurobiologe weiter.
In weiteren Arbeiten wollen die Wissenschaftler nun der Frage nachgehen, ob sich die Forschungsergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen. Denn dies könnte für die Tumorforschung ein wichtiger Schritt sein. Bisher gingen Forscher nämlich davon aus, dass Aneuploidie die Ursache für Krebs ist. (Ende)
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Abwässer-Bewässerung belastet Obst und Gemüse
24.9.2008 von zaro.
Weltwasserwoche: 85 Prozent der Städte lassen Abwässer ungeklärt ab
Stockholm/Eschborn - Dringender Handlungsbedarf besteht nach Ansicht von Wasserexperten bei der Entfernung gefährlicher chemischer Substanzen aus städtischen Abwässern. Eine Studie des International Water Management Institutes IWMI http://www.iwmi.cgiar.org hat gezeigt, dass in 85 Prozent der Städte Abwässer ohne vorherige Behandlung abgelassen werden. Dramatisches Detail am Rand ist die Tatsache, dass viele Nutzpflanzen mit Abwässern bewässert werden. In 80 Prozent der 53 untersuchten Städte wurden Abwässer für die Pflanzenzucht verwendet. Die jüngste IWMI-Studie wurde bei der derzeit in Stockholm stattfindenden Weltwasserwoche http://www.worldwaterweek.org präsentiert.
“Wenn es richtig gemacht wird, kann Abwasser ohne weiteres zur Bewässerung verwendet werden”, meint die Wasser-Expertin Dörte Ziegler von der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GTZ Interview. Es sei grundsätzlich positiv die im Abwasser enthaltenen Nährstoffe wieder in den natürlichen Kreislauf zu bringen. “Die wesentlichste Frage ist und bleibt natürlich, welche Substanzen sich im Abwasser befinden. Dabei ist es entscheidend, ob es sich um Haushaltsabwässer oder um Industrieabwässer handelt”, so die Expertin. Auch Haushaltsabwässer müssen vorbehandelt werden, da sich Pathogene darin befinden können, die zu schweren gesundheitlichen Problemen führen können. “In den USA darf Frischgemüse beispielsweise nicht mit solchen Abwässern bewässert werden.”
Wesentlich schwieriger sei die Situation allerdings dann, wenn Industrieabwässer zur Bewässerung gelangen. Reine Industrieabwässer kommen zwar nicht zur Anwendung, häufig sind jedoch Industrieabwässeranteile bei den Abwässern dabei. Auch hier stellt sich die Frage nach der Herkunft sowie den darin enthaltenen Bestandteilen und Stoffklassen.” Grundsätzlich meint die Expertin, dass eine Trennung von Industrie- und Haushaltsabwässern empfehlenswert ist. “In jedem Fall sollte die Ausbildung und Information zu Abwasser für Bewässerung verbessert und in Entwicklungsländern stärker unterstützt werden, da je nach Abwasser, Art der Behandlung und Anbaukulturen die Gesundheitsrisiken stark variieren”, meint Ziegler abschließend im Gespräch mit Robert Zach von ZARO Biotec.
Das rapide Wachstum der Städte - vor allem in Entwicklungsländern - lassen die Nachfrage nach Wasser zur Bewässerung von Plantagen steigen. IWMI-Generaldirektor Colin Chartres meint gegenüber BBC-Online, dass die Menge der Nahrungspflanzen, die mit Abwässern bewässert werden, nicht bekannt sei. Mit steigenden Nahrungsmittelpreisen und steigenden Preisen für Düngemittel sei jedoch davon auszugehen, dass diese immer höher werde. Schätzungen zufolge leben 5,6 Mio. Bauern von Abwässern. Vielfach werde nur sehr oberflächlich nach Verunreinigungen gesucht, wie Chartres erklärt: “Wenn das Wasser faulig schmeckt oder riecht, wird es meist nicht verwendet. Aber gerade solche Testmethoden sind sehr gefährlich”, kritisiert der Experte. Zu den wichtigsten Vorhaben zählt klarerweise eine Trennung der Abwässer nach der Entstehung. Die internationale Staatengemeinschaft müsse Verfahren und Praktiken entwickeln, die ein Gesundheitsrisiko, aber auch Umweltverschmutzung vorbeugt. (Ende)
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Dringender Handlungsbedarf bei Wasserversorgung
22.9.2008 von zaro.
Weltwasserwoche: 1,4 Mio. Kinder sterben jährlich an Hygienemängeln
Stockholm - Mangelnde Hygiene kostet jährlich mindestens 1,4 Mio. Kindern das Leben. Zu diesem Schluss kommen Experten bei der Weltwasserwoche http://www.worldwaterweek.org, die derzeit in Stockholm über die Bühne geht. Die insgesamt 2.500 Experten, die zur Konferenz angereist sind, werden über Lösungsvorschläge diskutieren.
Die mangelnde Hygiene ist der größte Skandal, meinen die Veranstalter. Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser sei die effektivste Intervention zur Erhaltung der Gesundheit. Gerade in diesem Bereich müsste wesentlich mehr investiert werden. Globale Anliegen wie etwa Energie- und Lebensmittelversorgung wären zwar wichtig, die Frage nach dem Wasser sei allerdings fundamental. “Alle 20 Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen einer Krankheit, die durch mangelhafte Hygiene, verschmutztes Wasser oder mit Keimen verunreinigte Nahrung verursacht wird. In vielen Entwicklungsländern ist mangelnde Sanitärversorgung eines der größten, häufig tödlichen Gesundheitsrisiken für Kinder”, meint der Staatssekretär im
Bundesentwicklungsministerium Erich Stather.
Allein der volkswirtschaftliche Schaden wegen dieser vermeidbaren Krankheiten ist massiv. In Entwicklungsländern gehen mehr als 1,2 Mrd. Arbeitstage pro Jahr verloren, rechnet Stather vor. Verschmutztes Wasser, fehlende Toiletten und nicht entsorgte Fäkalien verursachen weltweit 88 Prozent aller Durchfallerkrankungen. Diese sind insbesondere für viele Kinder fatal. “Derzeit leben 2,6 Mrd. Menschen, darunter fast eine Milliarde Kinder, ohne sanitäre Grundversorgung, die meisten in Südostasien und in Afrika südlich der Sahara”, so der Experte. Eine weitere Verschärfung der Wasserproblematik, ist der Klimawandel. Zukunftsszenarien zeichnen eine dramatische Situation: Bereits heute ist ein Fünftel der Weltbevölkerung von Wasserknappheit betroffen, bis 2025 werden 30 Prozent Menschen in Regionen leben, in denen es zu Wasserrationierungen kommen wird.
Zur Veranschaulichung des weltweiten Wasserverbrauchs hat der Wissenschaftler John Anthony Allan vom Londoner King’s College das Konzept des Wasser-Fußabdrucks, den Waterfootprint ins Leben gerufen. Dabei kann für jedes Produkt das Äquivalent des Wasserverbrauchs errechnet werden. Für die Produktion einer Tasse Kaffee sind demnach 140 Liter Wasser erforderlich, für ein Kilo Reis 3.400 Liter, für ein Kilo Rindfleisch 15.500 Liter. Ein einziges T-Shirt aus Baumwolle kostet 2.700 Liter Wasser, ein Auto insgesamt 400.000 Liter. Der globale Wasserverbrauch schwankt selbst in den Industrieländern sehr deutlich: Ein durchschnittlicher Europäer verbraucht 200 Liter Wasser am Tag, ein Nordamerikaner insgesamt 400 Liter täglich. Im Vergleich dazu muss ein Bewohner eines afrikanischen Staates mit zehn Litern pro Tag für Essen, Trinken und zum Waschen auskommen.
Doch die politischen Übereinkommen, wie man die Ressource Wasser sinnvoll teilen kann, fehlen bisher. In jeder solchen Vereinbarung müsse auch das Thema “Klimawandel” mitberücksichtigt werden, meinen viel Experten unter anderem auch Robert Zach von ZARO biotec in Tirol. Erst vor kurzem haben Forscher die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf den Wasserzyklus berechnet. (Ende)
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Isolation verstärkt finanziellen Stress
20.9.2008 von zaro.
Rückzug ist keine gute Antwort auf Geldsorgen
London - Die Mental Health Foundation http://www.mentalhealth.org.uk warnt davor, dass Menschen, die durch Isolation mit ihren finanziellen Problemen fertig werden wollen, ihre psychische Gesundheit gefährden. Eine Befragung unter 2.000 britischen Erwachsenen hat ergeben, dass ein Drittel von ihnen aufgrund eingeschränkter finanzieller Mittel weniger mit Freunden weggeht. Die Wohltätigkeitsorganisation erklärte, dass die jüngere Generation derzeit erstmals einem derartigen finanziellen Stress ausgesetzt sein dürfte. Sie fordert die Betroffenen auf, sich für kostengünstigere Aktivitäten zu entscheiden aber sie auf keinen Fall ganz einzustellen.
Die Umfrage zeigte, dass acht von zehn Menschen sich Sorgen über die Auswirkungen ihrer derzeitigen finanziellen Situation machen. Zwei Drittel gaben an, dass sie ihre Geldsorgen permanent beschäftigen. Fast doppelt so viele Menschen zwischen 18 und 24 Jahren haben laut BBC Geldprobleme wie die Altersgruppe über 55 Jahren. Die Betroffenen versuchen jedoch, das Beste aus der Situation zu machen. Einer von vier Teilnehmern gab an, selbst einen Garten angelegt zu haben. Einer von fünf Betroffenen geht entweder zu Fuß oder fährt mit dem Rad anstatt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Taxis unterwegs zu sein. Zusätzlich werden die Ausgaben für Kleidung, Urlaub und Treibstoff reduziert.
Die Mental Health Foundation geht jedoch davon aus, dass sich die Einschränkung sozialer Aktivitäten nachteilig auswirken kann. Celia Richardson, eine Sprecherin der Organisation, betonte, dass die Rezession sich auf alle Lebensbereiche auszuwirken beginnt. Die Spannbreite reiche dabei von den Lebensmittelpreisen über die Raten für die Kredite. Die aktuelle Studie zeige eindrucksvoll, dass Geldsorgen bei vielen Menschen Stress verursachen. Die Betroffenen passten sich jedoch an die veränderte Situation an. Einige der Veränderungen seien für das psychische Wohlbefinden gut. “Durch geringere Ausgaben können die Menschen sich vor ernsthaften Schulden bewahren, die zu Angstgefühlen und Depressionen führen können.” Das Einkaufen und Geldausgeben müsse durch andere Aktivitäten, die Spaß machen, ersetzt werden. Isolation sei nicht der richtige Weg. Spieleabende mit der Familie und Freunden oder Frisbee-Spielen im Park seien durchaus attraktive Alternativen. (Ende)
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Arthrose: Auf nachhaltige Therapien setzen
17.9.2008 von zaro.
München-Großhesselohe- Wenn steife Gelenke die Beweglichkeit einschränken, sind Frust und Schmerzen vorprogrammiert. Doch statt aus Angst vor dem nächsten Schub zu resignieren, sollten Betroffene gegen die chronische Gelenkerkrankung aktiv werden.
Wichtig: So wie Arthrose Zeit braucht, um zur vollen Ausprägung zu kommen, so sollten sich Patienten Zeit für die Behandlung nehmen. Nicht der schnelle Erfolg, sondern die dauerhafte und stetige Therapie zählt. Der Griff zum Schmerzmittel mag im ersten Moment zwar erleichternd wirken - häufig sind komplementäre Behandlungsmethoden aber nachhaltiger. Dazu zählen Bewegungstherapien genauso wie Entspannungsmethoden und Phytotherapie.
Vor allem die ‘Apotheke der Natur’ hält eine Reihe von Heilpflanzen bereit, deren gute Wirkung und Verträglichkeit wissenschaftlich belegt sind. Weil Extrakte beispielsweise aus der Weidenrinde eher ganzheitlich und damit sanfter in die Schmerz- und Entzündungskaskaden eingreifen, benötigt der Patient etwas Geduld. Erleichterung verspürt man in der Regel erst nach einigen Wochen, dafür entfaltet sich die Wirkung aber an der Wurzel des Übels. Der Grund: Die pflanzlichen Antirheumatika sind Vielstoffgemische unter anderem aus Flavonoiden, Phenolsäuren, Salicylsäure-Derivaten und Saponinen, deren Einzelsubstanzen im Zusammenspiel eine überadditive Wirkung entfalten.
“Weidenrinden-Extrakte besitzen ein wesentlich breiteres Wirkspektrum als rein synthetische Rheumamittel, die im Allgemeinen nur an einer Stelle der Entzündungs- und Schmerzkaskade im Körper eingreifen”, betont der Münchner Allgemeinmediziner Dr. Erwin Häringer.
Besonders hochwertige Weidenrinden-Extrakte stehen als apothekenpflichtiges Arzneimittel zur Verfügung, informieren Sie sich in ihrere Apotheke. Als Kur über mindestens sechs Wochen wirkt das Präparat gezielt den entzündlichen Ursachen der Arthrose entgegen. (Ende)
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Bessere Zeiten für Buckelwale
16.9.2008 von zaro.
Sanfte Meeresriesen erstmals weniger gefährdet
Genf/Wien - Vier Jahrzehnte nach dem Ende der Jagd auf Buckelwale hat der weltweite Bestand der Meeressäuger erstmals ein stabiles Maß angenommen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe. Die Internationale Naturschutzorganisation IUCN http://www.iucn.org hat die Buckelwale in eine geringere Gefährdungskategorie auf der Roten Liste eingestuft. Das bedeute allerdings nicht, dass damit Jagd auf die Tiere gemacht werden dürfe, betont die IUCN.
Weltweit wird der Bestand an adulten Buckelwalen auf mindestens 40.000 geschätzt. Im Vergleich dazu waren es etwa 240.000 Tiere in Zeiten ehe der kommerzielle Walfang begonnen hat. “Die Erholung der Buckelwal-Population ist direkt auf den Walfang-Stopp zurückzuführen”, meint Randall Reeves von der Wall-Expertengruppe des IUCN. Was die Umweltschützer beunruhigt ist der zu erwartende Andrang der Walfang-Nationen nun auch wieder Buckelwale zu bejagen. “Das ist eigentlich eine ziemliche deutliche Antwort: Von allen Großwalen sind die Buckelwale diejenigen, die am besten gedeihen, wenn man sie in Ruhe läßt”, meint der Experte.
Umweltschutzgruppen wie Greenpeace haben sich zu dem Thema bereits zu Wort gemeldet. “Japans Regierung hatte im November 2007 beschlossen, eine Quote von 50 Buckelwalen zu fangen”, meint Greenpeace-Meeresbiologin Antje Helms http://www.greenpeace.at im Interview. Massive Proteste vor allem von Seiten Australiens und Neuseelands haben das schließlich verhindert, so Helms. “Die Buckelwale, die die Japaner töten wollten, sind jene mit denen die Staaten gutes Geld beim Wal-Beobachten erzielen”, so Helms. “Auch wenn sich die Bestände erholt haben, sind sie immer noch meilenweit davon entfernt, auch nur annähernd jene Zahl zu erreichen, die sie vor dem Anfang des kommerziellen Walfangs hatten.”
Über das Verhalten der großen Wale wisse man immer noch sehr wenig, erklärt Helms. Greenpeace habe im Vorjahr Buckelwale vor Tonga mit einem Sender versehen, um zu sehen, wo und mit welchen Partnern sich die Tiere paaren. “Das Ergebnis war erstaunlich, denn diese Sippschaft, die aus rund 50 Tieren bestand, blieb unter sich.” Würde man drei oder vier adulte Tiere aus diesem Bestand töten, bedeute dies das Ende dieser Familie, so Helms.
Der IUCN-Bericht zeichnet für kleinere Meeressäuger hingegen ein sehr trauriges Bild. Immer noch werden Delfine und Tümmler als Beifang in riesigen Netzen gefangen und verenden qualvoll. “Es ist erschreckend wie schnell einige Delfine und Tümmler verschwinden”, meint Reeves. “Da gibt es keine Walfangflotten und kein blutrot gefärbtes Meer. Sie sterben leise in den engmaschigen Netzen”, so der Experte. In einer von der FAO erhobenen Studie belaufe sich die Zahl, der als Beifang im Netz mitgefangenen Wale und Delfine auf jährlich mindestens 350.000 Tiere. “Die Dunkelziffer könnte bei sogar einer Million liegen”, meint Helms. Vielfach würden Fischer dazu keine Angaben machen und die Tiere auf hoher See entsorgen. (Ende)
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Partnerschaftsregel: Gleich und Gleich gesellt sich gern
15.9.2008 von zaro.
Volksmund irrt bei “Gegensätze-ziehen-sich-an”-Spruch
Mannheim/Berlin - Geht es nach der Frage der Beziehung zwischen zwei Menschen irrt der Volksmund, wenn er behauptet, dass Gegensätze einander anziehen. Wahr ist vielmehr, dass Gleich und Gleich am besten miteinander auskommen - und das vor allem auf längere Sicht. Zu diesem Schluss kommen die beiden Forscher Beatrice Rammstedt von der Gesellschaft Sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen http://www.gesis.org und Jürgen Schupp vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung http://www.diw.de im Fachmagazin Personality and Individual Differences. Mehr als 6.000 Paare haben die beiden Wissenschaftler untersucht.
“Wir haben entdeckt, dass Partnerschaften dann funktionieren, wenn in den drei Dimensionen Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Offenheit Ähnlichkeit vorherrscht”, so Rammstedt im pressetext-Interview. “Man kann sagen, dass nur die kongruenten Partnerschaften überleben.” Unter Verträglichkeit verstehe man die Liebenswürdigkeit und die Freundlichkeit und die Einstellung dazu. “Ein altruistisch denkender Mensch würde mit einem anders Agierenden kaum glücklich werden.” Das gleiche gelte auch für die Gewissenhaftigkeit. Darunter verstehe man die Wertigkeit der Arbeit, aber auch grundlegende Charaktereigenschaften wie etwa Ordentlichkeit, Pünktlichkeit oder Strukturiertheit. Unterschiede in diesen Bereichen stellen zweifellos ein großes Konfliktpotenzial dar. “Unter Offenheit für Erfahrungen verstehen wir das Interesse an kulturellen, praktischen, kulinarischen Bereichen, aber auch Wertvorstellungen.” Es sei nachvollziehbar, dass ein experimentierfreudiger Mensch, der in einer Beziehung auf einen nicht solchen stößt, Probleme bekomme.
Extroversion und emotionale Stabilität spielten hingegen bei der Partnersuche eine relativ geringe Rolle. “Hier zeigt sich deutlich, dass ein unterschiedlicher Zugang auch günstig sein kann”, meint die Psychologin. Zwei extrem gesprächige Menschen oder auch zwei emotional instabile bergen ebenfalls ein Konfliktpotenzial in sich”, so Rammstedt. Paare, die bereits seit Jahren in einer glücklichen Partnerschaft miteinander lebten, zeigten deutlich ähnliche Charakterzüge - vor allem was die Freundlichkeit und das Einverständnis anlangt. Bei jenen Partnern, die hier ähnlich zueinander waren, hielt die Beziehung über längere Zeiträume.
Für andere Forscher wie etwa den Psychologen Sanjay Srivastava von der University of Oregon in Eugene, die nicht an der Studie mitgearbeitet hat, ergibt sich ein etwas anderes Bild. “Möglicherweise werden Partner, je länger sie zusammen sind, einander immer ähnlicher.” Dieser Aussage hält Rammstedt entgegen, dass Persönlichkeit zu einer der stabilsten Merkmale eines Menschen gehört. “Es würde mich wundern, wenn sich solche wesentlichen Strukturen einfach so schnell verändern”, meint die Psychologin. “Wir werden aber auch dies untersuchen.” Die beiden Forscher werden in einer Längsschnittstudie die 6.000 Paare erneut befragen. (Ende)
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Bakterien fressen Pestizidrückstände auf
9.9.2008 von zaro.
Ideale Möglichkeit zur biologischen Sanierung kontaminierter Böden
Rom - Mitarbeiter des zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Ricerca sulle Acque http://www.irsa.cnr.it haben Bakterienstämme entdeckt, die in der Lage sind, Rückstände von für die menschliche Gesundheit gefährlichen Pestiziden zu beseitigen. “Vor allem die in Italien und weltweit in der Landwirtschaft am häufigsten verwendeten Pflanzenschutzmittel auf Triazin-Basis gehören zu den schlimmsten Risikofaktoren für Böden und Grundwasser”, erklärte die Projektleiterin Anna Barra Caracciolo.
“Diese für Mensch und Natur gefährlichen Substanzen können jedoch von bestimmten Bakterienarten als Nahrungsquelle genutzt und somit nachhaltig abgebaut werden. Besonders geeignet ist der sowohl in der Erde als auch im Grundwasser vorkommende Rhodococcus wratislaviensis.” Bakterien dieser Gattung könnten deshalb in idealer Weise zur biologischen Sanierung kontaminierter Böden eingesetzt werden.
“Die bisher angewandten Methoden zur Kultivierung von Bakterien unter Laborbedingungen haben zur Identifikation von rund 3.000 verschiedenen Bakterienarten geführt”, so die italienische Forscherin weiter. “Diese stellen jedoch nur einen Bruchteil der tatsächlich existierenden Populationen dar. Dank neuer Molekulartechniken, die das Bakterien-DNA anhand der ribosomalen Ribonukleinsäure rRNA 16S bestimmen, ist inzwischen eine genauere Erkennung und Klassifizierung möglich.”
Insbesondere gut geeignet sei die mit Hilfe von Fluoreszenzsonden funktionierende Hybridisierungstechnik, bei der kurze Gensequenzen (Oligonukletide) von Ribosomalbakterien an einen fluoreszierenden Marker gekoppelt werden. Die Laborprobe wird dabei so vorbereitet, dass diese Sonden in das Zellinnere der Bakterien eindringen und die eventuell vorhandenen ribosomalen Gensequenzen hybridisieren. In diesem Fall könne dank der Fluoreszenztechnik die gesuchte Bakterienart oder -gattung unter dem Mikroskop sichtbar gemacht werden. (Ende)
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Joggen verlangsamt den Alterungsprozess
5.9.2008 von zaro.
Vorteile durch Sport im Alter größer als bisher angenommen
Stanford - Wissenschaftler des Stanford University Medical Center http://www.stanford.edu/home/medcenter haben nachgewiesen, dass regelmäßiges Laufen den Alterungsprozess verlangsamen kann. Ältere Jogger starben nur halb so wahrscheinlich frühzeitig an Krankheiten wie Krebs. Zusätzlich war ihre Lebensqualität durch den gesünderen Lebensstil höher. Experten wie Gordon Lishman von Age Concern betonten ebenfalls, dass regelmäßige körperliche Bewegung vor allem bei älteren und alten Menschen wichtig ist. Details der Studie wurden in den Archives of Internal Medicine http://archinte.ama-assn.org veröffentlicht.
Das Team um James Fries begleitete 500 ältere Läufer mehr als 20 Jahre lang und verglich ihre Werte mit einer vergleichbaren Gruppe von Nichtläufern. Zu Beginn der Studie waren sie alle zwischen 50 und 60 Jahre alt. Nach 19 Jahren waren 34 Prozent der nicht sportlichen Gruppe verstorben, aber nur 19 Prozent der Läufer. Beide Gruppen hatten mit steigendem Alter mit körperlichen Gebrechen zu kämpfen. Sie setzten jedoch bei den Sportlern durchschnittlich 16 Jahre später ein. Der Unterschied im gesundheitlichen Zustand blieb auch bestehen als die Teilnehmer mehr als 80 Jahre alt waren. Das Laufen scheint nicht nur die Anzahl der Todesfälle, die mit Erkrankungen der Arterien oder des Herzens zusammenhängen, zu verringern, sondern auch die Anzahl der Todesfälle durch Krebs, neurologische Erkrankungen, Infektionen und andere Ursachen. Keine Hinweise gab es darauf, dass die Läufer eher unter Osteoarthritis litten oder ihre Kniegelenke durch eine Plastik ersetzt werden mussten.
Zu Beginn der Studie liefen die Teilnehmer durchschnittlich rund vier Stunden pro Woche. Nach 21 Jahren hatte sich dieser Wert auf rund 76 Minuten verringert. Sie selbst profitierten aber auch dann noch vom regelmäßigen Joggen. Auch Fries betonte, dass die Vorteile durch die regelmäßige Sportausübung deutlich größer gewesen seien als ursprünglich angenommen. Dennoch zeigen die Zahlen laut BBC, dass allein in Großbritannien 90 Prozent der Menschen über 75 Jahren die Empfehlungen der internationalen Richtlinien nicht erreichen. Sie raten zu einer halben Stunde moderatem Sport mindestens fünf Mal in der Woche. Bericht von Robert Zach, ZARO Biotec
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Krebsgene funktionieren anders als gedacht
4.9.2008 von zaro.
Myc sorgt auch ohne Max für unkontrolliertes Zellwachstum
Zürich - Forschern der Universität Zürich http://www.unizh.ch ist es gelungen einen wichtigen Schritt zum Verständnis eines der bedeutendsten Krebsgene zu machen. Bisher galt als gesichert, dass das Krebsgen Myc nur zusammen mit einem Partnergen namens Max funktionieren kann. Dominik Steiger und Peter Gallant fanden nun heraus, dass Myc das Zellwachstum auch alleine anregen kann und damit auch eigenständig für die Entstehung von Krebs verantwortlich sein könnte.
Denn Krebs entsteht durch die unkontrollierte Zellvermehrung als Folge von Mutationen in Krebsgenen. Doch hat Myc nicht nur negative Eigenschaften. “Viele dieser Gene, darunter auch Myc, werden auch für das Zellwachstum während der normalen Entwicklung benötigt”, erklärt Gallant vom Zoologischen Institut der Universität Zürich. “So sterben beispielsweise Tiere ohne funktionelles Myc während der frühen Entwicklung.” Wie bei anderen wachstumskontrollierenden Proteinen hat sich auch die Funktion von Myc während der Evolution wenig verändert - so wenig, dass sogar menschliches Myc die Funktion von Myc in der Taufliege Drosophila melanogaster übernehmen kann. Dies erlaubte es nun der Gruppe von Gallant, die Funktion von Myc und seinem Partner Max in Drosophila zu untersuchen und aus den gewonnenen Resultaten Rückschlüsse auf die Funktion von Myc und Max im Menschen zu ziehen.
“Verschiedene Experimente zeigten zu unserer Überraschung, dass Max zwar durchaus eine Rolle spielt, aber dass Myc für viele Aktivitäten Max gar nicht benötigt”, so Gallant. Insbesondere kann Myc auch in Abwesenheit von Max die Aktivität eines Enzyms ankurbeln, das eine wichtige Rolle fürs Zellwachstum spielt. Ganz wichtig für diese Erkenntnis war ein Vergleich zwischen Fliegen, denen Myc fehlt, mit Fliegen, denen Max fehlt. Während Fliegen ohne Myc ganz früh in der Entwicklung sterben, entwickeln sich Tiere ohne Max nahezu bis ins Erwachsenenstadium. Somit haben der Verlust von Myc und von Max nicht die gleichen Folgen - was man aber erwarten würde, wenn Myc nur zusammen mit Max funktionieren könnte.
Die Wissenschaftler gehen so weit, dass sie sogar spekulieren würden, dass die Funktionen, die Myc zu einem solch potenten Krebsgen machen, vielleicht auch zu einem Großteil nicht durch Max vermittelt werden, was dann entsprechende Folgen für mögliche Therapien haben würde.” Die Bedeutung dieser neuen Arbeit liegt also für einmal nicht in der Identifizierung eines bisher unbekannten Proteins, sondern im Befund, dass ein schon lange bekanntes Protein anders funktioniert als angenommen”, erklärt Gallant. (Ende)
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Etikettenschwindel bei deutschen Mineralwässern
2.9.2008 von zaro.
Magazin “GourmetReise”: Etikettangaben werden um ein Vielfaches unterschritten
Berlin/Wien - Erschreckende Ergebnisse beim Mineralwasser-Test des Magazins “GourmetReise”: Die Etiketten auf den Flaschen halten oft nicht, was sie versprechen, die gemessenen Werte von Mineralien und Spurenelementen schwanken im Vergleich zu den Angaben auf den Etiketten durchschnittlich um über 50 Prozent. Außerdem dürften einige der getesteten Produkte laut Lebensmittelgesetz gar nicht vertrieben werden, deckt das Magazin in seiner aktuellen Ausgabe auf.
Nur zwei der 18 im Labor untersuchten Mineralwässer (darunter Luxus-, Diskonter- und Normalprodukte aus Deutschland und Österreich) übertreffen die angegebenen Kalzium- und Magnesiumwerte. Die übrigen Produkte unterschreiten ihre Etikettenangaben um bis zu 50 Prozent. Besonders negativ fielen das “Natürliche Mineralwasser aus der Schönborn-Quelle” und “Astoria prickelnd” auf. Ersteres sollte laut Warenkennzeichnung einen Magnesiumgehalt von 21,7 Milligramm pro Liter aufweisen. Laut Testwaren es nur knapp über acht Milligramm. Auch das “Astoria”-Produkt erreichte mit 133 Milligramm Kalzium nicht einmal zwei Drittel der angegebenen 209 Milligramm.
“In diesem Zusammenhang muss schon darauf hingewiesen werden, dass das, was angeführt ist, auch enthalten sein sollte”, übte der langjährige Leiter des österreichischen Instituts für Lebensmittelhygiene, Karl Hellemann, Kritik. Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium oder Natrium müsse man allerdings bei einer ausgewogenen Ernährung gar nicht gesondert zuführen. “Der Konsum von Mineralwasser ist eigentlichvöllig sinnlos”, meinte Hellemann.
Auch habe man festgestellt, dass die Wässer von der Zusammensetzung teils so ident seien, dass man meinen könnte, es handle sich um dieselben Produkte. Unterschiede gebe es nur preislich. “Ob ein Mineralwasser günstig oder teuer ist, lässt laut unseren Proben keine Rückschlüsse auf die Qualität zu.”
Ein besonders teures Produkt fiel beim Test gänzlich durch. Das mit bis zu 95 Euro pro Flasche sehr kostspielige “Bling” dürfte in Deutschland gar nicht im Handel sein: Das Unternehmen wirbt damit, dass das Wasser mehrfach gefiltert wurde. Natürliches Quellwasser müsste laut Lebensmittelgesetz allerdings unbehandelt sein. Verboten sein müsste auch das tasmanische “Cape Grim”-Regenwasser. In Deutschland gilt laut Gesetz Regenwasser nämlich nicht als Trinkwasser.
Kritisiert wurde im Zusammenhang mit den Testergebnissen vor allem die zu lange amtliche Kontrollfrist für Mineralwässer. Nur alle paar Jahre die Inhaltsstoffe zu prüfen, sei eindeutig zu wenig - vor allem bei Produkten, die speziell für sensible Bevölkerungsgruppen ausgewiesen sind, wie etwa für Babynahrung. Jährliche Kontrollen wären hier viel sinnvoller, empfahl Hellemann. Für Konsumenten bleibt nur ein Rat: Leitungswasser trinken.
Verbraucher die Leitungswasser trinken, können sich über Filtersysteme ein hochwertiges schadstoffreies Trinkwasser aufbereiten, es entstehen dabei überschaubare Kosten, aber der Nutzen ist immens, so Robert Zach von ZARO Biotec einem Unternehmen das seit Jahren Wasserforschung in Tirol betreibt. Wasser aus der Leitung ist auch nicht mit Kohlensäure versetzt und dadurch deutlich bekömmlicher als Mineralwasser mit Kohlen-SÄURE die lediglich zur besseren Haltbarkeit verwendet wird.
Details der Studie und honorarfreier Bilder unter:
http://www.gourmetreise.de/Media/Files/Wasserluege (Ende)
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