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Archive für 24.10.2008

DNA-Sequenz des Penicillin-Pilzes entschlüsselt

Forschungsergebnisse sollen neue Antibiotika ermöglichen

Delft - Niederländische Wissenschaftler haben die DNA-Sequenz des Pilzes dekodiert, der Penicillin produziert. Es besteht die Hoffnung, dass die Entschlüsselung des Genoms die Entwicklung neuer Antibiotika entscheidend beeinflussen wird. Damit soll endlich auch das Problem der zunehmenden Resistenzen gelöst werden. Die Forschungsergebnisse werden vom Biotechnologie-Unternehmen DSM Anti-Infectives http://www.dsm.com gerade rechtzeitig zum 80. Jahrestag der Entdeckung des Penicillins durch Sir Alexander Fleming veröffentlicht. Die genauen Details der 13.500 Gene umfassenden Sequenz wurde für die Oktober-Ausgabe von Nature Biotechnology angekündigt.

Penicillium chrysogenum wird derzeit für die Herstellung von Antibiotika wie Amoxicillin, Ampicillin, Cephalexin und Cefadroxil eingesetzt. Seine Nutzbarkeit für die Abtötung von Bakterien wurde 1928 entdeckt, nachdem Schimmelsporen zufällig eine Petrischale in einem Labor verunreinigt hatten. Weitere Studien ergaben damals, dass der medizinische Einsatz beim Menschen unbedenklich ist. Laut BBC nehmen weltweit rund eine Milliarde Menschen jährlich Penicillin ein.

Roel Bovenberg, einer der Mitarbeiter des Unternehmens, erklärte, dass das auf vier Jahre anberaumte Projekt eine Reihe von Überraschungen gebracht hätte. “Wir wissen jetzt mehr darüber, wofür Gene kodiert sind, wissen mehr über die Herstellung und arbeiten an der Identifizierung und der Überprüfung neuer Präparate. Es gibt Gene und Gen-Familien, von denen wir nicht erwarteten, dass sie bei der Biosynthese von Penicillin eine Rolle spielen würden.” Der Bakteriologe Hugh Pennington von der University of Aberdeen hält es ebenfalls für denkbar, dass diese Sequenzierung zur Entwicklung neuer Antibiotika führen kann. “Wenn wir das Genom verstehen, könnten wir in Zukunft auch die Gene manipulieren.” (Ende)

Östrogene zur Prävention und Therapie von Alzheimer

Seladin-1 schützt Nervenzellen gegen neurotoxische Einflüsse

Florenz - Forscher am Dipartimento di Fisiopatologia Clinica der Universität Florenz http://www.unifi.it haben eine nutzbringende Wirkung von Östrogenen bei der Vorbeugung und Heilung von Alzheimer-Erkrankungen nachgewiesen. Die entscheidende Rolle spiele dabei der als “Selective Alzheimer’s Desease Indicator 1″ (kurz: Seladin-1) bekannte Mediator, der in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten gefunden wurde.

“Bei Frauen treten nach den Wechseljahren als Folge der rückläufigen Östrogenbildung häufig neurodegenerative Erscheinungen auf. Wir haben festgestellt, dass Seladin-1 Nervenzellen gegen neurotoxische Einflüsse wie beispielsweise das bei Alzheimer auftretende Beta-Amyloid resistent macht”, erklärte Projektleiter Alessandro Peri. Die Schutzwirkung dieses Proteins sei zumindest teilweise auf die Stimulierung zur Synthese von intrazellulärem Cholesterin zurückzuführen. “Mit unserer Studie haben wir zum ersten Mal nachgewiesen, dass die Östrogene mit der Erhöhung von Seladin-1 eine nervenschützende Funktion ausüben.” Umgekehrt - wenn die Wirkung dieses Proteins unterdrückt wird - gehe auch die nervenschützende Wirkung verloren.

Eine weitere Besonderheit der Untersuchung bestehe darin, dass erstmalig die Daten anhand von menschlichen Nervenzellen gewonnen wurden. Sie waren aus der Nasenschleimhaut eines Fötus entnommen worden, während die Vorgängerstudien sich der Hilfe von tierischen oder neoplastischen Zellen bedient hatten. In der Vergangenheit habe die Behandlung mit Östrogenen zu unterschiedlichen Ergebnissen geführt, weil es sich zum Teil um andere Moleküle, andere Dosierungen und andere Altersklassen der Patienten handelte.

“Um die höchste Wirkung zu erzielen, ist es äußerst wichtig, dass die Östrogene unmittelbar nach Abschluss der Menopause verabreicht werden”, so der italienische Wissenschaftler abschließend. Die Einzelheiten der Untersuchung können in der Fachzeitschrift “Endocrinology” nachgelesen werden. (Ende)

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