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Archive für Dezember 2008
DNA von Föten im Blut der Mutter nachweisbar
4.12.2008 von zaro.
Test liefert präzise Ergebnisse über Erbkrankheiten
Hongkong - Die Blutprobe einer schwangeren Frau könnte zeigen, ob ihr Kind an einer ganzen Reihe genetischer Erkrankungen leidet. Wissenschaftler der Chinese University of Hong Kong http://www.cuhk.edu.hk/v6/en geben an, dass mit diesem Verfahren Krankheiten wie Mukoviszidose, beta-Thalassämie und Sichelzellenanämie identifiziert werden können. Die einzigen derzeit zur Verfügung stehenden Tests bringen laut BBC das Risiko einer Fehlgeburt mit sich. Das Prinzip des neuen Tests beruht auf dem Vergleich der DNA des Fötus im Blut der Mutter mit ihrer eigenen. Details der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.
Menschen verfügen über zwei Kopien jedes Gens, eine vom Vater, eine von der Mutter. Wird ein Kind gezeugt, wird eine dieser Kopien an das Kind weitergegeben. Es wird geschätzt, dass allein in Großbritannien einer von 25 Menschen eine Kopie des bei Mukoviszidose entscheidenden Gens in sich trägt. Es erkranken allerdings nur diejenigen, die über zwei fehlerhafte Kopien des Gens verfügen. Tragen beide Eltern ein einzelnes Krankheitsgen in sich, besteht eine Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent, dass das Kind beide Krankheiten erbt und auch an ihnen leiden wird. Betroffene Eltern können Verfahren der künstlichen Befruchtung zur Schaffung von Embryos nutzen und ihren genetischen Aufbau vor der Implantation testen.
Die Entdeckung, dass die DNA des Ungeborenen sich auch im Blutplasma der Mutter nachweisen lässt, eröffnete neue Testmöglichkeiten. Zwischen zehn und 15 Prozent der DNA des Plasmas stammen vom Kind. Wissenschaftler können daher auf diesem Weg nach fehlerhaften DNA-Sequenzen suchen, die vom Vater stammen. Viel schwieriger ist es jedoch, fehlerhafte Sequenzen zu finden, die von der Mutter kommen, denn sie sind mit jenen der Mutter identisch. Das Team um Dennis Lo dürfte einen Weg gefunden haben, dieses Problem zu lösen. Sie verglichen die winzigen Unterschiede in der Menge der fehlerhaften DNA im Plasma der Mutter mit einer Probe des Ungeborenen.
Bei einer gesunden, nicht schwangeren Frau, die eine Krankheit mit einem normalen und einem fehlerhaften Gen in sich trägt, wird genau die Hälfte der DNA-Sequenz geschädigt sein. Ist sie schwanger und hat das Kind ihren genetischen Aufbau übernommen, werden diese Proportionen gleich bleiben. Verfügt das Kind über zwei Kopien und besteht die Gefahr der Entstehung einer Krankheit, wird die Anzahl der fehlerhaften Gene leicht erhöht sein. Digitale Verfahren ermöglichen eine Zählung und damit eine präzise Feststellung. Laut Lo bedeutet das, dass der Test zumindest theoretisch von Ärzten eingesetzt werden könnte. (Ende)
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Einfluss des Mondes auf Geburtszeitpunkt widerlegt
3.12.2008 von zaro.
Statistiker untersuchte vier Mio. Geburtsdaten
Halle - Mit einer Volksweisheit macht eine empirische Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg http://www.uni-halle.de Schluss: Der Mond hat keine Auswirkung auf die Zahl der Geburten. Der Statistiker Oliver Kuß analysierte die Daten von vier Mio. Geburten aus dem Bundeland Baden-Württemberg im Zeitraum zwischen 1966 und 2003. Ein Vergleich mit den 470 in dieser Zeit ablaufenden Mondphasen zeigte, dass diese keinen Einfluss auf den Zeitpunkt der Geburt haben, ist der in der Fachzeitschrift “Acta Obstetricia et Gynecologica Scandinavica” publizierten Studie zu entnehmen.
“Die Idee zur Untersuchung ist bei einer Provokation am Stammtisch gekommen”, berichtet Kuß im Gespräch mit Robert Zach. Dass bei Vollmond mehr Kinder geboren würden, sei ihm absurd erschienen, zudem erkannte er methodische Mängel in bisherigen Studien, die solches behaupteten. Das statistische Landesamt Baden-Württemberg versorgte ihn mit umfangreichen Datenmaterial, das er nach dem Prinzip der Spektralanalyse untersuchte. “Ich zerlegte die Geburtenreihe in Zyklen und untersuchte, welche Zyklen am Geburtszeitpunkt beteiligt waren.” Nun sei bewiesen, dass es keinen tatsächlichen Zusammenhang zwischen Mond und Geburten gäbe. “Die Leute glauben trotzdem daran, weil sie ein Bild von der Welt suchen, das ihnen Sicherheit gibt”, interpretiert Kuß den teilweise auch in Gesundheitsberufen verbreiteten Volksglauben.
Allerdings ließen sich zwei andere Zyklen feststellen. “Die monatliche Geburtenzahl steigt im Jahresverlauf an und erreicht im September ihren Höhepunkt, ehe sie wieder abflaut”, so Kuß. Die September-Gebärfreudigkeit könne auf eine Zeugung in den Weihnachtsferien oder in der dunklen Jahreszeit zurückgeführt werden. Ein zweiter Zyklus betrifft den Wochenverlauf. An Montagen und Dienstagen gibt es viele Geburten, am Wochenende wenig. Das könne laut Kuß auf die Praxis der Kliniken zurückgeführt werden, mit künstlich eingeleiteten Geburten auf den Wochenbeginn zu warten. (Ende)
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Körperhaarentfernung als deutlicher Modetrend
3.12.2008 von zaro.
Leipzig - Mehr als 97 Prozent der jungen Frauen und 79 Prozent der Männer entfernen regelmäßig Körperhaar in mindestens einer Körperregion. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Leipzig. Die Bartrasur bei Männern wurde hier nicht miteinbezogen. “Das Interessante an dem Studienergebnis ist, dass der Anteil jener jungen Frauen, die überhaupt kein Körperhaar entfernen, auf interferenzstatistisch nicht verwertbarem Niveau liegt”, erklärt Studienleiter Elmar Brähler von der Abteilung Medizinische Psychologie an der Universität Leipzig http://medpsy.uniklinikum-leipzig.de im Interview.
“Aufmerksam wurde ich auf das Thema anlässlich einer Studie bei der Musterung von jungen Wehrmännern aus ganz Europa. Diese ergab, dass zwei Drittel der Untersuchten intimrasiert waren”, so Brähler. “Unsere Studie an mehr als 300 Studenten im Durchschnittsalter von 23 Jahren bestätigte diesen Trend.” Beachtlich sei auch die Anzahl gleichzeitig enthaarter Körperpartien. 89 Prozent der Frauen, die sich regelmäßig rasieren/epilieren/trimmen, tun dies an drei oder mehr Körperpartien. Fast die Hälfte der Frauen enthaart sich vier Körperpartien gleichzeitig. Das sind vor allem Beine, Achselhöhlen, der Genitalbereich und die Augenbrauen. Bei Männern werden zu mehr als 50 Prozent zwei oder drei Körperpartien einbezogen. Männer rasieren sich vor allem die Achselhöhlen, Genitalbereich oder Oberkörper.
“Uns interessierte natürlich, warum sich junge Menschen einer solch aufwändigen Prozedur unterziehen”, so der Psychologe. Dabei sei offensichtlich, dass jene, die sich die Arbeit einer aufwändigen Haarentfernung machen, nicht an einer Störung ihres Selbstwertes leiden und auch nicht das Bedürfnis nach ständig neuer Stimulation und hoher Erregung - das so genannte “Sensation Seeking” - haben. “Vielmehr weisen Männer, die sich mehrere Körperpartien rasieren, erhöhte Extraversions-Werte auf. Sie sind also sozial aktiv, geselliger, beschreiben sich als selbstsicherer und optimistischer.” Die Forscher wollten zudem auch der Frage nach Gründen der Intimrasur nachgehen, da 88 Prozent der Frauen und 67 Prozent der Männer diese Körpermodifikation durchführen. “Zu betonen ist, dass nur die genaue Betrachtung des Einzelfalls klären kann, ob es sich bei der Intimrasur um eine Form der Sexualabwehr oder ein Mittel zur Steigerung der Sexualität handelt. Bedacht werden muss auch, dass in vielen Kulturen die Rasur im Kontext von Initiationsriten vorgenommen wird um Übergänge in neue Lebensphasen zu markieren”, so der Forscher.
“Man kann davon ausgehen, dass als Motiv ein allgemeiner kultureller Trend zugrunde liegt”, erklärt Brähler. Trends wie diese habe es bereits mehrmals gegeben. “Umgekehrt bedeutet das auch, dass das aktuelle Modeideal der glattrasierten Scham, wie jeder andere Trend, auch wieder aus der Mode kommt. Über kurz oder lang wird wieder üppig wachsendes Haar als schick gelten”, meint der Forscher, der beifügt, dass Piercing und Tatoos, die vor einigen Jahren als sehr schick galten, auch wieder deutlich im Abnehmen sind. “Wie sehr Modetrends auf die Allgemeinheit wirken, zeigt sich etwa bei dem Trend zum Oberlippenbart: In der Bundesliga-Mannschaft 1988/89 trugen alle Spieler solche Bärte.” Bei der Intimrasur gelte der Fußballstar David Beckham als Trendsetter. “Neu ist die Intimrasur aber keineswegs, denn bereits in der Antike wurden die Haare am Körper, auch bei Männern, durch Rasur entfernt”, erklärt der Psychologe abschließend im Interrview. (Ende)
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Weltweit 80.000 Entlassungen in einer Woche
3.12.2008 von zaro.
USA verzeichnet höchste Arbeitslosigkeit seit 25 Jahren
London - In der vergangenen Arbeitswoche haben laut Financial Times mehrere Unternehmen die Einsparung von insgesamt rund 80.000 Arbeitsplätzen weltweit angekündigt. Die Zeitung hat Unternehmensaussendungen, Presse-Briefings und Gewerkschaftsstellungnahmen analysiert, um einen Überblick über die Tragweite der Einsparungsmaßnahmen zu erhalten. Verschiedenste global tätige Unternehmen setzen den Sparstift bei ihren Mitarbeitern an, um der Rezession gegenzusteuern. Besonders stark spürbar sind die Auswirkungen bereits am Arbeitsmarkt der USA. Für die Hälfte der vergangene Woche angekündigten Jobkürzungen ist allein die US-Bank Citigroup verantwortlich. Diese plant die Streichung von 52.000 Stellen. Aber auch europäische Unternehmen kündigen Sparmaßnahmen an, die sich auf den Arbeitsmarkt auswirken werden.
Besonders hart trifft es den Automobilsektor. Der französische Hersteller Peugeot Citroën plant die Einsparung von 2.700 Arbeitsplätzen und auch Toyota, Mazda und Isuzu wollen tausende Stellen streichen. Einsparungen wird es auch beim österreichischen Stahlkonzern Voestalpine geben. Das Unternehmen wird die Verträge von 2.300 Leasing-Kräften nicht verlängern. Laut Aussagen des Konzernchefs Wolfgang Eder in den “OÖNachrichten” sind von Stellenkürzungen hauptsächlich Niederlassungen in England, Frankreich, Spanien und Italien betroffen. Neben mehreren anderen europäischen Unternehmen plant auch das schwedische Industrieunternehmen Sandvik Kürzungen im Ausmaß von 2.300 Arbeitsplätzen. 30.000 Entlassungen haben allein britische Unternehmen im Lauf der vergangenen zwei Wochen angekündigt.
Von der Krise derzeit am härtesten getroffen sind die USA, wo schon jetzt so viele Menschen arbeitslos sind wie seit 25 Jahren nicht mehr. Die Ankündigungen von Jobkürzungen gehen jedoch weiter und ziehen sich durch alle Wirtschaftssegmente. Die Pepsi Bottling Group streicht 3.150 Stellen, davon 750 in Nordamerika. Der Chiphersteller Lam wird 600 Mitarbeiter kündigen und der größte US-Hühnerfleischproduzent Pilgrim’s Pride 335 Mitarbeiter. Auch Boeing streicht 800 Arbeitsplätze in einer Fabrik in Kansas und tausende weitere Stellenstreichungen werden laufend in US-amerikanischen Kleinunternehmen vorgenommen. Laut Automatic Data Processing, dem weltgrößten Gehaltsabrechnungsunternehmen, wurden in den USA im Oktober in Kleinunternehmen mit 49 oder weniger Beschäftigten rund 25.000 Stellen gestrichen. (Ende)
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Künstliche Photosynthese für Solarzellen
2.12.2008 von zaro.
Lichtsammeln soll noch effektiver werden
München - Um den Wirkungsgrad von Solarzellen weiter zu heben, arbeiten Wissenschaftler daran, mit Hilfe von künstlicher Photosynthese eine neue Generation von Lichtsammlern herzustellen. Moderne Solarzellen verarbeiten maximal ein Viertel der auftreffenden Sonnenstrahlung zu elektrischem Strom. Der Rest geht als Wärme verloren. Die Photosynthese überführt Licht ebenfalls zunächst in elektrische Energie, die dann zur Synthese von Traubenzucker dient. Dass hierbei weniger Verluste als in Solarzellen auftreten, liegt an Lichtsammelkomplexen, die Sonnenstrahlung auffangen und weiterleiten. Über die neuesten Entwicklungen auf dem Sektor berichtet das Magazin der Gesellschaft Deutscher Chemiker http://www.gdch.de.
In einem ersten Schritt haben die Forscher natürliche Pigmente an kleine Metallpartikel, beispielsweise aus Silber gekoppelt. Diese elektromagnetischen Kopplungen erzeugen lokale Felder, welche die Sammelleistung der natürlichen Sonnenantennen um ein Vielfaches verstärken. “Hybridsysteme aus natürlichen Lichtsammelkomplexen und metallischen Nanopartikeln sind sehr aussichtsreiche Kandidaten für eine künstliche Photosynthese”, so Studien-Koautor Stephan Wörmke vom Institut für physikalische Chemie an der LMU-München http://www.uni-muenchen.de, gegenüber ZARO. “In der von uns publizierten Arbeit konnten wir feststellen, dass das Konzept funktioniert.” Der Forschergruppe, der unter anderem auch Christoph Bräuchle, Leiter des Instituts für physikalische Chemie, Sebastian Mackowski und Hugo Scheer angehören, gelang es, ein solches Hybrid herzustellen. Der Ansatz sei ein allererster Schritt in die richtige Richtung, wie Wörmke meint. Bis zu einer industriellen Anwendung sei dies allerdings noch ein weiter Weg.
Das Ergebnis der Forschungsarbeit hat wichtige Implikationen für die Anwendung von Lichtsammelkomplexen in der künstlichen Phytosynthese. Einzel-Moleküluntersuchungen am PCP-Silber-Hybrid zeigen etwa, dass eine Anwendung in Solarzellen die Herstellung von metallischen Nanostrukturen mit optimierten Abständen und Orientierungen der Bestandteile voraussetzt. Durch entsprechende Strukturierungstechniken sei dies prinzipiell möglich, kommen die Autoren zum Schluss. “Eine der größten Herausforderungen ist aber wohl, die Stabilität insbesondere der biologischen Komponenten für diese Hybride weiter zu verbessern”, erklärt der Forscher. (Ende)
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Erstmals Transplantation einer Luftröhre gelungen
2.12.2008 von zaro.
Ganzes Organ aus Stammzellen der Patientin geschaffen
Barcelona - Spanische Mediziner haben die weltweit erste Transplantation eines ganzen aus Gewebe geschaffenen Organs durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine Luftröhre aus den Stammzellen der Patientin. Dieser entscheidend neue Ansatz bedeutet auch, dass Gewebetransplantationen erstmals ohne Medikamente gegen Gewebeabstoßung durchgeführt werden können. Seit fünf Monaten gehe es der 30-jährigen zweifachen Mutter Claudia Castillo sehr gut, berichtet The Lancet.
Das europäische Wissenschaftlerteam um Paolo Macchiarini von der Clini Corporacio Sanitaria http://www.hospitalclinic.org geht davon aus, dass maßgeschneiderte Organe zur Norm werden könnten. Forscher der University of Bristol halfen dabei, die Zellen für das Transplantat zu schaffen. Es war notwendig geworden, um eine Lunge nach der Schädigung der Atemwege durch Tuberkulose zu retten. Das Team ging von einer gespendeten Luftröhre eines Patienten aus, der vor kurzem gestorben war. Mit starken Chemikalien und Enzymen wurden alle Zellen von dem Organ entfernt. Es blieb nur das Gerüst aus Gewebe. Dieses Gerüst wurde mit Zellen der Patientin ausgestattet. Damit konnte dann die geschädigte rechte Bronchie repariert werden. Die körpereigenen Zellen brachten den Körper dazu, zu glauben, dass es sich beim Transplantat um keinen fremden Teil handelte. Damit konnte auch die Abstoßungsreaktion verhindert werden.
Der Patientin wurden zwei Arten von Zellen entnommen. Zellen, die ihre Luftröhre ausgekleidet hatten und Stammzellen aus dem Knochenmark, die dazu gebracht werden konnten, sich in die Zellen zu verwandeln, die normalerweise das Organ umschließen. Nach vier Tagen Wachstum in einem speziellen Bioreaktor konnte die Transplantation vorgenommen werden. Macchiarini führte die Operation im Juni durch. Er hatte nach eigenen Angaben ziemlich große Angst, denn bisher wurden derartige Eingriffe nur an Schweinen durchgeführt. Die Operation erwies sich als großer Erfolg. Nach nur vier Tagen war die neue Luftröhre kaum mehr von den benachbarten normalen Atemwegen zu unterscheiden. Nach einem Monat ergab die Biopsie, dass das Transplantat eine eigene Blutversorgung ausgebildet hatte. Nachdem sich bisher keine Anzeichen einer Abstoßung gezeigt haben, ist der Mediziner sehr zuversichtlich, dass sie auch in Zukunft ausbleiben werden. Heute führt Claudia Castillo laut BBC wieder ein normales Leben. (Ende)
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Depressionsgefahr bei Jugendlichen auch erblich bedingt
1.12.2008 von zaro.
Zusammenspiel von Umweltfaktoren und Veranlagung entscheidend
Mailand - Ein Forscherteam des Istituto Scientifico E. Medea http://www.emedea.it und der Università Vita-Salute San Raffaele nachgewiesen, dass das Zusammenwirken von genetischer Veranlagung und Umwelteinflüssen bei Verhaltensstörungen in der Pubertät eine wichtige Rolle spielt. Durch die Interaktion beider Faktoren werde das Depressionsrisiko bei Jugendlichen deutlich verschärft.
“Bisher haben sich die Bemühungen der Wissenschaftler auf die getrennte Untersuchung von Erb- und Umweltfaktoren beschränkt,” erklärte Projektleiter Massimo Molteni. “Wir haben zum ersten Mal das Zusammenspiel beider Einflüsse unter die Lupe genommen.” Als Probanten dienten insgesamt 607 italienische Jugendliche im Alter zwischen zehn und vierzehn Jahren. Unter ihnen wurde ein als Child Behaviour Checklist 6-18 bekannter Fragebogen verteilt, der bestimmte Erscheinungsformen von Emotionen und Verhaltensweisen von Kindern und Heranwachsenden untersucht.
Zur Definition der genetischen Komponente wurden mit Einwilligung der Eltern DNA-Proben aus dem Mundspeichel der Jugendlichen entnommen. Analysiert wurden Polymorphismen der Seroton-Transporter-Gene PPH2 G-703T und 5-HTTLPR. Aus dem Datenabgleich ergab sich, dass Genvariationen und problembehaftete Familiensituationen wie geschiedene Eltern oder Tod eines Elternteils nicht nur Häufigkeit und Schwere der Depressionen erhöhen, sondern beim Zusammentreffen beider Faktoren das Problem noch weiter verschärfen.
“Die Ergebnisse dieser Studie könnten den Weg für eine vorbeugende Behandlung von Jugendlichen unter Verwendung gezielter Massnahmen wie Gentransfers und Pharmazeutika öffnen”, meint Molteni abschliessend. Die Einzelheiten der Untersuchung sind in der Fachzeitschrift “The Journal of Child Psychology ans Psychiatry” veröffentlicht. (Ende)
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