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Archive für 9.1.2009

Scheidender US-Präsident schafft weltweit größtes Meeresschutzgebiet

Zum Schluß gibt es noch ein gute Tat von Mr. Bush, wer hätte das gedacht …

Washington DC/Wien - Schon Ende 2008 hatte der scheidende US-Präsident George Bush von der Schaffung eines Meeresschutzgebietes gesprochen. Als eine der letzten Amtshandlungen hat der als nicht gerade ökologisch geltende Politiker nun doch das weltweit größte Schutzgebiet mit einer Fläche von rund 500.000 Quadratkilometer rund um die US-Besitzungen im Pazifik errichtet. Unter Schutz stehen dann neben der weltweit tiefsten Meeresstelle im Marianengraben auch einige bemerkenswerte Inseln.

Verboten werden in den Schutzgebieten jeglicher kommerzieller Fischfang sowie der Abbau von Bodenschätzen. Einige der Gebiete weisen aufgrund ihrer geografischen Lage - weit entfernt von menschlichen Siedlungen - eine unglaublich hohe Biodiversität auf. Vielfach sei das auch dadurch begründet, weil es in diesen Gebieten bisher kaum kommerzielle Fischerei gegeben hat. Besonderheiten sind etwa die unterseeischen Vulkane mit heißen Quellen um die Inselgruppe der Marianen, dem elf Kilometer tiefen Marianengraben. Die Inseln Guam, Tinian und Saipan, die während des Zweiten Weltkriegs im Kampf gegen die japanische Vormacht im Pazifik heiß umkämpft waren, gehören ebenso zum Schutzgebiet wie das mittlerweile gesäuberte Johnston Atoll, wo jahrelang chemische Kampfstoffe gelagert wurden.

“Meeres-Reservate sind ein entscheidendes Werkzeug, um die Ozeane auf unserem Planeten in ihrer Vielfalt zu bewahren, aber auch zu regenerieren”, so Greenpeace-Meeresexpertin Antje Helms http://www.greenpeace.at gegenüber ZAROnews. “Von der weltweiten Überfischung sind heutzutage auch die abgelegensten Regionen der Erde - einsame Koralleninseln im Pazifik genauso wie der Marianengraben in der Tiefsee - betroffen. 90 Prozent aller großen Fischarten sind inzwischen aus den Ozeanen verschwunden, etliche Meeresgebiete insbesondere Korallenriffe stehen vor dem Kollaps.” Es gebe praktisch kein Meeresgebiet auf der Erde, das nicht befischt wird. “Derzeit sind weltweit weniger als ein Prozent der Meeresoberfläche als Schutzgebiet für zerstörerische Aktivitäten wie die Fischerei gesperrt”, kritisiert Helms. “Für einen wirksamen Meeresschutz müssen wir mindestens 40 Prozent der gesamten Weltmeere dauerhaft schützen. Bush hat dazu seinen Teil beigetragen.”

“Die USA legen die Latte beim internationalen Meeresschutz sehr hoch. Auch andere Staaten sollten sich ein Beispiel an diesem Entschluss nehmen”, argumentiert die Expertin. Allerdings reiche es nicht, Meeresschutzgebiete nur auszuweisen - der Schutz dieser Flächen müsse auch konsequent umgesetzt werden. “So bestehen viele andere von den Regierungen ausgewiesene Schutzgebiete als ‘Paper Parks’ bisher nur auf dem Papier - auch in EU-Gewässern wie der Nordsee und dem Mittelmeer”, so Helms abschließend im Gespräch.

“Sowohl von der ökologischen als auch von der biologischen Perspektive her, aber auch als politisches Symbol, ist das bedeutungsvoll”, so Joshua Reichert, Direktor der Pew Environment Group http://www.pewtrusts.org. Die Marianen gehören zu den geologisch außergewöhnlichsten Regionen der Erde. Das darin liegende Rose-Atoll hat die höchste Dichte an lebenden Korallen weltweit. (Ende)

Superwasser

Zweite Muttersprache bereitet Kindern Probleme

Sprachverständnis von Adoptivkindern braucht größeres Augenmerk

Stavanger - Jedes dritte aus dem Ausland stammende Adoptivkind hat Sprachprobleme. Zu diesem Schluss kommen Forscher der norwegischen Universität Stavanger http://www.uis.no. Die zahlreichen Turbulenzen einer Adoption führten dazu, dass die Sprachentwicklung von Kindern wenig Beachtung bekomme. Denn obwohl die Kinder erstaunlich schnell die neue Alltagssprache übernehmen, lernen sie bestimmte Ausdrücke nur oberflächlich. “Das kann im späteren Bildungsverlauf zu Problemen führen”, so Studienleiterin Kari Åse Wagner. Sie fordert stärkere Aufmerksamkeit für Adoptivkinder seitens Kindergärten und Schulen.

Über den Erfolg des Sprachlernens entscheidet vor allem das Alter des Kindes bei der Adoption, bei der auch der Sprachwechsel stattfindet. Der Erwerb der Erstsprache beginnt bereits im Bauch der Mutter, deren Stimme das Kind hört. Tests konnten nachweisen, dass Säuglinge Klang- und Intonationsmuster aus der Sprache der Mutter gegenüber denen anderer Sprachen bevorzugen. Mit sechs Monaten beginnt das Kind schließlich, Laute aus der Muttersprache selbst nachzuahmen, ab drei Jahren dient die Sprache vorrangig zur Mitteilung von Wünschen, zur Kommunikation mit anderen Kindern und zum Spielen. Je jünger ein Kind adoptiert wird, desto weniger Probleme sind für die Sprachumstellung zu erwarten. Eine späte Adoption bedeutet für viele Kinder, dass sie die Sprache oberflächlicher erlernen.

Kinder übernehmen zwar sehr schnell die neue Alltagssprache und sind mit drei bis vier Jahren schon regelrechte Experten im Nachsprechen von Wörtern. Die Bedeutung der Wörter bleibt ihnen jedoch teilweise verschlossen. Das führt Erwachsene oft zum Fehlglauben, die Kinder seien in der Sprachentwicklung bereits weiter fortgeschritten als es tatsächlich der Fall ist. Das fehlende Verständnis ist in Sprachtests kaum messbar, auch beim Lesen gibt es zunächst kaum Probleme. Wenn sprachliche Herausforderungen jedoch wachsen, Anweisungen im Klassenzimmer nicht verstanden werden und Gelesenes zur wichtigsten Quelle des Wissenserwerbs wird, kommt es zu Konflikten. Seitens der Schule wird dieser Mangel häufig als Konzentrationsproblem beurteilt.

Unerwartete Sprachprobleme in der Schule könnten laut Wagner durch ausreichendes Augenmerk auf die Sprache in der frühen Kindheit verhindert werden. Korrekturen von Sprachproblemen von Adoptivkindern sollten bereits im Kindergarten ansetzen. “Doch Kindergärten und Schulen sind sich der Problematik noch kaum bewusst”, so Wagner abschließend. (Ende)

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