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Archive für 23.2.2009

Biotech-Forscher kümmern sich um Weltkulturerbe

Caracas - Historische Schätze im finanziell angeschlagenen Umfeld zu erhalten, stellte bisher bereits eine große Herausforderung für die Regierungen der Staaten dar. Nun fürchten Experten, dass mit dem Klimawandel die Situation zusätzlich verschärft werden könnte. Das wachsende Interesse zwischen Wissenschaftlern und Kuratoren im Bereich Kunst- und Kulturschutz ist Thema einer viertägigen Konferenz in Caracas. Erörtert werden hier insbesondere Vorschläge, wie die wertvollen Stücke - egal ob es sich um Baudenkmäler oder Kunstgegenstände handelt - vor dem endgültigen Zerfall gerettet werden können.

“Mit der Finanzkrise und der Klimaveränderung ist ein Notfall in vielen Museen in tropischen Ländern eingetreten”, so Alvaro Gonzalez, Forscher am Institute of Advanced Studis (IDEA) und Direktor des Venezuela Cultural Heritage Conservation Foundation im Interview. Es sei jetzt vorrangige Aufgabe, schnelle und effektive Möglichkeiten zu finden, die gesamten Sammlungen zu sichern. Dazu sollten auch neue Technologien zur Anwendung kommen. Viele der Stücke in den Sammlungen sind aus organischen Materialien wie Papier, Leinen, Holz oder Leder gefertigt, die unter den tropischen Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit durch Schimmel, Insekten oder Mikroben vernichtet werden. “Biotechnologische Methoden, wie etwa ein gezielter Einsatz von Mikroben zur Vernichtung von Pilzen, sind hierfür gefragt”, so Gonzalez.

Giancarlo Ranalli von der Universita degli Studi del Molise in Pesche streicht die Vorteile des Einsatzes solcher Mikroorganismen zur Vernichtung von Nitraten, Sulfaten und anderen Ablagen von Fresken hervor. Sofia Borrego Alonso vom Archivo Nacional der Republik Kuba berichtet darüber, dass teure chemische Biozide zur Bekämpfung von Mikroorganismen und Insekten auf Kunstgegenständen nicht nur jene gesundheitlich bedrohen, die damit arbeiten, sondern auch die Zerstörung der Gegenstände selbst beschleunigen. “In Kuba setzt man auf natürliche pflanzliche Produkte, die im National Archiv bereits erfolgreich angewendet wurden”, so Borrego Alonso. Auf die Möglichkeit Mikroorganismen als Biosensoren einzusetzen, um etwa auf die Gefährdung durch Umweltverschmutzung hinzuweisen, setzt die spanische Forscherin Nieves Valentin Rodrigo vom Instituto de Patrimonio Cultural de Espana in Madrid. Pilze und Bakterien können als Warnsignale bei der Änderung von Umweltbedingungen, aber auch bei zu starkem Besucherandrang nutzbar gemacht werden.

Nach Meinung von Jose-Luiz Ramirez, Direktor des UN-University Programme for Biotechnology for Latin America and the Caribbean (UNU-BIOLAC) http://www.unu-biolac.com gebe es für Kuratoren in Entwicklungsländern immer wieder die gleichen drängenden Fragen: Wie kann man die Empfindlichkeit von Kunstgegenständen am genauesten abschätzen, wie kann man Kulturgüter am besten lagern und wie kann man die Ausstellungen und Archive am besten schützen. “Dazu kommt noch die Frage nach den Prioritäten bei der Erhaltung und Restaurierung”, erklärt Ramirez.

“Die Kunst- und Kulturschätze in Museumssammlungen haben zeitlose kulturelle, wissenschaftliche und ästhetische Werte, die wir nachkommenden Generationen erhalten müssen”, so UNU-Rektor Konrad Osterwalder. Die Kunstgegenstände repräsentieren zudem einen großen kommerziellen Wert, der durch Ausstellungen sowie durch Merchandising-Artikel für Touristen, gehoben wird. (Ende)

Energiekristalle

Zen-Meditation lindert Schmerzen

Atemübungen reduzieren Schmerzempfinden auch im Alltag

Montreal/München - Wer häufig Zen-Meditation praktiziert, hat auch im Alltag ein niederes Schmerzempfinden. Das besagt eine Untersuchung an der Universität Montreal http://www.umontreal.ca, die in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Psychosomatic Medicine veröffentlicht wurde. Im Unterschied zu früheren Studien, die die Wirkung bei Kranken ins Auge nahm, testeten die Forscher die Schmerzverarbeitung bei gesunden, trainierten Zen-Lehrern. Das sei laut Studienautoren ein erster Schritt, um den Einfluss der Meditation auf das Schmerzempfinden zu entschlüsseln.

Die Studie war darauf angelegt, ein möglicherweise anderes Schmerzempfinden von Menschen zu untersuchen, die häufig meditieren. 13 Zen-Lehrer, die mindestens 1.000 Stunden Meditationserfahrung besaßen, wurden mit einer gleich großen Gruppe verglichen, die keine Meditation praktizierte. Man hielt ihnen eine Heizelement an die Wade und steigerte die Temperatur bis maximal 53 Grad. Die Zen-Lehrer ertrugen höhere Temperaturen als die Vergleichsgruppe und zeigten ein um ein Sechstel niedrigeres Schmerzempfinden, das sich im Zustand der Meditation noch weiter absenkte. Grund dafür sei die Verminderung der Atemfrequenz von 15 auf 12 Züge pro Minute, die für mehr Entspannung des Körpers sorgt, vermuten die Studienautoren.

Atemtechniken sind ein wesentliches Element der Zen-Meditation und haben Folgen für den Körper. “Man versucht, besonders langsam auszuatmen”, betont Zen-Lehrer Thomas Kabierschke http://www.zenkreis.de im Interview. “Das führt zu tieferer Atmung. Die Gedanken beruhigen sich dabei und der Blutdruck sinkt”. Während der Meditation befinde sich der Körper in gesteigerter Wachheit und Sensibilität, wodurch man auch kleine Geräusche wahrnehme. Kabierschke beobachtet auch im Alltag langfristige körperliche Verbesserungen als Folge von regelmäßiger Meditation. “Schlafqualität, Konzentrationsfähigkeit und Gelassenheit steigen und das Stressempfinden bessert sich. Mit dem Stress sinkt auch das Schmerzempfinden”, so der Meditationslehrer.

Zen-Meditation kann jedoch auch Schmerzen verursachen. “Die besondere Sitzhaltung führt häufig dazu, dass der Meditierende Schmerzen etwa im Rücken oder in den Knien deutlicher als sonst verspürt”, so Kabierschke. Die Reaktion darauf sei nicht das sofortige Aufstehen oder sich Reiben, wie es im Alltag geschieht. “Man versucht, den Schmerz zu beobachten statt ihm auszuweichen. Diese bewusste Pause erlaubt, dass sich die Einstellung zum Schmerz ändert.” Dadurch werde der Umgang mit körperlichen Grenzen eingeübt, erklärt der Münchner Zen-Lehrer. (Ende)

Nice & Easy

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