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Archive für März 2009

Hotelpreise weltweit bis zu zwölf Prozent gefallen

Moskau bleibt teuerste Stadt der Welt, Schweiz teuerstes Land Europas

London/Berlin (pte/24.03.2009/13:06) - Laut dem jüngsten Hotel Price Index (HPI) von Hotels.com http://www.hotels.com ist der durchschnittliche Preis für ein Hotelzimmer im Vergleich zum Vorjahr deutlich gefallen. Am stärksten war Nordamerika von dieser Entwicklung betroffen. Dort sind die Preise innerhalb des vierten Quartals 2008 im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent gefallen. In Europa gaben die Preise innerhalb des gleichen Zeitraums um zehn Prozent nach, in der Karibik um sieben Prozent. In Asien blieben die Preise nahezu unverändert und gaben nur um zwei Prozent nach.

“Der HPI von Hotels.com gibt Aufschluss über den tatsächlich bezahlten Preis für ein Hotelzimmer, und stützt sich nicht auf ausgewiesene Zimmerpreise”, so Mirko Behnert, Head of Strategy Hotels.com gegenüber Robert Zach von ZAROnews. Somit baue der Index auf tatsächlich von Gästen bezahlten Preisen in 68.000 Hotels an 12.500 verschiedenen Orten der Welt auf. “Der aktuelle HPI berücksichtigt Hotelpreise innerhalb des Zeitraums von Oktober bis Dezember 2008 und stellt diese Vorjahreswerten gegenüber, die während des identischen Zeitraums zusammengetragen wurden.”

“Wir haben festgestellt, dass sich die Hotellerie weltweit in den letzten drei Monaten des Jahres etwas einfallen lassen musste, um die Auslastung in ihren Häusern auch in Zeiten der wirtschaftlich angespannten Situation möglichst hoch zu halten”, so Behnert. “Deshalb zeigte sich eine weltweite Reduktion um zwölf Prozent. Das ist eine sehr gute Entwicklung für den Verbraucher.” Besonders stark hat die Preisreduktion Großbritannien getroffen. “Vor allem Reisende aus der Eurozone profitierten von den starken Preisrückgängen im vierten Quartal 2008. Innerhalb Europas konnten sie aufgrund des Konjunktureinbruchs und des schwachen Pfunds vor allem in Großbritannien echte Hotelschnäppchen machen”, so Behnert. Die Hotelpreise sind in Großbritannien im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent auf durchschnittliche 116 Euro pro Zimmer und Nacht gesunken. Ähnlich stark war der Rückgang in Norwegen und Irland. Hier gingen die Hotelpreise um 18 Prozent beziehungsweise 17 Prozent zurück. Die Schweiz ist das einzige Land Europas, in dem die Übernachtungskosten um sieben Prozent gestiegen sind. Mit 144 Euro pro Zimmer und Nacht sicherten sich die Eidgenossen während des Untersuchungszeitraums den Rang eins als teuerstes Reiseziel Europas und überholten dabei Norwegen.

“Moskau war auch im vergangenen Jahr die teuerste Destination weltweit. Aber auch im Mittleren Osten war das Preisniveau zwischen Oktober und Dezember 2008 vergleichsweise hoch, wie in Abu Dhabi, Dubai oder Kairo. Die Destinationen zogen vor allem europäische Reisende an, die dem kalt-grauen Winter entfliehen wollten”, erklärt Behnert. Durchschnittlich kostete ein Zimmer in Moskau pro Nacht 231 Euro. Den zweiten Platz belegte Abu Dhabi mit 224 Euro und dem gleichzeitig höchsten Preisanstieg von 24 Prozent, gefolgt von Dubai mit 202 Euro (Preisrückgang von fünf Prozent).

Das sinkende Preisniveau in den USA und in Kanada ist nach Ansicht von Behnert auf die verringerte US-Binnennachfrage sowie den Bedarfsrückgang europäischer Reisender zurückzuführen. Las Vegas musste mit minus 30 Prozent die stärkste Preissenkung hinnehmen. Gründe dafür liegen im Einbruch der US-Konjunktur sowie den Ausfällen im Tagungs- und Konferenzgeschäft, das als Stützpfeiler der Hotelbranche im Spielerparadies gilt. Auch in New York, Chicago und Boston fielen die Übernachtungsraten um 16 beziehungsweise neun Prozent. Deutliche Spuren hat die Wirtschaftskrise auch in Island hinterlassen: In Reykjavik nächtigte man zwischen Oktober und Dezember 2008 am günstigsten. Der Hotelzimmerpreis in der nördlichsten Hauptstadt Europas ist um 27 Prozent auf 68 Euro pro Nacht im Schnitt gesunken. (Ende)

Richtig gut Essen und Trinken

Schlüsselmechanismus für Ausbruch von Multipler Sklerose entdeckt

Nervenentzündung geht vom Plexus Choroideus aus

Bellinzona/Bern - Ein Forscherteam des Institute for Research in Biomedicine (IRB) in Bellinzona http://www.irb.unisi.ch und dem Theodor Kocher Institut der Universität Bern http://www.tki.unibe.ch sowie der Neuroimmunologie-Abteilung der Universität Genua hat einen Schlüsselmechanismus entdeckt, der den Ausbruch von Multipler Sklerose (MS) im Tiermodell erklärt. Eine wesentliche Rolle spielt demnach das Molekül CCR6. Die Wissenschaftler berichten in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins Nature Immunology über ihre Entdeckungen.

Die Forscher um die Immunologin Federica Sallusto vom IRB haben das Molekül CCR6 auf den krank machenden T-Zellen als entscheidend für die Auslösung der Gehirnentzündung entschlüsselt. Bei der Multiplen Sklerose greifen die T-Zellen des Immunsystems, die normalerweise den Körper gegen Krankheitserreger schützen, das zentrale Nervensystem an indem sie die Myelin-Schicht zerstören. Die Wissenschaftler haben nun entdeckt, dass das Molekül CCR6 der “Schlüssel” ist, mit dem die T-Zellen über eine spezielle Struktur des Gehirns - den sogenannten Plexus Choroideus - in die Flüssigkeitsräume des Gehirns vordringen können. Der Plexus Choroideus ist ein Aderngeflecht, in dem die Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit gebildet wird. Die T-Zellen gelangen anschließend in die Hirnrinde, wo sie die Blut-Hirn-Schranke für im Blutkreislauf zirkulierende Immunzellen öffnen. “Wenn diese Pionier-Zellen einmal im zentralen Nervensystem angelangt sind, ebnen sie anderen entzündlichen Zellen den Weg - und die Krankheit nimmt ihren Verlauf”, so Sallusto. Interessant sei, dass beim Fehlen dieser Pionier-Zellen’, die Krankheit nicht ausbricht.

Nach Meinung von Britta Engelhardt, Professorin am Theodor Kocher Institut der Universität Bern war es bislang nicht klar, dass eine Entzündung im zentralen Nervensystems vom Plexus Choroideus ausgehen kann. “Dieser neue Weg der T-Zelleinwanderung in das zentrale Nervensystem passt jedoch zum Muster der frühen Schädigungen, wie man sie im Tiermodell und bei der MS sieht”, erklärt Engelhardt. Wie der Neurologe Antonio Uccelli von der Universität Genua betont, lege dies den Schluss nahe, dass dieser Zellwanderungs-Mechanismus auch beim Menschen wirke. CCR6 sei daher ein Zielmolekül für die Entwicklung einer neuen MS-Therapie.

MS ist eine der häufigsten Ursachen von neurologischen Behinderungen und tritt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Etwa eine von 1.000 Personen ist davon betroffen. Bei gesunden Menschen werden Nervensignale über das zentrale Nervensystem übermittelt. Dazu bedarf es einer intakten Nerven-Schutzschicht. Die Zerstörung der Myelin-Schicht führt zu einer dauerhaften Schädigung der Nervenzellen. Daraus entstehen dann nach einiger Zeit bleibende Behinderungen.

Die Studie wurde vom Schweizerischen Nationalfonds, dem 6. EU-Rahmenprogramm, der National MS Society (USA), der Schweizerischen MS-Gesellschaft sowie der Italienischen MS-Stiftung unterstützt. Die Untersuchungen wurden bei der so genannten experimentellen autoimmunen Enzephalomyelitis (EAE) - dem Tiermodell für die MS - gemacht. (Ende)

Neue wissenschaftliche  Filme auf ZARO Biotec

Modern Times: Zu wenig Zeit für die Liebe

Aktuelle Studie zeigt Defizite bei männlichen Singles auf

Wien - Drei Viertel aller männlichen Singles wünschen sich nach einer aktuellen Parship-Studie http://www.parship.at zwar eine Partnerin. Viele von ihnen werden allerdings beruflich so stark beansprucht, dass für Partnersuche kaum noch Zeit bleibt. Der Ausweg sei für viele daher die Suche nach dem passenden Partner im Internet, so Parship-Psychologin Caroline Erb im ZAROnews-Interview. Ab 30 werde das Umfeld immer kleiner und damit schwinden die Chancen auf das Kennenlernen eines neuen Partners deutlich.

“Mit 41,5 Wochenstunden Arbeit sind die männlichen Österreicher überdurchschnittlich ambitioniert”, so Erb. Fragt man Menschen was für sie persönliches Glück bedeute, werde in einem Atemzug Gesundheit, Partnerschaft und Liebe sowie Erfüllung in der Arbeit genannt. “25 Prozent der Befragten haben angegeben, dass der Beruf Vorrang vor dem Privaten hat”, erklärt die Psychologin. Das reduziere aber damit auch die Chance eine neue Partnerin zu finden, denn von nichts komme auch nichts. “Männer neigen dazu, ihre sozialen Kontakte neben dem Beruf eher zu vernachlässigen”, meint die Expertin, die zudem anfügt, dass es wesentlich sei, sich mehr Zeit für emotionale Bedürfnisse zu nehmen.

Workoholics haben nicht nur weniger Zeit für die Partnersuche, sondern bewegen sich häufig im gleichen Bekanntenkreis. “Das beschränkt sich oft auf Arbeitskollegen und auf Bekannte im Fitness-Center”, meint die Expertin. “Außerdem wirkt das ständige Reden über den Beruf und die damit verbundenen Themen oder das dauernde Läuten des Handys nicht gerade anziehend auf zukünftige Partnerinnen”, so Erb. Männer sollten lernen abzuschalten und das Leben genießen. Der Parship-Untersuchung zufolge geben nur 17 Prozent der weiblichen Singles dem Beruf Vorrang vor dem Privatleben. In diesem Zusammenhang erscheine es paradox, dass “wahres Glück” nur von einem Prozent der Frauen und zwei Prozent der Männer mit beruflichem Erfolg assoziiert werde.

Dass der Partnerwunsch dennoch auf der Wunschliste ganz oben steht, habe die Studie offensichtlich gemacht. Etwas mehr als die Hälfte der Männer wünsche sich eine langfristige Beziehung oder Ehe. 22 Prozent streben eher eine unverbindliche Beziehung oder einen Flirt an. “Die Tendenz zur Partnersuche im Internet ist deutlich steigend”, so Erb. Die Chance im Web jemanden passenden zu finden, sei ungleich größer. “Mit 20 Jahren sind viele noch sehr aktiv im Nachtleben und Entertainment, doch mit zunehmendem Alter nimmt dies ab.” In der “Rush Hour des Lebens” werden wichtige grundlegende Grundsteine wie etwa die Wahl des Wohnplatzes, die Wahl des Jobs und der Frage nach Kindern gestellt. “In jeglicher Hinsicht spielt der Zeitfaktor eine wesentliche Rolle”, meint Erb. “Etwa 18 Prozent aller webaktiven Männer haben ihre bisherige Partnerin im Internet kennen gelernt.”

Bei der Wahl des Partners sei es sehr wichtig, die jeweiligen Ansprüche des Partners und seine eigenen zu klären. “Es ist immer besser mit offenen Karten zu spielen”, rät die Psychologin. Etwa bei der Frage der Nähe oder der Wahl gemeinsamer Freizeitaktivitäten sei es günstig, wenn zwei Partner ähnliche Bedürfnisse haben. “Man sollte einer zukünftigen Partnerin reinen Wein einschenken und sie sowohl über die Bedürfnisse als auch über den beruflichen Einsatz in Kenntnis setzen”, erklärt die Psychologin. Generell sollten Männer mehr auf eine ausgewogene Work-Life-Balance Wert legen, meint Erb abschließend im ZAROnews-Interview. (Ende)

Forscher entdecken Jungbrunnen

Durchschnittsalter könnte auf bis zu 110 Jahre steigen

Bergamo - Wissenschaftler des Dipartimento di Medicina Molecolare am Laboratorio Mario Negri http://www.marionegri.it in Bergamo haben eine grundlegende Entdeckung zu Möglichkeiten der menschlichen Lebensverlängerung gemacht. Anhand von Laborversuchen an Mäusen ergab sich, dass die Tiere beim Fehlen des für die Rezeptortätigkeit des Hormons “Angiotensin 2″ verantwortlichen Gens bis zu 30 Prozent länger als die unbehandelten Artgenossen lebten.

“Wir haben nicht nur ein langsameres Altern, sondern auch eine geringere Anfälligkeit gegenüber Arteriosklerose festgestellt”, erklärte der Institutsleiter Giuseppe Remuzzi. “Diese Eigenschaft bringt eine Senkung der Risiken für die Funktionstüchtigkeit von Herz, Nieren und Gehirn mit sich.” Außerdem werde die Wirkung des bei Alterungsvorgängen mitwirkenden Proteins Nampt und des bei der Insulinausschüttung beteiligten Enzyms Sirtuin 3 gefördert.

“Das für die Rezeptoraktivität des Angiotensin 2 verantwortliche Gen ist für die Entwicklung des Fötus, nicht aber für den adulten Organismus unentbehrlich”, so der italienische Forscher weiter. “Auch für unsere Vorfahren war es sehr wichtig , da es in lebensgefährlichen Situationen wie beim Angriff durch wilde Tiere zu einer schnellen Reaktion der Verteidigung verhalf.” Heute sei es wegen der beschriebenen Auswirkungen auf die inneren Organe eher schädlich als von Nutzen. Durch den Einsatz bereits bekannter pharmakologischer Angiotensin-Antagonisten könne nicht nur die Lebensqualität verbessert, sondern auch das Lebensende bis zu 30 Prozent hinausgezögert werden. “Beim Menschen würde dies die Erreichung eines durchschnittlichen Alters von 105 bis 110 Jahren bedeuten”, meint Remuzzi.

Inzwischen gehe es darum, die mit dem Rezeptor-Gen verbundenen biologischen Vorgänge näher kennenzulernen. Dadurch könne auch der für die Pharmabehandlung richtige Zeitpunkt ermittelt werden. Die Untersuchung in Bergamo war in direkter Zusammenarbeit mit Ärzten der Ospedali Riuniti http://www.ospedaliriuniti.bergamo.it und mehreren Mailänder Forschungslaboratorien durchgeführt worden. Einzelheiten sind in der Fachzeitschrift “Journal of Clinical Investigation” dargestellt. (Ende)

Zum Jungbrunnen

Ständige Arbeit hält gute Partnerschaft aufrecht

Eltern-Beziehung als Grundstein für glückliche Partnerschaft

Wien - Nur mit ständiger Arbeit an sich selbst und an der Beziehung kann eine gut funktionierende Partnerschaft aufrecht erhalten werden. Zu diesem Schluss kommt die Paartherapeutin Claudia Wille http://www.paarmanagement.at im ZAROnews-Interview. “Beziehungen müssen entschleunigt werden und dürfen nicht dem Prinzip einer raschen Austauschbarkeit des Partners unterliegen.”

Gerade die Bekanntschaften auf Single-Plattformen oder Partnerbörsen bergen ein gewisses Gefahrenpotenzial in sich, da allein schon das Kennenlernen ganz anders funktioniert als in der reellen Welt, meint Wille. 80 Prozent der Sprache basierten auf nonverbaler Kommunikation und folgten der Körpersprache, dem Auftreten, den Blicken, dem Geruch und anderen Details. “Dementsprechend hoch ist die Gefahr sich bei einer Email-Bekanntschaft in etwas zu verrennen”, so die Therapeutin. Die Anonymität verführe zudem dazu, andere Menschen auch sehr brutal zu behandeln.

Sich nach dem ersten E-Mail-Kontakt schnell persönlich kennenzulernen, ist laut Wille zu empfehlen. Sollten sich zwei Menschen dann tatsächlich finden, komme die Beziehung nach dem Abflauen der blinden Verliebtheit in eine weitere entscheidende Phase. “Wenn die erste Verliebtheit und der Hormonschub vorbei sind, treten erstmals Konflikte auf, weil man den anderen auch erstmals mit all seinen Schwächen und Fehlern sieht”, so die Therapeutin. “Während dieser Phase treten neben Alltagsproblemen auch Probleme zutage, die aus der Kindheit stammen bzw. mit den Eltern zu tun haben. Denn nirgendwo ist der Mensch seinem Kindsein ähnlicher als in der Liebe.” Eine Aufarbeitung der eigenen Geschichte hält Wille für sehr wichtig. “Es gibt immer wieder Klienten, die nach mehreren gescheiterten Beziehungen zu mir kommen um einmal ihre Anteile am Scheitern zu untersuchen.” Ideal ist eine Partnerschaft, wenn zwei reife Persönlichkeiten aufeinandertreffen, die erkennen, dass das eigene Seelenheil nicht vom anderen abhängt. “Es ist für den Erhalt glücklicher Partnerschaften sehr wichtig Freundschaften zu pflegen und mit diesen Freunden Dinge zu unternehmen und sich auszutauschen.” Viele der Klienten suchen sogar im Therapeuten einen Freund. “Das zeigt schon sehr klar, dass in unserer Single-Gesellschaft viele in Wirklichkeit sehr einsam sind.”

Als positiv für eine Liebesbeziehung bezeichnet die Paartherapeutin auch Traditionen und Religion. “Menschen, die gläubig sind, neigen eher dazu Beziehungen aufrecht zu erhalten.” Unter gewissen Umständen könne allerdings auch ein noch so starkes Bestreben nach Aufrechterhaltung einer Partnerschaft erfolglos enden. Leidet einer der Partner an schwerwiegenden psychischen Problemen wie etwa an Borderline, so sind die Chancen auf eine glückliche Beziehung sehr gering. Eine zweite sehr problematische Störung ist der Narzissmus. “Ein solcher Partner, der wie ein Vampir Menschen benutzt, um sich selbst zu stärken, ist nicht liebes- und paktfähig”, so Wille.

Auf die Frage, wohin man sich wenden kann, wenn es in einer Beziehung Probleme gibt, meint die Expertin: “Neben den Paartherapeuten, die eine psychotherapeutische Ausbildung haben - allerdings werden die Kosten für Paartherapie nicht von den Krankenkassen übernommen - stehen Eheberatungsstellen von den Gemeinden oder auch von der Kirche zur Verfügung. “Paartherapie hat bei mir einen psychoedukativen Ansatz. Ich nenne es daher nicht Behandlung, sondern Coaching.” Bei einem solchen Coaching gehe es darum, Lösungen und Handlungsvarianten zu erarbeiten. In konstruierten Konflikten könne man zeigen, auf welche Dinge man in der Konfliktsituation achten sollte. “Dabei steht das gemeinsame Klären im Vordergrund. Für Schuldzuweisungen gibt es in einer Therapie übrigens keinen Platz”, so die Therapeutin abschließend gegenüber ZAROnews. (Ende)

Bedenkliche Hormonbelastung im Mineralwasser

Weichmacher in PET-Flaschen als Östrogenlieferant beschuldigt

Frankfurt/Berlin - Mineralwasser enthält Umwelthormone, die zumindest zum Teil aus der Plastikflasche stammen könnten, in der es verkauft wird. Das behaupten Ökotoxikologen der Universität Frankfurt http://www.uni-frankfurt.de, denen in zwölf von 20 untersuchten Mineralwassermarken der Nachweis erhöhter östrogener Aktivität gelang. Als einen Hauptverursacher dieser Belastung mit dem Frauenhormon führen die Forscher die Plastikflasche an, in der das Wasser angeboten wird, denn laut Forschern war die Belastung in Glasflaschen nur halb so hoch. “Das allgemeine Vertrauen in Plastikverpackungen ist sehr hoch, da man sie für sehr sauber und hygienisch hält. Niemand denkt jedoch daran, dass sich in den Weichmachern, die bei ihrer Produktion verwendet werden, Östrogene verstecken”, so Studienautor Martin Wagner im ZAROnews-Interview. Wagners Untersuchung wurde in der Fachzeitschrift Environmental Science and Pollution Research veröffentlicht.

Dieser Nachweis sogenannter endokriner Disruptoren gelang durch ein In-Vitro-System mit einem genetisch veränderten Hefestamm, der den Aktivierungsgrad humaner Östrogenrezeptoren misst. Ein zweiter Test erfolgte durch den Einsatz von Schnecken. “Schnecken sind besonders sensitiv und werden von Östrogenen zur Produktion einer höheren Anzahl von Embryonen stimuliert”, so Wagner. Die auf diese Weise festgestellte gesamte östrogene Aktivität im Mineralwasser entspricht laut Wagner derjenigen von in Kläranlagen aufbereitetem Wasser. Welche Substanzen genau für die hormonelle Belastung im Mineralwasser verantwortlich sind, wurde allerdings bisher noch nicht geklärt.

Wagner betont, er wolle seine Forschung nicht als Aufruf zu weniger Mineralwasserkonsum verstanden wissen. “Mineralwasser ist sehr gesund, deshalb ist eine Hysterie fehl am Platz. Dennoch müssen Behörden und Hersteller aufmerksam werden auf die höhere Belastung in Plastikflaschen und Alternativen zu derzeitigen Verpackungen suchen.” Neben der Verwendung von Glasflaschen sei auch die Entwicklung von Verpackungsmaterialien realistisch, deren Produktion keine endokrinen Disruptoren verwendet. Dies sei in den USA bereits der Fall, wo infolge des wachsenden Verbraucherdrucks große Verpackungshersteller innerhalb weniger Monate neue Verpackungen präsentiert hätten. “Es gibt also Alternativen, doch in Europa fehlt es noch an Bewusstsein für das Thema”, so Wagner.

Am Bundesinstitut für Risikobewertung http://www.bfr.bund.de wird derzeit eine Stellungnahme zu der Studie ausgearbeitet. Der Institutssprecher Jürgen Thier-Kundke betont gegenüber ZAROnews, dass man die gefundene Belastung des Mineralwassers durch östrogen wirkende Stoffe ernst nehmen müsse. Direkte Rückschlüsse auf die Einwirkung durch Verpackungsmaterialien seien jedoch noch voreilig. “Das würde eine weit präzisere Analyse erfordern, die das Mineralwasser in seiner rohen, aufbereiteten und abgefüllten Form getrennt untersucht.” Aus den bisher präsentierten Ergebnissen könne die Auswirkung der Verpackung noch nicht eindeutig abgelesen werden, so Thier-Kundke. (Ende)

Giftfreie Trinkflasche mit gefiltertem Wasser füllen

Europa verbietet Tierversuche für Kosmetika

Tierschützerin: “Europa damit Vorreiter trotz schwammiger Richtlinie”

Brüssel/Zürich - Eine EU-Gesetzesnovelle verbietet seit gestern, Mittwoch, die Prüfung von Kosmetik-Inhaltsstoffen an Tieren sowie die Vermarktung entsprechender Produkte aus Drittländern. Damit geht die EU einen Schritt weiter als 2004, als an Tieren getestete kosmetische Endprodukte verboten wurden. “Wir sind noch nicht am Ziel, doch ein wichtiger Fortschritt wurde erreicht”, sagt Vanessa Geritsen, Sprecherin der Tierschutzorganisation Vier Pfoten http://vierpfoten.ch, im ZAROnews-Interview. Mit der Entscheidung habe sich die EU als Vorreiter im Tierschutz gezeigt und könne auch anderen Ländern, vor allem der USA, zum Vorbild werden.

Schlupflöcher in der Bestimmung sorgen dafür, dass sich die Konsequenzen für die Kosmetikindustrie in Grenzen halten. Der überwiegende Teil der in Kosmetika enthaltenen Substanzen fällt unter die Chemikalienverordnung, für die kein Tierversuchsverbot existiert. Zudem sind bis 2013 Kosmetik-Tierversuche erlaubt, die längerfristige schädliche Auswirkung etwa für die Entstehung von Krebs oder für Geburtenfehler überprüfen. Nur wenn bis dorthin auch für diese Prüfungen Alternativen gefunden werden, tritt das Vollverbot zumindest bei Kosmetik-Inhaltsstoffen in Kraft. Für die Umwelttoxikologie, für den Chemie- und Pharmabereich sowie für die Grundlagenforschung ist eine vergleichbare Regelung hingegen nicht in Sicht.

Vernünftige Alternativen zu Tierversuchen garantieren dem Konsumenten schon heute die Sicherheit von Kosmetika, betont Geritsen. “Die Wissenschaft und sogar die Kosmetikindustrie sind sich sehr wohl bewusst, dass Tierversuche kaum Aussagekraft besitzen.” Als alternative Methode biete sich der Test an künstlich erzeugtem Hautgewebe an der bei einigen großen Kosmetik-Herstellern bereits in Verwendung ist. Die Validierung dieser Testmethoden erfordere jedoch viel Zeit, so Geritsen, zudem habe man bisher als Vergleichsmaß erst recht wieder Ergebnisse aus Tierversuche herangezogen.

Ein Unsicherheitsfaktor der EU-Verordnung sei laut der Vier-Pfoten-Sprecherin ihre Umsetzung, da sie nach dem Ermessen der einzelnen Mitgliedsstaaten erfolgt. Gleiches betreffe auch die Definition von Tierversuchen und tierischem Leid. Die EU strebt aus diesem Grund am 31. März dieses Jahres eine Revision der Tierversuchsrichtlinien an. Richtungsweisend könnte dafür der Belastungskatalog der Eidgenössischen Kommission für Tierversuche http://www.admin.ch/ch/d/cf/ko/index_10077.html sein. Dieser weist Behandlungen von Tieren den Grad zwischen null (kein Leid) und drei (nicht zumutbarer Schmerz) zu, wobei es an Oberbelastungsgrenzen fehlt. “Kein Produkt kann nicht zumutbares Leid von Tieren rechtfertigen, darum müssen Versuche mit dem dritten Grad verboten werden”, fordert Geritsen.

Der EU-Entscheid spiegle die Haltung der Konsumenten wieder, betont Geritsen. “Tierversuche stoßen bei den Verbrauchern kaum auf Verständnis.” Umfragen hätten jedoch gezeigt, dass ein mangelndes Informationsempfinden über Produkte mit Tierversuche herrsche. “Das Thema wird mit Geheimnistuerei, spärlichen Zahlen und fehlenden Versuchsbeschreibungen verbunden.” Für Verwirrung sorgen laut Geritsen auch Produktetiketten mit der Aufschrift “Wir sind gegen Tierversuche”, die aufgrund fehlender Garantie ebenso Konsumententäuschung sein könnten. Neben einer vereinheitlichten Angaben, dass ein Produkt tierversuchsfrei ist, fordert die Vier-Pfoten-Sprecherin eine frei zugängliche Datenbank mit verständlichen Informationen über Tierversuche bei einzelnen Produkten. “Derzeit wird darüber auf EU-Ebene diskutiert”, so die Tierschützerin abschließend zu ZAROnews. (Ende)

Lebenskristalle sorgen für Balance

Essig reinigt vergiftetes Grundwasser

Biologische Reinigung von Chromrückständen durch Bakterien

Leeds - Die Zugabe einfacher organischer Chemikalien wie Essig kann dazu führen, dass sich verschmutztes Wasser selbst reinigt. Das entdeckten Forscher der Universität Leeds http://www.leeds.ac.uk. In Gebieten mit hoher Chrombelastung im Grundwasser könnten natürliche Bakterien das Wasser reinigen, idem sie den chemischen Aufbau der Chromrückstände erhöhen und diese dadurch harmlos machen. Anregen könne man das Wachstum dieser Organismen durch Essig, so die Forscher, da dieser eine attraktive Nahrungsquelle darstelle. Die Reinigung ohne Zuführung von Bakterien oder ohne Entwicklung neuer Organismen stelle das Übertreffen aller ökologischen Ziele dar.

Chromrückstände in der Umwelt sind eine Gesundheitsgefahr, da sie krebserregend sind und Erkrankungen von Nieren, Leber, Lunge und Haut auslösen. Betroffen von dieser Verschmutzung ist besonders das Grundwasser der Regionen, an denen in vergangenen Zeiten Textilfabriken, Schmelzhütten oder Gerbereien angesiedelt waren. “Prozesse der Industrie veränderten diese Chemikalien und machten sie wasserlöslich. Dadurch gelangten sie ins Grundwasser und verseuchten es langfristig”, so Studienautor Ian Bruke.

Wenngleich es auch bisher möglich war, an Orten mit pH-neutraler Umgebung Chromrückstände zu entfernen, stellte dies im stark basischen Umfeld ein großes Problem dar. “Basische Chromabfälle wurden in England bis zum Ende der Chromproduktion in den 70-er Jahren in Deponien verfrachtet. In manchen Ländern produziert man auch heute noch weiter”, so Bruke. Die Reinigung durch Deponierung stellt einen hohen finanziellen Aufwand dar, der zudem viel Energie verbraucht.

Die neu entdeckte Essig-Methode könne hingegen an Ort und Stelle erfolgen. “Unsere Behandlungsmethode verwandelt das oxidierte Chrom in einen nicht-wasserlöslichen Zustand zurück, wodurch es seine Gefährlichkeit verliert, aus dem biologischem Kreislauf ausscheidet und ruhig im Boden zurückbleiben kann”, so der Studienautor. Der für die Feldversuche erforderliche Nachweis des eindeutigen Nutzens der Methode könne durch weitere Laborversuch bald erbracht werden, sobald der genaue Zusammenhang zwischen der Methode und verschiedene Basenstärken gezeigt sei.

Nanotechnologie ermöglicht gezielte Zerstörung von Krebszellen

Gene werden in Nanopartikel gehüllt eingeschleust

London - Wissenschaftler der School of Pharmacy http://www.pharmacy.ac.uk haben erstmals Nanotechnologie für die Zerstörung von Krebszellen mittels einer sehr zielgerichteten Einheit von den Tumor zerstörenden Genen eingesetzt. Dieses Verfahren, das die gesunden Zellen nicht beeinträchtigt, könnte Hoffnung für schwer behandelbare Krebspatienten bedeuten, die nicht operiert werden können. Bisher wurden Tests nur an Mäusen durchgeführt. Das Team um Andreas Schatzlein hofft jedoch innerhalb von zwei Jahren auch Tests mit Patienten durchführen zu können. Details der Studie wurden online in dem Fachmagazin Cancer Research http://cancerres.aacrjournals.org veröffentlicht.

Die Gene wurden in mikroskopischen Nanopartikel gehüllt, die 80.000 Mal kleiner sind als der Durchmesser eines menschlichen Haares. Sie wurden von den Krebszellen aber nicht von den benachbarten gesunden Zellen aufgenommen. Im Inneren der Zellen stimulierten die Gene die Produktion eines Proteins, das den Krebs zerstört. Nützlich könnte das neue Verfahren vor allem bei Krebserkrankungen sein, die aufgrund ihrer Nähe zu lebenswichtigen Organen nicht operiert werden können. Die Behandlung von Krebserkrankungen, die sich ausgebreitet haben, sollte laut den Wissenschaftlern eines Tages auch möglich werden.

Schatzlein erklärte, dass die Gentherapie über ein großes Potenzial für sichere und wirksame Verfahren zur Krebsbehandlung verfüge. Das Einbringen der Gene in die Krebszellen bleibe jedoch eine der großen Herausforderungen dieses Bereichs. Jetzt sei es erstmals gelungen mit Nanopartikeln auf Tumore derart selektiv abzuzielen. “Sind die Gene erst einmal im Inneren der Zelle erkennen sie die kanzeröse Umgebung und werden aktiv. Es kommt zu toxische Reaktionen, die allerdings nur die entscheidenden Zellen angreifen.” Bei der traditionellen Chemotherapie werden Zellen in bestimmten Bereichen ohne Unterscheidung abgetötet. Die Folge sind Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Haarausfall oder Übelkeit. (Ende)

Energieschmuck

Enzym für Metastasenbildung identifiziert

LOX bereitet neue Krankheitsherde für Krebs vor

London - Wissenschaftler des Institute of Cancer Research http://www.icr.ac.uk haben mit Lysyl Oxidase (LOX) ein Enzym identifiziert, das Krebs bei der Ausbreitung im Körper unterstützt. Metastasen sind für rund 90 Prozent aller Krebstoten verantwortlich. Laut der in Cancer Cell http://www.cell.com/cancer-cell veröffentlichten Studie spielt LOX bei der Bildung von Metastasen eine entscheidende Rolle. Medikamente, die die Aktivität dieses Enzyms kontrollieren, sollten auch den Verlauf einer Krebserkrankung beeinflussen können. Die Wissenschaftler konzentrierten sich auf Brustkrebs bei Mäusen. Sie sind jedoch zuversichtlich, dass ihre Forschungsergebnisse auch bei Menschen mit anderen Krebserkrankungen Gültigkeit haben werden.

Die Funktion von LOX beruht auf der Aussendung von Signalen in neue Bereiche des Körpers. Ziel ist die Vorbereitung eines neuen Krankheitsherdes. Ohne diese Vorbereitung wäre das neue Umfeld für das Krebswachstum zu feindlich. Die leitende Wissenschaftlerin Janine Erler beschrieb diese Entdeckung als das entscheidende bisher fehlende Stück im Puzzle. Erstmals sei ein Schlüsselenzym identifiziert worden, das direkt für die Ausbreitung von Krebs mitverantwortlich ist. “Wenn wir die Fähigkeit des Körpers, neue Verbreitungsmöglichkeiten für Krebs zu schaffen, unterbinden können, dann kann auch eine Metastasenbildung verhindert werden.”

Erler betonte, dass Metastasen sehr schwer zu behandeln seien und diese neue Entdeckung wirklich Anlass zur Hoffnung auf Medikamente gebe, die die Ausbreitung der Krankheit verhindern können. Julie Sharp von Cancer Research UK http://www.cancerresearchuk.org erklärte laut BBC, dass mehr Wissen über die Ausbreitung von Krebs entscheidend für die Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten sei. In einem nächsten Schritt müsse erforscht werden, wie das LOX-Protein deaktiviert werden kann. (Ende)

Menschen können Geruch der Angst wahrnehmen

Schutzmechanismus Angst ist ansteckend

Houston - Ein Psychologenteam um Denise Chen und Wen Zhou von der texanischen Rice University http://www.rice.edu hat entdeckt, dass auch Menschen den Geruch der Angst wahrnehmen können. Allerdings ist das System der chemischen Fährten bei Angst nicht so ausgeprägt wie bei Tieren. In zuvor durchgeführten Studien hat die deutsche Psychologin Bettina Pause von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf http://www.uni-duesseldorf.de herausgefunden, dass Menschen den Angstschweiß anderer bewusst nicht identifizieren können, dass er aber unbewusst wahrgenommen und im Hirn gespeichert wird.

Viele Tiere reagieren bei Gefahr damit, chemische Substanzen in die Umwelt abzugeben, um andere Artverwandte von der Bedrohung in Kenntnis zu setzen. Die Forscher um Chen haben nun untersucht, ob bei Menschen ähnliche Reaktionen hervorgerufen werden, wenn es um die Wahrnehmung des Angstgeruchs geht. Dazu haben sie bei freiwilligen Männern Schweißproben genommen, nachdem diese mit Filmen in Angst versetzt wurden. Anschließend wurden dann diese Geruchsproben Frauen zu riechen gegeben. Den Frauen wurden zusätzlich aber auch noch Fotos von Gesichtern in verschiedener Mimik gezeigt. Anschließend wurden sie beauftragt, die Bilder nach den Emotionen zu beurteilen.

Das Interessante daran war, dass die Frauen, die Angstschweiß rochen und nicht eindeutig zu identifizierende Gesichtsausdrücke zu sehen bekamen, diese negativ beurteilten. Es hatte keine Bedeutung, ob die Emotionen als Gesichtsausdrücke deutlich erkennbar waren oder nicht. “Unsere Entdeckungen beweisen, dass menschlicher Schweißgeruch auch emotionale Bedeutung hat”, so Chen. Zu ähnlichen Schlüssen kommt auch Pause: “Angstschweiß kann eine Gefahr signalisieren. Eine solche Information besitzt im Menschen einen Verarbeitungsvorteil. Sie kommt sozusagen zuerst dran.” Angst sei eine Vorbereitung. “Der Organismus wird wacher, aktiver, vigilanter. Er wird dafür gebahnt, schneller reagieren zu können, wenn wirklich eine Gefahr eintritt”, so die Psychologin.

Es sei sinnvoll, dass man Angst empfindet, wenn man auf einem Wolkenkratzer steht oder wenn in einer Unterführung vier bullige Männer auf einen zukommen. “Ebenso ist es sinnvoll, dass solche Angst sich überträgt.” Angst helfe allerdings nur in punktuellen Situationen. Chronische Angstzustände schaden dem Menschen hingegen. (Ende)

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Alte Menschen haben Gefühle besser im Griff

Junge lassen sich von Emotionen leichter verwirren

Atlanta - Senioren werden durch starke Gefühle weniger irritiert als junge Menschen. Das berichten Psychologen vom Georgia Institute of Technology http://www.psychology.gatech.edu. In mehreren Experimenten, in denen die Forscher Versuchspersonen verschiedenen Alters mit negativen Emotionen und einem Gedächtnistest konfrontierten, zeigten die alten Menschen kaum Leistungsabfall, ganz im Gegensatz zu ihren jüngeren Kollegen. “Wir konnten somit nachweisen, dass sich die Altersgruppen unterschiedlich schwer dabei tun, ihre Emotionen zu kontrollieren”, so Studienleiterin Fredda Blanchard-Fields in der Fachzeitschrift Psychology and Aging.

Die Forscher untersuchten 72 Personen im Alter zwischen 20 und 30 sowie eine gleich große Gruppe zwischen 60 und 75. Man setzte die Teilnehmer vor ein zweiminütiges Video, das starke Emotionen auslösen sollte. Es zeigte eine Frau, die gegen gute Bezahlung ekelerregende Gegenstände verspeiste. Vor und nach dem Video spielten die Probanden ein Computerspiel, bei dem es um die Erinnerung ging. So sollten bei Zahlenreihen am Bildschirm angegeben werden, ob die gezeigte Zahl zwischen null und neun zwei Zahlen zuvor bereits gezeigt worden war oder nicht.

Zwar führte der Lerneffekt dazu, dass beim zweiten Spiel nach dem Videoclip alle Versuchsteilnehmer bessere Leistungen brachten als zuvor. Das Erinnerungsvermögen der jungen Erwachsenen steigerte sich jedoch bedeutend weniger als das der Alten. “Die Senioren waren so erfolgreich im Umgang mit negativen Erfahrungen, dass sie keinen Leistungsnachlass verzeichneten, was wirklich positiv ist”, so Blanchard-Fields. Negative Emotionen seien giftig für die Psyche und schädigten deren Gleichgewicht. “Die Fähigkeit alter Menschen, stark negative Emotionen abzuschwächen, erhöht daher ihre Lebensqualität”, betont die US-Forscherin. Junge Menschen brauchen hingegen mehr Ressourcen, um nicht gewollte Gedanken zu verhindern, was ihre Leistungsfähigkeit einschränkt.

Aktuelle neurologische Studien haben bereits gezeigt, dass es alten Menschen aufgrund ihrer Lebenserfahrung leichter fällt, negative Bilder zu verdrängen. Die Großhirnrinde, in der die Gefühlskontrolle geschieht, ist demzufolge nach negativen Emotionen bei Senioren aktiver als bei jungen Menschen. (Ende)

Gesunde Ernährung lernt man in der Familie

Vorbildwirkung der Eltern prägt Speiseplan Jugendlicher

St. Louis/Weimar - Wer in der Jugend regelmäßig mit der Familie isst, ernährt sich auch später gesünder als Alterskollegen, die alleine essen. Das berichten Forscher der University of Minnesota http://www.umn.edu im Journal of Nutrition Education and Behaviour. Hinweise dafür lieferte eine Langzeitstudie, die nach Voraussetzungen für gesundes Essverhalten suchte. Dass Mahlzeiten in der Familie gesund sind, hatten die Forscher schon zuvor festgestellt. Wer an einem Tisch mit anderen isst, lässt sich mehr Zeit und ernährt sich ausgewogener. Nun zeigte sich, dass das gemeinsame Essen auch langfristig zu einem gesünderen Speiseplan führt. “Eltern und Lehrern sollten über die Bedeutung der gemeinsamen Mahlzeiten in dieser entscheidenden Entwicklungsphase Bescheid wissen”, so Studienautorin Teri Burgess-Champoux.

“Gemeinsame Tischmahlzeiten haben besonders hohe Vorbildwirkung. Die Kinder sehen, was Eltern essen, und entwickeln dadurch eine Esskultur”, betont Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte http://www.kinderaerzte-im-netz.de im ZARO-Interview. Essen in der Familie enthalte tendenziell mehr Vitamine und weniger Fett, zudem sei die Wahrscheinlichkeit höher, dass Selbstgekochtes am Tisch steht. “Eltern können das fördern, indem sie den Kindern fixe Zeiten angewöhnen, zu denen etwa das Abendessen eingenommen wird.” Das verhelfe zu einer besseren Strukturierung des Tages. “Es gilt allerdings auch, diese Zeit lukrativ zu gestalten - indem etwa der Tag gemeinsam reflektiert wird”, so die Thüringer Kinder- und Jugendärztin.

Die US-Forscher analysierten die Nahrungsaufnahme von 700 Jugendlichen zuerst im Alter von 13 Jahren, dann wieder mit Erreichen der Volljährigkeit. Zur Verfügung standen dafür umfangreiche Gesundheitsdaten über Ernährung und Körpergewicht sowie über Verhalten und über sozial-ökologische und persönliche Voraussetzungen. Erst wer mindestens fünf Familienmahlzeiten pro Woche verzeichnete, wurde dabei in die Kategorie “regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten” aufgenommen.

Je älter Jugendliche wurden, desto seltener aßen sie mit ihrer Familie. Waren es bei den 13-Jährigen noch 60 Prozent, reduzierte sich dieser Anteil fünf Jahre später auf die Hälfte. Wer mit 18 noch mit der Familie aß, verfügte viel eher über regelmäßiges Frühstück und Abendessen und hatte häufiger Gemüse und andere Mahlzeiten mit Kalzium, Kalium, Eisen, Zink und Ballaststoffen am Teller. Doch selbst bei dieser Gruppe der regelmäßigen Familienmahlzeiten wurde in vielen Fällen nicht die optimale Menge an Nährstoffen erreicht, warnen die Forscher. (Ende)

Grüner Tee schützt die Zähne

Besseres Zahnfleisch nach täglichem Teekonsum

Fukoka/Theresienfeld - Wer regelmäßig grünen Tee trinkt, stärkt damit sein Zahnfleisch. Das bestätigen japanische Forscher der Universität Kyushu http://www.kyushu-u.ac.jp/english im Journal of Periodontology. Sie beobachteten bei 940 Männern im Alter zwischen 49 und 59 Jahren, wie sich Teekonsum auf das Zahnfleisch auswirkt. Als Kriterien wurden Vertiefungen der Zahnfleischtasche, Zahnfleischverlust und Blutungshäufigkeit herangezogen. “Mit jeder Tasse grünem Tee pro Tag verbesserten sich alle drei Werte”, so Studienleiter Yoshihiro Shimazaki, selbst begeisterter Teetrinker.

Diese Fähigkeit des grünen Tees, Symptome von Zahnfleischerkrankungen zu verringern, führen die Forscher auf das Antioxidationsmittel Catechin zurück. Es stärkt das Zahnfleisch, indem es einer Entzündungsreaktion der Zahnfleischbakterien entgegenwirkt. Das hat indirekt auch positive Auswirkungen auf andere Gesundheitsprobleme wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes, da diese durch krankes Zahnfleisch verstärkt werden können. Catechin ist außer im grünen Tee auch in Weiß- und Schwarztee sowie in Schokolade, Früchten, Gemüse und Wein enthalten.

“Die positive Wirkung von Antioxidantien und Vitaminen allgemein auf das Zahnfleisch ist hinreichend bekannt”, sagt Klaus Charvat von der österreichischen Gesellschaft für Parodontologie http://www.oegp.at, im ZARO Biotec-Interview. Besonders zu empfehlen seien Nahrungsmittel und Getränke, die Vitamin C, A oder E enthalten, von Schokolade sei aufgrund ihres Beitrags zur Plaquebildung abzuraten. “Entscheidend ist jeweils, dass die Bakterien auf der Wurzeloberfläche verschwinden. Dabei handelt es sich jedoch nur um eine Vorsorgemaßnahme, nicht um eine Therapie bereits eingetretener Krankheiten”, so der Zahnmediziner. (Ende)

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Moderne Medizin macht Senioren zu Patienten

Gerontologin: “Medikamente sind nicht seniorengerecht”

Wien - Die moderne Medizin macht alte Menschen, die körperlich noch fit sind, zu Patienten. Diese Kritik äußert Michael Oliver, emeritierter Kardiologe der University of Edinburgh http://www.ed.ac.uk, in einem persönlichen Kommentar im British Medical Journal http://www.bmj.com. Vielen alten Menschen würden Ärzte Medikamente für hohen Blutdruck, Diabetes oder hohes Cholesterin verschreiben, ohne die Folgen für die Betroffenen zu bedenken. Bestimmte Vorsorgebehandlungen könnten bei alten Menschen jedoch unangebracht oder sogar gefährlich sein. Diese übermäßige Diagnostizierung und Behandlung führt Oliver auf Naivität der Ärzte, auf übereifriges Befolgen von Richtlinien sowie auf hohe Bürokratie im Gesundheitswesen zurück. Die Medizin solle den tatsächlichen Nutzen der Behandlung von Risikosymptomen bei Menschen über 75 Jahren sorgfältiger und individueller beweisen als bisher und ihnen dadurch erlauben, sich im Alter gesund zu fühlen, so die Forderung des Mediziners.

Die Notwendigkeit genauerer Differenzierung dieser Aussagen nach Krankheitsbildern sieht Katharina Pils, Vorstandsmitglied der österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie http://www.geriatrie-online.at , im ZAronews-Interview. Bei bestimmten gesundheitlichen Zuständen sei bisweilen tatsächlich ein Diagnose-Hype zu beobachten, der auch übermäßige Behandlung nach sich ziehe. Etwa im Falle des Bluthochdrucks hält Pils eine strikte Einhaltung von Systole-Richtwerten von 120 mmHg im Alter für unsinnig, besonders wenn die Betroffenen Werte leicht darüber über lange Jahre gewöhnt seien. Anderswo ortet Pils jedoch eine Unterversorgung. “Osteoporose oder Inkontinenz wird bei den wenigsten älteren Menschen rechtzeitig erkannt, was bei fortgeschrittener Krankheit viel Leid und Kosten verursacht.”

In vielen Fällen ortet Pils fehlende ärztliche Kontrolle. “Alte Menschen nehmen ein Medikament oft 15 Jahre lang ein, ohne dass jemand prüft, ob es wieder abgesetzt werden kann.” Das sei besonders bedenklich bei starken Mitteln wie etwa bei Cortison, das auf lange Zeit Haut und Knochen brüchig macht. “Die Medizin muss hier wachsamer sein und die Sinnhaftigkeit von Verordnungen besser evaluieren.” In vielen Fällen würden Patienten allerdings vom Arzt verschriebene Mittel nach einmaligem Kauf auf eigene Faust absetzen, könne man aus Apothekerdaten schließen.

Als einen Hauptgrund für solches Verhalten alter Menschen sieht Pils die Verwirrung, die eine gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente mit sich bringt. “Menschen sind mit den vielen gleichfarbigen Tabletten überfordert und wissen oft nicht mehr, welches Mittel für welche Beschwerden dient. Eine Vereinheitlichung nach Farben für bestimmte Zwecke wäre hier ein großer Fortschritt”, so die Wiener Gerontologin. Auch die Darreichungsform sei bei mehreren Medikamenten nicht seniorengerecht. “Alte Menschen können aufgrund ihrer geringen physischen Kraft bestimmte Packungen nicht öffnen oder Sprays nicht bedienen. Andere Medikamente bereiten etwa bei Schluckstörungen große Probleme.” Zudem seien Medikamente für alte Menschen auch eine Kostenfrage. “Die Begleichung der Selbstbehalte mehrerer Mittel ist bei einer Mindestpension oft nicht möglich.”

Die fortschreitende Alterung der westlichen Gesellschaften stellt die Medizin vor neue Herausforderungen. “Wir haben es mit einer Situation zu tun, über die wir keinerlei Erfahrungen besitzen”, so Pils. Die durchschnittliche Dauer der in schwerer Krankheit verbrachten Zeit am Lebensende liege jedoch trotz Anstieg der Lebenserwartung unverändert auf zwei Jahren. “Ein wichtiges Ziel der medizinischen Bemühungen muss sein, die Lebensqualität des Patienten zu erhöhen, damit das Leben in guter Gesundheit verlängert wird.” Das könne durch die Herangehensweise des Risiko-Assessments gelingen, in dem Strategien zu mehr individueller ärztlicher Betreuung alter Menschen gesucht werden, so Pils abschließend zu ZAROnews. (Ende)