Sie befinden sich aktuell in den ZARO news Blog-Archiven für den folgenden Tag 9.3.2009.
- Allgemein (1347)
- Beziehung (273)
- Fachpublikation (504)
- Familie (333)
- Gesundheitstipps (201)
- Kunst+Kultur (47)
- Marketing (115)
- Medizin (512)
- Natur-Bio (445)
- Politik (153)
- PR (500)
- Pressebericht (906)
- Sonstiges (408)
- Spirituell (154)
- Wirtschaft (278)
- 16.5.2012: Raubbau am Planeten Erde spitzt sich zu
- 14.5.2012: Unbewusstes Wissen wirkt bewusst
- 14.5.2012: Stammzellen-Schild schützt Krebspatienten
- 14.5.2012: Neue Pille ahmt Östrogen der Frau nach
- 14.5.2012: Chromosomen: Männer sterben nicht aus
- 14.5.2012: Erziehung und Freunde fördern Suchtprävention
- 26.4.2012: Kleiner Atomkrieg kostet eine Mrd. Hungertote
- 26.4.2012: Rote Kleidung: Für Männer Einladung zum Sex
- 24.4.2012: Männer nähern sich Lebenserwartung von Frauen
- 24.4.2012: Insekten lösen künftiges Ernährungsproblem
- Mai 2012
- April 2012
- März 2012
- Februar 2012
- Januar 2012
- Dezember 2011
- November 2011
- Oktober 2011
- September 2011
- August 2011
- Juli 2011
- Juni 2011
- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Januar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Dezember 2009
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
- Juni 2008
- Mai 2008
- April 2008
- März 2008
- Februar 2008
- Januar 2008
- Dezember 2007
- November 2007
- Oktober 2007
- September 2007
- August 2007
- Juli 2007
- Juni 2007
- Mai 2007
- April 2007
- März 2007
- Februar 2007
- Januar 2007
- Dezember 2006
- November 2006
- Oktober 2006
Archive für 9.3.2009
Alltags-Chemie im Abwasser
9.3.2009 von zaro.
Norbert Kreuzinger entwickelt an der TU Wien Methoden, chemische Spurenschadstoffe im Abwasser unschädlich zu machen.
Wien (TU). - Morgendliches Duschen, Zähneputzen, kleine und große Geschäfte, Wäsche waschen, Geschirr spülen, die Liste lässt sich fortsetzen. Das Wasser, das wir Tag für Tag verbrauchen, landet in der Kanalisation, mit allen darin enthaltenen natürlichen und künstlichen chemischen Substanzen. 98 Prozent des in Wien produzierten Abwassers enden in der Simmeringer Hauptkläranlage. Dort betreibt Norbert Kreuzinger, Assistenzprofessor am Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft der Technischen Universität Wien, mit seinem Team eine Versuchskläranlage. Sein Ziel ist, auch die nach der gründlichen biologischen Reinigung noch verbleibenden Spurenschadstoffe, die chemisch sehr widerstandsfähig sind, aus dem Wasser herauszuholen.
Ein bunter Cocktail
„Wir zweigen knapp ein Prozent des Wassers ab, das aufbereitet aus der Hauptkläranlage Simmering herauskommt, behandeln es weiter und untersuchen, welche Reststoffe in welchen Mengen noch enthalten sind“, erklärt Kreuzinger. Und Reststoffe gibt es dort viele. Rückstände von Pharmazeutika wie Schmerzmittel und Entzündungshemmer zum Beispiel, aber auch besonders widerstandsfähige Röntgenkontrastmittel sind da zu finden. Oder ein bunter Cocktail aus in den Badezimmern abgewaschenen Kosmetika, wenn auch in sehr kleinen Mengen, wie Kreuzinger einräumt. „ Grundsätzlich sieht es mit der Qualität der geklärten Abwässer bei uns gut aus“, meint er. Das hat auch eine Studie über das Vorkommen von Hormonen in österreichischen Gewässern bestätigt, die von einem großen interdisziplinären Forscherteam vor mittlerweile fünf Jahren publiziert wurde.
Künstlich haltbar gemacht
Dennoch nehmen die Behörden in Österreich und der EU das Thema Spurenschadstoffe im Abwasser weiterhin sehr ernst. Zum einen, weil in Untersuchungen gezeigt werden konnte, das gewisse Stoffe auch in sehr kleinen Konzentrationen negative Auswirkungen auf Gewässerorganismen haben können. „Gerade Medikamente oder Kosmetika werden chemisch so gebaut, dass sie im Körper möglichst langsam oder gar nicht abgebaut werden, sie sollen ja möglichst lange wirken“, sagt der Forscher. Umso größer ist die Herausforderung, auch diese Stoffe beim Klärvorgang aus dem Wasser herauszubekommen.
Chemische Radikalkur
Kreuzingers Zugang, die Spurenschadstoffe unschädlich zu machen, klingt zunächst simpel: In seiner Versuchsanlage setzt er dem Wasser Ozon zu. „Dabei entstehen so genannte Sauerstoffradikale, das sind chemisch sehr aktive einzelne Sauerstoffatome“, erklärt er das Prinzip. Mit ihnen kann man vergleichsweise große Moleküle, wie es die allermeisten Reststoffe sind, in kleinere Einheiten zerlegen. Damit verlieren sie ihre ursprüngliche Wirkung und sind zudem biologisch besser abbaubar als die widerstandsfähigen Ausgangsstoffe.
Auch hier: Grundlagenforschung
In der Umweltchemie, wie auch anderswo, gilt: Man findet grundsätzlich nur die Substanzen, die man schon kennt. Für einige der im Abwasser vermuteten Stoffe gibt es nach wie vor keine Nachweistests. „In den letzten Jahren sind in der Entwicklung neuer Nachweismethoden aber große Fortschritte gemacht worden“, sagt Kreuzinger. Neben den Spurenschadstoffen selbst untersucht sein Forschungsteam auch mögliche Wirkungen der mit Ozon geknackten Substanzen auf Lebewesen. „Wir testen das von uns behandelte Abwasser mit standardisierten ökologischen Tests beispielsweise an Algen und Bakterien, um herauszufinden, ob die durch unsere Ozonbehandlung entstehenden chemischen Spaltprodukte einen negativen Effekt auf Organismen haben“, erklärt er. Die Tests laufen gerade, weitere Ergebnisse erwarten die Forschenden bis zum Herbst dieses Jahres.
Rückfragehinweis:
Ass.Prof. Mag. Dr. Norbert Kreuzinger
Institut für Wassergüte,
Ressourcenmanagement und
Abfallwirtschaft
Technische Universität (TU) Wien
Karlsplatz 13
A-1040 Wien
T +43-1-58801-22622
F +43-1-58801-22699
E norbkreu@iwag.tuwien.ac.at
Geschrieben in Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »
