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Archive für 17.4.2009
2008 war Boom-Jahr für Photovoltaik
17.4.2009 von zaro.
Deutschland Vorreiter, Österreich verpasst den Anschluss
Wien - 2008 brachte der weltweiten Photovoltaik(PV)-Branche einen außerordentlichen Boom, gemessen an der verdoppelten gelieferten Stromleistung sowie an der Anzahl neu geschaffener Arbeitsplätze. Deutschland baute seine Weltmarktführer-Position weiter aus, während Österreich von dieser Entwicklung aufgrund fehlender politischer Rahmenbedingungen jedoch abgekoppelt blieb. Das zeigen Statistiken der Photovoltaic Austria (PVA) http://www.bv-pv.at, die heute, Dienstag, in Wien präsentiert wurden. Demnach steigerte sich der Photovoltaik-Weltmarkt gemessen an der Stromleistung in den letzten zehn Jahren durchschnittlich um 38 Prozent. 2008 wurde ein Anstieg von 117 Prozent auf rund 15 Gigawatt peak (GWp) verbucht. In Europa trugen dazu besonders die Länder Spanien und Deutschland bei, in denen allein die Steigerung 2.600 bzw. 1.500 Megawatt betrug.
Völlig gegenläufig ist die Situation in Österreich, wo der Ausbau um 2,9 MWp auf insgesamt rund 30 MWp der mit Abstand geringste in Zentral- und Westeuropa blieb. “Im internationalen Vergleich ist die Branche damit völlig abgestürzt”, betont PVA-Präsident Hans Kronberger. Hauptursache für den österreichischen Rückstand sei das Fehlen entsprechender Rahmenbedingungen. Die Novelle des seit 2002 existierenden Ökostromgesetzes im Jahr 2004 bedeutete einen Einbruch der Ökostrom-Branche, den auch sechs weitere Novellierungen seither nicht aufheben konnten. Der Start der letzten Novelle mit Jahresbeginn 2009 scheiterte, wodurch die zur Mitfinanzierung der Tarifförderung verpflichteten Bundesländer großteils kein eigenes Budget aufstellten. Anlagenerrichter, die um Unterstützung ansuchen, werden derzeit auf unbestimmte Zeit vertröstet, was die Entwicklung stark bremst. Bisher sei es nicht gelungen, die Politik zu überzeugen und Entscheidungsträger ausreichend zu informieren.
Dabei verfügt Österreich über eine gut funktionierende PV-Industrie mit über 1.500 Arbeitsplätzen, vor allem im Bereich Kleinhandwerker und Installation. “Über 99 Prozent der Produktion werden jedoch exportiert”, berichtet Christoph Panhuber, Spartenleiter Solarelektronik bei der Firma Fronius. Das bedeute in der Praxis die Auslastung der Produktion durch den Heimmarkt an bloß drei Tagen im Jahr. Die Exporte gehen in die PV-Wachstumsländer Spanien, Frankreich, Italien, Tschechien und USA, vor allem aber nach Deutschland. Selbst Unternehmen wie die Tiroler ZARO-Biotec, http://www.zarobiotec.com/sonnenenergie.html vertreiben mit dem Businesspartner BULL AG von Salzburg aus ins benachbarte Deutschland und das mit großem Erfolg. “Deutschland verfügt über hohe Offenheit auch für Anbieter aus dem Ausland, was dem Land ein ideales Klima für die Weiterentwicklung beschert”, so der PV-Experte gegenüber ZAROnews. Das nicht genutzte Potenzial ist groß. “Gäbe es entsprechende Rahmenbedingungen, könnte der Markt in Österreich bis zu 50-Mal größer sein, setzt man die Größe Österreichs in Relation zu Deutschland”, verdeutlicht PV-Anlagenplaner Rudolf Raymann.
Deutschland ist im internationalen Vergleich Photovoltaik-Rekordhalter, mit einer Jahresleistung von 5,1 GWp und 48.000 Arbeitsplätzen, die im Vorjahr einen Branchenumsatz von acht Mrd. Euro erwirtschafteten. “Grundlage für das Blühen des PV-Wirtschaftszweiges in Deutschland ist das dort wirksame Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG), das auf dem Konsens mehrerer Parteien beruht”, erklärt Kronberger im pressetext-Interview. Aufgrund einer weiteren Effizienzsteigerung sowie wegen der zu erwartenden höheren Preise fossiler Brennstoffe könne PV-Strom in Österreich etwa im Jahr 2014 preislich mit bisherigen Stromlösungen gleichziehen. Während der PV-Anteil an der Gesamtstrommenge in Österreich derzeit im Promillebereich liegt, sei langfristig ein Anteil von bis zu acht Prozent erreichbar. Das größte Entwicklungspotenzial sieht der PVA-Präsident bei privaten Haushalten, deren nach Süden geneigte Dachfläche 50 Quadratmeter übersteigt. “140 Quadratkilometer solcher Dächer sind bereits vorhanden, dazu kommen 50 Quadratkilometer nutzbarer Fassaden. Für den Umstieg auf Sonnenenergie sind somit keine zusätzliche Flächen notwendig”, so Kronberger.
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