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Archive für 19.6.2009

Spektakuläres Tiefsee-Riff vor Irland entdeckt

Unterwasserhügel ragen bis 100 Meter aus der Tiefsee hoch

Galway - Wissenschaftler des NUI Galway http://www.nuigalway.ie haben bei einer kürzlich beendeten Tiefsee-Expedition am Südende der Porcupine Bank vor der Westküste Irlands ein spektakuläres Tiefsee-Korallenriff entdeckt. Auf einer Fläche von rund 200 Quadratkilometer befinden sich 40 Riffköpfe auf untermeerischen Hügeln, die vom Meeresgrund hundert Meter emporragen. Dem Forscherteam ist es mit Tauchrobotern gelungen, Aufnahmen von der Rifflandschaft zu machen.

“Das sind die bisher beeindruckendsten Korallenriffe, die ich in mehr als zehn Jahren Studium in den Gewässern Irlands gesehen habe”, so Expeditionsleiter Anthony Grehan. Grehan betont, dass diese Kaltwasserriffe für die Artenvielfalt in der gesamten Porcupine Bank wichtig sind, da sie eine Quelle für Larven zahlreicher Lebewesen sei. Der Wissenschaftler betont auch, dass diese Region ein Kandidat für die Errichtung einer speziellen Schutzzone sei. Vor der Küste Irlands gibt es bereits vier solcher Special Areas of Conservation (SAC). Meeresbiologen haben immer wieder dazu aufgefordert, auch Tiefseekorallenriffe zu schützen. In vielen Regionen wurden solche Korallenriffe durch Grundschleppnetzfischerei zerstört. Aufgrund der stark zerklüfteten Oberfläche ist der Einsatz von solchen Netzen hier nicht möglich, betont Grehan.

Die NUI Galway Studie ist Teil des “CoralFISH-Projekts” http://www.eu-fp7-coralfish.net das zum 7. EU-Rahmenforschungsprogramm gehört. “Das CoralFISH-Projekt beschäftigt sich im Detail mit den Interaktionen zwischen Korallen, Fischen und Fischfang-Industrien”, so Grehan. Was den Wissenschaftlern Sorge bereitet, ist die Zerstörung der Tiefseeriffe durch Grundschleppnetze. Umweltgruppen kritisieren diese Art der Fischerei ohnehin seit Jahren, wie Greenpeace Meeresbiologin Antje Helms gegenüber pressetext bestätigt. “Der Meeresboden wird wie ein Acker umgepflügt.” Schwere Stahlgewichte, die die Netze halten werden über den Meeresgrund gezogen. Noch drastischer kritisierte der Fischereiexperte Elliot Norse, Präsident des Marine Conservation Biology Institute http://www.mcbi.org in Bellevue/Washington diese Art des Fischfangs: “Fischen mit Grundschleppnetzen ist so, als würde man mit einem Bulldozer in einen Teich fahren, um die Fische zu fangen. Greenpeace schätzt, dass bei einem Schleppnetzeinsatz 95 bis 98 Prozent der Korallenbedeckung ruiniert werden. Das habe auch auf die Bestände der Tiefsee-Fische einen Einfluss.

Vorhergehende Untersuchungen haben auch deutlich gezeigt, dass die Wiederherstellung zerstörter Tiefseeriffe extrem lange dauert. “Verwunderlich ist das nicht, denn in der Tiefsee verlaufen aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen alle Wachstumszyklen deutlich langsamer”, meint der Meeresbiologe Michael Stachowitsch von der Universität Wien http://www.univie.ac.at/marine-biology gegenüber zaronews. “Mit den Korallen im Flachwasser haben die Tiefseestöcke ohnehin nur sehr wenig gemeinsam, denn die im tropischen und subtropischen Seichtwasser vorkommenden Korallen leben in enger Symbiose mit Algen, die das Licht zum Überleben brauchen.”

Die Expedition mit dem Forschungsschiff Celtic Explorer war eine Kooperation zwischen dem NUI Galway und dem französischen IFREMER-Institut. Ein Ziel der Untersuchungen ist, in den bisher unerforschten Tiefseeregionen neue potenzielle Substanzen für die Pharmazie zu finden. Das Marine Institute http://www.marine.ie fördert das Bio-Entdeckungsprogramm “A Marine Knowledge, Research and Innovation Strategy for Ireland 2007 - 2013″, das von der NUI Galway durchgeführt wird. (Ende)

Hier gibt es keinen Korallenfisch, dafür gibt es andere Leckereien

Energiesysteme 2050: Ein bunter Technologie-Mix

Fraunhofer-Forscher sieht Durchbrechung der Erdöl-Dominanz

Karlsruhe - Der Frage, welche Schwerpunkte in der Energieforschung gesetzt werden sollen, um den zukünftigen Herausforderungen des Klimawandels und der Ressourcenverknappung zu begegnen und welchen Energietechnologien die Zukunft gehört, sind Experten auf einer Fachkonferenz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie BMWi in Berlin nachgegangen. “Die Energiezukunft wird nicht mehr nur auf ein einzelnes Energiesystem beschränkt sein, sondern aus einem bunten Mix verschiedener Energiequellen bestehen”, so Martin Wietschel, Leiter des Geschäftsfelds Energiewirtschaft am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung http://www.isi.fraunhofer.de, gegenüber uns.

“Es wird verschiedene Technologieoptionen geben”, betont Wietschel. Eine davon werde auch Kohle heißen. “Kohle wird sicherlich noch länger der fossile Brennstoff mit der weltweit größten Reichweite bleiben.” Die Herausforderung bei der Nutzung der Kohle ist die CO2-Abscheidung und Speicherung, um die Treibhausgasemissionen zu senken. Dass Erdöl und Erdgas als Energielieferanten verschwinden werden, glaubt der Experte nicht. Allerdings werde Erdöl in wenigen Jahren wieder einen deutlichen Preisanstieg erfahren. “Die Rohölpreise ab 2012 bis 2014 werden Knappheitspreise sein”, so Wietschel. Eine wesentliche Herausforderung der Energieversorgung der Zukunft wird die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen am Mobilitätssektor sein. Auch hier geht Wietschel nicht von einer raschen Lösung aus. Derzeit erfahre die Elektromobilität besondere Aufmerksamkeit, während die Brennstoff- und Wasserstofftechnologie im Vergleich deutlich in den Hintergrund gerückt wird. “Viele der abgegebenen Prognosen sind zu optimistisch”, meint Wietschel, der davor warnt zu hohe Erwartungen an eine schnelle Marktdurchdringung zu haben.

“Wir müssen uns vor Augen halten, dass die Bevölkerung in Deutschland stark unter der Lärmbelastung aus dem Verkehrssektor leidet”, so der Experte. Hier bietet die Elektromobilität Vorteile, aber zu lösen ist u.a. die Frage der Lebensdauer und der Batteriesicherheit. “Das ist nicht so einfach zu lösen, wie das derzeit dargestellt wird.” Eine Steigerung der Zahl von Elektrofahrzeugen werde aber auch zu anderen Herausforderungen im Bereich der Netzversorgung führen. “Generell kann man davon ausgehen, dass die Entwicklung sehr stark davon abhängen wird, wie sich der Ölpreis gestaltet.” Zudem müsse der Preis der Batterien deutlich gesenkt werden. Möglicherweise werden auch Plug-In-Hybride, die sowohl über Elektro- als auch über Verbrennungsmotoren verfügen, eine interessante Option sein. “Anhand dieser Beispiele kann man deutlich sehen, dass auch in der Mobilität ein bunter Mix aus Kraftstoffen das Zukunftsbild zeichnen wird.”

Für den Wohnbereich sieht der Experte zunächst eine wesentliche Veränderung in Richtung Senkung des Wärmebedarfs durch Niedrigenergiehäuser. “Dann könnte eine Direktheizung auf Strombasis sogar wieder Sinn machen”, so Wietschel. Auch Wärmepumpen wie sie in der Schweiz und in Skandinavien bereits üblich sind, werden mit der Solarthermie gemeinsam eine bedeutendere Rolle spielen können. Der zusätzliche Bedarf der Klimatisierung auch in Mitteleuropa müsse durch eine neue Generation verbrauchsärmerer Klimaanlagen erreicht werden.

“Eine andere große Herausforderung für die Energieversorgung der Zukunft ist die Steigerung der Energieeffizienz.” Es sei unumgänglich die Nachfrage nach Energie deutlich zu senken, betont der Forscher. Handlungsbedarf sieht Wietschel aber auch beim Ausbau der Stromnetze. “Die derzeit vorhandenen Netze sind nicht für den Transport großer Mengen Stroms geeignet. Wenn es aber zu einer Durchsetzung dezentraler Energietechnologien und Erneuerbarer Technologien kommt, wird eine neue Netz-Infrastruktur notwendig.” Der Bedarf an intelligenten Netzen werde deutlich steigen. Um Strom über größere Entfernungen zu transportieren, werde auch die Errichtung von Gleichstromnetzen eine wichtige Option sein. (Ende)

Trinken Sie immer noch die Schadstoffe einfach mit!

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