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Archive für Juni 2009
Ultraschall gegen Algenblüte
7.6.2009 von zaro.
Britische Forscher rücken mit Wunderwaffe gegen Rote Flut an
Hull - Die plötzliche und massive Vermehrung von Algen in Gewässern, die auch Algenblüte genannt werden, ist ein immer öfter auftretendes Umweltproblem. Nun wollen Forscher der University of Hull http://www.hull.ac.uk ein Rezept gegen diese Blüte gefunden haben. Mit Ultraschall wollen sie die Algen vernichten. In ersten Versuchen ist das auch bereits gelungen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Algenblüten entstehen zumeist bei einer Überdüngung der Gewässer mit Phosphat.
Bisher führte Ultraschall bei der Algenbekämpfung nur zu mäßigem Erfolg. “Das war wohl deshalb so, weil wir die Wirkweise nicht richtig verstanden haben”, so Studienleiter Michiel Postema. Der Wissenschaftler nimmt an, dass der Schall die Zellen, die für das Gleichgewicht der Algen verantwortlich sind - die sogenannten Heterocysten - beeinträchtigt. In diesen Zellen sorgt eine kleine Stickstoffblase für den Auftrieb der Algen. Der Ultraschall sorgt nun dafür, dass das Gas in der Zelle mitschwingt und bei stärkerer Intensität die Zelle zerstört. “Die Algen sterben ohne Einwirkung der Sonne ab”, so der Forscher.
Das Forscherteam hat drei verschiedene Frequenzen für verschiedene Algenspezies - darunter auch das Cyanobakterium Anabaena sphaerica - untersucht. Dieses Bakterium kann zu Atemwegserkrankungen und zu Leberkrebs führen, wenn Menschen damit in Kontakt kommen. Obwohl alle drei Frequenzen zu Ergebnissen führten, war der größte Erfolg bei einem Megahertz zu erzielen. Diese hohen Frequenzen werden im Wasser relativ schnell absorbiert. Der Radius beträgt weniger als 20 Meter, was auch deutlich macht, dass man damit eher Algen in stehenden Gewässern wie etwa Seen oder Teichen bekämpfen kann und nicht jene, die auf hunderten Quadratkilometern Meeresfläche auftreten.
“Wenn wir uns beim Resonanzmechanismus nicht geirrt haben, sind das gute Nachrichten, denn eine Algenbekämpfung, die möglichst wenig Schaden in Gewässern anrichten kann, ist gefragt”, zeigt sich der Forscher überzeugt. “Man muss auf Nummer sicher gehen, um mit den Methoden keine anderen Lebewesen zu treffen”, meint die Ökologin Deborah Long von der Umweltgruppe Plantlife Scotland http://www.plantlife.org.uk. Der Ultraschall könnte so gesteuert werden, dass damit spezielle Algenarten getroffen werden, denn die Resonanz-Frequenz der Heterocysten variiert von Spezies zu Spezies je nach ihrer Größe. “Wichtig ist, dass keine Wasserpflanzen durch die Schallwellen zerstört werden”, betont Long. (Ende)
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Glücksgefühl ist erblich
5.6.2009 von zaro.
Endorphine prägen Gestaltung der Samen- und Eizelle
Mexiko-Stadt - Eltern geben ihr Temperament über Hormone und andere chemische Signale an ihre Kinder weiter, wobei ihre Gefühle rund um den Zeitpunkt der Zeugung den Ausschlag geben. Das behauptet der Kinderarzt Alberto Halabe Bucay vom Spital Angeles Lomas http://www.hospitalangeleslomas.com in Mexiko-Stadt in der Fachzeitschrift Bioscience Hypotheses. “Wer eine positive, glückliche oder mutige Lebenshaltung hat, kann das auch an seine Kinder weitervererben. Doch auch bei den entgegengesetzten Erscheinungen wie etwa bei Depressionen ist dieser Vorgang wahrscheinlich. Das könnte auf biochemische Vorgänge zurückgehen”, berichtet Halabe im Zaronews-Interview. Unterstützt wird Halabes Ansicht teilweise von Ergebnissen der Epigenetik. Demnach sind bestimmte Erbinformationen vom eigentlichen DNA-Code unabhängig, da sie erst im Laufe des Lebens entstehen.
Ausgangspunkt für Halabes Vermutung ist die Beobachtung, dass bestimmte Drogen wie Morphine und andere Opiate die Chromosomenstruktur von Spermazellen schädigen können. Zugleich besetzen Morphine die Endorphin-Rezeptoren in den Nervenzellen. “Es ist anzunehmen, dass Endorphine ebenso wie Morphium auf die Gene der Spermazellen treffen und deren Struktur für immer verändern”, so Halabe. Ähnlich wie bei Endorphinen, könne dieser Prozess auch bei zahlreichen anderen Neurotransmittor-Substanzen zutreffen, etwa bei Azetylcholin, Serotonin, Adrenalin oder Noradrelanin sowie bei Substanzen des Immunsystems. Für die Beeinträchtigung der Gene der Eizelle könnte derselbe Mechanismus wirksam sein, wenngleich hier Folgen des Morphiums viel schwerer nachweisbar seien, gibt der Pädiatrist zu bedenken.
Experimente, die die Neurotransmittoren von glücklich und unglücklich lebenden Tieren sowie von deren Jungen untersuchen, könnten mehr Aufschluss über die Richtigkeit dieser Theorie geben. Bestätigt sich die Bedeutung der Endorphine für die Struktur von Ei- und Samenzelle, würde das auch dem Zeitpunkt des Geschlechtsaktes und seiner Qualität selbst eine völlig neue Bedeutung verleihen. “Beim Sex werden Endorphine in hoher Zahl ausgeschüttet. Je besser die Qualität dieses Aktes ist, desto bessere sind die in diesem Moment freigesetzten Endorphine und in Folge nimmt auch die genetische Expression der Sperma- und Eizellen des Paares in diesem Moment zu”, so der mexikanische Mediziner.
Seit der Antike wisse man, dass sich die Persönlichkeit eines Menschen aus dem Temperament und Charakter zusammensetzt, erklärt Halabe. “Das Temperament erbt man von den Eltern. Kinder von erfolgreichen Eltern haben meist selbst auch Erfolg, auch wenn sie in anderen Bereichen aktiv werden als die Eltern. Ein gutes Temperament ist somit die beste Voraussetzung für eine gute Entwicklung auch des Kindes.” Der Charakter als zweiter bestimmender Teil der menschlichen Persönlichkeit sei hingegen nicht vererbbar, sondern werde im Laufe des Lebens erworben. (Ende)
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Finanzamt lässt Schuldnern Luft aus den Reifen
4.6.2009 von zaro.
Maßnahme umstritten - Mit Ventilwächtern Plattfuß nach 600 Metern
Berlin/Menden/München - Um Steuersünder zu bestrafen, setzen immer mehr deutsche Finanzämter die Fahrzeuge ihrer Klienten außer Kraft und lassen die Luft aus den Autoreifen. Dabei bedient man sich amtlich genehmigten Ventilwächtern. Obwohl der Name der Kleingeräte auf den ersten Blick Schutz für die Autoräder nahe legt, bewirkt er jedoch das Gegenteil. Weil die praktischen Stöpsel an die Ventile der Autoreifen direkt angebracht werden, sorgen sie dafür, dass den Steuersündern beim Losfahren kontinuierlich die Luft entweicht und sie letztlich zum Anhalten gezwungen sind. Berichten der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung sowie des Berliner Kuriers zufolge werden die drakonischen Mittel unter anderem von Menden, Berlin und Dresden angewendet.
“Die Maßnahme wird längst nicht als primäres Standardverfahren in Deutschland angewandt. Schließlich muss der Steuersünder bereits sämtliche Stufen des Mahnverfahrens durchlaufen haben. Ob dies der richtige Weg einer Vollstreckung ist, bleibt Geschmackssache. Die Gefahr für den Fahrer ist zwar sehr gering, in einer ungünstigen Verkehrssituation jedoch theoretisch gegeben”, kritisiert ADAC-Sprecher und -Rechtsexperte Maximilian Maurer http://adac.de im Gespräch mit uns. Das Berliner Finanzamt sieht in der Anwendung von Ventilwächtern dagegen eine adäquate Lösung, um Steuerschuldner zur Strecke zu bringen. Wie ein Sprecher der Berliner Finanzverwaltung bekannt gab, werden pro Fahrzeug zwei Geräte eingesetzt, da der Fahrer bei einem Reifen sonst sein Ersatzrad verwenden und die Strafe umgehen könnte.
Ähnlich der bisher verwendeten Parkkralle, die wie die Ventilwächter ein Weiterfahren unmöglich macht, werden die Betroffenen jedoch vor der Amtshandlung gewarnt. Erst wenn auch dieses Druckmittel nicht hilft, werden die Autos sichergestellt. Allein in Berlin sind seit Ende vergangenen Jahres rund 100 Stöpsel im Einsatz. “Die Vollstreckungsbehörden bedienen sich gerne der Ventilwächter. Schließlich sind sie kostengünstiger und handlicher als Parkkrallen. Der angebrachte Hinweis muss aber auch hier für den Fahrer deutlich sichtbar und vor allem in mehreren Sprachen verfasst sein”, fordert Maurer im pressetext-Gespräch. Obwohl Berlin bereits seit 2003 mit den Ventilwächtern arbeitet, ist ihr Einsatz eher selten. Laut Angaben der Behörde wurde ihr Gebrauch 2008 in 747 Fällen angedroht, aber in nur 48 auch vollstreckt.
Laut dem Hersteller http://ventilwaechter.de, der diese pneumatische Wegfahrsperre - wie es im Amtsjargon heißt - als Alternative zur Parkkralle anbietet, werden die Geräte allein durch die Bewegung des Fahrzeugs aktiviert. Nach nur 600 Metern ist der Fahrzeugführer dann mit einem “kontrollierten Plattfuß” konfrontiert. Bei einem Versuch, den Ventilwächter ohne den Schlüssel zu entfernen, wird automatisch die Luft aus den Reifen gelassen. Den Einsatz der Geräte bevorzugen Ämter vorrangig bei Härtefällen, wenn Steuerzahler nach mehrmaligen Aufforderungen beispielsweise nicht ihre Strafzettel, Hundesteuern oder Grundbesitzabgaben erbracht haben. Viele Städte sichern sich gegen einen möglichen Widerspruch der Besitzer ab. Juristische Gutachten haben die Zulässigkeit bestätigt. Für Rechtsfolgen haften Kfz-Halter. (Ende)
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