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Archive für 23.7.2009

Technik zur Abwasseraufbereitung stark verbessert

Einsatz von Licht und Strom soll Industrieabwässer reinigen

Lakehead, Ontario - Forscher an der Universität Lakehead http://www.lakeheadu.ca haben eine vielversprechende Wasseraufbereitungstechnik entwickelt. Eine Kombination von photokatalytischen und elektrochemischen Verfahren bzw. der Einsatz von Licht und Strom beim Neutralisieren von Verschmutzungen versprechen eine Reinigungswirkung von über 90 Prozent. Das neu entwickelte Verfahren soll bereits in zwei Jahren Marktreife erlangen. Ein Patentantrag ist bereits gestellt worden. “Biologische Wasseraufbereitungsverfahren sind nicht für jegliche Art von Abwasser geeignet. Bei hoher Proteinkonzentration und sehr hohen oder sehr niedrigen PH-Werten ist das Überleben selbst für Bakterien schwierig”, sagt Aicheng Chen, Forschungsleiter an der Universität Lakehead in Ontario.

Weltweit wird eine Vielzahl verschiedenartiger Ansätze verfolgt. “Im Regelfall kommen bei der Industrieabwasseraufbereitung aber auf Mikroorganismen basierende (biologische) Verfahren zum Einsatz. Auf Photokatalyse setzende Techniken eignen sich zwar für spezielle Stoffe, sind derzeit aber wohl eher als eine ergänzende Technologie anzusehen”, meint hingegen Hans Curt Flemming, Leiter des Fachbereichs Chemie - Biofilm Centre an der Universität Duisburg, auf Anfrage von uns. Biologische Ansätze hätten den großen Vorteil, dass im Wasser gelöste Schadstoffe in ungelöste Biomasse- und Stoffwechselprodukte umgewandelt werden. Diese Prozesse ließen sich zudem ohne großen Aufwand automatisieren.

Bei der von Chen entwickelten Technik wird eine Elektrode mit einem Photokatalysator und die zweite Elektrode mit einem Elektrokatalysator überzogen. An der einen Elektrode trifft ultraviolette Strahlung meist auf Titaniumdioxid als Photokatalysator, was dessen Elektronen in einen höheren Energiezustand versetzt. So entstehende Lücken in der Atomstruktur mit positiver Ladung sollen dann zur Oxidation allfälliger Schadstoffe im Wasser führen. An der zweiten Elektrode würde ein durch den Elektrokatalysator geleiteter Strom einen ähnlichen Effekt nach sich ziehen. Die beim separaten Betrieb beider Verfahren anfallenden Kosten waren bislang nicht vertretbar. Die unterschiedlich präparierten Elektroden hätten laut Angaben von Chen im Zuge dreistündiger Tests zwei Nitrophenol-Verbindungen, die bei der Herstellung von Pestiziden und Fungiziden häufig Verwendung finden und in Industrieabwässern vorkommen, fast zur Gänze entfernt. Bei separater Anwendung seien in der gleichen Zeit lediglich 30 bis 60 Prozent der Kontaminierungen neutralisiert worden.

Zum Problem könnten daher vielfältige Verschmutzungen werden. Zudem bereitet die zeitlich begrenzte Reaktionsfähigkeit des eingesetzten Materials Titaniumdioxid Sorgen. Chen experimentiert daher mit Nanostrukturen von Titaniumdioxid, um eine längere Reaktionsfähigkeit zu erreichen. Es handle sich dennoch um einen geeigneten Katalysator, da das Material weder sonderlich reaktionsfreudig noch toxisch sei. Chens Ansatz sei vielversprechend und komme zumindest für Detailanwendungen in Frage, so der Tenor unter Experten in Technology Review. Photokatalysatoren können aber auch von Biofilmen überzogen werden, was die von durchdringendem Licht abhängige Reaktion verhindert.

Einer Studie von Luxresearch.com http://www.luxresearchinc.com zufolge soll der globale Wasserverbrauch bis 2030 um weitere 40 Prozent ansteigen, was effizientere Aufbereitungsverfahren zwingend notwendig macht. Weltweit sollen sich dann mit der Bereitstellung von Wasser zu erwirtschaftende Umsätze auf über eine Bio. Dollar belaufen. Nach wie vor besteht aber von Seiten der Wasserämter und Wasseraufbereiter keinerlei Verständnis für die physikalischen Lebenkraft von Wasser, wie Forscher wie Robert Zach von ZARObiotec berichten, nach wie vor werden meist nur chemische Vorgänge beachtet, es gibt hier noch einen großen Bedarf an Wasserwissen (Ende)

Sauberes Wasser selber machen

Kanadische Robbenjagd vor dem Ende

Jubel der Umweltschützer: Nachfrage nach Robbenpelz eingebrochen

London/Wien - Kanadas groß angekündigte Robbenjagdsaison ist ziemlich erfolglos zu Ende gegangen. Die Quote wurde mit rund 273.000 Tieren von der Regierung in Ottawa festgesetzt, doch die Fischer in Neufundland und Labrador haben nur rund 70.000 Tiere getötet. Der Grund dafür liegt im Verfall der Preise für Robbenpelze sowie im EU-weiten Importverbot von Robbenprodukten, das im Oktober in Kraft treten wird. Einige der Fischer befürchten, dass die Jahrhunderte alte Tradition der Robbenjagd zu einem Ende kommen könnte.

“Aufgrund der fallenden Nachfrage ist die Robbenjagd in Kanada zu einem vorzeitigen Ende gekommen”, meint Axel Hein, Meeresexperte beim WWF-Österreich http://www.wwf.at im Interview mit ZAROnews. “Das EU-Parlament hat das Verbot im Mai beschlossen. Wir rechnen damit, dass das Gesetz dann per Ende Juni in Kraft treten wird”, so der Experte. Schon im Vorfeld waren 30 Länder gegen die brutale Jagd auf die Robben aufgetreten. Vom Argument, dass Robben die Fischerei beeinträchtigen, hält der Experte nichts. “Das eigentliche Problem sind die viel zu hohen Fangquoten für Kabeljau. Das ist der Grund, warum die Fischbestände in den vergangenen Jahren dramatisch eingebrochen sind.” Robben habe es in der Region immer schon gegeben und diese waren nicht verantwortlich dafür, dass die Kabeljau-Bestände derart massiv zurückgegangen sind. Dieses Argument sei also nicht haltbar.

Die Robbenbestände sind in Kanada nicht gefährdet. “Allerdings ist die Art und Weise wie die kleinen Robben erschlagen werden und ihnen dann das Fell abgezogen wird, ethisch nicht vertretbar”, so Hein. Zudem kritisieren die Umweltschützer, dass die Kadaver zumeist zurückgelassen werden. “Gegen eine Robbenjagd der Inuit gibt es keine Einwände, denn diese bildet eine Lebensgrundlage der Ureinwohner.” Die Jagd der Inuit sei keineswegs mit der kommerziellen Jagd vergleichbar. “Für Umweltschützer ist das vorzeitige Ende der Robbenjagd eine gute Nachricht”, meint Meeresexperte abschließend.

Der Marktpreis eines Robbenfelles liegt derzeit bei rund zwölf Dollar - vor wenigen Jahren lag er bei 100 Dollar. Allein der Preisverfall aufgrund der verringerten Nachfrage macht die Jagd auf Robben zu einem kaum mehr lukrativen Geschäft für die Fischer. Der schwache Rubel und das Wegbrechen der großen kanadischen Märkte für Robbenprodukte haben die Preise für Felle nach unten purzeln lassen. Auch die Nachfrage von Pelzen aus China, einem anderen Großkunden, hat nachgelassen. Der stärkste Druck auf die Produkte kommt allerdings ziemlich sicher aus Europa. Für die kanadischen Fischer, die seit Jahren mit immer geringeren Fischbeständen zu kämpfen haben, war die Robbenjagd ein willkommenes Zubrot. (Ende)

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