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Archive für 25.8.2009
Fettsucht: Töchter kopieren Lebensstil der Mutter
25.8.2009 von zaro.
Wissenschaftler fordern neuen Umgang mit der Krankheit
Plymouth - Bei Fettsucht gibt es eine starke Verbindung zwischen Müttern und Töchtern sowie Vätern und Söhnen, jedoch nicht über die Geschlechtergrenzen hinweg. Eine Untersuchung der Peninsula Medical School http://www.pms.ac.uk/pms/index2.php ist zu dem Ergebnis gekommen, dass fettsüchtige Mütter zehn Mal so wahrscheinlich auch fettsüchtige Töchter haben. Bei Vätern und Söhnen war die Wahrscheinlichkeit sechs Mal so hoch. In beiden Fällen waren die Kinder des anderen Geschlechts nicht betroffen. An der Studie nahmen 226 Familien teil. Laut dem Team um Terry Wilkin bedeuten diese Forschungsergebnisse, dass der Umgang mit der Krankheit grundsätzlich überdacht werden muss. Details der Studie wurden im International Journal of Obesity veröffentlicht.
Die Wissenschaftler halten es für sehr unwahrscheinlich, dass die Genetik bei diesen Ergebnissen eine Rolle gespielt hat. Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn sie die Kinder des gleichen Geschlechts wie des zuerst betroffenen Elternteils beeinflussen würde. Es handle sich viel eher um einer Form von Verhaltenssympathie. Die Töchter kopierten den Lebensstil der Mütter, die Söhne den des Vaters. Aus diesem Grund fordern die Experten, dass die Regierungen ihre Strategie bei der Bekämpfung der Fettsucht überdenken sollten.
In Großbritannien wurde laut BBC bisher davon ausgegangen, dass aus fettsüchtigen Kindern später fettsüchtige Erwachsene werden. Aus diesem Grund konzentrierten sich die Gesundheitsprogramme auch auf jüngere Menschen. Diese Annahme ignoriere jedoch, dass acht von zehn Fettsüchtigen als Kinder nicht schwer übergewichtig waren. Vielmehr sei laut Studie das Gegenteil der Fall. Fettsüchtige Erwachsene hätten fettsüchtige Kinder zur Folge. Wilkin betonte, dass genau das Gegenteil von dem wahr zu sein scheint, was bisher angenommen wurde. Das eigentliche Ziel von Gesundheitsprogrammen sollten daher die Eltern sein. Das Team dokumentierte Größe und Gewicht von Eltern und Kindern über einen Zeitraum von drei Jahren. 41 Prozent der acht Jahre alten Töchter fettsüchtiger Mütter waren ebenfalls fettsüchtig. Bei normalgewichtigen Müttern waren es nur vier Prozent. 18 Prozent der Söhne fettsüchtiger Väter litten ebenfalls unter sehr starkem Übergewicht. (Ende)
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Glücksspielsucht betrifft viele Jugendliche
25.8.2009 von zaro.
Verzerrte Wahrnehmung lässt schnell Schuldenberg entstehen
Köln - Bereits jeder vierte Jugendliche im Alter zwischen 16 und 17 Jahren hat im letzten Jahr schon um Geld gespielt, obwohl dies erst ab 18 Jahren erlaubt ist. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZgA http://www.bzga.de zum Glücksspielverhalten in Deutschland. In zwei Informationsbroschüren klärt die BZgA über Glücksspiele und deren Gefahren auf und ermutigt dazu, sich in einem Selbsttest mit dem eigenen Spielverhalten auseinanderzusetzen.
“Jugendliche sind besonders gefährdet, eine Sucht nach Glücksspielen zu entwickeln”, berichtet Heike Bender-Roth, BZgA-Referentin für Glücksspielsucht, im Interview. Der verhängnisvolle Glaube an den Zufall, den die Sozialarbeiterin als “gedankliche Verzerrung” bezeichnet, sei bei Jugendlichen besonders ausgeprägt. “Je jünger man ist, desto eher überschätzt man die Fähigkeit, sich selbst unter Kontrolle zu haben. Jugendliche sprechen stärker als Erwachsene auf Werbung an und nehmen besonders leicht Menschen als Vorbilder, die mit einem Schlag viel Geld gewinnen. Die Realität sieht jedoch anders aus”, so Bender-Roth. Besonders männliche Jugendliche seien von Glücksspielsucht betroffen, wie auch das Glücksspiel allgemein eine Männersucht sei.
Wenngleich Glücksspiele unter 18 Jahren verboten sind, haben Minderjährige häufig relativ unproblematisch Zugang dazu. Privat organisierte Pokerrunden oder Angebote im Internet schließen Möglichkeiten der Kontrolle weitgehend aus. “Eine Glücksspielsucht-Karriere beginnt meist durch Zufall, wenn Jugendliche etwa im Restaurant auf die Pommes warten und dabei Geld in einen Glücksspiel-Automaten werfen oder andere beim Spielen beobachten”, berichtet die Glücksspielsucht-Expertin. Anfängliche Gewinne sind bei 70 Prozent aller später Spielsüchtigen der Auslöser zum Weiterspielen, wobei Gewinne überbewertet und erste Verluste bagatellisiert werden. “Das Spiel wird rasch zu einer normalen Freizeitbeschäftigung, die das Verhalten des Betroffenen verändert. Frühere Aktivitäten wie etwa Sport werden reduziert und Kontakte eingestellt.”
Spielsucht hat auch einen finanziellen Aspekt. “Die Geldprobleme mehren sich. Zuerst fehlt das Geld für andere Beschäftigungen, schließlich leben viele nur mehr dafür, um Verluste auszugleichen”, so Bender-Roth. Gut gemeintes Verhalten der Eltern sei oft zusätzliches Öl im Feuer. “Viele machen den Fehler, die offenen Rechnungen ihrer Kinder zu bezahlen oder Schulden zu übernehmen. Doch der Schuldenberg häuft sich mit der Zeit nur weiter.” Der Schuldenberg kann bei Glücksspielsucht schnell die 100.000 Euro-Grenze übersteigen und es besteht die Gefahr, wegen illegaler Geldbeschaffung im Strafverfahren oder gar im Gefängnis zu landen.
Um die vorgezeichnete Suchtkarriere aufzuhalten, empfiehlt die Glücksspielsucht-Expertin professionelle Hilfe zu suchen. “Der erste Weg ist die Suchtberatungsstelle, die unverbindliche Beratung bietet.” Therapien gibt es in ambulanter Form oder auch in stationärer Betreuung in Fachkliniken für Suchtkranke oder in psychosomatischen Kliniken, bei der die Betroffenen in zwei- bis dreimonatiger Behandlung Strategien für das Geld- und Schuldenmanagement erlernen. Da Glücksspielsucht ein sehr von Scham- und Schuldgefühl besetztes Thema ist, bietet die BZgA zudem unter http://www.spielen-mit-verantwortung.de ein vierwöchiges, anonymes Online-Ausstiegsprogramm an, auch andere Kontaktadressen wie etwa die Telefonberatung sind hier verzeichnet.
Um jugendlicher Glücksspielsucht vorzubeugen, empfiehlt Bender-Roth den Eltern, ihren Kindern einen angemessenen Umgang mit Geld zu vermitteln, etwa durch einen weder verschwenderischen noch übertrieben geizigen Umgang mit Geld. “Ist Glücksspiel bereits ein Thema, so ist es wichtig, offen, ruhig und ohne Vorwurfshaltung mit den Jugendlichen zu sprechen. Eltern handeln richtig, wenn sie die Sucht nicht mit Geld unterstützen, sondern Hilfe aufzeigen und sich selbst über die Krankheit und ihre Hilfsmöglichkeiten informieren.” Wichtig sei auch der Austausch mit Bekannten, Vertrauten, professioneller Unterstützung oder in Selbsthilfegruppen, so die Sozialarbeiterin abschließend zu pressetext.
Download von Broschüren zum Thema unter http://www.bzga.de/?uid=b8237b1a1ae6bc589eec7a735c9161d7&id=medien&sid=-1 (Ende)
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Weggeworfenes Essen kann Hungernde sieben Mal sättigen
25.8.2009 von zaro.
Buchneuerscheinung zeigt Skandal in Europa und USA auf
London/Wien - Mehr als sieben Mal könnte man alle Hungernden der Erde sättigen, würde man die Nahrungsmittel, die in Europa und in den USA weggeworfen werden, verteilen. Diese Fakten basieren auf Recherchen des Kleinbauern und Lebensmittel-Analysten Tristram Stuart, der in seinem neuesten Buch “Waste: Uncovering the Food Scandal” (erschienen im Penguin-Verlag http://www.penguin.co.uk ) die Zahlen ermittelt hat. Stuart ist von Yorkshire bis China, von Pakistan bis Japan gereist, um zu erforschen, wie viel Nahrungsmittel weggeworfen werden. Allein die Lebensmittel, die von Haushalten in Großbritannien weggeworfen werden, könnten 113 Mio. Menschen auf der Welt satt machen.
30 Prozent aller in Großbritannien verkauften Kartoffel landen im Abfall. Die Bauern und die Lebensmittelproduzenten in Großbritannien werfen rund eine Mio. Tonnen der Knolle jährlich in den Müll. Trotz der immer massiveren Fischereikrise werden zwischen 40 und 60 Prozent aller gefangenen Fische in europäischen Gewässern ins Meer zurückgeworfen. Alle davon sind bereits tot. Allein der Marktwert der drei wichtigsten Speisefische Großbritanniens, die weggeworfen werden, beträgt rund 80 Mio. Euro. Die 60 Mio. Briten werfen jährlich 484 Mio. Joghurts ungeöffnet in den Müll. Stuart kritisiert in seinem Buch besonders die Supermarktketten, da diese über die Nahrungsmittel, die weggeworfen werden, kaum oder nur sehr ungenügend Auskunft erteilen. Große Ketten wie etwa Sainsbury kommen auf jährlich rund 60.000 Tonnen, die Kette Asda sogar auf geschätzte 75.000 Tonnen Lebensmittel, die auf Deponien landen. Untersuchungen der Marktforschungsgruppe Biffa haben deutlich gezeigt, dass die Hälfte der Früchte und Gemüse, die für die Supermärkte gezogen werden, nie im Laden enden. Gründe dafür sind falsche Größen oder verändertes Aussehen.
“Das Problem ist nicht die Achtlosigkeit der Konsumenten”, meint Buchautor und Globalisierungskritiker Klaus Werner-Lobo http://unsdiewelt.com im ZARO-Interview. Dass Lebensmittel weggeworfen werden, sei erwünscht, denn das Wirtschaftssystem lege es darauf an viel zu viel zu produzieren und kurze Ablaufdaten zu haben. “Das ganze System entspricht nicht den realen Bedürfnissen”, kritisiert der Autor. Das zeige etwa auch jene Vorgangsweise, Lebensmittelabfälle im Müllcontainer zu vergiften, damit sie niemand mehr konsumieren könne. Die herrschende Gesetzeslage will Arme und Mittellose kriminalisieren, wenn sie aus den Abfalleimern Nahrungsmittel, die verwendbar sind, entnehmen. “Die Erde könnte zwölf Mrd. Menschen sattmachen und dennoch sterben tagtäglich 24.000 Kinder an Hunger.” Der tägliche Massenmord diene dem Profit. “Jedes weggeworfene Joghurt-Paket bringt dem Hersteller Profit, denn es wurde verkauft.” Der Hersteller agiere nicht deswegen so, weil er böse sei, sondern weil das System des Kapitalismus so funktioniere. (Ende)
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