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Archive für August 2009
Asiens Solarfirmen stehlen Deutschen die Show
10.8.2009 von zaro.
Billig-Anbieter schnappen sich Kundschaft vor Boomphase
Berlin/Hamburg - Die aufstrebenden asiatischen Solarunternehmen haben den deutschen Markt entdeckt und erobern diesen mehr und mehr für sich. Deutsche Anbieter haben hingegen selbst auf ihrem Heimmarkt immer häufiger das Nachsehen und lassen von Jahr zu Jahr Marktanteile liegen. Nach Angaben des europäischen Photovoltaikverbands EPIA http://www.epia.org steht die Bundesrepublik angesichts einer explodierenden Nachfrage nach Solaranlagen vor einem enormen Branchenboom. Allerdings ist es etwa dem Spiegel zufolge der Vormarsch von Herstellern aus China, Taiwan und Japan, der den Sektor hierzulande in den kommenden fünf Jahren anschieben soll. Die deutschen Unternehmen hätten hingegen kaum etwas von den erwarteten Absatzsteigerungen.
„Die deutschen Anbieter versuchen sich dem Preiskampf mit asiatischen Herstellern am Absatzmarkt Deutschland durch Auslagerungen von Teilen ihrer Produktion etwa nach Asien zu stellen“, meint ein Branchenkenner im Gespräch mit ZARObiotec. So seien viele Unternehmen dazu übergegangen, selbst Komponenten ihrer Solaranlagen in Niedriglohnländern wie China zu ordern, um Produktionskosten zu sparen und Module hierzulande günstiger anbieten zu können. Der Freiburger Modulhersteller Solar-Fabrik hat beispielsweise einen Zellliefervertrag mit dem chinesischen Solarproduzenten Ja Solar bekannt gegeben. China Sunergy verkauft nach eigenen Angaben Solarzellen an den Dresdner Modulfabrikanten Solarwatt. Ob sich die deutschen Hersteller in dem Preiskampf mit Akteuren wie Yingli Green Energy, Trina Solar oder Suntech Power behaupten können, sei aber eine Frage der Marktpositionierung als qualitativ hochwertiger Player gegenüber Billiganbietern.
Neben Komponenten wie Solarzellen drängen asiatische Anbieter auch mit ganzen Modulen auf den deutschen Markt. „Ein Großteil der in China hergestellten Solarmodule wird in Europa verkauft. Die Qualität von Markenmodulen aus China ist mittlerweile mit der europäischen oder amerikanischen vergleichbar“, erläutert Bernd Schüßler, Sprecher des Solarstrom-Magazins Photon http://www.photon.de, gegenüber ZAROnews. Schließlich stamme ein Großteil der Produktionstechnik aus westlichen Ländern. Bei manchen deutschen Unternehmen weisen die Umsätze daher in die entsprechende Abwärtsrichtung. „Um aus einem Wafer ein Solarmodul zu fertigen, benötigt manch chinesischer Hersteller rund halb so viel Geld wie mancher aus Europa“, erklärt Schüßler.
Durch den Modulpreisverfall wird die Nachfrage der Verbraucher nach Solaranlagen angekurbelt. EPIA zufolge dürfte die Bundesrepublik die Solarleistung bis 2013 bei einer “moderaten” Entwicklung auf über 17.000 Megawatt ausbauen. Im Falle eines Extremszenarios sei sogar von mehr als 21.000 Megawatt auszugehen. In den kommenden fünf Jahren würde sich die bisher installierte Leistung verdreifachen, was neben den niedrigen Anlagenkosten im Wesentlichen auf die staatlich garantierten Renditen zurückzuführen sei. (Ende)
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Luigi Colani: “Ihr seid nicht mehr hungrig”
10.8.2009 von zaro.
Designpionier appelliert an die europäische Kreativindustrie
Wien - Der Designpionier Luigi Colani hat im Rahmen des “IncrediblEurope Summit”, der in Wien stattfand, an die Kreativen und Designer in der europäischen Industrie appelliert. Mit Europa ging Colani, der seit Jahren in China lebt, dabei hart ins Gericht, denn es sei zu reich und dadurch zu träge, zu viele “Bedenkenträger” würden Innovation hemmen. “In Europa werde noch immer nach der Philosophie von Konfuzius gearbeitet, der ist viel zu soft. In China hingegen wurde schon lange Platons Idee des ‘friendly dictatorship’ realisiert”, sagt Colani. “Ihr seid nicht mehr hungrig”, kritisiert der Designvisionär. China hingegen sei “hungrig, reich und optimistisch”.
Im Gespräch mit Robert Zach fordert Colani dazu auf, alles was man an der Universität gelernt hat, zu “zerschmettern und zu vergessen” und völlig neu zu beginnen. Die eigenen Fähigkeiten und Ambitionen zu entdecken und zu entwickeln und dafür zu kämpfen, sei der einzig Erfolg versprechende Weg. Das seien die wichtigsten Skills für junge europäische Designer, um künftig im Wettbewerb mit Asien bestehen zu können.
In seiner Rede zeichnete er ein präzises Bild des Umfelds der Produktion von Design und beschrieb die Unterschiede zwischen Europa und Asien in der Entwicklung und Umsetzung innovativer Designstrategien. Sein Vortrag wurde zum eindringlichen Appell an die versammelte Community der “Creative Industries”. Erklärtes Ziel der internationalen, hochkarätig besetzten Konferenz war es, “Strategien für Europa” zu diskutieren, um gegenüber dem sich rasant entwickelnden Asien nicht ins Hintertreffen zu geraten. Erste Statements betonten den wichtigen Beitrag und die ökonomische Bedeutung der Kreativwirtschaft als “Zukunftsindustrie” oder forderten, dass Städte ihre Identität wie London oder Barcelona über Design definieren müssten.
Als einer der bedeutendsten Pioniere des “Organic Design” produzierte Colani http://www.colani.de in seiner mehr als 50-jährigen Karriere mehr als 20.000 spektakuläre Entwürfe für die Automobil- und Flugzeugindustrie. 2007 wurde er am “Festival Automobile International” für sein Lebenswerk mit dem “Grand Prix de Paris” ausgezeichnet. Sein 1989 entworfener “Testa d’Oro” ist mit 351 Kilometer pro Stunde (km/h) Höchstgeschwindigkeit noch heute der schnellste Ferrari. Während seiner Keynote im Wiener Kursalon griff er zum Zeichenstift, um die Entwicklung des Entwurfs dieser Designikone vor den Augen des staunenden Publikums zu skizzieren. Als Aircraft Engineer war Colani unter anderem am Design der Tragflächen der Concorde beteiligt. Heute arbeitet er in Kooperation mit Air China an einem Flugzeug für 2.000 Passagiere.
Nach zehn Jahren in Japan und bald 15 Jahren in China ist er Professor an vier der wichtigsten Universitäten des Landes. Viele seiner Ideen, die in Europa kein Gehör fanden, werden hier realisiert - von einem Hightech-Chronometer für chinesische Astronauten über einen neuen, bis zu 700 km/h schnellen Hochgeschwindigkeitszug bis zu einer Wissenschaftsstadt für das dritte Jahrtausend in Peking. Mit Wien verbindet Luigi Colani nicht nur die gängigen Klischees wie Habsburger, Germknödel oder den Stephansdom. Die Stadt war für ihn immer schon ein “Fenster des Orients”, durch das viele Ideen und Erfindungen in den Westen getragen wurden, etwa eines Hermann Oberth, des bedeutendsten Pioniers der Raketentechnik und Lehrers von Wernher von Braun.
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USA: Mehr als eine Mio. Fälle von Schweinegrippe
8.8.2009 von zaro.
Sterberate deutlich niedriger als bisher angenommen
Atlanta - Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) http://www.cdc.gov schätzen, dass wenigstens eine Mio. US-Amerikaner sich seit dem ersten Auftreten des Virus vor fast drei Monaten mit der Schweinegrippe infiziert haben. Diese Zahl ist viel höher als jene, die den offiziellen Stellen gemeldet wurde. Viele Erkrankungen sind laut der US-Seuchenbehörde nur leicht. Bisher sind 127 Menschen an Schweinegrippe gestorben. Die Einschätzung der Behörde beruht allerdings eher auf Umfragen als auf Daten aus dem Labor. Die Zahlen legen jedoch laut BBC nahe, dass die Sterberate deutlich niedriger ist als bisher angenommen.
Anne Schuchat, Leiterin der Behörde, erklärte, dass man davon ausgehe, dass es in diesem Jahr in den USA mindestens eine Mio. neuer Infektionen mit H1N1 gegeben habe. “Die gemeldeten Erkrankungen sind nur die Spitze des Eisberges.” Die Centers for Disease Control and Prevention legten ihren Berechnungen mathematische Modellen zugrunde, die ihrerseits auf Befragungen von Gesundheitsbehörden basierten. Sind diese Zahlen richtig, handelt es sich um gute Nachrichten. Denn dann ist die Sterberate laut dem BBC-Experten Fergus Walsh noch deutlich niedriger als bisher angenommen.
Schuchat warnte aber, dass die Schweinegrippe zu höheren Infektionszahlen führen könnte als die normale jahrszeitabhängige Grippe. Daher sei es denkbar, dass sie im Herbst in einer virulenteren Form zurückkehrt. Laut der Behörde gibt es bisher 27.717 bestätigte oder wahrscheinliche Erkrankungen. Rund 3.000 Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden. 127 Patienten sind an den Folgen der Infektion gestorben. An Schweinegrippe erkranken immer noch vorwiegend Menschen unter 50 Jahren. Bei Asthma oder Diabetes kann es zu einer deutlichen Verschlechterung der Erkrankung kommen. Das Durchschnittsalter der US-amerikanischen Todesopfer lag bei 37 Jahren. (Ende)
Weltweiter Impfwahn mit Methode, oder wie Pharmakonzerne die Welt verarschen !!!
Es ist unglaublich und leider wahr, die WHO macht mit den Pharmariesen den gößten Deal des Jahrtausends, denn 194 Länder sollen dem Impfaufruf folgen, ein staatlich verordnetes Wahnsinnsgeschäft dessen Basis die pure Angst vor dem Tod ist, dem aber letztendlich niemand entgehen wird. Wir werden wie die Schweine im Saustall behandelt, sollen zwangsweise alle unsere Impfung erhalten und spielen dann Versuchskaninchen für ein paar irre gewordene Pharmahelden und deren Lobby. Sind wir alle vollkommen Verdummt? Verblödet die Welt vor lauter Angst?
“Angst fressen Seele auf” - weis der Araber, aber Angst frisst auch den Verstand auf, zumindest hat es den Anschein, glücklich können sich nun all die schätzen, die keine Krankenversicherung oder andere Gesundheitsversorgung haben, die haben nichts und werden damit sicherlich nicht geimpft werden. Glück muss man eben haben und sein eigener Doktor sein, dann wird man nicht mehr als “Versuchstier” missbraucht, man spart Geld und sorgt sich präventiv um die eigene Gesundheit. Und übrigens all die ehrwürdigen sozialen Versorgung gibt es gerade mal gute 100 Jahre, wie konnten unsere Ahnen nur überleben, fragt man sich?
Irdisches Leben ist nur eine gewisse Zeit, die läuft der Zeit gemäss ab, wir haben nur Zeit, mit Leben hat das nichts zu tun, denn Beusstsein kennt keine Zeit, also sollte ich morgen durch einen Virus meine ganze Zeit verlieren, was solls, das was ich wirklich bin wird bleiben. Viel Spass beim ängstigen und beim impfen …
Kommentar von Robert Zach - ZAROnews.com
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Banken haben aus Krise nichts gelernt
8.8.2009 von zaro.
Verbraucherschützer alarmiert: “Beratung katastrophal”
Bremen - Die Banken haben offenbar keine Lehren aus der Finanzkrise gezogen. Zumindest beraten sie ihre Kunden nach wie vor auf “katastrophalem” Niveau, kritisiert der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) http://www.vzbv.de. Dabei soll gerade die unzureichende Beratung für einen wesentlichen Anteil der Verluste verantwortlich sein, die die Verbraucher angesichts des Bankencrashs erlitten. An der Situation habe sich dennoch praktisch nichts geändert. Bei der Qualität der Bankberatung kommen die Verbraucherschützer zu einem “vernichtenden Ergebnis”, das den Häusern Fehlberatung und Realitätsverweigerung attestiert. Nach Angaben von Mitarbeitern werde die Krise intern nicht thematisiert.
“Die Banken stellen sich dem Thema professionelle Anlageberatung nicht in dem Ausmaß, wie sie das tun müssten”, meint Manfred Westphal, Leiter Fachbereich Finanzdienstleistung bei der Verbraucherzentrale Bundesverband , gegenüber ZARO. Wie der VZBV in Zusammenarbeit mit ZDF WISO aufzeigt, gelingt es nur einem von 25 Bankberatern, “den finanziellen Hintergrund eines möglichen Kunden auszuleuchten und dann auch richtig zu beraten”. “Ich bekomme täglich einiges an Falschberatung auf den Tisch. Trotzdem ist es bestürzend, dass von 25 Beratern tatsächlich schon 24 im Ansatz scheitern”, so Arno Gottschalk, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen.
Statt eine koordinierte Strategie zu erarbeiten, um die Banken wieder aus der Krise zu führen, müssten die Mitarbeiter verkaufen, “was die Unternehmensleitung für gut befindet”. Gerade in der Anlageberatung würden die gleichen Fehler gemacht wie vor der Krise. Mehr als die Hälfte der Bankberater verkauft etwa offene Immobilienfonds als sichere Geldanlage, die nach Aussagen der Mitarbeiter “niemals minus macht”. Dabei ist das Anlegervermögen in mehreren Immobilienfonds aufgrund massenhafter Mittelabflüsse nach wie vor eingefroren.
“Das Thema Bankberatung ist akut und aufgrund der Krise seit einigen Monaten präsent. Dennoch hat sich bei den Banken bisher nichts geändert”, kritisiert Westphal im pressetext-Gespräch. Vonseiten der Verbraucherschützer würden sowohl die Politik als auch die Institute zum Handeln aufgefordert und das Thema in die Öffentlichkeit getragen. Die Verbraucher müssten sich der Probleme bewusst werden und kritisch sein. (Ende)
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Intakte Beziehungen wirken als ideale Stresspuffer
8.8.2009 von zaro.
Problem-Partnerschaften schaffen doppelte Belastung
Göteborg/Wien - Menschen, die in einer intakten Beziehung leben, leiden deutlich weniger unter dem täglichen Arbeitsstress, kommt eine Dissertation der Universität Göteborg http://www.psy.gu.se zum Schluss. Ein guter Partner kann nämlich wie ein Puffer gegen Stress im Arbeitsleben wirken. Hingegen haben gestörte Beziehungen einen doppelt nachteiligen Effekt, denn sie verstärken die negativen Einflüsse noch mehr. Ein positiver Zugang und erfolgreiche Stressmanagement-Techniken können die negativen Wirkungen von Druck in der Arbeit ebenfalls mindern, berichtet die Forscherin Ann-Christine Andersson Arnten. Stress im Privatleben und in der Arbeit erhöht das Risiko von Burn-out und physischen Erkrankungen.
Mehr als 900 Personen haben an der Studie teilgenommen. Jene Menschen, die in liebevollen Partnerschaften lebten, waren auch deutlich gesünder als jene, die in problematischen Beziehungen lebten. Frauen, die in problematischen Beziehungen lebten, litten häufiger unter Angstzuständen, mentalen Stressreaktionen und Schlafstörungen als jene, die in glücklichen Partnerschaften lebten. Bei Männern äußerten sich mittelmäßig funktionierende Beziehungen in Depressionen, Beklemmungen und psychischen und körperlichen Stressreaktionen. Eine Erklärung dafür, warum Menschen in mittelmäßig funktionierenden Beziehungen doppelt belastet sind, könnte darin liegen, dass sie zusätzlich zum Arbeitsstress auch noch ständig um eine Verbesserung ihrer Beziehung kämpfen. Jene, die hingegen in nicht funktionierenden Partnerschaften leben, können an ihrer Situation ohnehin nichts ändern.
“Das Studienergebnis ist deutlich nachvollziehbar”, so die Psychotherapeutin Sabine Fischer http://www.fischer-psychotherapie.at im pressetext-Interview. Es gehe um die so genannte Work-Life-Balance, das in Einklang bringen von Arbeit und Privatleben. “Das System basiert auf der Vorstellung einer Waage. Wenn eine Seite nicht stimmt, gerät die Waage aus dem Gleichgewicht”, so die Expertin. Man müsse allerdings auch berücksichtigen, dass man den Partner nicht als “Mülleimer” für alle Sorgen und Nöte missbraucht. “Auch hier sollte ein Gleichgewicht herrschen”, betont Fischer. Frauen beherrschen das besser, da sie ihre Sorgen und Nöte auch mit anderen Freundinnen besprechen und sich ihr privates Netzwerk aufgebaut haben. “Männer sind oft nicht in der Lage, ihre Sorgen mit anderen außer dem Partner zu besprechen”, so die Psychotherapeutin. Ob man eine solche Studie, die unter Schweden durchgeführt wurde, allerdings eins zu eins auf andere Länder übertragen könne, zweifelt Fischer an. “Es gibt verschiedene Mentalitäten und verschiedene Gesprächskulturen über welche Themen man reden kann und welche absolute Tabus darstellen.” Daher sei eine Studie aus einem anderen Land nicht immer über Grenzen hinweg anwendbar.
Obwohl die Studie einige Geschlechterunterschiede deutlich macht, sind die Unterschiede zwischen den Individuen eines Geschlechts größer als jene zwischen den Geschlechtern. Wen Menschen Stress erlitten haben, braucht der Körper Ruhe und Entspannung, um die Batterien wiederaufzuladen. Wenn dies nicht möglich ist, dann kann es zu körperlichen Auswirkungen kommen. Das gleiche gelte etwa für den Fall, dass jemand immer Arbeit mit nach Hause nimmt und zudem noch mit Streitigkeiten zu Hause konfrontiert ist.
Die Dissertation ist unter http://gupea.ub.gu.se/dspace/handle/2077/20199?locale=en abrufbar. (Ende)
Presseberichte, PR-Mitteilungen: www.zaronews.com
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USA: Ende für Zigaretten spätestens 2047
7.8.2009 von zaro.
US-Experten ziehen gegen Tabakindustrie in den Krieg
Madison - Bis 2047 könnte der Verkauf von Tabakprodukten in den USA eingestellt werden, berichten Experten. Der erste Schritt in diese Richtung komme von Präsident Barack Obama, der die Food and Drug Administration FDA zur Regulierungsbehörde über Tabak gemacht hat. Im American Journal of Public Health haben zwei Experten bereits den “beschleunigten Erfolg des 100-jährigen Krieges gegen die Tabaksucht in den USA” angekündigt.
Michael Fiore und Timothy Baker, Direktor und Vize-Direktor des Madison Center for Tobacco Research and Intervention an der University of Wisconsin http://www.ctri.wisc.edu, arbeiten an einem Schlachtplan zur Beendigung des Tabakverkaufs in den USA innerhalb der kommenden Jahrzehnte. Die Forscher haben zudem Daten seit den 1960er-Jahren bis heute über den Tabakkonsum gesammelt. Seit 1965 bis 2007 ist die Zahl der Raucher jährlich um durchschnittlich um ein halbes bis ein Prozent, von 42 Prozent auf heute 20 Prozent geschrumpft.
Als konkrete Schritte planen die Gesundheitsexperten zunächst ein nationales Gesetz über Innenraumreinhaltung, Eliminierung von Nikotin aus den Zigaretten, Geld für aggressive Massenkampagnen als Reaktion auf Tabak- und Zigarettenwerbung, ein generelles Werbeverbot von Tabak sowie eine Entzugstherapie für jeden, der zu rauchen aufhören will. Ein weiteres spezielles Thema dabei sei der Schutz der Jugendlichen, besonders jener der unter 17 jährigen. Forschungsberichte haben gezeigt, dass eine genetische Prädisposition für eine lebenslange Nikotinabhängigkeit unterdrückt werden kann, wenn Jugendliche unter 17 Jahren nicht täglich zu Zigaretten greifen.
Vorangegangene erfolgreiche Strategien gegen den Nikotingenuss waren erhöhte Preise für Zigaretten, Gesetze über Rauchverbote in öffentlichen Gebäuden, Restriktionen bei der Tabakwerbung, Gebote zum Abdruck von Raucherwarnungen auf Zigarettenpackungen, Kampagnen in den Massenmedien sowie verbesserte Methoden zur Raucherentwöhnung. (Ende)
Presseberichte, Pressemtteilungen, PR & Mediendesign: www.zaronews.com
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Mittelmeerküche hält gesund und verlängert Leben
7.8.2009 von zaro.
Mediziner: “Nicht nur Ernährung, sondern Lebensstil”
Rom/Baden - Die als “Mittelmeerküche” bekannte Nahrungsgrundlage ist bestens dazu geeignet, Fettleibigkeit und chronische Krankheiten vorzubeugen, daneben wirkt sie sich günstig auf die Lebensdauer aus. Das berichtet der Mediziner Paolo Borrione von der Universität Rom http://w3.uniroma1.it/medint heute, Donnerstag, auf dem Kongress des Forums für evidenzbasierte Prävention http://www.eufep.com in Baden bei Wien. Der Hämatologe verglich die Forschungsliteratur der vergangenen 15 Jahre, die zu den gesundheitlichen Auswirkungen mediterraner Kost durchgeführt wurden.
Kennzeichen der Mittelmeerküche sind frisches Gemüse, Obst, Fisch, Reis, helles Brot, Olivenöl, Knoblauch und gemäßigte Zuführung von Alkohol wie etwa Rotwein. Zahlreiche Studien zeigen, dass Bewohner der Mittelmeer-Länder wie Spanien, Frankreich und Italien seltener dick sind und länger leben, zudem ist Typ-2-Diabetes weit seltener verbreitet als etwa im Norden Europas. Auch für die Vorsorge von Krebs, Demenz und Alzheimer zeigen sich positive Effekte. “Es ist zwar denkbar, dass auch genetische Faktoren mit eine Rolle spielen. Die Hauptursache der höheren Gesundheit dieser Länder ist jedoch eindeutig ihre Form der Ernährung”, so Borrione im ZAROnews-Interview. Die Zusammenstellung dieser Kost habe sich über lange Zeit entwickelt und sei durch die niedrigeren Einkommen im Mittelmeerraum geprägt, weshalb man stets auf selbsterzeugte Produkte gesetzt habe.
Eine Umstellung der Ernährung auf die mediterrane Kost komme allen Altersgruppen zugute, wobei die Auswirkungen durchaus verschieden seien. “Bei Kindern und Jugendlichen beugt sie Fettleibigkeit und das metabolische Syndrom vor, bei Alten senkt es die Sterblichkeit und schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen”, erklärt Borrione. Gesund sei die Mittelmeerkost aus mehreren Gründen. “Unter anderem beinhaltet sie viele Omega-3-Fettsäuren, Ballaststoffe und Antioxidanten, die in Summe die Gesundheit stärken und chronische Krankheiten vorbeugen.” Die aufgenommene Energie bleibe gleich, da sich die Gesamtmenge an den Fetten nicht ändere. “Doch statt gesättigten nimmt man vor allem ungesättigte Fettsäuren zu sich. Diese ‘guten’ Energieträger, die der Körper vollständig umsetzen kann, sind mit Treibstoff vergleichbar, den ein Auto vollständig verbrennen kann, ohne dass Rückstände im Tank zurückbleiben.”
Man greife zu kurz, wenn man Mittelmeerküche nur als Zusammensetzung der Nahrung sehe, betont Borrione. “Es handelt sich dabei um eine Lebensweise. Man achtet auf regionale und saisontypische Produkte, ersetzt Chips durch kleine Essenshappen zwischendurch und Süßigkeiten durch Obst.” Auch die Form der Nahrungsaufnahme spiele eine Rolle. “Wir vergessen immer mehr, dass eine Mahlzeit auch eine Sozialform besitzt. Wer mit anderen gemeinsam isst, lässt sich mehr Zeit und genießt das Essen weit mehr. Im Gegensatz zum stets einheitlichem Fast Food kann man zudem wählen, was und wie viel man isst”, so der Ernährungsspezialist. Damit ein Land aus Präventionsgründen die mediterrane Kost erfolgreich zum Standard machen könne, sei ein kompletter Kulturwandel nötig. “Wir müssen wieder mehr darüber nachdenken, was wir zu uns nehmen”, so der italienische Wissenschaftler. (Ende)

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Alternative Krebsbehandlung erfolgreich getestet
6.8.2009 von zaro.
PARP-Inhibitor zerstört Tumore ohne normale Zellen zu schädigen
London - Ein Wissenschaftlerteam unter der Leitung des britischen Institute of Cancer Research http://www.icr.ac.uk hat nach eigenen Angaben mit einer neuen Art von Krebsmedikament sehr vielversprechende erste Ergebnisse erzielt. Im Rahmen der Forschung wurde das Medikament Olaparib 19 Patienten mit vererbten Formen fortgeschrittenen Brust-, Eierstock- und Prostatakrebs verabreicht. Diese waren durch Mutationen der Gene BRCA1 und BRCA2 verursacht worden. Bei zwölf der Patienten verkleinerten sich die Tumore oder wurden stabil. Keiner der Patienten hatte zuvor auf andere Behandlungsansätze angesprochen. Details der Untersuchung wurden im New England Journal of Medicine veröffentlicht.
Einer der ersten Patienten, der das Medikament erhielt, befindet sich nach zwei Jahren immer noch in Remission. Olaparib gerhört zu den so genannten PARP-Inhibitoren, die auf Krebszellen abzielen und gesundes Gewebe vergleichsweise unbeschädigt lassen. Die mit dem Pharmaunternehmen AstraZeneca http://www.astrazeneca.co.uk zusammenarbeitenden Wissenschaftler fanden heraus, dass die Patienten nur unter sehr geringen Nebenwirkungen litten. Manche empfanden die Behandlung mit diesem Medikament deutlich leichter zu ertragen als eine Chemotherapie. Laut dem Wissenschaftler Johann de Bono soll das Medikament jetzt in größerem Rahmen getestet werden.
Laut de Bono ermöglicht das Medikament Patienten, die bereits viele konventionelle Behandlungsansätze ausprobiert haben, lange Zeiten der Remission, frei von Krebssymptomen oder schweren Nebenwirkungen. Olaparib soll das erste erfolgreiche Beispiel für eine neue Art personalisierter Medikamente sein, das die eigene molekulare Schwäche des Körpers nutzen kann. In diesem Fall zielt das Medikament auf die Tatsache ab, dass bei BRCA-Mutationen in Tumorzellen eine der Möglichkeiten von Zellen, ihre DNA zu reparieren, gestört ist. Olaparib blockiert eine der Reparaturmöglichkeiten mittels des Enzyms PARP. Normale Zellen werden nicht beeinträchtigt, da sie noch über andere Möglichkeiten der Regeneration verfügen. Krebszellen mit Mutationen der Gene BRCA1 und BRCA2 sind die ersten, bei denen eine Reaktion auf PARP-Inhibitoren nachgewiesen werden konnte. (Ende)
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Exakte Hochwasser-Prognosen gibt es nicht
3.8.2009 von zaro.
Erforschung der beteiligten Umweltfaktoren noch lückenhaft
Wien - Schwere Regenfälle versetzen diese Tage Österreich und Bayern durch Hochwasserwarnungen in Alarmbereitschaft. Trotz Fortschritt der Technik kann das Abfließen von Hochwasser bisher nur begrenzt aus Niederschlagsvorhersagen berechnet werden. Günter Blöschl, Leiter der Abteilung Ingenieurhydrologie der TU Wien http://www.hydro.tuwien.ac.at, untersucht die wissenschaftlichen Grundlagen von Hochwasserprozessen. Sein Forschungsprojekt http://www.waterresources.at entwickelt Niederschlags-Abflussmodelle, die in der Bekämpfung von Hochwasser umgesetzt werden sollen.
“Wie ein Hochwasser entsteht, ist eine sehr komplexe Frage, die selbst innerhalb einer Region kaum auf einen einzigen Grund zurückgeführt werden kann. Große Bedeutung hat jedoch meist die Niederschlagsmenge”, so der Wiener Hydrologe gegenüber pressetext. Entscheidend sei weiters, wie viel Wasser der jeweilige Boden in welcher Geschwindigkeit aufnehmen kann, wie sich Grundwasserspiegel, Bodenfeuchte oder Verdunstung verhalten oder in welcher Jahreszeit man sich befindet. “Zum Glück gibt es im Dezember kaum Niederschläge, da Hochwasser im Schnee sehr unangenehm sein können”, so Blöschl. Die Vielzahl der Faktoren sind der Grund, warum es bisher noch immer kaum exakte Hochwasservorhersagen gibt.
Entsprechend den regional verschiedenen Niederschlagsmengen sind bestimmte Gebiete als Hochwasserregionen prädestiniert, erklärt der Hochwasserexperte. In den deutschsprachigen Ländern sei das Risiko für Hochwasser sehr unterschiedlich. “Besonders am Alpennordrand kommt es häufig zu starken Niederschlägen, sowie auch im sächsischem Erzgebiet. Dort, wo das Wasser aus den Gebirgsbächen fließt - in den Tälern wie auch im Flachland - sind Hochwasser am wahrscheinlichsten. Da im Flachland die Verbauung dichter ist, steigt hier trotz geringeren Regenmengen die Überflutungsgefahr.”
Die Möglichkeiten des Menschen, auf den Hochwasserspiegel Einfluss zu nehmen, sind zahlreich. “Es beginnt bei der Wildbach- und Lawinenverbauung, die das Versickern des Wassers schon am Berg fördern. Zu den Maßnahmen im Flachland gehören Dämme, Rückhaltebecken sowie Polder, wobei unbebaute Flächen wie etwa Äcker geflutet werden. Wasser kann somit vorübergehend gespeichert werden, was die Flutwelle reduziert.” Mehr als wenige Dezimeter könne man den Wasserstand bei großen Flüssen wie der Donau jedoch nicht senken, gibt Blöschl zu bedenken.
Extreme Wetterereignisse sieht man heute als eine der Formen, in denen sich der Klimawandel zeigt. Den Klimawandel dürfe man deshalb jedoch nicht gleich als Ursache für Hochwasser ansehen, so Blöschl. “Bisher verstehen wir die hydrologischen Systeme noch nicht ausreichend, um derartige Rückschlüsse ziehen zu können.” Große Hochwasser habe es in der Geschichte der Menschheit immer gegeben. Es bestehe allerdings die theoretische Möglichkeit, dass klimatische Veränderungen zumindest zum Teil an Hochwasserereignissen beteiligt seien, so der Wiener Wassertechniker. (Ende)
Presseberichte, PR, Mediendesign: www.zaronews.com
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Wal-Beobachtung bringt Milliarden-Gewinne
1.8.2009 von zaro.
Touristische Aktivitäten finanziell attraktiver als Walfang
Madeira/Wien - Wal-Beobachtungstouren bringen höhere finanzielle Gewinne als die Jagd auf Meeressäuger. Insgesamt werden mit Whale-Watching 2,1 Mrd. Dollar jährlich umgesetzt. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die beim Treffen der International Walfang Kommission (IWC) http://www.iwcoffice.org in Madeira präsentiert wurde. Jene Staaten, die Walfang betreiben, könnten neue Strategien entwickeln, um Geld mit den Meeressäugern zu verdienen, so der International Fund for Animal Welfare (IFAW) http://www.ifaw.org. Die Organisation hat die Untersuchung durchgeführt.
Für Island gebe es eine Koexistenz von Walfang und Whale-Watching, erklärte der Delegierte bei der Konferenz. Tatsächlich liegen im Hafen von Reykjavik dutzende Auflugschiffe vor Anker, die Wal-Beobachtungstouren anbieten. In den Spezialitäten-Restaurants wird weiterhin gegrilltes Steak von Minke-Walen angeboten. Erst kürzlich hatte Island angekündigt, den Walfang massiv auszudehnen und 150 Finnwale sowie bis zu 100 Minke-Wale jährlich zu jagen. Nicolas Entrup, Geschäftsführer der deutschen Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) http://www.wdcs-de.org hat gegenüber zaronews kritisiert, dass diese riesigen Mengen von Walfleisch niemand konsumieren kann. In Island werden nämlich ausschließlich Minke-Wale in Restaurants angeboten. Experten vermuten, dass das Finnwal-Fleisch für den Export bestimmt ist.
“Whale Watching ist definitiv der nachhaltigere Weg und wie wir berechnet haben, bringt das auch mehr als die Jagd auf die Tiere”, so Patrick Ramage, Direktor des IFAW-Walprogramms. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Wal-Beobachtungstouen verdoppelt. Am stärksten war der Zuwachs in Asien. 2008 hatten 13 Mio. Menschen in 119 Ländern an solchen Exkursionen teilgenommen. Das Argument, dass Wal-Beobachtung und Jagd Hand-in-Hand gehen, sehen viele als unwahr an. 2006 wurden Touristen in Norwegen Zeugen, wie ein Walfangschiff einen Wal vor ihren Augen tötete. Islands IWC-Kommissar Tomas Heidar meint dagegen, dass es solche Vorfälle in Island nicht gebe.
Auch in Entwicklungsländern wie etwa auf der kleinen Antilleninsel Dominica ist Whale-Watching ein sehr lukratives Touristengeschäft geworden. “Es gibt 22 verschiedene Meeressäuger, die man hier beobachten kann. Besonders interessant sind die Pottwale, die hier das ganze Jahr über anwesend sind”, erklärt Colin Piper, CEO der Dominica Tourism Authority http://www.dominica.dm, gegenüber ZARO. Man lege in Dominica sehr großen Wert darauf, die Tiere zu schützen und sie auch bei den Exkursionen so wenig wie möglich zu stören.
Beim 61. Jahrestreffen des IWC nehmen Regierungsvertreter von mehr als 80 Ländern teil. Wie schon in den vergangenen Jahren steht die Diskussion um das Moratorium zum Stopp des kommerziellen Walfangs auf dem Programm. Zusagen der drei Staaten Norwegen, Island und Japan sind ausständig. Japan betreibe immer noch Walfang unter dem Deckmantel der Wissenschaft, werfen internationale Umweltgruppen dem asiatischen Land vor. (Ende)
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Folter schädigt Opfer über Generationen
1.8.2009 von zaro.
Fachtagung zu Ursachen, Wahrnehmung und Folgen von Folter
Düsseldorf - Oft verdrängt, jedoch auch oft präsent ist in der Gesellschaft die Folter. Diese Tatsache untersucht das interdisziplinäre Forschungsprojekt “Wiederkehr der Folter”, das von der Volkswagenstiftung gefördert wird. Erste Ergebnisse der Forschung werden diese Woche auf der Fachtagung “Folter und Zukunft” an der Universität Düsseldorf http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de präsentiert.
“Folter ist in der Gesellschaft auch heute real”, betont der Düsseldorfer Kulturwissenschaftler Reinhold Görling im pressetext-Interview. “Mehrere hunderttausend Folteropfer leben in Deutschland, vor allem Migranten aus dem ehemaligen Jugoslawien, aus Afrika und Lateinamerika.” Man wisse, dass es viele Länder gibt, in denen gefoltert wird, zugleich wolle man es jedoch nicht sehen. “Folter lebt auch in der Fantasien und Fantasmen weiter, etwa in bestimmten Genres von Filmen, bei denen sie zum Standard gehört.” Die Dominanz der Bilder in den Medien habe dazu geführt, dass Folterbilder teilweise bewusst eingesetzt werden. “Bestes Beispiel dafür ist die Politik der USA. 2002 präsentierte die US-Navy eine Aufnahme aus dem Camp X-Ray auf Guantanamo, bei der ein Dutzend Häftlinge auf dem Boden knien. Das ist keinesfalls subversiv, sondern ein sehr gezielter Einsatz von Bildern als Druckmittel”, so der Kulturforscher.
Als Folter gilt allgemein, wenn einem Menschen bewusst körperlicher oder psychischer Schmerz zugefügt wird, um damit ein bestimmtes Ziel zu bezwecken. Dieses Ziel sei laut Görling jedoch nicht das Auspressen von Informationen, wie oft dargestellt wird. “Kaing Guek Eav, der vielfacher Folter angeklagte Rote Khmer in Kambodscha, hat etwa bekannt, dass die unter Folter erhaltenen Informationen allesamt unbrauchbar gewesen seien. Hauptziel der Folter ist vielmehr, Menschen zu traumatisieren und sie in ihrer Subjektivität zu vernichten.” Folter inszeniere die Unzuverlässigkeit sozialer Beziehungen. “Ohne Bindung und Zuverlässigkeit können wir nicht leben. Die Folter hebt dies auf, lässt alle Objekte und Personen zu potenziellen Mitteln der Folter werden und nimmt somit alle Sicherheiten.”
Es gibt zwei gegenläufige Trends, wie die Gesellschaft Folter wahrnimmt. “Einerseits gibt es ein steigendes Bewusstsein über die Folter, ihre Auswirkungen und über Formen der Therapie, das erste medizinische Standardwerk dazu ist noch keine zwanzig Jahre alt. Andererseits ist sie immer wieder und sogar in der Politik als ‘Präventiv’- oder ‘Rettungsfolter’ in Diskussion.” Dieselbe Gespaltenheit beobachtet Görling auch im Verhalten der Medien. “Medien sind wichtig, um zu informieren, um Kritik zu äußern und die Gefahr des Wegschauens zu reduzieren. Andererseits veranschaulichen sie unsere Angst und Hilflosigkeit im Umgang mit Folter und mit Ländern, die sie praktizieren.”
Betroffene sind von den Folgen der Folter ein Leben lang gezeichnet. “Unsere These ist, dass ihre traumatischen Erfahrungen nicht verschwinden, sondern über mehrere Generationen hinweg weiterwirken. Dadurch nimmt die Folter Möglichkeiten des Handelns”, erklärt Görling. An Menschen, die Konzentrations- und Vernichtungslagern überlebt haben, sei dies sichtbar, selbst wenn sie Folter nur indirekt erlebt hätten. Werde diese Erfahrung nicht ausreichend bearbeitet, würde sie wiederkehren und einen gesellschaftlichen Gewaltzirkel bilden. “Für Folteropfer ist es immens wichtig, dass die Täter vor Gericht gestellt werden, dass die Gesellschaft über deren Schuld weiß und Dinge beim Namen genannt werden. Erst dadurch können sie aus der Scham der Erfahrung heraustreten”, so der Düsseldorfer Kulturwissenschaftler.
Als Positivbeispiel für die Aufarbeitung von Folter nennt Görling Südafrika. Die unter Präsident Nelson Mandela eingesetzte Wahrheits- und Versöhnungskommission hatte es sich hier zur Aufgabe gemacht, politisch motivierte Verbrechen der Zeit der Apartheid zu untersuchen. “Täter saßen dabei ihren Opfern in öffentlichen Veranstaltungen gegenüber, was angesichts der zerstrittenen Bevölkerungsgruppen sehr aufreibend war. Dieses Zusammenfinden der Perspektiven ermöglichte jedoch erst Verständigung über Erfahrungen.” (Ende)
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