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Archive für 8.9.2009

Sex zur besseren Parasitenabwehr

Vorteil sexueller Vermehrung liegt in besserer Abwehr

Chicago/Zürich - Ein internationales Forscherteam ist der Frage nachgegangen, welche Vorteile die sexuelle Vermehrung gegenüber der asexuellen hat. Im Fachmagazin American Naturalist kommen sie zum Schluss, dass sich Sex aus der Abwehr gegen Parasiten heraus entwickelt hat. Einen wichtigen Hinweis konnten die Wissenschaftler in einem See in Neuseeland finden. Dort lebt eine Schnecke, von der es sexuelle als auch asexuelle “Varianten” gibt.

Von der Schnecke der Spezies Potamopyrgus antipodarum gibt es in dem neuseeländischen See zwei Varianten. Die eine vermehrt sich sexuell und produziert Nachkommen beider Geschlechter. “Eine andere bringt nur weibliche Klone hervor, die genetisch ident mit dem Muttertier sind”, erklärt Studienautor Jukka Jokela vom Institut für Integrative Biologie an der ETH-Zürich http://www.env.ethz.ch gegenüber ZAROnews. Seit 1994 haben die Forscher, denen auch Mark Dybdahl von der University of Washington und Curtis Lively von der Indian University in Blooming angehörten, die beiden Schnecken-Varianten auf Parasitenbefall hin untersucht. “Am Anfang gab es von den asexuellen Schnecken, die sich nicht vermehren konnten, ziemlich viele”, so Jokela. Ein spezieller Parasit hatte die Zahl der Tiere allerdings rapide verringert. Einige der Klon-Typen waren sogar ganz verschwunden. Die “normale ” Schneckenpopulation blieb hingegen während des Untersuchungszeitraumes sehr stabil. “Das entspricht genau jenem Muster, das wir für die Parasiten-Hypothese vorhergesagt hatten”, so Jokela.

Die sexuelle Vermehrung, die auf dem Austausch von Genen von Vater und Mutter beruht, bringe einen entscheidenden evolutionären Vorteil in einem Umfeld mit vielen Parasiten, betont Jokela. Eine ähnliche Situation finde man in der industriellen Landwirtschaft mit ihren Monokulturen. “Da die Pflanzen genetisch kaum variabel sind, sind sie Schädlingen mehr oder weniger hilflos ausgeliefert. Daher müssen immer mehr Pestizide eingesetzt werden, um allfällige Krankheiten oder Parasiten abzuwehren.” Die sexuelle Vermehrung, die zwar komplexer ist und langsamer funktioniert als die asexuelle, bringe deutliche Vorteile. “Einer davon ist größere genetische Diversität, die wiederum die Grundlage für die Artenvielfalt, die so genannte Biodiversität, ist”, erklärt der Biologe. Offensichtlich sorgen Parasiten dafür, dass die Zahl der asexuell vermehrenden Arten nicht unendlich ansteigt. Da deren Nachkommen genetisch ident sind, sind sie auch genauso anfällig für Parasiten wie ihre Eltern. (Ende)

Das Magazin für Supermodels

Sperma erstmals künstlich im Labor hergestellt

Wissenschaftler nutzen Stammzellen aus Embryonen

Newcastle - Ein Wissenschaftlerteam aus Newcastle hat laut eigenen Angaben weltweit erstmals menschliches Sperma im Labor erzeugt. Das Team um Karim Nayernia von der Newcastle University und dem NorthEast England Stem Cell Institute glaubt, dass diese Forschungsergebnisse eines Tages Männern mit Fruchtbarkeitsproblemen helfen könnten, Vater zu werden. Experten sind allerdings nicht vollständig davon überzeugt, dass wirklich ein voll entwickeltes Sperma hergestellt wurde. Die Wissenschaftler schreiben in dem Fachmagazin Stem Cells and Development, dass es noch mindestens fünf Jahre bis zur Perfektionierung des Verfahrens dauern wird.

Ausgangspunkt waren Linien von Stammzellen, die aus menschlichen Embryos gewonnen wurden, die ihrerseits nach künstlichen Befruchtungen gespendet wurden. Die Stammzellen wurden entfernt als der Embryo einige Tage alt war und in Tanks mit flüssigem Stickstoff gelagert. Später wurden sie auf Körpertemperatur gebracht und in eine chemische Lösung gelegt, die das Wachstum fördern sollte. Ein genetischer Marker ermöglichte es den Wissenschaftlern, die sogenannte Keimbahn zu identifizieren, jene Stammzellen, aus denen Eizellen und Sperma entstehen.

Die männlichen XY-Stammzellen durchliefen den kritischen Vorgang der so genannten Meiosis, bei der sich die Anzahl der Chromosomen halbiert. Der Vorgang der Entstehung und Entwicklung des Spermas dauerte insgesamt vier bis sechs Wochen. Laut den Wissenschaftlern war das Sperma voll entwickelt und mobil. Ein entsprechendes Video zur Untermauerung der Forschungsergebnisse wurde ebenfalls hergestellt. Wie bei allen derartigen Forschungen wird auch hier die Frage nach der Ethik gestellt. Quintavalle von Comment on Reproductive Ethics (Corethics) erklärte gegenüber der BBC, dass es sich bei diesem Forschungsprojekt um moralischen Wahnsinn handle. Ein Leben werde genommen, um ein anderes zu schaffen.

Weitere Informationen zu Nayernias Forschungsergebnissen: http://www.nesci.ac.uk/news/item/human-sperm-created-from-embryonic-stem-cells

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