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Archive für 24.9.2009

Molkereiprodukte in der Kindheit verlängern Leben

Viel Milch und Kalzium wirken sich entscheidend auf Gesundheit aus

Bristol/Herston - Kinder, die viel Milch, Käse und andere Molkereiprodukte essen, dürfen auf ein längeres Leben hoffen. Für eine Untersuchung wurden 4.374 britische Kinder, die in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts an einer Studie teilnahmen, aufgespürt. Wissenschaftler der University of Bristol http://www.bris.ac.uk und des Queensland Institute of Medical Research http://www.qimr.edu.au haben nachgewiesen, dass jene, die als Kinder viele Molkereiprodukte und Kalzium zu sich genommen hatten, gegen Schlaganfälle und andere Todesursachen geschützt waren. Die Details der aktuellen Studie wurden in dem Fachmagazin Heart veröffentlicht. Trotz des für die Arterien schlechten Fetts und des Cholesterins erhöhte diese Art der Ernährung das Herzrisiko nicht. Damit scheinen sich auch Initiativen wie die der Schulmilch zu legitimieren.

Die Studie untersuchte die Ernährung der Familien und wies nach, dass mehr Kalzium und vor allem Milch die Sterblichkeit um ein Viertel senkten. Eine höhere tägliche Kalziumzufuhr von mindestens 400 Milligramm, die in etwas mehr als einem Viertelliter Milch enthalten ist, verringerte die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls um 60 Prozent. Diese positiven Auswirkungen wurden bei jenen Mengen beobachtet, die derzeit auch von Experten empfohlen werden. Drei Portionen Molkereiprodukte, zum Beispiel 200 Milligramm Milch, ein Becher Joghurt und ein kleines Stück Käse, liefern bereits jene Menge Kalzium, die ein Mensch durchschnittlich pro Tag braucht.

Andere Faktoren dürften ebenfalls eine Rolle spielen. Die Wissenschaftler haben laut BBC berücksichtigt, dass die Kinder, die die meisten Molkereiprodukte zu sich nahmen, auch aus besser situierten Familien stammten und allgemein besser ernährt waren. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass viel Kalzium gut für den Blutdruck ist. Hoher Blutdruck über längere Zeit seinerseits erhöht das Risiko eines Schlaganfalls. Molkereiprodukte dürften über ein Hormon, den Insulin-ähnlichen Wachstumsfaktor IGF-1, auch das Herz und den Kreislauf beeinflussen. Bei Erwachsenen werden hohe IGF-1-Werte mit weniger Herzversagen und Todesfällen durch Herzerkrankungen in Zusammenhang gebracht. (Ende)

Kristallwasser gibts bei ZARO

Darmflora schuld am Baby-Dauerweinen

Drei-Monats-Koliken gehen auf Darminfektion zurück

Houston/Graz - Bauchkoliken bereiten gesunden Neugeborenen Schmerzen mit lang andauernden Weinkrämpfen und können dabei auch Eltern in Ratlosigkeit und Verzweiflung treiben. War die Ursache des Leidens bisher völlig ungeklärt, berichten nun US-Forscher im Journal of Pediatrics, dass sie einen Hinweis dafür entdeckt haben, der zudem Hoffnung auf zukünftige Behandlung gibt. Schreikrampf-betroffene Säuglinge haben doppelt so viele Calprotectin-Proteine wie unauffällige Babys, was auf eine hohe Anzahl von Darm-Abwehrzellen schließen lässt. Zudem wurde bei den Schreibabys eine geringere Vielfalt von Bakterien im Darm festgestellt, wobei allerdings das in Mund, Haut und Magen anzutreffende Klebsiella-Bakterium überdurschnittlich häufig vertreten war.

Stuhlproben von Babys führten die Forscher auf die Fährte. Kolik-geplagte Neugeborene wiesen hier im Vergleich zu Alterskollegen, die von diesem Leiden verschont blieben, eine deutlich höhere Konzentration von Klebsiella-Bakterien auf. “Wir glauben, dass das Bakterium eine Entzündungsreaktion hervorruft. Die Entzündung im Darm der Kinder mit Kolik entsprach fast derjenigen von Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen”, so Studienleiter J. Marc Rhoads, Pädiatrist an der Texas Medical School . Beeinflussen könnte man vielleicht den weiteren gefundenen Faktor der geringeren Darmflora-Vielfalt, die laut Rhoads üblicherweise das Gleichgewicht im Darm wiederherstellt. Derzeit wird getestet, ob probiotische Nahrung die Klebsiella-Besiedlung reduzieren oder verhindern kann.

Man weiß heute, dass Koliken bei Frühgeborenen vor allem auf die fehlende Reifung von Verdauungssystem und Darmmuskulatur sowie auf das unbeabsichtigte Luftschlucken bei künstlicher Beatmung zurückgehen können. Bei den Drei-Monats-Koliken nach einer Normalgeburt tappt die Medizin jedoch bisher im Dunkeln. “Wir wissen nicht, was genau Koliken auslöst. Nach heutigem Stand sind sie ungefährlich, plagen jedoch Babys wie auch ihre Eltern ungemein”, bestätigt ein Neugeborenen-Mediziner der Grazer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde http://www.neonatologie.com gegenüber zaronews. Eine der Ursachen könnte die Einnahme blähender Speisen und Getränke durch die Mutter sein, die per Milch an das Neugeborene weitergegeben werden. Kinderärzte empfehlen daher, nach dem Stillen die mitgeschluckte Luft aufstoßen zu lassen.

Verzweifelte Eltern sind bisher im Bedarfsfall auf Hausmittel angewiesen. “Wärmewickel mit Kirschkernsäckchen entspannen die Darmmuskeln und lösen Krämpfe. Man kann das Baby auf den Unterarm nehmen, mit leichtem Gegendruck halten oder den Bauch im Uhrzeigersinn massieren, was Gase leichter nach außen gelangen lässt. Es gibt zwar Medikamente, die die Schaumbildung im Darm mildern, leider wirken sie jedoch nicht bei jedem Neugeborenen”, so der Neonatologe. (Ende)

Mikroorganismen produzieren Biosprit durch Sonnenlicht

Cambridge, Massachusetts - Ein Start-up-Unternehmen aus den USA hat ein vielversprechendes Verfahren zur Herstellung von Biosprit vorgestellt. Das in Cambridge, Massachusetts, ansässige Unternehmen Joule Biotechnologies http://www.joulebio.com behauptet, dass mit diesem Verfahren pro Acre (entspricht etwa 4.046 Quadratmetern) ein jährlicher Ertrag von 20.000 Gallonen (ca. 75.700 Liter) an Biotreibstoff erzeugt werden kann. Sollte sich diese Menge als realistisch erweisen - bislang wurden nur Versuche im Labor durchgeführt - könnte dies weitreichende Folgen für die Treibstoffindustrie haben. Fossile Brennstoffe wie Kohle, Erdgas oder Erdöl könnten von Biokraftstoffen abgelöst werden und zum neuen Standard im Transportwesen werden.

Im Detail funktioniert das Verfahren von Joule Biotechnologies so, dass zunächst genetisch veränderte Mikroorganismen in speziell dafür angefertigten Photobioreaktoren angepflanzt werden und danach mit Kohlenstoffdioxid und Wasser “gefüttert” werden. Die Organismen wandeln diese Stoffe, unter ausschließlicher Verwendung von Sonnenenergie, mittels Photosynthese daraufhin direkt und fortlaufend in Treibstoff um. Der fertige Biosprit wird von den Organismen ausgeschieden und kann mithilfe herkömmlicher chemischer Separationsverfahren abgeschöpft werden - anders als etwa bei Algen, bei denen das gewonnene Öl noch zusätzlich raffiniert werden muss, um zu Biotreibstoff zu werden. Joule erwartet sich durch diese Innovation bahnbrechende Konsequenzen. “Wir sind das erste Unternehmen, das eine wirkliche Lösung zur Frage der Energieunabhängigkeit anbieten kann - und das relativ bald”, sagt Bill Sims, CEO und Präsident von Joule Biotechnologies.

Das Unternehmen plant für nächstes Jahr den Bau einer Pilotanlage im Südwesten der USA und erhofft sich, bis Ende 2010 mit der kommerziellen Produktion von Bioethanol beginnen zu können. Die Produktion von Kohlenwasserstoff-basierten Treibstoffen soll schließlich 2011 in großem Umfang über die Bühne gehen. Bislang habe man weniger als 50 Mio. Dollar in die neue Technologie investiert, so Sims. Die Suche nach weiteren Investoren sei aber bereits angelaufen, hört man aus dem Unternehmensumfeld

Bislang wurden Biokraftstoffe vorwiegend aus Getreide hergestellt. Für die Erzeugung sind jedoch erhebliche Mengen an Ackerland, Wasser und Energie nötig, was als Hauptgrund angeführt wird, warum sich die alternativen Kraftstoffe bislang nicht durchsetzen konnten. Hält das neue Verfahren von Joule jedoch was es verspricht, könnte die gesamte Kraftstoffnachfrage der USA - täglich werden laut American Institute of Petroleum (API) etwa 19 Mio. Barrel allein an Erdölerzeugnissen ausgeliefert - mit einer Produktionsfläche, die lediglich in etwa die Größe von Bayern hat, abgedeckt werden.

Ob Joule tatsächlich den Durchbruch schafft und irgendwann wirtschaftlich produzieren kann, beäugen viele Experten mit Skepsis. Mittlerweile gibt es einige Biotechnologie-Firmen, die treibstoffproduzierende Organismen züchten, so etwa Synthetic Genomics http://www.syntheticgenomics.com oder Algenol http://www.algenolbiofuels.com. Anderen Unternehmen, die ähnliche Verfahren initiiert hatten, wie etwa Green Fuel http://www.greenfuelonline.com, wurden wiederum die hohen Kosten der Bioreaktoren zum Verhängnis. Eine weitere Herausforderung ist zudem, die fortlaufende Treibstoffproduktion der Mikroorganismen auf einem stabilen Niveau zu halten. David Berry, einer der Gründer und Vorstandsmitglied von Joule, sagt, dass man die Reaktion der Mikroorganismen auf Hitze sorgfältig überwachen werde und dafür die Bioreaktoren mit hitzeregelnden Sensoren ausgestattet hätte. (Ende)

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