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Archive für 28.9.2009

Schummeleien bei Lebensmitteln häufen sich

Konsumentenschützer fordern Kennzeichnungspflicht für Imitate

Wien - Lebensmittel, die Erwartungen wecken und nicht erfüllen, beschränken sich längst nicht mehr bloß auf Analogkäse und Wasserschinken. Eine heute, Donnerstag, präsentierte Untersuchung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) http://www.konsument.at zeigt, dass zahlreiche Nahrungsprodukte durch die Bezeichnung, die Form der Abbildung oder das Spiel mit Assoziationen falsche Vorstellungen suggerieren. “Der Konsument fühlt sich an der Nase herumgeführt”, betont VKI-Geschäftsführer Franz Floss im Presse-Interview.

Unter 60 Produkten, die in einer Stichprobe getestet wurden, entdeckten die Konsumentenschützer zahlreiche Beispiele für solches Vorgehen - und zwar sowohl bei Billig- als auch bei Markenprodukten. Vermeintliches Rahmschnitzerl entpuppte sich als Formfleisch, Schafmischkäse als Magermilch-Produkt, statt Olivenöl wurde häufig auf billigeres Sonnenblumenöl zurückgegriffen und ein sogenanntes “Vanilletraum-Milchmischgetränk” enthielt statt echter Vanille bloß Beta-Carotin und Aroma. Aroma-Mogeleien gab es besonders häufig bei Süßspeisen wie Keksen, Pudding, Limonaden und Cappuchino.

Besonders die Abbildungen auf den Produkten eignen sich zur Verführung der Konsumenten. “Schönes Fleisch oder auch Meeresfrüchte sind davon oft betroffen, sowie Produkte, die Früchte abbilden und viele Aromastoffe enthalten”, so Floss. Am deutlichsten sei dies beim Erdbeerjoghurt, dessen Fruchtanteil in manchen Fällen nur ein Prozent betrage. “Erdbeerjoghurt ist in Wahrheit braun, die Aromastoffe haben jedoch längst für einen Gewöhnungseffekt gesorgt.” Stellten diese Produkte auch keine Gefährdung der Gesundheit dar, führten sie zur zunehmenden Verunsicherung beim Konsumenten, so die VKI-Kritik. “Manche Konsumenten reagieren darauf mit ungläubigem Staunen, andere sind empört, wieder andere resignieren und meinen, dass heute ohnehin schon alles möglich sei”, berichtet Floss über die Erfahrung aus Konsumenten-Rückmeldungen.

Um diesen Trend zu stoppen, der eine Kostenersparnis der Produzenten zu Lasten der Konsumenten bedeutet, seien Maßnahmen auf EU-Ebene nötig. “Imitate sollten als Imitate gekennzeichnet werden”, fordert Floss. Des weiteren liege es bei den Konsumenten, im Supermarkt genauer auf die Waren zu schauen und dadurch entsprechende Waren mit der Zeit wieder aus den Regalen verschwinden zu lassen. “Man sollte sich bei manchen Produkten die Mühe geben, die Zutatenliste zu studieren. Je nach Anteil am Produkt werden die Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge genannt, aufschlussreich sind darüber hinaus die Prozentangaben.” Von der Wirksamkeit politischer Maßnahmen hält Floss hingegen wenig. “Es gibt zwar auch die Möglichkeit gesetzlicher Vorschriften, doch die Erfahrung zeigt, dass diese stets mit viel Phantasie umgangen werden”, so der Konsumentenschützer gegenüber ZAROnews.

Fotos der Studienpräsentation unter http://fotodienst.at/browse.mc?album_id=2838&start=1

Schöner Herbst am See

Scheidung schadet Gesundheit permanent

Chicago - Eine Scheidung hat bleibende schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit, die auch durch eine erneute Heirat nicht vollständig geheilt werden können. Die Auswertung der Daten von 8.652 Personen zwischen 51 und 61 Jahren ergab laut Wissenschaftlern der University of Chicago http://www.uchicago.edu, dass Geschiedene an 20 Prozent mehr chronischen Krankheiten wie Krebs leiden als jene, die nie geheiratet haben. Dieser Wert sinkt bei jenen, die erneut geheiratet haben, auf zwölf Prozent, schreibt das Team um Linda Waite im Journal of Health and Social Behaviour.

Die Wissenschaftler gehen laut BBC davon aus, dass Menschen mit einem “Gesundheitsschock” in das Erwachsenenalter eintreten, der - je nach Erfahrung mit der Ehe - bleibt oder ausgelöscht wird. Jene, die immer verheiratet waren, können mit der gleichen Menge an chronischen Gesundheitsproblemen rechnen wie jene, die nie geheiratet haben. Obwohl Menschen nach einer Scheidung oder dem Tod des Lebenspartners in der Folge eher glücklicher und nicht depressiver sind als jene, die immer noch verheiratet sind, und weniger depressiver als die Unverheirateten, bringt das bei chronischen Erkrankungen nur wenig.

Laut der Soziologin Waite untergraben Scheidung oder Verwitwetsein die Gesundheit, da das Einkommen fällt und Stress wegen Themen wie der Versorgung der Kinder entsteht. Eine Heirat bringt eher sofort gesundheitliche Vorteile. Männer schauen mehr auf ihre Gesundheit, Frauen sind dann finanziell meist besser versorgt. Eine Wiederverheiratung macht jedoch nicht alles wieder gut. Erkrankungen wie Depressionen scheinen rasch und stark auf die Veränderung von bestehenden Verhältnissen zu reagieren. Andere Krankheiten wie Diabetes und Herzerkrankungen entstehen langsam über einen Zeitraum hinweg und zeigen die Auswirkungen früherer Erfahrungen. Aus diesem Grund leidet die Gesundheit unter einer Scheidung oder dem Tod des Partners, auch wenn es später wieder zu einer Heirat kommt. (Ende)

Australische Stadt verbannt Plastik-Wasserflaschen

Breite Zustimmung der Bevölkerung - Film “Plastic Planet” kommt ins Kino

Bundanoon/Wien - Mit großer Mehrheit hat die Bevölkerung der australischen Kleinstadt Bundanoon http://www.bundanoon.nsw.au im Bundesstaat New South Wales für ein Verkaufsverbot von Plastikwasserflaschen gestimmt. Damit soll auf den stetig wachsenden Müllberg aufmerksam gemacht werden. Ein solches Verbot gebe es bisher in keiner Stadt der Welt, berichtet ABC-News http://www.abc.net.au.

Für die Herstellung und den Transport der Flaschen sind große Mengen an Energie erforderlich. Die leeren Flaschen enden im Abfall oder werden deponiert, berichtet der Sprecher der Kampagne “Bundy on Tap”. Mehr als 350 Bewohner der Stadt hatten im Rathaus für den Vorschlag gestimmt, nachdem eine Getränkefirma auf die Idee kam, ein unterirdisches Wasserreservoir anzuzapfen. “Das Unternehmen hatte die Idee, das Wasser von hier zu nehmen, es nach Sydney zu transportieren und es dort in Flaschen zu füllen, um es wieder hier zu verkaufen”, so John Dee, einer der Mitarbeiter der Kampagne. Die lokale Bevölkerung sei über diesen Vorschlag erzürnt gewesen. “Erstmals wurde den Menschen bewusst, welcher Energieaufwand für diesen ganzen Prozess notwendig ist”, schildert der Mitarbeiter.

Bei der Abstimmung gab es nur zwei Gegenstimmen - eine von einem Einwohner, die andere von einem Vertreter der Getränkeindustrie. Touristen, die die Stadt besuchen, sollen von dem Verbot nicht betroffen sein. Sie können jedoch wie alle anderen Bewohner bei den Wasserbrunnen auf der Hauptstraße wiederbefüllbare Flaschen bekommen. Die Flaschen werden den Slogan der Kampagne tragen. Breite Unterstützung bekommt die Kampagne auch von den Ladeninhabern in Bundanoon. “Wir glauben auch, dass Bundanoon die weltweit erste Stadt ist, bei der auch Ladenbesitzer bei einer solchen Kampagne mitmachen”, meint Dee. In der Zwischenzeit wird die Kampagne auch vom Premierminister des Bundesstaates New South Wales unterstützt. Ab sofort wurde der Einkauf von verpackten Wasser in der Regierung gestoppt und die Mitarbeiter dazu angehalten, Leitungswasser zu trinken.

Auf den weltweit wachsenden Plastikmüllberg macht auch der Filmemacher Werner Boote in seinem neuesten Werk “Plastic Planet” http://www.plastic-planet.at, das Ende September 2009 in die Kinos kommt, aufmerksam. “Plastik ist leichter als Glas. Und ganz offensichtlich weniger zerbrechlich ist es auch”, so Boote gegenüber uns. “Über die vielen negativen Eigenschaften redet die Plastikindustrie nicht ganz so gerne”, weiß der Filmemacher aus eigener Erfahrung. Vor allem das Müllproblem bringe das Image von Kunststoffen in Verruf, gibt ein Vertreter der Plastikindustrie im Film zu und ergänzt dann: “Aber darum muss sich die Gesellschaft kümmern. Die Industrie hat andere Aufgaben.” (Ende)

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