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Archive für 19.10.2009
Hitze bringt Senioren in Lebensgefahr
19.10.2009 von zaro.
Körper kann sich an Temperaturschwankung nur schlecht anpassen
Ottawa/Berlin - Extreme Temperaturen im Sommer setzen alten Menschen, Patienten mit chronischen Krankheiten und auch Obdachlosen am meisten zu und bringen sie oft sogar in Lebensgefahr. Das berichten Forscher der Universität Ottawa http://www.uottawa.ca im Canadian Medical Association Journal. Für Menschen der Altersgruppe ab 60 Jahren erhöht sich bei Hitze das Sterberisiko um bis zu 92 Prozent, ergab die Analyse von Patientendaten. Daneben leiden Senioren im Sommer oft an Krankheiten und Verletzungen, die von Hitze ausgelöst werden, wie etwa Schlaganfall, Erschöpfung oder Hitzekrampf. Dieses Schicksal teilen alte Menschen mit Patienten, die an Fettsucht, Herzkrankheiten, Diabetes oder Atembeschwerden leiden. Alle diese Vorbedingungen reduzieren die Fähigkeit des Körpers, sich an Temperaturschwankungen anzupassen.
Warum sonst gesunde Pensionisten so schlecht gegen die Hitze gewappnet sind, zeigten physiologische Studien im Labor. Im Alter spürt der Körper die Hitze erst später und kann viel langsamer mit kühlenden Maßnahmen reagieren, wozu etwa eine Änderung der Blutverteilung im Körper und Schwitzen zählen. Weiters verzögert sich auch die Fähigkeit, Durstgefühl zu entwickeln und rasch darauf zu reagieren, und die Erholung von einer Dehydrierung des Körpers ist weit langwieriger. “Ungeklärt ist, ob die verschlechterte Wärmeregulierung den ganzen Körper betrifft oder bloß die lokalen Mechanismen des Wärmeverlustes wie Schwitzen oder Blutfluss”, so Studienautor Glen Kenny. Senioren mit niedrigem Einkommen und Bildungsstand waren in der Erhebung mehr gefährdet, was die Autoren auf die schlechtere Wohnqualität zurückführen, zudem auch Menschen in sozialer Isolation. Betroffen sind auch Obdachlose, da sie besonders schlecht vor extremer Hitze geschützt sind und zusätzlich oft an körperlichen oder geistigen Problemen leiden.
“Ärzte und Gesundheitsbedienstete sollen sich des Risikos stärker bewusst werden, damit sie den Betroffenen im richtigen Umgang mit Hitze beraten können”, folgern die Autoren. Klimaanlagen verringern laut Studie das Sterberisiko um 80 Prozent, Ventilatoren immerhin noch 30 Prozent. “Bisher ist der Hitzeschutz bei Senioren vor allem in Pflegeheimen ein Thema”, erklärt Peter Zeman vom Deutschen Zentrum für Altersfragen http://www.dza.de gegenüber uns. “Das Pflegepersonal ist angewiesen, bei Hitze für eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr der Betreuten oder für deren Aufenthalt in Räumen mit kühlerer Atemluft zu sorgen.” Durch solche Vorkehrungen konnten bisher Horrorszenarien wie Explosion der Hitzetoten-Zahl in Frankreich 2003 verhindert werden. “Auch die Einschränkung der Bewegung ist aufgrund der schlechteren Durchblutung bei Hitze zu empfehlen”, ergänzt Klaus Ingo Giercke, Sekretär der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie http://www.dggg-online.de. “Alte Menschen, die alleine zu Hause leben, sollten sich gleichermaßen verhalten. Das ist bei Demenz und bei ambulanter Betreuung oft ein Problem, weshalb Angehörige besonders aufmerksam sein sollten.”
Das Thema Hitzeschutz bei alten Menschen wird in Zukunft immer aktueller werden. Denn wenn auch infolge der globalen Erwärmung kältebedingte Todesfälle zurückgehen, steigt die Zahl der jährlichen Hitzetoten. “Besonders in Städten ist das ein Problem, da hier die Temperaturen immer ein bis zwei Grad über dem landesweiten Schnitt liegen. Alle Alten auf Wiesen zu setzen ist leider gesellschaftlich nicht machbar”, so Gierke. Der Landschaftsökologe Jürgen Breuste von der Universität Salzburg http://www.sbg.ac.at betont, dass dies entsprechende Gegenmaßnahmen auch seitens der Stadtplanung erfordere. “Grünflächen und Parks bringen für ihre Besucher, jedoch auch für die Atemluft der umliegenden Straßen Kühlung. Ihre nahe Verfügbarkeit ist somit besonders für die Gesundheit von Hitze-vorbelasteten Menschen wie etwa Pensionisten wichtig”, so Breuste im Interview. (Ende)
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Frauen betrachten Männer vielschichtiger
19.10.2009 von zaro.
Unterscheidung zwischen “sexy” und “ästhetisch”
University Park/Wien - Frauen betrachten Männer vielschichtiger. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Forschern der Pennsylvania State University http://www.psu.edu. Demnach können Frauen Männer als “schön” und “ästhetisch” empfinden, ohne sich sexuell von ihnen angezogen zu fühlen und umgekehrt. “Wir haben entdeckt, dass Frauen Gesichter auf zwei Ebenen betrachten - eine sexuelle, die auf gewissen Gesichtszügen basiert und eine allgemein ästhetische, die auf einer nicht-sexuellen Ebene basiert”, schreibt Studienautor Robert Franklin, der gemeinsam mit dem Psychologie-Professor Reginald Adams die Untersuchung durchgeführt hat, im Journal of Experimental Social Psychology. Auf der nicht-sexuellen Seite stehen allgemein gültige ästhetische Beurteilungen im Vordergrund.
Obwohl Forscher schon länger vermuteten, dass Frauen Männer vielschichtiger betrachten, habe es bisher an Studien gefehlt, so Franklin. “Dieses duale Konzept wurde bisher noch nicht untersucht.” Den 50 heterosexuellen Probandinnen wurden Fotos von männlichen und weiblichen Gesichtern gezeigt anhand derer sie einschätzen mussten, wie weit sich die betreffenden Personen als Partner für ein hypothetisches Rendezvous oder als hypothetische Arbeitskollegen vorstellen konnten. Dazu mussten sie die Gesichter auf einer Skala zwischen eins und sieben beurteilen. Die erste Frage war dahin gehend, die sexuelle Attraktivität zu beurteilen, die zweite richtete sich nur nach der Ästhetik.
In einer weiteren Untersuchung wurden 50 weiteren Probandinnen dieselben Gesichter gezeigt. Dabei wurde allerdings nur die Frage der allgemeinen Ästhetik gestellt. Einige der Bilder waren in der Mitte zerschnitten und die beiden Hälften waren zueinander verschoben. Dadurch konnten die Probandinnen nicht mehr das gesamte Bild betrachten, sondern waren dazu gezwungen einzelne Merkmale zur Beurteilung der Attraktivität heranzuziehen. Die Psychologen vermuteten, dass in diesem Fall die Beurteilungsstrategie der sexuellen Anziehungskraft angewendet wurde. Tatsächlich wurden die geteilten Bilder in erster Linie nach der sexuellen Attraktivität beurteilt. “Das Urteil entsprach im übrigen genau jenem der ersten Gruppe, wenn sie nach der sexuellen Anziehungskraft befragt wurde”, so der Forscher. Damit konnten die Forscher zeigen, dass Frauen männliche Gesichter nach zwei Kriterien beurteilen.
Bei der Beurteilung von Männern spielen verschiedene Kriterien eine Rolle, meint Psychotherapeutin Sabine Fischer http://www.fischer-psychotherapie.at im Interview. Einerseits sind es “urgeschichtliche” Kriterien, ob der Mann ein guter Ernährer mit guten Genen ist, andererseits komme zusätzlich die eigene Familiengeschichte ins Spiel. “Das Rollenbild der Frau orientiert sich am Vater und dabei kommt es darauf an, ob dieser ein positives oder aber ein negatives Vorbild war”, erklärt Fischer. Das sei prägend, daher werde in der Therapie dieser Frage auch nachgegangen. “Dass Männer Frauen anders beurteilen liegt daran, dass sie bedeutend mehr auf visuelle Reize reagieren”, meint die Therapeutin. Forschern ist auch bekannt, dass die biologische Ausrichtung der Frau vom instinktiven Reproduktionswunsch gesteuert wird - und dieser hänge vom Östrogen und anderen Hormonen ab. Der ästhetische Zugang sei hingegen vom Hormon Progesteron gesteuert. Wie komplex dieses Netzwerk an Botenstoffen arbeitet und wirkt, ist immer noch nicht vollständig geklärt. “Es ist ein sehr kompliziertes Bild”, meint US-Studienautor Franklin. (Ende)
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Harte Zahnbürsten reinigen am besten
19.10.2009 von zaro.
Zahnarzt: “Härtewahl sollte sich am Zahnfleisch orientieren”
Witten - Die Putzleistung einer Zahnbürste hängt entscheidend von ihrer Härte ab. Das berichtet der Zahnmediziner Stefan Zimmer von der Universität Witten-Herdecke http://zmk.uni-wh.de auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung. Er teilte dafür 120 Personen per Zufall jeweils entweder eine weiche, eine mittelharte oder eine harte Zahnbürste zu. Mit dieser mussten sie acht Wochen lang zweimal täglich die Zähne putzen. Vorher und nachher untersuchte man die Probanden auf Zahnbelag und Zahnfleischzustand. Die Aufgabe, den Karies-auslösenden Bakterienfilm herunterzuschrubben, erledigte die harte Bürste am besten. “Bei empfindlichen Zahnfleisch ist allerdings eine weiche Bürste zu raten. Da die Härte der Zahnbürste individuell abgestimmt sein muss, sollte man am besten die Empfehlung des jeweiligen Zahnarztes erfragen”, so der Studienautor im ZARO-Interview.
Harte Bürsten könne grundsätzlich jeder verwenden, der die richtige Putztechnik beherrsche. Das sei jedoch oftmals nicht der Fall, gibt Zimmer zu bedenken. “Viele schrubben horizontal vor und zurück statt von Rot nach Weiß, außerdem wird meist viel zuviel Kraft angewandt.” Maximal sei ein Druck von 1,5 Newton zu empfehlen, was 150 Gramm entspricht, oft würde jedoch vielmehr ein Druck von 500 bis 1.000 Gramm ausgeübt. Das führe auf Dauer zu kleinen Rillen in den Zähnen, zudem riskiere man dauerhafte Schädigungen des Zahlfleischs, das sich zurückzieht und die Wurzeloberfläche freisetzt. “Wie stark man schrubbt, kann man leicht selbst ausprobieren. Am besten, man stellt sich mit geschlossenen Augen vor eine Küchenwaage und versucht, mit denselben Druck die Zahnbürste niederzuhalten, mit der man sonst Zähne putzt. Nach dem Augenöffnen kann man probieren, wie sich 150 Gramm anfühlen”, rät der Zahnmediziner.
Waren vor 20 Jahren harte Zahnbürsten noch in Mode, ging man seither zu mittelhart und in den letzten sechs Jahren zu weich über, was Zimmer vor allem als Reaktion auf die besagten Putzdefekte sowie auf Verbesserungen der Mundhygiene sieht. “Weiche Bürsten sind heute im Trend und Putzschäden werden dadurch immer seltener. Allerdings wollten wir mit unserer Studie in Frage stellen, ob auch sich dadurch auch tatsächlich die Zahnreinigung verbessert hat.” Wer Probleme mit dem Zahnfleisch und möglicherweise auch bereits Putzdefekte an den Zähnen habe, sei mit der weichen Bürste tatsächlich gut bedient. “Man muss jedoch wissen, dass in diesem Fall die Reinigungskraft geringer ist, was noch sorgfältigeres, längeres Putzen nötig macht”, so Zimmer. Für alle anderen sei die Bürste sinnvoll, die in Bezug auf Belagentfernung und Zahnfleischschädigung im Mittelfeld rangiert. (Ende)
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Venedig trotz Schutzdamm dem Untergang geweiht
19.10.2009 von zaro.
Meeresspiegel und Absinken machen Regierungsprojekte unwirksam
Venedig - Die Lagunenstadt Venedig könnte trotz aufwändiger Schutzmaßnahmen am Ende des Jahrhunderts fast täglich von Überflutungen geplagt sein. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Instituts für Meereswissenschaften in Venedig http://libeccio.bo.ismar.cnr.it:8080/venezia, die in der Zeitschrift “Climate Dynamics” veröffentlicht wurde. Die Forscher um Laura Carbognin stellten Daten zum langsamen Absinken des Unterbodens der Stadt den Prognosen des Weltklimarates (IPCC) für den Meeresspiegel-Anstieg in der nördlichen Adria gegenüber, der infolge des Klimawandels zu erwarten ist. Bisherige Maßnahmen zur Verhinderung von Überschwemmungen, die derzeit mit großem Aufwand erstellt werden, könnten aufgrund der steigenden Gezeitenhöhe langfristig wenig Schutz bieten, geben die Wissenschaftler zu bedenken.
Der Untergang Venedigs ist ein Prozess, der schon seit längerem im Laufen ist. Der Unterboden der auf Holzpfählen errichteten Häuser sank im 20. Jahrhundert um zwölf Zentimeter. Gemeinsam mit dem ebenso hohen Anstieg des Adria-Meeresspiegels stieg das relative Meeresniveau der norditalienischen Stadt seit 1900 damit um 25 Zentimeter. Die Folgen sind heute siebenmal häufigere Hochwasser und bereits ernste Schädigungen der Bausubstanz der Weltkulturerbe-Stadt. Laut den italienischen Forschern wird das Absinken im 21. Jahrhundert beschleunigt und beträgt zwischen 17 und 53 Zentimeter, wodurch die Hochwasserereignisse weiter zunehmen werden.
Als Hochwasser gilt in Venedig, wenn das Meeresniveau bei Flut um über 110 Zentimeter steigt, was derzeit rund viermal pro Jahr passiert. 2100 könnte dies zwischen 20 und 250 Mal der Fall sein, was die Studienautoren als “unhaltbare Aggression für das Stadtbild” bezeichnen. Es könnte jedoch noch schlimmer kommen. Vivien Gornitz, Klimatologin der US-Raumfahrtsbehörde NASA und eine der Autoren IPCC-Berichts, bezeichnet die Schätzungen Carbognins als “konservativ” und befürchtet ein noch deutlicheres Absinken der Stadt. Die Meeresspiegel würden bereits bisher schneller ansteigen als dies der IPCC vorausgesagt hat.
Das stellt die Nachhaltigkeit des MOSE-Projekts in Frage, mit dem die italienische Regierung ab 2014 durch 78 gigantische mobile Deich-Module die Laguneneingänge bei Bedarf abschließen will. “Steigen die Meere um mehr als 26 bis 53 Zentimeter bis 2100, wie Carbognin angenommen hat, wird MOSE, das nur mit 60 Zentimeter Meeresanstieg zurecht kommt, nicht zum Schutz der Stadt ausreichen”, so Gornitz. In gleichem Ton hinterfragen auch die Studienautoren das Projekt: “Ergänzungen zu heutigen Projekten sind dringend notwendig. Auch wenn sich der Meeresanstieg nicht plötzlich vollziehen wird und zu hoffen ist, dass die Prognosen in Zukunft noch genauer werden, sind Pläne zur besseren Hochwasserabwehr in Venedig für Zeiten mit höherem Meeresspiegel jetzt schon dringend notwendig.”
Als eine Möglichkeit sehen die italienischen Forscher, Meereswasser in tiefe Gesteinsschichten, die 700 Meter unter der Stadt liegen, zu pumpen. Modelle hätten gezeigt, dass man dadurch in zehn Jahren Venedig um 30 Zentimeter heben kann. Denn die übermäßige Grundwasserentnahme zur Deckung des Bedarfs in der Stadt war bisher ein Hauptgrund für das Absinken der Lagunenstadt. (Ende
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