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Archive für Oktober 2009

Harte Zahnbürsten reinigen am besten

Zahnarzt: “Härtewahl sollte sich am Zahnfleisch orientieren”

Witten - Die Putzleistung einer Zahnbürste hängt entscheidend von ihrer Härte ab. Das berichtet der Zahnmediziner Stefan Zimmer von der Universität Witten-Herdecke http://zmk.uni-wh.de auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung. Er teilte dafür 120 Personen per Zufall jeweils entweder eine weiche, eine mittelharte oder eine harte Zahnbürste zu. Mit dieser mussten sie acht Wochen lang zweimal täglich die Zähne putzen. Vorher und nachher untersuchte man die Probanden auf Zahnbelag und Zahnfleischzustand. Die Aufgabe, den Karies-auslösenden Bakterienfilm herunterzuschrubben, erledigte die harte Bürste am besten. “Bei empfindlichen Zahnfleisch ist allerdings eine weiche Bürste zu raten. Da die Härte der Zahnbürste individuell abgestimmt sein muss, sollte man am besten die Empfehlung des jeweiligen Zahnarztes erfragen”, so der Studienautor im ZARO-Interview.

Harte Bürsten könne grundsätzlich jeder verwenden, der die richtige Putztechnik beherrsche. Das sei jedoch oftmals nicht der Fall, gibt Zimmer zu bedenken. “Viele schrubben horizontal vor und zurück statt von Rot nach Weiß, außerdem wird meist viel zuviel Kraft angewandt.” Maximal sei ein Druck von 1,5 Newton zu empfehlen, was 150 Gramm entspricht, oft würde jedoch vielmehr ein Druck von 500 bis 1.000 Gramm ausgeübt. Das führe auf Dauer zu kleinen Rillen in den Zähnen, zudem riskiere man dauerhafte Schädigungen des Zahlfleischs, das sich zurückzieht und die Wurzeloberfläche freisetzt. “Wie stark man schrubbt, kann man leicht selbst ausprobieren. Am besten, man stellt sich mit geschlossenen Augen vor eine Küchenwaage und versucht, mit denselben Druck die Zahnbürste niederzuhalten, mit der man sonst Zähne putzt. Nach dem Augenöffnen kann man probieren, wie sich 150 Gramm anfühlen”, rät der Zahnmediziner.

Waren vor 20 Jahren harte Zahnbürsten noch in Mode, ging man seither zu mittelhart und in den letzten sechs Jahren zu weich über, was Zimmer vor allem als Reaktion auf die besagten Putzdefekte sowie auf Verbesserungen der Mundhygiene sieht. “Weiche Bürsten sind heute im Trend und Putzschäden werden dadurch immer seltener. Allerdings wollten wir mit unserer Studie in Frage stellen, ob auch sich dadurch auch tatsächlich die Zahnreinigung verbessert hat.” Wer Probleme mit dem Zahnfleisch und möglicherweise auch bereits Putzdefekte an den Zähnen habe, sei mit der weichen Bürste tatsächlich gut bedient. “Man muss jedoch wissen, dass in diesem Fall die Reinigungskraft geringer ist, was noch sorgfältigeres, längeres Putzen nötig macht”, so Zimmer. Für alle anderen sei die Bürste sinnvoll, die in Bezug auf Belagentfernung und Zahnfleischschädigung im Mittelfeld rangiert. (Ende)

Venedig trotz Schutzdamm dem Untergang geweiht

Meeresspiegel und Absinken machen Regierungsprojekte unwirksam

Venedig - Die Lagunenstadt Venedig könnte trotz aufwändiger Schutzmaßnahmen am Ende des Jahrhunderts fast täglich von Überflutungen geplagt sein. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Instituts für Meereswissenschaften in Venedig http://libeccio.bo.ismar.cnr.it:8080/venezia, die in der Zeitschrift “Climate Dynamics” veröffentlicht wurde. Die Forscher um Laura Carbognin stellten Daten zum langsamen Absinken des Unterbodens der Stadt den Prognosen des Weltklimarates (IPCC) für den Meeresspiegel-Anstieg in der nördlichen Adria gegenüber, der infolge des Klimawandels zu erwarten ist. Bisherige Maßnahmen zur Verhinderung von Überschwemmungen, die derzeit mit großem Aufwand erstellt werden, könnten aufgrund der steigenden Gezeitenhöhe langfristig wenig Schutz bieten, geben die Wissenschaftler zu bedenken.

Der Untergang Venedigs ist ein Prozess, der schon seit längerem im Laufen ist. Der Unterboden der auf Holzpfählen errichteten Häuser sank im 20. Jahrhundert um zwölf Zentimeter. Gemeinsam mit dem ebenso hohen Anstieg des Adria-Meeresspiegels stieg das relative Meeresniveau der norditalienischen Stadt seit 1900 damit um 25 Zentimeter. Die Folgen sind heute siebenmal häufigere Hochwasser und bereits ernste Schädigungen der Bausubstanz der Weltkulturerbe-Stadt. Laut den italienischen Forschern wird das Absinken im 21. Jahrhundert beschleunigt und beträgt zwischen 17 und 53 Zentimeter, wodurch die Hochwasserereignisse weiter zunehmen werden.

Als Hochwasser gilt in Venedig, wenn das Meeresniveau bei Flut um über 110 Zentimeter steigt, was derzeit rund viermal pro Jahr passiert. 2100 könnte dies zwischen 20 und 250 Mal der Fall sein, was die Studienautoren als “unhaltbare Aggression für das Stadtbild” bezeichnen. Es könnte jedoch noch schlimmer kommen. Vivien Gornitz, Klimatologin der US-Raumfahrtsbehörde NASA und eine der Autoren IPCC-Berichts, bezeichnet die Schätzungen Carbognins als “konservativ” und befürchtet ein noch deutlicheres Absinken der Stadt. Die Meeresspiegel würden bereits bisher schneller ansteigen als dies der IPCC vorausgesagt hat.

Das stellt die Nachhaltigkeit des MOSE-Projekts in Frage, mit dem die italienische Regierung ab 2014 durch 78 gigantische mobile Deich-Module die Laguneneingänge bei Bedarf abschließen will. “Steigen die Meere um mehr als 26 bis 53 Zentimeter bis 2100, wie Carbognin angenommen hat, wird MOSE, das nur mit 60 Zentimeter Meeresanstieg zurecht kommt, nicht zum Schutz der Stadt ausreichen”, so Gornitz. In gleichem Ton hinterfragen auch die Studienautoren das Projekt: “Ergänzungen zu heutigen Projekten sind dringend notwendig. Auch wenn sich der Meeresanstieg nicht plötzlich vollziehen wird und zu hoffen ist, dass die Prognosen in Zukunft noch genauer werden, sind Pläne zur besseren Hochwasserabwehr in Venedig für Zeiten mit höherem Meeresspiegel jetzt schon dringend notwendig.”

Als eine Möglichkeit sehen die italienischen Forscher, Meereswasser in tiefe Gesteinsschichten, die 700 Meter unter der Stadt liegen, zu pumpen. Modelle hätten gezeigt, dass man dadurch in zehn Jahren Venedig um 30 Zentimeter heben kann. Denn die übermäßige Grundwasserentnahme zur Deckung des Bedarfs in der Stadt war bisher ein Hauptgrund für das Absinken der Lagunenstadt. (Ende

Plastik zerfällt im Meer sehr schnell

Gefährliche Umweltgifte gelangen ins Wasser

Washington DC/Wien - Plastikabfälle im Meer zerfallen einer neuen Studie zufolge sehr viel schneller als bisher angenommen. Der große Nachteil dabei ist, dass die einzelnen - zum Teil sehr gefährlichen - Bestandteile dadurch ins Wasser geraten. Beim derzeit in Washington DC stattfindenden Treffen der American Chemical Society (ACS) http://www.acs.org wurde eine Studie vom japanischen Chemiker Katsuhiko Saido dazu präsentiert. Erst vor kurzem haben sich Forscher der kalifornischen Scripps Institution of Oceanography http://www.sio.ucsd.edu auf den Weg gemacht, den größten Müllstrudel der Welt - den Great Pacific Garbage Patch - zwischen Kalifornien und Hawaii zu untersuchen.

“Plastikprodukte, die im täglichen Leben verwendet werden, scheinen ziemlich stabil zu sein”, meint Saido, der als Chemiker an der Nihon University in Chiba tätig ist. “Wir haben allerdings entdeckt, dass Plastik im Meer aufgrund der Umwelteinflüsse wie etwa Sonne und Regen relativ rasch zerfällt. Das große Umweltproblem dabei ist, dass dieser Zerfall eine weitere Quelle der Kontamination darstellt, die weltweit stark zunehmen wird”, so der Forscher. Zu den gefährlichen Stoffen, die gelöst werden zählen unter anderem Bisphenol A. Es wird als Hauptbestandteil bei der Herstellung von Polycarbonat-Kunststoffen etwa für Compact Discs, Plastikschüsseln, Babyfläschchen sowie für Epoxidharzlacke für Beschichtungen von Konservendosen und Folienverpackungen verwendet. Die Substanz steht nach zahlreichen Versuchen im Verdacht, erbgutschädigend zu sein. In Tierversuchen stört es die Embryonal- und Gehirnentwicklung, verursacht Unfruchtbarkeit, Krebs und Verhaltensstörungen.

Ganz klar ist nicht, ob die Konzentrationen in den Meeren groß genug sind, um tatsächlich Vergiftungsschäden anzurichten. Forscher haben allerdings berichtet, dass Fische und Krustentiere Kunststoffteile fressen und diese dadurch auch in die menschliche Nahrungskette gelangen. Ob die Plastikteile im Verdauungstrakt in ihre Einzelbestandteile zerfallen, kann Saido nicht bestätigen. Bedrohlich ist jedoch die Größe des Garbage Patch im Pazifik. Mittlerweile gehen Experten von einer Fläche zwischen 700.000 und einer Mio. Quadratkilometer aus.

Auf den weltweit wachsenden Plastikmüllberg macht auch der Filmemacher Werner Boote in seinem neuesten Dokumentar-Kinofilm “Plastic Planet” http://www.plastic-planet.at, der Ende September 2009 anlaufen wird, aufmerksam. “Vor zehn Jahren war das Verhältnis Plastik zu Plankton in den Ozeanen noch sechs zu eins”, erklärt Charles Moore, der 1994 den tausende von Kilometern großen Plastikmüllteppich im Nordpazifik entdeckt hat. “Mittlerweile ist das Verhältnis 60 zu eins”, so Moore. “80 Prozent des Kunststoffmülls, die UNO spricht von insgesamt weltweit jährlich rund sechs Mrd. Tonnen, gelangen über Flüsse in die Ozeane”, zitiert Boote gegenüber pressetext die Fakten. Die Meeresschutzorganisation Oceana schätzt, dass weltweit jede Stunde rund 675 Tonnen Müll direkt ins Meer geworfen werden, die Hälfte davon ist aus Plastik. (Ende)

Kräuter als biologische Pestizide einsetzbar

Öl aus Rosmarin, Nelke und Pfefferminze schützt vor Schädlingen

Vancouver - Extrakte aus Kräutern und Gewürzen bilden eine umweltverträgliche und gesündere Alternative zur herkömmlichen Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft. Zu diesem Schluss kommen US-amerikanische Forscher beim Treffen der American Chemical Society http://acs.org. Laut einem BBC-Bericht entwickelten sie biologische Pestizide, die auf der Mischung winziger Mengen von zwei bis vier verschiedenen Kräutern beruhen, die in Wasser aufgelöst werden. Die Substanzen töten Insekten direkt ab oder halten sie fern, ohne dabei für den Menschen oder die Umwelt ungünstige Nebenwirkungen zu entfalten. Besonders konzentrierten sich die Wissenschaftler dabei auf Wirkstoffe aus Rosmarin, Thymian, Gewürznelke und Pfefferminze.

“Die neu entwickelten Produkte erweitern die bisher beschränkten Möglichkeiten, Schädlinge in der biologischen Landwirtschaft zu bekämpfen. Bisher gibt es nur wenige dafür geeignete Insektizide, doch ihre Zahl steigt ständig”, berichtet Studienleiter Murray Isman von der University of British Columbia http://www.ubc.ca. Einige Gewürz-basierte kommerzielle Produkte, die derzeit von Bauern eingesetzt werden, schützen bereits mit Erfolg biologische Erdbeer-, Spinat- und Tomatenfelder vor Blattläusen und Milben. Anders als konventionelle Pestizide könnten die “Killergewürze” laut Isman den Zulassungsbehörden furchtlos ins Auge blicken und seien zudem bereits fertig für ihren Einsatz. “Ein wichtiger Vorteil dieser Methode ist, dass die bekämpften Insekten keine Resistenzen entwickeln”, so Isman. Zudem seien sie auch sicherer für Beschäftigte in der Landwirtschaft, die gewöhnlich den Pestiziden in Verbindung mit hohem Risiko ausgesetzt sind.

Derzeit haben biologische Pestizide allerdings noch mit einigen Schwächen zu kämpfen. So verdunsten und zerfallen ätherische Pflanzenöle etwa schnell unter Sonnenlicht, zudem ist der Arbeitsaufwand größer, da Bauern sie häufiger als herkömmliche Pestizide anwenden müssen. “Die Wirkung von manchen Essenzen vergeht sogar schon nach einigen Stunden, während herkömmliche Pestizide tage- bis monatelang wirken. Da sie außerdem weniger stark sind, müssen sie in höheren Konzentrationen eingesetzt werden, um erwünschte Effekte zu erzielen”, so Isman. Um diesen Nachteil aufzuholen, sucht man derzeit nach Methoden, die neuen Wirkstoffe länger haltbar und stärker zu machen. “Sie sind kein Allheilmittel für die Schädlingsbekämpfung, haben jedoch in Sachen Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit eindeutige Vorteile.”

„Der biologische Landbau verwendet ‚Pflanzenschutzmittel’ im wahrsten Wortsinn, wohingegen diese Aussage beim Einsatz herkömmlicher Pestizide ironisch ist. Hier trifft eher ‚Schädlingsbehandlung’ zu“, betont Lukas Schrattenthaler, Sprecher von Bio-Austria http://www.bio-austria.at, gegenüber uns. In der EU sind mehrere hundert pflanzliche Wirkstoffe erlaubt, die in der biologischen Landwirtschaft eingesetzt werden können. Viele dieser Essenzen fördern auch gezielt die Entwicklung von Nützlingen, die das Pflanzenwachstum begünstigen. Schrattenthaler sind die Probleme, mit denen biologische Pestizide zu kämpfen haben, bekannt. „Die Benetzung und Haftung ist geringer als beim Einsatz von Chemie. Das oft vorgebrachte Gegenargument, dass die Notwendigkeit, in Folge häufiger in den Acker gehen zu müssen, dem Boden mehr schadet als die Chemie, ist jedoch nicht haltbar.“

Als entscheidenden Vorteil der pflanzlichen Düngemethode sieht der Biobauern-Sprecher die Vermeidung von Rückständen in den Produkten selbst als auch in der Umwelt. „Ein Teil der herkömmlichen Spritzmittel landet in der Luft, im Boden oder im Trinkwasser und sorgt auch dort für entsprechende, unerwünschte Umweltwirkungen. Biologische Lösungen sind somit Teil des Umwelt- und Klimaschutzes und liefern einen gesellschaftlichen Beitrag.“ Schrattenthaler hält es für wahrscheinlich, dass „biologische Pestizide“ eines Tages auch in der nicht-biologischen Landwirtschaft größere Verbreitung erringen. „Erstens spielt der Kostenfaktor eine entscheidende Rolle, denn chemische Dünge- und Pflanzenschutzmittel werden immer teurer. Daneben steigt beim Konsumenten die Sensibilisierung dafür, dass Agrarförderungen aus Steuermitteln für Lösungen eingesetzt werden, die umweltverträglich sind.“ (Ende)

Wasser vom feinsten

Neue krebserregende Chemikalien in Kautabak entdeckt

Eine Portion enthält so viele schädliche Stoffe wie fünf Zigaretten

Minneapolis - Die Entdeckung einer Reihe neuer krebserregender Chemikalien in Kautabak hat die Vermutung bestätigt, dass es sich dabei um keine “sichere” Alternative zu Zigaretten handelt. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAHs), Chemikalien, die den Rauch von Zigaretten und Holzfeuer kontaminieren, wurden bisher nicht in Kautabak oder ähnlichen Produkten vermutet. Grund dafür ist, dass der Tabak nicht geraucht, sondern zwischen Lippe und Zahnfleisch geschoben wird. Wissenschaftler der University of Minnesota http://www1.umn.edu haben jetzt aber nachgewiesen, dass beliebte feuchte Snuff-Produkte, die in den USA verkauft werden, mindestens 22 PAHs enthalten. Verantwortlich dafür ist wahrscheinlich, dass der Tabak während der Verarbeitung dem Rauch von Holz ausgesetzt wird.

Snus wird vor allem in Nordamerika und Skandinavien konsumiert. Innerhalb der EU ist er in allen Ländern außer Skandinavien verboten. Eine typische Portion enthält genauso viel PAHs wie fünf Zigaretten, erläuterte die Wissenschaftlerin Irina Stepanov auf der Jahresversammlung der American Chemical Society http://www.acs.org. Der Konsum von feuchtem Snuff, der sich in den USA zwischen 1986 und 2005 verdoppelt hat, wurde laut NewScientist mit einem erhöhten Risiko von Mund- und Bauchspeicheldrüsenkrebs in Zusammenhang gebracht. Die PAHs erweitern die 28 bisher identifizierten krebserregenden Chemikalien, inklusive Nikotin und Nitrosamine, die bisher schon in diesen Produkten gefunden wurden.

Laut David Hammond von der University of Waterloo birgt der Konsum derartiger Tabakprodukte ernsthafte Risiken. Der Experte warnt jedoch, dass das Rauchen von Zigaretten trotzdem das höchste Krebsrisiko in sich birgt. (Ende)

Asiens Wasserproblem spitzt sich zu

Ohne Modernisierung der Bewässerung droht Nahrungsmittelkrise

Stockholm - Ohne Modernisierung der Bewässerungssysteme werden viele asiatische Staaten dazu gezwungen sein, in Zukunft mehr als ein Viertel ihres Bedarfs an Reis, Weizen und Mais zu importieren. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des International Water Management Institute IWMI http://www.iwmi.org, der Welternährungsorganisation FAO und der Vereinten Nationen, die in Stockholm präsentiert wurde. Prognosen sagen für Asien einen Bevölkerungszuwachs in den nächsten 40 Jahren um 1,5 Mrd. Menschen voraus. Damit steigt auch die Nachfrage nach Nahrungsmitteln. “Der Bedarf an Nahrungsmitteln in Asien wird sich bis 2050 voraussichtlich verdoppeln”, so IWMI-Generaldirektor Colin Chartres in einer Aussendung. Da der Verlass auf Importe zur Bedürfnisdeckung die Wirtschaft vieler Entwicklungsländer enorm belaste und es keine Alternativen gebe, fordert der Experte die Modernisierung der riesigen Bewässerungssysteme Asiens.

Die Wasserversorgung ist in Asien eng mit zahlreichen Wirtschaftssektoren wie Energie, Handel und Arbeit verknüpft. Als es in den 60-er Jahren zu ernsten Problemen der Nahrungsversorgung kam, setzte auf dem Kontinent ein großes Bewässerungsprogramm ein. Von 1970 bis 1995 verdoppelte sich die bewässerte Fläche in Asien, sodaß heute 70 Prozent aller weltweit bewässerten Flächen in der Region vorzufinden sind. Durch diese Maßnahmen wurden einerseits die Selbstversorgung sichergestellt, gleichzeitig senkten sie Arbeitslosigkeit und Armut. Grundlage dieses Erfolges waren die Bewässerung, die Verbesserungen der Getreidesorten und der Einsatz von Düngemitteln, durch Wasserverschmutzung und Artenverlust ging er allerdings auf Kosten der Umwelt.

Die weitere Ausdehnung der bewässerten Flächen um 30 bis 47 Prozent, die zur Deckung des zukünftigen Nahrungsbedarfs vonnöten wären, ist jedoch sowohl ein Platz- als auch ein Wasserproblem. In Südasien werden laut Bericht heute schon 94 Prozent der geeigneten Böden landwirtschaftlich genutzt, und auch das Wasser ist in vielen Regionen bereits ein sehr knappes Gut, wie die Beispiele Nordindien oder Usbekistan zeigen. Zuspitzen könnte sich die Situation zusätzlich durch Folgen des Klimawandels wie etwa das Ausbleiben von Regenfällen, die in der Studie noch gar nicht berücksichtigt wurden.

Zur Lösung des Problems schlagen die Experten eine völlige Neugestaltung der Bewässerung vor. “Veraltete Systeme, Techniken und Institutionen müssen modernisiert und nach ökonomisch nachhaltigen, service-orientierten Prinzipien umgewandelt werden”, so FAO-Sprecher Thierry Facon. Eine Verbindung traditioneller und moderner Ansätze könne etwa auf Sri Lanka bereits Erfolge verbuchen. Statt dem Trend der kleinbäuerlichen Grundwasserpumpen entgegenzuwirken, von denen es allein in Indien bereits 19 Mio. Stück gibt, solle man diese gezielt nach bestimmten, innovativen Kriterien fördern. Zudem brauche die Privatwirtschaft mehr Anreiz, sich in öffentlichen Bewässerungsanlagen zu engagieren, was in bestimmten Regionen Chinas schon gelungen sei.

Download des Berichts unter http://www.iwmi.cgiar.org/SWW2009/PDF/Revitalizing%20Asia%27s%20Irrigation.pdf (Ende)

Schuluniform soll vor Handystrahlung schützen

Weißrussland erwägt Einführung von Strahlenschutzkleidung

Hmm … sagten nicht alle Handyhersteller das Handy ungefährlich sind ???

Minsk - Während negative Auswirkungen von Handystrahlung nach wie vor nicht nachgewiesen wurden und die Diskussion rund um die angeblich gefährlichen Wellen weitergeht, kommen immer wieder Produkte auf den Markt, mit denen sich besorgte Menschen trotzdem vorsorglich schützen können. In Weißrussland könnten künftig sogar alle Schulkinder abgeschirmt werden, wenn es nach einem ansässigen Textilhersteller geht, so die Los Angeles Times. In den vergangenen Jahren haben immer wieder Unternehmen versucht, aus der Angst vor der Strahlung Gewinn zu machen.

Die weißrussischen Schuluniformen bieten eine spezielle Tasche für das Handy. Strahlung soll diese Tasche nicht durchdringen, das Kind sei dadurch geschützt. Während die Wirksamkeit der Abschirmung fraglich ist und Kritiker den Sinn der Maßnahme anzweifeln, sei es nicht unwahrscheinlich, dass die Schuluniformen bald zum Einsatz kommen. Die Regierung stehe dem Projekt wohlwollend gegenüber.

Schon andere Unternehmen hatten versucht, mit Strahlenschutzkleidung für den Alltag zu punkten. So entwickelte der Schweizer Hersteller ISA Bodywear im Jahr 2007 Männer-Unterwäsche mit eingenähten Silberdrähten die die Genitalien vor potenziell gefährlicher Handystrahlung schützen sollten. Levi’s hatte bereits 2002 eine Kollektion von Jeans auf den Markt gebracht, deren Taschen Strahlung abhalten sollten. (Ende)

Mensch erwärmt Erde schon seit Jahrtausenden

Lange Praxis der Brandrodung hinterließ Spuren im Klima

Charlottesville/Köln - Der Mensch beeinflusste das Klima schon mehrere tausend Jahre vor der Industriellen Revolution. Das behaupten US-amerikanische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift “Quaternary Science Reviews”. Ihre Überlegungen stellen die früher weit verbreitete Praxis der Brandrodung in den Mittelpunkt, durch die der Mensch besonders extensive Formen der Landwirtschaft betrieb. Hinweise für deren Einfluss auf das Klima glauben die Forscher in Sedimenten der Ozeane und in Eisschichten gefunden zu haben. Das stellt bisherige Klimamodelle in Frage, die Proportionen der heutigen Bodennutzung auch für die Vergangenheit übernehmen und bloß um den Faktor der Bevölkerungszahl ändern.

Heute benötigt die Landwirtschaft laut Berechnungen der Forscher 90 Prozent weniger Anbaufläche als in der frühen Menschheitsgeschichte, um denselben Ertrag zu erzielen. “Unsere Urahnen benötigten weit mehr Land für den Ackerbau, da sie wenig Anlass dafür hatten, die Erträge zu steigern. Es gab genügend Wald, den man verbrennen und somit wieder zu Ackerland umwandeln konnte. Diese Strategie dürfte sich ebenfalls auf das Klima ausgewirkt haben”, erklärt Studienautor William Ruddiman von der University of Virginia http://www.virginia.edu. Das durch Brände gewonnene, fruchtbare Land wurde bestellt, bis die Erträge zu sinken begannen und das nächste Feld gerodet wurde. Erst mit Anwachsen der Bevölkerung wurden intensivere Formen des Landbaus nötig.

Heute führe die intensive und hocheffiziente Landwirtschaft dazu, dass jährlich immer kleinere Anbauflächen pro Person benötigt werden. Als Folge breiten sich in vielen Regionen die Wälder wieder aus, unter anderem in Europa, Kanada, Russland, im Nordosten der USA und in Teilen von China. “Die positiven Umwelteffekte dieser aktuellen Wiederbewaldung wurden jedoch wieder ausgemerzt. Schuld daran ist das großflächige Verbrennen fossiler Brennstoffe, das seit Beginn der Industriellen Revolution vor 150 Jahren im Gang ist. Die Menschen bringen somit weiterhin Kohlendioxid in großem Ausmaß in die Atmosphäre und leisten damit ihren Beitrag für den Erwärmungseffekt”, so Ruddiman.

Brandrodung wird auch heute noch in einigen Waldregionen wie etwa Indonesien praktiziert. Die hier ansässigen Brandrodungsfeldbauern werden bei den Waldbränden auf dem Inselstaat, die die größten und gefährlichsten der Welt darstellen immer wieder als Klima-Sündenböcke dargestellt. Zu Unrecht, betont die Kölner Ethnologin Michaela Haug http://www.ethnologie.uni-koeln.de gegenüber ZAROnews. “Es ist längst nachgewiesen, dass die meisten großen Brände Indonesiens auf eine rücksichtslose Ausbeutung der Wälder und auf einen nicht-ökologischen und unsozialen Ausbau von Palmölplantagen zurückzuführen sind. Die erst dabei entstehenden verheerenden Waldbrände stellen tatsächlich eine große Gefahr für das weltweite Klima dar.”

Der traditionelle Brandrodungsfeldbau der indonesischen Bauern sei in der Regel weit eher nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit ausgerichtet. “Für die Nachhaltigkeit von Brandrodungsfeldbau entscheidet unter anderem die Bevölkerungsdichte und die Länge der Brache-Zeiten”, so Haug. Seien die Bedingungen entsprechend, können Brandrodungsfeldbau-Systeme auch sehr nachhaltig und flexibel gegenüber veränderten Umweltbedingungen sein. (Ende)

Zum Kraftladen

Zu viel Sport macht abhängig

Entzugserscheinungen gleich wie bei Rauschgift

Boston/Bonn - Wenn Sport im Übermaß betrieben wird, kann dies zu körperlicher Abhängigkeit führen. Das berichten Forscher der Tufts University http://www.tufts.edu in der Zeitschrift Behavioral Neuroscience. Sie konnten bei übertrainierten Ratten auf einfache Weise Entzugserscheinungen hervorrufen, die vom Rauschgift-Entzug bekannt sind. “Übermäßiges Laufen hat Ähnlichkeiten mit der Drogeneinnahme”, so die Forscher. Ausnutzen könne man dies, indem das positive Gefühl des Sports in die Therapie von Suchtkranken integriert werde.

Im Experiment beobachteten die Wissenschaftler 80 Ratten für mehrere Wochen. Man ermöglichte den Tieren während dieser Zeit, sich in einem Laufrad auszutoben, und gliederte sie nach dem Grad ihrer Aktivität in Gruppen. Abschließend verabreichte man ihnen entsprechend ihrem Körpergewicht eine Dosis des Medikaments Naloxon, das man bei Opiat-Überdosis zum Hervorrufen sofortiger Entzugserscheinungen einsetzt. Während faule Ratten kaum reagierten, zeigten die sportlichen typische Entzugserscheinungen wie Zittern, Krümmen oder Zähneklappern. Am stärksten war dieser Effekt bei den Tieren, die ihr Laufrad am häufigsten betätigt hatten. Die Studienautoren gehen davon aus, dass hier dieselben Prozesse im Belohnungssystem des Gehirns abliefen wie bei drogenabhängigen Ratten.

Vor einer Verwässerung des Suchtbegriffs durch Gleichstellungen mit Alkohol- oder Drogensucht warnt Volker Weissinger, Geschäftsführer des Fachverbandes Sucht e.V. http://sucht.de, gegenüber uns. “Viele Verhaltensformen wie etwa Arbeit, Putzen, Musik oder eben Sport müssten dann als Sucht bezeichnet werden, wenn sie im Übermaß betrieben werden. Eine Abgrenzung von ‘normalem’ Verhalten ist hier aber schwierig, zumal Höchstleistungen doch mitunter - gerade im sportlichen und kulturellen Bereich - gesellschaftlich anerkannt sind.” Entscheidend für die Frage, ob eine Abhängigkeit vorliegt, sei wieweit das eigene Verhalten kontrolliert werden kann oder nicht. Kritisch sieht Weissinger die Situation zudem dann, wenn etwa beim Trinken die Toleranzgrenze steigt oder Sozialkontakte unter der exzessiven Ausübung eines Verhaltens langfristig leiden.

Im Speziellen suchten die Forscher auch nach Hinweisen für die Essstörung bei Sportlern, der sogenannten “Anorexica Athletica”. Menschen, die an dieser Störung leiden, betreiben exzessiv Sport, um somit einen Abmagerungseffekt durch fehlende Essenseinnahme noch zu steigern. Sowohl aktive als auch faule Ratten untergliederte man dazu weiters in Gruppen, die nur zu einer Tageszeit Futter bekamen, während die anderen während des gesamten Tagesverlaufs fressen konnten. Der beabsichtigte Gewichtsverlust trat auch bei den fastenden Tieren ein. Bei der Naloxon-Probe zeigte sich, dass die Tiere, die nur einmal am Tag Futter bekamen und zugleich am meisten liefen, die insgesamt stärksten Entzugserscheinungen entwickelten. “In Verbindung mit anderen psychischen Störungen steht exzessiv ausgeübter Sport unter einem ganz anderen Licht”, betont auch Weissinger.

Grundsätzlich sieht der Suchtexperte das Glückserlebnis, das die Aussendung von Endorphinen im Gehirn auch beim mäßig betriebenen Sport auslösen kann, positiv. “Der Mensch strebt nach Glücksmomenten, die ihn aus dem Alltag herausheben. Sport ist eine grundsätzlich gesunde Form, um dies zu erreichen, da er das körperliche Wohlgefühl und die Leistungsfähigkeit fördert.” Die von den amerikanischen Studienautoren vorgeschlagene Einbeziehung des Sports in Entwöhnungsprogramme gibt es in der Praxis bereits. “Multimodal ausgerichtete Behandlungsprogramme beinhalten etwa neben Psychotherapie, Ergotherapie, arbeitsbezogenen Leistungen auch Sport und Bewegung. Viele Suchtkranke haben ihren Körper über längere Zeit vernachlässigt und profitieren von solchen Maßnahmen”, so Weissinger. (Ende)

Grundwasser in Nordindien sinkt bedrohlich

Größte Gravitations-Änderung der Erde nach Eisbergschmelze

Irvine/Stuttgart - Der Norden Indiens, Heimat von 600 Mio. Menschen und zugleich die am meisten bewässerte Region der Welt, verliert jährlich 54 Kubikkilometer Grundwasser. Das stellen Hydrologen von der University of California http://www.uci.edu in der Fachzeitschrift “Geophysical Letters” fest. Auf Grundlage von Satelliten-Messungen konnten sie berechnen, dass der Wasser-Nettoverlust den Norden Indiens in absehbarer Zeit der Wasserversorgung enorme Probleme bereiten wird. “Ich denke niemand wusste, dass sich das Wasser in dieser großen Region so schnell erschöpft”, so Forschungsleiter James Famiglietti.

Die Forscher machten sich Daten des 2002 gestarteten deutsch-amerikanischen Grace Recovery and Climate Experiment GRACE http://www.dlr.de/grace zunutze. Dabei handelt es sich um zwei Satelliten, die auf ihrem Parallelflug Veränderungen ihrer Distanzen per Mikrowelle präzise messen, was Rückschlüsse über die Anziehungskraft der Erde erlaubt. Denn wenn sich der vordere Satellit über eine Stelle mit ungewöhnlich starker Erdanziehung bewegt, beschleunigt er dabei und vergrößert den Abstand zum Zwillingssatellit, während beim Verlassen dieser Stelle das Umgekehrte eintritt. Die Gravitationsänderungen, die sich dabei zeigen, gehen in erster Linie auf Wasser auf und unter der Erdoberfläche zurück. Auf diese Weise wurde bereits das Schmelzen der Eisberge dokumentiert sowie das Verschieben von Ozeanströmungen, die Austrocknung von Überschwemmungen und die Entleerung großer Seen.

Die 2,7 Mio. Quadratkilometer große Tiefebene in Nordindien rund um die Hauptstadt Neu-Delhi löste nach den schrumpfenden Eisbergen das größte von GRACE registrierte Schwinden von Schwerkraft aus. Die Gravitationsänderungen entsprechen einem Nettoverlust von 54 Kubikkilometer Grundwasser pro Jahr, wobei die Schwankungsbreite neun Kubikkilometer beträgt. Je nach Region entspricht das einer Niederschlagsmenge von bis zu mehreren Zentimetern pro Jahr. Laut Forschern reichen die Dimensionen bereits, um den Wasserspiegel von einem stabilen zu einem fallenden Zustand überzuführen. Stets tiefere Brunnen und größere Pumpen werden für die Wasserentnahme nötig sein, wobei das zutage gebrachte Wasser jedoch zunehmend salzig und verschmutzt sein wird.

Dass der Wasserspiegel in Nordindien ständig sinkt, ist keine Überraschung, gilt diese Region doch als die am meisten bewässerte der Welt. 50 bis 75 Prozent der Landfläche werden mit gepumpten Grundwasser oder Reservoirwasser bewässert. Darüber hinaus beziehen die 600 Mio. Bewohner viel Grundwasser. Laut der GRACE-Datenanalyse wird das Grundwasser in dieser Dekade um 70 Prozent schneller herausgepumpt als man dies in den 1990er Jahren vorhersagte. “Man weiß in Indien bisher nicht, bis zu welcher Tiefe Wasser verfügbar ist. Sicher ist nur, dass es nicht bodenlos ist”, so Famiglietti.

Ein sinkender Grundwasserspiegel kann auch die Wasserqualität beeinträchtigen, ergänzt Jürgen Braun vom Institut für Wasserbau der Universität Stuttgart http://www.iws.uni-stuttgart.de gegenüber ZAROnews. “Viele Grundwasserleiter sind in Indien stark arsenhaltig. Sinkt der Grundwasserspiegel, gelangt Sauerstoff an das Arsen und löst es, was zu zahlreichen Krankheiten führen kann.” Auch andere Regionen wie etwa der mittlere Westen der USA seien vom Problem des sinkenden Grundwassers betroffen. “Auch hier muss immer tiefer nach Wasser gebohrt werden, was dann ständig ansteigende Energiekosten für die einzusetzenden Grundwasserpumpen nach sich zieht. Als eine der Gegenmaßnahmen beginnt man in den USA, Schmelzwasser aus den Rocky Mountains zurückzuhalten und zu infiltrieren. Große Bedeutung haben jedoch auch gesetzliche Regelungen, die den Wasserverbrauch nach Regionen beschränken”, so der Grundwasser-Experte. (Ende)

Optimistische Frauen leben länger

Anhaltende Negativität erhöht Risiko einer Herzerkrankung deutlich

Pittsburgh - Wissenschaftler der University of Pittsburgh http://www.pitt.edu haben nachgewiesen, dass optimistische Frauen über ein geringeres Risiko einer Herzerkrankung sowie ein geringeres Sterberisiko verfügen. Die aktuelle Untersuchung bestätigt die Arbeit holländischer Forscher, die zeigten, dass Optimismus das Herzrisiko bei Männern verringert. Die Analyse der Daten von fast 100.000 Frauen ergab nun, dass weibliche Pessimisten über einen höheren Blutdruck und höhere Cholesterinwerte verfügen. Auch als diese Risikofaktoren berücksichtigt wurden, hatte nur eine Veränderung der inneren Haltung einen direkten Einfluss auf die Risiken. Details wurden im Fachmagazin Circulation veröffentlicht.

Optimistische Frauen verfügten über ein um neun Prozent geringeres Risiko, an einem Herzleiden zu erkranken und ein 14 Prozent geringeres Risiko, in den acht Jahren der Laufzeit der Studie an einer anderen Todesursache zu sterben. Zynische Frauen, die feindselige Gedanken gegenüber anderen hegten oder allgemein misstrauisch waren, hatten ein 16 Prozent höheres Risiko, im gleichen Zeitraum zu sterben. Eine mögliche Erklärung ist laut BBC, dass Optimisten besser mit Ungemach umgehen können und daher zum Beispiel auch bei einer Erkrankung besser für sich sorgen.

Die optimistischen Teilnehmerinnen trieben zusätzlich mehr Sport und waren schlanker. Die leitende Wissenschaftlerin Hilary Tindle betonte, dass alle gesammelten Daten darauf hinwiesen, dass eine anhaltende und hohe Negativität die Gesundheit gefährdet. Eine Sprecherin der British Heart Foundation http://www.bhf.org.uk wies darauf hin, dass es bekannt sei, dass ablehnende Gefühle im Körper bestimmte Chemikalien freisetzen, die das Risiko einer Herzerkrankung erhöhen können. Derzeit sei jedoch nicht vollständig erforscht wie und warum es dazu kommt. Eine negative innere Haltung könne mit ungesunden Verhaltensmustern wie Rauchen oder schlechter Ernährung einher gehen, die die Gesundheit des Herzen ebenfalls nachteilig beeinflussten. (Ende)

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Menschen zerstören Meere mit voller Kraft

Mehrfach-Faktoren wirken sich verheerend auf Artenvielfalt aus

Washington DC/München - Der vom Menschen verursachte CO2-Ausstoß greift massiv in die biologischen Kreisläufe der Meere ein. Die Veränderungen reichen von den Genen bis hin zu ganzen Ökosystemen wie etwa der Tiefsee. “Das Dramatische an der Tatsache ist, dass damit die Nahrungssicherheit der Menschen aus den Weltmeeren gefährdet ist”, warnen Mike Kingsford vom ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies http://www.coralcoe.org.au und Andrew Brierley von der schottischen St. Andrews University http://www.st-andrews.ac.uk.

Die Veränderungen sind in einigen Fällen nicht vorhersehbar. Zudem verlaufen die Wechsel sehr schnell, schreiben die beiden Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Current Biology. Fischbestände verändern ihr Habitat, neue Arten kommen, andere sterben aus und Invasoren ziehen in fremde Lebensräume. “In der Vergangenheit waren die Grenzen zwischen geologischen Perioden durch eine plötzliche Welle von aussterbenden Arten gekennzeichnet. Heute kommen wir in eine neue Ära, in der Klimawandel und andere vom Menschen verursachte Faktoren wie Überfischung zu den größten Bedrohungen der Ozeane gehören”, so die Autoren. Sie weisen erneut darauf hin, dass die Weltmeere einen wesentlichen Beitrag zur Ernährungssicherheit der Erde leisten. “Es ist daher von großer Eile, dass wir sofort eingreifen, ehe es noch zu weiteren massiven Veränderungen, die wir etwa von den Regenwäldern kennen, kommt.”

Die Versauerung der Ozeane durch höhere CO2-Werte zerstört viele Lebewesen wie etwa Plankton, Muscheln, Schnecken und Korallen. Zudem kommt noch eine Verringerung des Sauerstoffgehalts, die auch zur Ausdehnung so genannter Todeszonen in Meeren führt. Das habe wesentliche Auswirkungen auf die produktivsten Fischgewässer in den kühleren Meeresgebieten. Die Meere tragen weltweit zu einem Sechstel der gesamten Proteinversorgung der Menschen bei. Jegliche Verluste wirken sich unmittelbar auf die Ernährungssituation aus. Weitere Bedrohungen der Weltmeere sind die Verunreinigungen durch toxische Abwässer, Müll, einer stärkeren UV-Einstrahlung, Bioinvasoren und Krankheiten. Viele der Meereslebewesen halten den Mehrfach-Stress durch diese Faktoren kaum aus und werden massiv geschwächt. “In Anbetracht dieser großräumigen Veränderungen, sind selbst großangelegte Netzwerke mariner Schutzzonen kaum ein adäquates Mittel um die Zerstörung aufzuhalten”, kommen die Autoren zum Schluss.

“Im Endeffekt fasst dieser Alarm-Artikel eine ganze Reihe von bekannten Studien zusammen und formuliert einen dringenden Appell zur sofortigen Reduktion der Emission von Treibhausgasen, insbesondere CO2″, so der Korallenexperte Christian Wild von der Universität München http://www.palmuc.de/core/ gegenüber zaronews. Es werde deutlich gemacht, dass die extreme Klimaveränderung, die wir im Moment erleben, schneller abläuft als bisher aus der Erdgeschichte bekannt. Aktuelle CO2 Emissionen liegen über denen des negativsten IPCC Szenarios. “In drastischer Sprache werden die katastrophalen Auswirkungen auf die marinen Ökosysteme beschrieben, neben der Erwärmung und Ansäuerung auch insbesondere die begleitende zunehmende Sauerstoffarmut in den Weltmeeren mit ihren Konsequenzen”, meint Wild. Es sei interessant, dass die Autoren davon ausgehen, dass auch die Einrichtung von großen und zusammenhängenden Meeresschutzgebieten, wie sie von vielen Experten gefordert wird, keinen effektiven Schutz für marine Lebensräume bietet. Wild gibt den Autoren Recht, dass man alles unternehmen müsse, um die CO2-Emissionen sofort drastisch zu minimieren. “Dazu kann jeder von uns beitragen durch individuelle Verhaltensänderungen, aber auch durch seine Entscheidung am Wahltag.” Darüber hinaus sei die Schaffung von Netzwerken aus Schutzgebieten aber ein erwiesenermaßen wichtiges Werkzeug, um marine Lebensräume zu stärken, so dass sie sich besser von durch den Klimawandel erzeugten Schädigungen (z.B. Korallenbleichen) erholen können. Das wird dazu führen, die von den Autoren betonte Degenerierung mariner Lebensräume zu verlangsamen.

“Effektiver Schutz von zum Beispiel Korallenriffen gegen lokale Stressfaktoren wie Überdüngung und Überfischung kann, wie auch unsere eigene Forschung andeutet, verhindern, dass es zu einem Überwuchs von gebleichten Korallen durch Algen kommt.” Dies sei die Grundvoraussetzung für eine Erholung der Korallen nach einer durch hohe Wassertemperaturen ausgelösten Massenbleiche. “Meiner Meinung nach ist es also wichtig, beide Maßnahmen, eine rigorose Verringerung der CO2-Emissionen sowie eine Verbesserung und Ausweitung des Schutzes mariner Lebensräume, gemeinsam und gleichzeitig anzugehen”, so Wild abschließend gegenüber uns. (Ende)

Bauern und Prostituierte genießen höchste Glaubwürdigkeit

Chinesische Studie: Beamte und Regierungsmitglieder schneiden schlecht ab

Peking - Mehr als 3.000 Chinesen wurden für das Magazin Xiaokang nach der Glaubwürdigkeit von Menschen in verschiedenen Berufsgruppen befragt. Am glaubwürdigsten waren demnach Bauern, Prostituierte, Geistliche, Soldaten und Studenten. Am schlechtesten schnitten Immobilien- und Grundstückserschließungsmakler, Sekretäre, Agenten, Entertainer und Direktoren ab. Ihnen trauen die meisten der Befragten nicht. Da Prostitution in China illegal ist, sei das Ergebnis mehr als erschreckend wie China Daily http://www.chinadaily.com.cn berichtet.

Schlecht schnitten zudem auch Wissenschaftler und Lehrer ab. Ihre Glaubwürdigkeit lag aber etwas höher als jene von Parteifunktionären und Politikern. Was wirklich besorgniserregend sei, ist die Tatsache, dass es einen dramatischen Vertrauensverlust bei Regierungsmitgliedern gebe, kommentiert China Daily. Mehr als 91 Prozent der Befragten gaben an, Aussagen von Regierungsmitgliedern mit Vorsicht zu genießen. 2007 waren es nur 79 Prozent. Der tiefe Fall der Glaubwürdigkeit der Politiker sei auf die “Vorkommnisse” der vergangenen Monate zurückzuführen. Dazu zählen etwa Massenproteste in verschiedenen Provinzen, die zu mangelndem Vertrauen gegenüber staatlichen Autoritäten geführt haben. Das gelte vor allem für lokale Regierungen.

Die Faktoren, die zum Bruch geführt haben sind vielfältig und reichen von Protektionismus, wankelmütigen Strategien bis hin zu fehlender Transparenz und dummen Entscheidungen, schreibt das Magazin Xiaokang. All diese Dinge haben mit der Bürokratie und dem mangelnden Respekt vor öffentlichen Interessen zu tun. Das klinge zwar seltsam, da lokale Regierungen geografisch näher am Geschehen sind als die Zentralregierung und eigentlich im Dienste der Bürger stehen sollten. Offensichtlich gehe es allerdings nur darum, dass die lokalen Kader Berichte an die Vorgesetzten liefern und versuchen es ihnen recht zu machen, kritisiert das Magazin. Es wäre an der Zeit etwas dagegen zu unternehmen und den Ruf der Regierung zu verbessern, damit es wieder eine Vertrauensbasis gibt. In einem ersten Schritt müsse man der Entfremdung der lokalen öffentlichen Stellen entgegenwirken und wieder mehr in Richtung zur Wahrung allgemeiner Interessen gehen. (Ende)