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Archive für 2.11.2009

Gehirn speichert auch Vergessenes

Erinnerung wiederholt bereits früher durchlaufene Gehirnprozesse

Irvine - Unser Gehirn behält viel mehr Informationen gespeichert als wir später aktiv abrufen können. Das konnten Neurobiologen der University of California in Irvine http://www.uci.edu nun auch durch Gehirnmessungen zeigen. Im Fachjournal Neuron beschreiben sie, dass die Hirnaktivitäten während des Erinnerns an ein Ereignis sehr ähnlich sind wie Prozesse beim ersten Erleben selbst, auch wenn Details nicht mehr abgerufen werden können.

Das Team rund um den Forschungsleiter Jeff Johnson untersuchte per funktioneller Magnetresonanz die Gehirntätigkeit von Studenten, denen man Kärtchen mit Wörtern von Gegenständen in die Hand gab. Mit dem Lesen jedes Wortes waren drei Aufgaben verknüpft: Man sollte sich vorstellen, in welcher Weise ein Künstler das bezeichnete Objekt darstellen und auf welche Weise man es selbst verwenden könne. Darüber hinaus bat man die Versuchspersonen, das Wort in Gedanken rückwärts auszusprechen. Bei jeder Übung hielt man die Aktivitäten fest, die sich dabei im Gehirn abspielten. Nach 20 Minuten Pause wurden die Wörter nochmals gelesen und es galt dabei möglichst detailreich in Erinnerung zu rufen, wie man diese Aufgaben gelöst hatte, wobei der Gehirnscanner wieder mitlief.

Viele Details der Erinnerung waren im zweiten Durchgang verloren gegangen, allerdings nur im abrufbaren Gedächtnis der Teilnehmer. Denn durch mathematische Analysen gelang es den Forschern zu zeigen, dass die Aktivitätsmuster der drei Aufgaben in der Wiederholung denen vom ersten Erleben immer ähnelten. War die Rückerinnerung eines Wortes bei einer bestimmten Aufgabe noch stark vorhanden, zeigte sich die Übereinstimmung besonders hoch, war sie schwach oder kaum mehr vorhanden, so erkannte man das Muster weniger deutlich. Nach Aufgaben unterscheidbar waren die Scans jedoch in allen Fällen. “Die Musteranalyse erlaubte die genaue Zuordnung von Aufgaben zu Mustern, selbst wenn Details der Erinnerung schon verschwunden waren”, berichtet Johnson.

Die Wissenschaftler werten dies als Beweis dafür, dass das Gehirn trotz Vergessens Teile von früheren Geschehnissen abgespeichert behält. “Falls die Details noch dort sind, können wir auch einen Weg finden, um sie wiederzuerlangen”, hofft der US-Forscher. Das Verstehen der Vergessensprozesse bei jungen, gesunden Erwachsenen liefere Ergebnisse, die auch für Situationen nachlassender Gehirntätigkeiten relevant seien, wie sie etwa im Alter auftreten. “Wichtig könnte diese Erkenntnis auch für das Schicksal der lebhaften Erinnerungen bei traumatischen Ereignissen sein, die wir am liebsten vergessen wollen”, so Johnson. (Ende)

Der Wohlfühl-Gesundschmuck von ZARO Biotec

Schlafen im Ehebett ist schlecht für die Gesundheit

Deutscher Schlafforscher: Subjektives Empfinden ist wichtiger

London/Regensburg - Um der Gesundheit Willen sollten sich Pärchen überlegen, doch in getrennten Schlafzimmern zu schlafen. Zu dieser Erkenntnis kommt der britische Schlafforscher Neil Stanley von der University of Surrey http://www2.surrey.ac.uk beim British Science Festival, das derzeit über die Bühne geht. Gründe für die getrennte Übernachtung sieht der Experte vor allem darin, dass sich Partner häufig beim Schlafen stören. Der deutsche Schlafforscher Jürgen Zulley vom Bezirksklinikum Regensburg http://www.medbo.de argumentiert im pressetext-Interview allerdings anders. Es komme auf das subjektive Empfinden an und das sei ausschlaggebend für einen guten Schlaf.

“Natürlich kommt es auch auf den Stand der Beziehung an”, argumentiert Zulley. “Es mag sein, dass es objektiv besser ist, in getrennten Schlafzimmern zu übernachten. Das hängt aber tatsächlich davon ab, wie sehr ein Partner den anderen beim Schlafen stört”, meint der Experte, der sich seit mehr als 35 Jahren mit dem Thema Schlaf beschäftigt. Der klassische Fall, der bei der Partnerin zu Schlafstörung führe sei das Schnarchen. “Nur dann, wenn ein Partner den anderen massiv stört, sollte man die Konsequenz ziehen und in getrennten Schlafzimmern übernachten”, so Zulley. Auch wenn es objektiv besser sei, getrennt zu schlafen, spiele das subjektive Empfinden die deutlich wichtigere Rolle.

Stanley hat beim Science Festival Zahlen vorgebracht, wonach britische Studien deutlich gezeigt hätten, dass Paare 50 Prozent mehr Schlafstörungen haben, wenn sie gemeinsam in einem Bett übernachten. Stanley beruft sich zudem auf die historische Entwicklung. “Gemeinsame Schlafzimmer gibt es erst seit der industriellen Revolution. In der vorviktorianischen Zeit war es nicht unüblich in getrennten Schlafzimmern zu schlafen. Wenn ein Paar perfekt und ungestört in einem Bett schlafen kann, sollte es das auch weiterhin tun. Man sollte jedoch keine Angst davor haben, diese Gewohnheit zu ändern, wenn man keinen ruhigen Schlaf findet”, so Stanley. Schlafstörungen gehören nach Angaben des Forschers zu den zunehmenden Problemen. “Schlechter Schlaf führt zu Depressionen, Herzerkrankungen, Schlaganfällen, Lungenkrankheiten und zu Unfällen im Straßenverkehr aber auch am Arbeitsplatz.”

Schlafstörungen nehmen auch unter jüngeren Menschen stark zu, bestätigt Zulley. Neben den zunehmenden existenziellen Sorgen, die auch junge Menschen betreffen, sorge auch die Reizüberflutung für solche Störungen. “Schlechte Entspannung verlangt aber noch höhere Reizflut. Man kommt immer schlechter zur Ruhe”, so der Forscher, der auch kritisiert, dass die westlich-industrialisierte Gesellschaft Schlaf ablehnend gegenübersteht, weil sie darin eine mangelnde Arbeitsleistung sieht. “Tagschlaf ist verpönt. Man muss nachts kompakt durchschlafen, um tagsüber kompakt wach zu sein. Das schafft zusätzlichen Druck”, so Zulley. (Ende)

Photosythetik-Solarzellen-Erfinder erhält Internationalen Balzan Preis

Eine Mio. Franken Preisgeld für Michael Grätzel

Lausanne - Für die Erfindung und Entwicklung eines neuen Typs der Photovoltaik-Solarzelle - die so genannte Farbstoffsolarzelle - hat der schweizer Wissenschafter Michael Grätzel einen der insgesamt vier Balzan Preise in Höhe von einer Mio. Schweizer Franken erhalten. Diese völlig neuartige Farbstoffsolarzelle basiert auf dem Prinzip der Photosynthese. In der “Grätzelzelle” werden Quanten von Sonnenlicht durch Farbstoffmoleküle eingefangen. Diese übertragen Elektronen auf ein Netzwerk von Nanopartikeln aus Halbleiteroxiden, wobei elektrische Energie erzeugt wird.

“Die Geburtsstunde dieser Solarzellen war 1991 mit der Veröffentlichung des Nature-Artikels”, so Grätzel, der derzeit an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne http://www.epfl.ch auf dem Gebiet der physikalischen Chemie tätig ist, gegenüber ZAROnews. Ehe diese Solarzellen allerdings marktreif wurden, sei viel Zeit vergangen. “Ein Problem war etwa die Stabilität und die Haltbarkeit dieser Zellen zu gewährleisten”, erklärt der Forscher. Man habe es von der Laborzelle bis hin zum kleinen und großen Modul geschafft. “Zudem ist es gelungen, Elektrolyten zu entwickeln und die Zellen für einen Zeitraum von 20 Jahren zu stabilisieren.” Im Gegensatz zu den Siliziumzellen, die hochreines und teures Silizium erfordern, werden in der Grätzelzelle relativ preiswerte Materialien verwendet. Anstatt zur Absorption von Licht ein Halbleitermaterial zu verwenden, setzt Grätzel auf organische Farbstoffe.

Die durch Farbstoff sensibilisierte Zelle ahmt den natürlichen Prozess der Photosynthese in grünen Pflanzen nach, wobei der sensibilisierende Farbstoff die Rolle des Chlorophylls übernimmt. “In Pflanzen wird die Energie der Sonne dazu benutzt, um Zuckermoleküle herzustellen. In der Farbstoffsolarzelle geht es um die Herstellung von elektrischem Strom.” Moderne Technik mache es in der Zwischenzeit auch möglich, transparentes Glas einzusetzen. Damit steht der Verwendung von Photovoltaik-Elementen als gebäudeintegrierte Bestandteile nichts entgegen. Große Fortschritte habe es in den vergangenen Jahren diesbezüglich gegeben, erklärt der Forscher. So gelang es in Japan, künstliche Blätter zu konzipieren, die mit solchen Photovoltaik-Modulen ausgestattet sind. Inzwischen werden die Zellen auch kommerziell hergestellt. “Das System hat sich die Natur selbst ausgesucht”, erklärt Grätzel. Da die Photovoltaik-Module günstig in der Produktion sind, werden sie eine ganz besondere Rolle in der Erzeugung von Elektrizität in Klein-Anlagen in abgelegenen Gebieten der Dritten Welt spielen.

Die Internationale Stiftung Balzan mit Sitz in Italien und der Schweiz, prämiert weltweit Forscher, Wissenschaftler bzw. Künstler, die sich in ihrem Tätigkeitsbereich auf internationaler Ebene hervorgetan haben. Die vier auszuzeichnenden Fachgebiete wechseln von Jahr zu Jahr und entstammen dem Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften, der Kunst sowie der Physik, Mathematik, Naturwissenschaften und Medizin. Auf diese Weise sollen sowohl neue, wegweisende Forschungsrichtungen als auch Leistungen, die von anderen Institutionen häufig vernachlässigt werden, Unterstützung erhalten. Die jeweilige Preissumme beträgt eine Mio. Schweizer Franken. Seit 2001 müssen die Preisträger die Hälfte der Preissumme zur Förderung von Forschungsprojekten junger Wissenschaftler ausgeben. (Ende)

Neue Methode gegen Stress: KörperIntelligenz nutzen

Das eigene Körpergedächtnis überlisten

Wien - Alle kennen ihn, und keiner will ihn: Stress. Jeder klagt über Dauerstress, Tausende sind gefährdet, an einem Burn-Out-Syndrom zu erkranken. Doch es gibt eine neue Abhilfe, die funktioniert: Erlernen Sie die Kunst, stressfrei zu leben!

Durch den Wandel unserer Gesellschaft von der Produktionsgesellschaft hin zur Dienstleistungsgesellschaft hat sich die Art der Belastung wesentlich verschoben. Früher führte körperliche Arbeit zu physischen Erkrankungen, heute sind psychische und nervliche Belastungen bereits stärker verbreitet als körperliche Krankheiten. Menschen, die hohe Ansprüche an sich selbst stellen, anfangs enthusiastisch und voller Tatendrang an ihre Aufgaben gehen, sind besonders gefährdet.

Nicht nur der Berufsalltag, sondern auch Anforderungen im sozialen Umfeld und Privatleben können zu Stresssituationen führen. Dabei ist Stress an sich nichts Negatives, im Gegenteil. Der Mensch braucht ein gewisses Maß an Anforderung, um sich nicht zu langweilen, entsteht allerdings eine ständige Diskrepanz zwischen Anforderung und Leistungsvermögen, ist das zuviel. Auch beim Stress gilt: Die Dosis macht das Gift!

Kopfschmerzen, Herzrasen und Magenbeschwerden sind nur einige der Symptome, die mit andauerndem negativen Stress einhergehen, Stress hat viele Gesichter. Menschen, die mit einer positiven Grundeinstellung durchs Leben gehen und ausgeglichen sind, kommen besser mit Stress zurecht als cholerische Pessimisten, wie man aus der Psychologie weiß.

Genau an diesem Punkt setzen auch Dagmar Kashiwakura und Dominik Remde an. Die Auoren des Buches “KörperIntelligenz nutzen - Die Kunst, stressfrei zu leben” (erschienen im Goldegg Verlag) wissen: “Die eigene Mitte kann wiedergefunden werden. Menschen, die in sich ruhen, entdecken Talente und persönliche Vorzüge, erkennen ihr Potential und können sich voll entfalten. Sie sind freundlich zu sich selbst und anderen gegenüber und entwickeln Ruhe und Gelassenheit, was zu einer erheblichen Stressreduktion führt. Individuelle Ziele können stressfrei erreicht werden.”

Das Prinzip der KörperIntelligenz ist eine gelungene Kombination aus fernöstlichen und westlichen Ansätzen. Es handelt sich dabei um eine neuartige und ganzheitliche Methode, die über den logischen Verstand hinausgeht. “KörperIntelligenz vereint Intellekt, emotionale Intelligenz und die Ressourcen unseres Körpers,” beschreibt Dagmar Kashiwakura, ihres Zeichens qualifizierte Körperintelligenz-Trainerin und Qi Gong Meisterin, das Prinzip der KörperIntelligenz. Dieses spricht vor allem die unbewussten Teile des Denkens und das Körpergedächtnis an. Die neuesten Forschungen der Neuropsychologie und Hirnforschung bestätigen, dass unser Verhalten zum überwiegenden Teil dadurch bestimmt wird. Die Methode der “KörperIntelligenz” bietet die Möglichkeit, durch verschiedene Übungen genau dieses unbewusste Denken zu erfassen und zu integrieren. Auch das Körpergedächtnis kann mit bestimmten geistigen Ansätzen und körperlichen Methoden verändert werden. Dadurch ist es möglich die eigenen Ressourcen und Kompetenzen nachhaltig zu erweitern.

Seinen Ursprung hat das Prinzip der KörperIntelligenz im Aikido, einem japanischen System zur Selbstverteidigung, außerdem werden Elemente aus Atemtherapie, alternativen Heilmethoden, Entspannungstechniken und Qi Gong eingebunden. Die Psychologie, Hirnforschung, Quantenphysik und buddhistische Denkansätze liefern den theoretischen Hintergrund.

“Die Relevanz für das tägliche Leben ist unübersehbar. Unser Verhalten wird zu einem großen Teil durch das unbewusste Denken bestimmt, unter starkem Stress steigt der Anteil sogar auf bis zu 95%,” erklärt Dominik Remde. “Durch Körperintelligenz können wir unser unbewusstes Denken erreichen und einen neuen Umgang mit Situationen lernen”, so der Autor weiter.

Körperintelligenz wird vor allem im Konflikt- und Stressmanagement eingesetzt, aber auch immer häufiger zur De-Eskalation von Gewalt und als ganzheitliche Problemlösung. In ihrem Buch “KörperIntelligenz nutzen” geben die Autoren eine Einführung in das Thema, illustrieren ihre Ausführungen mit zahlreichen Beispielen und bieten eine Unmenge an Übungen, die beitragen, die eigene KörperIntelligenz wieder zu entdecken.

“Jeder Mensch wird mit der Fähigkeit geboren, sie verkümmert allerdings, wenn sie nicht genutzt wird”, so die Autoren. Mit “KörperIntelligenz nutzen” werden längst verloren geglaubte Ressourcen und Fähigkeiten wieder freigelegt, die dazu beitragen, Spannungen, Aggressionen, Ängsten und Stress-Situationen wirkungsvoll entgegen zu treten, das Selbstvertrauen zu festigen und angestrebte Ziele zu erreichen.

Details
KörperIntelligenz nutzen
broschiert, 216 Seiten
ISBN: 978-3-901880-52-0
Preis: 19,30 EUR [D] / 19,80 [A]
Erhältlich im gut sortierten Buchhandel, online oder direkt unter http://www.goldegg-verlag.com (Ende)

www.zaronews.com, wir schreiben Sie in den Himmel!

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