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Archive für 3.11.2009

Müde Ärzte machen mehr Fehler

Standardisierung für Arbeitsschritte der Assistenzärzte gefordert

Jerusalem - Ärzte reagieren bei Müdigkeit ebenso wie Menschen anderer Berufsgruppen: Ihre Genauigkeit sinkt und die Fehlerquote steigt. Was offensichtlich scheint, haben nun israelische Wissenschaftler mit Zahlen belegt. Sie berichten im International Journal of Behavioural and Healthcare Research, dass besonders junge Assistenzärzte in ihrer Arbeit von Müdigkeit und Erschöpfung betroffen sind, was häufig zu Fehlern führt. Im Hinblick auch auf das Wohl der Patienten fordern die Studienautoren, dass die Arbeitsbedingungen besonders für diese Gruppe von Ärzten verbessert werden sollen. Fehler könnten vor allem durch die Standardisierung klinischer Vorgänge reduziert werden, so die Schlussfolgerung der Mediziner.

Assistenzärzte erledigen auf den Krankenhaus-Stationen vor allem Routinearbeiten wie Morgenvisite, Blutentnahme oder Medikamentenverschreibung. Sie ordnen Untersuchungen an und sind meist erster Ansprechpartner des Patienten bei Problemen, weshalb sie Studienleiter Zvi Stern vom Hadassah Hebrew University Medical Center http://www.hadassah.org.il/english als “vorderste Versorgungslinie” im Krankenhaus bezeichnet. Diese Arbeit stelle jedoch eine große Herausforderung dar, sei doch das Stressniveau besonders hoch, die übertragene Verantwortung erdrückend und die Arbeitszeit in der Regel überlang. Möglichkeiten zu ausreichend Schlaf und Erholung haben Assistenzärzte kaum.

Dass Schlafentzug durch zu viel Arbeit und klinische Fehler zusammenhängen, konnten schon frühere Forschungen zeigen. Eine weltweite Studie ergab erst kürzlich, dass mindestens jeder dritte medizinische Fehler auf Intensivstationen auf Übermüdung zurückzuführen ist. Speziell die Situation der Assistenzärzte untersuchte die Universität Harvard, was eine gesetzliche Arbeitszeitbegrenzung für diese Ärztegruppe in den USA zur Folge hatte. Kritiker wiesen zwar darauf hin, dass das Problem der hohen Fehlerquote auch nach der Stundenreduktion bestehen blieb. Die aktuellen Zahlen bestätigen jedoch die Müdigkeit als wichtigste Fehlerquelle. Dazu wurden Fehlerberichte von Oberschwestern analysiert, die Daten zu 126 Assistenzärzten in zwei israelischen Lehrkrankenhäusern enthielten.

Angesichts dieser Ergebnisse drängen die Forscher darauf, die routinemäßigen Arbeitsschritte im Spital zu standardisieren. Das bedeute die Erstellung genauer Checklisten und Protokolle, die alle Richtlinien, Behandlungsoptionen und Untersuchungen enthalten, die ein Assistenzarzt in der Behandlung eines Patienten zu berücksichtigen hat. “Liegen die Untersuchungen und Behandlungsformen schriftlich vor, sollte das Fehler und Pannen verringern. Denn das Übersehen wichtiger Schritte oder Verwechslungen, die häufig durch Müdigkeit zustande kommen, werden somit unwahrscheinlicher. Assistenzärzte können durch Arbeit nach Anleitung davor geschützt werden, sich ausschließlich auf eine einzige Behandlungsform zu konzentrieren”, so Stern. (Ende)

Die schadstoffreie Trinkflasche, mit reiner Lebensenergie!

Die Plage des “Emotional Bullshit” bekämpfen

Kennenlernen der eigenen Kernbedürfnisse als Grundvoraussetzung

Düsseldorf - “Emotional Bullshit ist eine psychische und emotionale Plage mit erschütternden Auswirkungen. Die Grundgefühle, die emotional Bullshit antreiben sind Sorge, Wut, Schmerz und Angst”, schreibt Psychologe, Paartherapeut und Buchautor Paul Alasko in seinem neuen Buch im Patmos Verlag http://www.patmos.de “Emotional Bullshit und wie man ihn erfolgreich beseitigt”. Diese emotionale Misere, die Beziehungen zerstört und Menschen unglücklich macht, ist etwa dafür verantwortlich, dass sich so viele Paare scheiden lassen oder dass Kinder die Schule vorzeitig abbrechen. Alasko zeigt, dass es eine “absolut praktische und tatsächlich funktionierende Lösung gibt”, diesem Problem zu begegnen, ja es sogar ein für alle Mal bezwingt. “Wir haben es selbst in der Hand, unsere Beziehungen - insbesondere die zu uns selbst - so zu gestalten, dass wir wesentlich zufriedener und glücklicher sind”, so der Autor. Die Beziehungen gewinnen eine neue Qualität.

Der emotional BS - so die Kurzform - bestehe aus dem “toxischen Trio” Verleugnung, Täuschung und Schuldzuweisung. Die Verleugnung ignoriert und bagatellisiert eine wesentliche Tatsache oder eine Verantwortung, die Täuschung erzeugt eine alternative, angenehmere Realität. Dann, wenn alles auseinanderbricht, wird die Verantwortung auf eine andere Person oder Sache abgewälzt. Hinter diesem toxischen Trio verbirgt sich eine unausgesprochene Motivation, die Alasko in Szenen bildlich darstellt. Die Verleugnung sagt: Es gibt kein Problem, es ist alles in Ordnung. Diese Frage spielt keine Rolle, sie ist irrelevant, also muss ich nichts ändern. Die Täuschung sagt: Ich sage dir, wie es wirklich ist. Glaub nicht, was du siehst, glaube mir. Und die Schuldzuweisung sagt: Du bist das Problem. Ich war gezwungen, so zu handeln. Ich hatte keine andere Wahl. Oder, es ist einfach passiert. Das Schicksal hat es so gewollt.

Alasko geht davon aus, dass dieses “toxische Trio” immer Hand in Hand arbeitet. Diese Tatsache sei entscheidend für das Verständnis der Komponenten. “Kein Element wirkt getrennt von dem anderen.” In der Kreisförmigkeit dieses Prozesses liegt nach Alasko auch die Schwierigkeit des Erkennens und des Aufhaltens. Um den gesamten Prozess zu veranschaulichen, setzt der Autor auf eine Vielzahl von Fallbeispielen, die immer wieder dazu anregen sollen, den Prozess zu erkennen. Im Grunde genommen gehe es um die Erfüllung der Kernbedürfnisse. “Nur wenn wir über den Tellerrand der Instant-Belohnungen hinausblicken - über die einfachen Lösungen und manipulativen Verhaltensweisen - und den Blick auf unsere Kernbedürfnisse richten, können wir Emotional BS überwinden.”

“Sie können sofort mehr Glück und Zufriedenheit in ihr Leben bringen, wenn sie die Erfüllung ihrer Kernbedürfnisse fest im Blick haben”, schreibt Alasko. Dazu ist es natürlich erforderlich, diese Bedürfnisse auch kennenzulernen. Um das persönliche Anti-BS-Programm zu entwickeln, sei das unabdingbar. Die Erfüllung solcher Kernbedürfnisse diene den eigenen langfristigen Interessen, tragen zur charakterlichen Reifung und persönlichen Integrität bei und bringt den Kern des eigenen Wesens - und damit das authentische Selbst - zum Ausdruck. “Die Erfüllung eines Kernbedürfnisses ist nicht egoistisch oder narzisstisch, sondern sie bedeutet, dass man die Verantwortung, die man gegenüber sich selbst und anderen trägt, voll versteht und erfüllt. Es ist tatsächlich das Gegenteil von Egoismus - es heißt, dass man sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmert, damit man die emotionale Kraft und die Erkenntnisfähigkeit hat, um sich auf andere Menschen konzentrieren zu können”, so Alasko. Es liege eindeutig im eigenen langfristigen Interesse, wenn man abgegebene Versprechen hält und übernommene Aufgaben zu Ende bringt. “Es ist eine Tatsache, dass viele Pflichten, die wir uns selbst gegenüber haben, uns dazu befähigen, gute Bedingungen für ein gedeihliches Zusammenleben mit anderen zu schaffen.” Wer seine Kernbedürfnisse nicht richtig erkennt und befriedigt, greife wahrscheinlich auf das toxische Trio zurück. (Ende)

Geringes Selbstwertgefühl mitschuld an Fettsucht

Emotionale Probleme als Risikofaktor für Erkrankung

London - Kinder, die Schwierigkeiten mit dem Selbstwertgefühl haben, leiden eher als Erwachsene unter Fettsucht. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des King’s College London http://www.kcl.ac.uk gekommen. Für diese Studie wurden die Daten von 6.500 Teilnehmern der 1970 British Birth Cohort Study http://www.cls.ioe.ac.uk ausgewertet. Es zeigte sich, dass Zehnjährige mit geringem Selbstwertgefühl als Erwachsene dazu neigten, dick zu sein. Dieses Phänomen traf vor allem bei Mädchen zu. Details der Studie wurden in BMC Medicine veröffentlicht.

Die Kinder wurden im Alter von zehn Jahren von einer Krankenschwester gewogen und gemessen. Im Alter von 30 Jahren gaben sie diese Angaben selbst an die Wissenschaftler weiter. Zusätzlich wurde auch ihre Gemütsverfassung erfasst. Kinder mit einem geringeren Selbstwertgefühl, jene die meinten weniger Kontrolle über ihr Leben zu haben, und jene, die sich immer wieder Sorgen machten, nahmen im Laufe der nächsten 20 Jahre eher zu. Der leitende Wissenschaftler David Collier betonte, dass das Neue an der aktuellen Studie sei, dass bisher davon ausgegangen worden ist, dass es sich bei Fettsucht um eine Erkrankung des Stoffwechsels handelt. Die aktuellen Forschungsergebnisse zeigten jedoch, dass emotionale Probleme ein Risikofaktor sind.

Es gehe nicht um Menschen mit schweren psychologischen Problemen. Angstgefühle und geringes Selbstwertgefühl hätten sich durchaus im normalen Rahmen bewegt. Colliers Kollege Andrew Ternouth erklärte, man könne nicht sagen, dass emotionale Probleme in der Kindheit später eine Fettsucht verursachten. Sie spielten jedoch eine Rolle genauso wie das Gewicht der Eltern, Ernährung und Sport. (Ende)

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