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Millionen Bäume und Arbeit für die Ärmsten
Dieser Eintrag stammt von zaro Am 23.11.2009 @ 16:02 In Pressebericht, Sonstiges, Marketing, Wirtschaft, Natur-Bio, Allgemein | Keine Kommentare
Indischer Beamter startet Massenpflanzungszeremonie
London - Der indische Beamte SM Raju hat mit einer neuen Idee Millionen von Armen im Bundesstaat Bihar mit Arbeit versorgt. Seine Kampagne ist ganz einfach als Antwort auf zwei wesentliche Probleme zu sehen, berichtet BBC: Einerseits auf die Klimaerwärmung, andererseits auf die immer größer werdende Arbeitslosigkeit. Am 30. August ist es Raju gelungen 300.000 Bewohner aus mehr als 7.500 Dörfern im nördlichen Bihar zu einer Massenaufforstungskampagne zu mobilisieren. Damit ist es dem Bediensteten gelungen, eine nachhaltige Arbeit für jene zu finden, die unter der Armutsgrenze leben.
Raju hat sein “soziales Wiederaufforstungsprogramm” mit dem staatlichen indischen National Rural Employment Guarantee Act (NREGA) [1] http://nrega.nic.in verbunden. NREGA, das 2006 als ambitioniertes Beschäftigungsprogramm für Arme ins Leben gerufen wurde, soll Mitgliedern von Familien, die unter der Armutsgrenze leben, mindestens 100 Tage im Jahr Arbeit geben. Auf rund 44 Prozent der Bevölkerung von Bihar trifft das zu. “Dieses Werkzeug hat seit der Einführung tausenden Familien geholfen”, kommt ein Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation ILO zum Schluss. Allerdings hat es in Bihar bisher kaum gegriffen, da die bereitgestellten Gelder nicht ordentlich ausgegeben werden konnten, meint Raju. “Dazu fehlt es den Beamten im Bundesstaat einfach an Bewusstsein”, so der Beamte.
In diesem Jahr ist der Regen in der Monsunzeit mager geblieben. Das hat zu Ernteausfällen geführt, während es in einigen nördlichen Regionen zu schweren Überschwemmungen kam. “Da kam mir die Idee, warum man nicht arme Familien dazu bringen könnte, Bäume zu pflanzen und ihnen dadurch Arbeit zu geben. Das würde zudem auch noch die NREGA-Vorgaben für 100-Tage-Arbeit erfüllen.” Jede Familie kann mit dem Plan mindestens 210 Dollar verdienen. Raju hat seine Ideen zu Papier gebracht und sofort Unterstützung von höheren Staatsbeamten bekommen. Im Juni hat er dann Broschüren über die Ge- und Verbote an die Dorfoberhäupter und Distriktbeamten verteilt. Seine Initiative trifft genau die Vorgaben der NREGA-Fonds.
“Ich habe den Dorfbewohnern erklärt, dass sie 100 Tage Arbeit bekommen, indem sie einfach Bäume pflanzen und sie auch pflegen und schützen sollen. Ältere, Behinderte und Witwen würden bevorzugt behandelt. Jeder Gemeinderat hat spezielle Vorgaben zum Pflanzen von 50.000 Setzlingen bekommen. Eine Gruppe von vier Familien muss 200 Bäume pflanzen und drei Jahre lang auf die Setzlinge aufpassen, so lange bis sie so groß gewachsen sind, dass sie ohne spezielle Obsorge überleben. Sie bekommen das ganze Geld dann, wenn sie nachweisen, dass 90 Prozent ihrer Bäume überlebt haben. Bei einer Erfolgsrate von 75 bis 80 Prozent gibt es nur 50 Prozent des Gehalts. Wenn die Überlebensrate der Setzlinge 75 Prozent unterschreitet, wird eine andere Familie ausgewählt. Die NREGA-Regeln besagen, dass jedem Arbeiter zwei Dollar pro Tag für 100 Tage im Jahr bezahlt werden muss.
Wie erfolgreich Rajus Pläne bis jetzt waren, zeigt sich daran, dass er es geschafft hat, am 30. August so viele Menschen zu bewegen, dass fast eine Mrd. Bäume gepflanzt wurde. “Unser Ziel war es, die Rekordzahl von einer Mrd. Setzlinge zu erreichen. Am Ende des Tages haben wir dann bemerkt, dass wir vom Ziel entfernt waren. Dennoch war es ein Weltrekord”, meint Rajus. Bei den Bäumen handelt es sich zum Teil auch um Obstbäume, die in den Dörfern gesetzt wurden. Die anderen Baumsetzlinge wurden entlang von Flussufern und Straßen gepflanzt. (Ende)
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