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Archive für 11.12.2009

Sport hilft bei der Rauchentwöhnung

Test: Zigarettenbilder nach Bewegung weniger attraktiv

Exeter - Sport trägt dazu bei, dass Zigaretten ihren Reiz verlieren. Das berichten Forscher der University of Exeter http://www.exeter.ac.uk in der Fachzeitschrift Addiction. Sie konnten zeigen, dass Raucher schon nach einer kurzen Trainingseinheit weniger auf Bilder reagieren, die sie sonst zum Rauchen motivieren. Regelmäßiger Sport kann somit eine Raucherentwöhnung positiv unterstützen, so der Vorschlag der Wissenschaftler.

Die Forscher überprüften das an 20 mäßig starken Rauchern, die vor dem Versuch 15 Stunden lang abstinent waren. Sie zeigten ihnen Bildern von Zigaretten oder rauchenden Personen gemeinsam mit anderen, “neutralen” Darstellungen und registrierten durch ihre Augenbewegungen, wie lange sie die jeweiligen Bilder betrachteten und wie schnell ihr Blick auf die Reizbilder sprang. Den Test wiederholte man, nachdem sich die Versuchspersonen eine Viertelstunde bewegt hatten - etwa auf dem Fahrrad oder durch schnelles Gehen.

Bereits wenig Bewegung hilft

Das Training zeigte deutliche Effekte. Nach der Sporteinheit war die Zeit, die Versuchspersonen auf die Rauchbilder schauten, um elf Prozent kürzer, zudem dauerte es auch länger, bis sie auf neue Zigarettenbilder reagierten. “Es ist interessant, dass schon eine kurze Trainingseinheit die Wirkung solcher Bilder verringern kann”, so Forschungsleiterin Kate Janse van Rensburg.

Wichtig sei diese Beobachtung insofern, da Bemühungen von Rauchern, ihrer Gewohnheit zu entkommen, häufig durch Reize der Umwelt erschwert werden. “Wenn es auch keine Zigarettenwerbung mehr gibt, haben auch die Darstellung von rauchenden Menschen im Fernsehen, auf Fotos oder in der direkten Umgebung einen Einfluss. Es ist bewiesen, dass auf diese Weise eine Entwöhnung schwerer fällt”, betont die Forscherin. (Ende)

Finanzprodukte: Banken haben nichts dazu gelernt

Mehr Transparenz und Verbesserung der Beratungsqualität gefordert

Wien - Viele Finanzprodukte, die ein Jahr nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers von den Banken auf den Markt gebracht werden, sind noch immer sehr kompliziert, teils intransparent und versprechen in der Realität oft nicht das, wofür sie beworben werden.” Zu diesem Schluss gelangt Harald Glatz von der Österreichischen Arbeiterkammer http://www.arbeiterkammer.at anlässlich der präsentierten Untersuchung von acht neuen Spar- und Veranlagungsprodukten. Da Verbraucherbeschwerden zunehmen, fordert Glatz von den Banken eine bessere Beratung.

Produkte selbst für Bankangestellte undurchschaubar

“Gespräche mit Bankangestellten, die tagtäglich mit Kunden im Gespräch sind und Produkte vertreiben, haben gezeigt, dass selbst sie die Finanzkonstruktionen häufig nicht verstehen. So bleibt letztlich der Kunde auf der Strecke”, sagt Glatz im pressetext-Gespräch. Der Fachmann verweist darauf, dass Konsumenten zwar mit der Einfachheit, Kapitalgarantie und einer hohen Verzinsung angelockt werden. Die Realität schaue aber anders aus. Der Anlegerschutz sollte danach mit mehr Rechten und einer anbieterunabhängigen Beratung stark verbessert werden. Dies bezieht sich sowohl auf die Produktkosten als auch auf die zu Grunde liegenden AGB.

Dokumentationspflichten und Finanzproduktampel im Gespräch

Ausführliche Dokumentationspflichten, wie sie ab 2010 für Gespräche mit Kunden geplant sind, hält Glatz hingegen für ein “zweischneidiges Schwert”. Vielmehr denke man an eine Kennzeichnungspflicht, die in Form einer Ampel konsumentennah auf Spekulationsrisiken bei Finanzprodukten hinweist. “Standardisierte Produktinformationen wären gut. Diese müssen für Laien aber verständlich sein. Man gewinnt sonst den Eindruck, die Banken hätten nichts dazu gelernt”, meint Glatz.

Um mehr Rechte für die Anleger realisieren zu können, fordert die Arbeiterkammer auch die möglichst rasche Umsetzung von Gruppen- bzw. Sammelklagen, die in Österreich bereits für das kommende Jahr angekündigt sind. Gruppenklagen bieten den Vorteil, dass sich mehrere Konsumenten zusammenschließen können, um gemeinsam und damit kostengünstiger gleiche oder gleichartige Ansprüche gegen dasselbe Unternehmen einzuklagen. Auf diese Weise wäre es möglich, dass Konsumenten zukünftig direkt und ohne Umwege ihre Ansprüche einklagen könnten und diese nicht mehr wie bisher an einen Kläger wie die Arbeiterkammer oder den Verein für Konsumenteninformation http://www.vki.at abtreten müssten. (Ende)
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