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Ruanda als erstes minenfreies Land
Dieser Eintrag stammt von zaro Am 16.1.2010 @ 13:20 In Sonstiges, Pressebericht, Politik, Allgemein | Keine Kommentare
Immer noch massives Problem von verborgenen Sprengstoffen
Cartagena/Berlin - Beim “Cartagena Summit gegen Landminen” ist Ruanda zum ersten minenfreien Land erklärt worden. In der ostafrikanischen Republik wurden im blutigen Bürgerkrieg zwischen 1990 und 1994 tausende Minen gelegt. Hunderte Menschen wurden im 26.000 Quadratkilometer großen Land in den vergangenen Jahren getötet und verstümmelt. In den vergangenen drei Jahren konnte die ruandische Armee mehr als 9.000 Minen zerstören.
Rund 80 Prozent der ruandischen Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, daher waren die Landminen ein großes Problem in einem der dichtest besiedelten Ländern Afrikas. Da Land zum Bestellen ohnehin nur in sehr geringem Maß zur Verfügung steht, war das Problem mit den Landminen groß. Ben Remfrey vom Mines Awareness Trust [1] http://www.minesawareness.org, der die Räumung überwacht hat, sieht dies als wichtigen Schritt in die richtige Richtung.
Landnutzungseinschränkung wegen Minen
Ntziyaremya Alphonse, ein 40jähriger Bauer aus einem Dorf nördlich der Hauptstadt Kigali, ist ein typisches Opfer von Landminen geworden. Auf seinem Farmland haben zwei Arbeiter beide Beine verloren, ein Kind und Kühe wurden getötet. Nun, mit dem Wissen, dass sein Land frei von Minen ist, kann er das Feld wieder bestellen. “Ich kann jeden Teil meines Grundstücks nutzen”, so der Bauer.
Die Minen wurden von ruandischen Soldaten geräumt. Sie hatten zuvor ein Training beim International Mines Training Centre in Kenia absolviert. 180 Soldaten waren zum Räumen der Minen ausgebildet und beauftragt. Um als “minenfrei” zu gelten mussten die Bedingungen des Abkommens zum Verbot von Antipersonenminen (Ottawa-Konvention) erfüllt werden. Dazu müssen alle Minenfelder geräumt und gefundene Minen zerstört werden.
Mindestens 75.000 Minenopfer in zehn Jahren
“Im jüngsten Zehn-Jahres-Bericht des Abkommens zum Verbot von Antipersonenminen wurde die Zahl der Opfer aus Landminen und Blindgängern mit mindestens 75.000 angegeben. Dabei handelt es sich nur um jene Verletzten und Toten, die registriert wurden”, so Thomas Küchenmeister, Direktor des Aktionsbündnis Landmine.de [2] http://www.landmine.de , im Interview. Die wirklichen Zahlen dürften aber weit höher liegen, meint auch der Experte.
In ländlichen Regionen werden keine Statistiken über Opfer geführt. In mehr als 100 Staaten weltweit kennt man das Problem von Landminen. Die britische Organisation Handicap International geht von einer jährlichen Opferzahl von 15.000 und 20.000 aus. Insgesamt haben 156 Länder die Ottawa-Konvention ratifiziert. Die große Mehrheit davon hat, wie vom Vertrag vorgegeben, große Gebiete von Minen geräumt und wieder nutzbar gemacht. (Ende)
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