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Archive für 20.1.2010
Transgene DNA in Bodenorganismen entdeckt
20.1.2010 von zaro.
Spuren von Gentech-Mais beständiger als bisher angenommen
Guelph/Wien - In der aktuellen Ausgabe des Journals of Agronomy for Sustainable Development http://www.agronomy-journal.org berichten Forscher, dass in erstaunlich vielen Bodenorganismen transgene DNA gefunden wurden. Bis jetzt ist es unklar gewesen, wie beständig diese sind. Untersucht wurde von den Wissenschaftlern der kanadischen University of Guelph die Wirkung des Roundup Ready Mais auf die Boden-Umwelt.
“Über den Abbau der Pflanzenreste von transgenen Organismen gelangt transgene DNA in die Bodenorganismen”, so der Gentechnik-Experte Werner Müller von GLOBAL 2000 http://www.global2000.at gegenüber zaronews. Wie sehr diese transgene DNA die Bodentiere beeinflusse sei noch weitgehend unerforscht. “Überraschend ist, dass die transgene DNA offenbar sehr viel stabiler ist als bisher angenommen und leicht in Bodenorganismen nachgewiesen werden kann.”
Transgene DNA auch im Regenwurm-Darm
Der Transport der transgenen DNA in die Nahrungskette des Bodens bedeutet die Gefahr eines horizontalen Gentransfers und damit diese Freisetzung in die Umwelt. Das Forscherteam um Miranda Hart und Jeff Powell hat die Präsenz der Transgene in der Bodennahrungskette quantifiziert. Konkret ging es um die Transgene cp4 epsps, die in zahlreichen Organismen wie etwa Würmern nachgewiesen werden konnte.
“Wir haben zu jeder Zeit und in allen Tiergruppen diese DNA feststellen können”, schreiben die Forscher. Dabei war die Konzentration des transgenen Erbmaterials in den Tieren deutlich höher als im Boden. Das sei ein Beweis dafür, dass die Tiere direkt genverändertes Pflanzenmaterial gefressen haben. Unklar bleibt nun weiterhin, ob diese DNA immer noch mit den Pflanzenrückständen als freie extrazelluläre DNA bestehen blieb oder ob sie bereits zu bakteriellen Zellen transformiert wurden.
Kein Abbau der transgenen DNA
“Die Forschungsergebnisse weisen daraufhin, dass die transgene DNA in der Nahrungskette der Bodenorganismen nicht signifikant abgebaut werden”, so Müller. Problematisch daran sei, dass in diesen Bodenorganismen Rezeptoren für DNA-Moleküle ebenfalls vorkommen. “Daraus ergibt sich die Frage, ob diese transgene DNA der gentechnisch veränderten Pflanzen, die bisher in keinem Lebewesen der Welt vorkommt, das Immunsystem dieser Bodentiere und somit die Bodenfruchtbarkeit nachteilig beeinflussen kann”, erklärt Müller.
“Es wird klar, dass es einen isolierten Anbau von Gentech-Pflanzen nicht geben kann. Nicht nur Bienen und andere Nützlinge sondern auch die Bodenorganismen kommen in intensiven Kontakt mit der transgenen DNA, ohne dass deren Wirkung systematisch erforscht ist”, so Müller. Diese Studie sei ein deutlicher Warnschuss an alle, die den Klimawandel mit Hilfe von Gentech-Pflanzen als Agro-Treibstoffe bremsen wollen.
“Der Gedanke, das solcherart ‘optimierte’ transgene synthetische DNA im gesamten Nahrungsnetz unter der Erde verbreitet wird, sollte uns sehr nachdenklich machen, denn wir Menschen sind Teil des Netzwerks des Lebens und somit viel intensiver mit diesen Lebewesen verbunden als wir uns in unserer hochtechnisierten Welt eingestehen möchten”, so der Experte abschließend. (Ende
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Immuntherapie soll Krebsbekämpfung verbessern
20.1.2010 von zaro.
Durch wirksamere Verfahren Überlebenschancen weiter erhöhen
London - Europäische Forscher untersuchen, ob durch eine Verbesserung des Immunsystems verhindert werden kann, dass Neuroblastome bei Kindern wiederkehren. Neuroblastome treten am häufigsten bei Kleinkindern unter fünf Jahren auf und sind laut BBC für rund ein Sechstel der Todesfälle durch Krebs verantwortlich.
Die aktuelle Untersuchung baut auf viel versprechenden Ergebnissen eines US-Forschungsprojekts auf, dass zeigte, dass eine Immuntherapie die Überlebenschancen verbesserte. Die britische Organisation Cancer Research UK http://www.cancerresearchuk.org finanziert die Tests für 160 britische Kinder für die Dauer von vier Jahren.
Tumore entstehen häufig in Nebenniere
Neuroblastome entstehen vor allem in spezialisierten Nervenzellen, den Zellen der Neuralleiste. Diese einfachen Zellen spielen bei der Entwicklung des Nervensystems und anderem Gewebe eine Rolle. Tumore entstehen häufig in einer der Nebennieren, sie können sich aber auch aus dem Nervengewebe in Nacken, Brust, Bauch oder Becken bilden. Insgesamt werden sechs von zehn Kindern erfolgreich durch chirurgische Eingriffe oder Chemotherapie behandelt. Die Prognose ist für Kinder mit fortgeschrittenen Formen der Erkrankung jedoch nicht gut.
Identifizierung der Neuroblastom-Zellen
Ärzte gehen davon aus, dass jährlich rund 40 Kinder allein in Großbritannien potenziell von dem neuen Behandlungsansatz profitieren könnten. Er beruht auf der Identifizierung der Neuroblastom-Zellen, die die konventionelle Behandlung überlebt haben und dem Anbringen von Antikörpern an spezifische Moleküle ihrer Oberfläche. Diese Antikörper mobilisieren die körpereigene Immunabwehr, diese Zellen anzugreifen und zu zerstören.
Die leitende Wissenschaftlerin Penelope Brock vom Great Ormond Street Hospital http://www.ich.ucl.ac.uk erklärte, dass die Forscher auf den Ergebnissen der US-amerikanischen Studie aufbauen wollen. Ziel seien bessere Verfahren der Immuntherapie, die die Überlebenschancen weiter erhöhen sollen. Zusätzlich soll versucht werden, die bereits beobachteten schweren Nebenwirkungen zu verringern. (Ende)
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Empathie liegt in den Genen
20.1.2010 von zaro.
Soziologen beweisen “Überleben der Liebenswürdigsten”
Berkeley - Forscher an der University of California in Berkeley http://www.berkeley.edu glauben herausgefunden zu haben, dass Empathie und Mitgefühl in unseren Genen verankert sind. Damit widerlegen sie die bisher geltende Auffassung, wonach Menschen nur auf ihren eigenen Nutzen aus sind. Menschen hätten nur überlebt, weil sie Kapazitäten für jene entwickelt haben, die hilfsbedürftig waren und mit ihnen kooperierten, so der Psychologe Dacher Keltner, Direktor am Greater Good Science Center http://peacecenter.berkeley.edu.
Keltners Team hat untersucht, wie die menschliche Fähigkeit zu helfen und zu kooperieren verschiedene Hirnregionen und Nervenbahnen miteinander vernetzt. Dazu hat das Forscherteam zahlreiche Arbeiten zusammengetragen. Eine erst vor kurzem veröffentlichte Studie hat deutlich gemacht, dass es eine genetische Disposition zur Empathie gibt. Dieses Ergebnis hat die kalifornischen Wissenschaftler dazu animiert, nach den Ursachen zu suchen.
Oxytocin-Gen-Rezeptor spielt Schlüsselrolle
Menschen mit einer speziellen Variation des Oxytocin-Gen-Rezeptors sind besser in der Lage, den emotionalen Status von anderen zu lesen und reagieren unter angespannten Bedingungen weniger stressanfällig. Oxytocin das als “Kuschelhormon” und als Liebes-, Romantik- und Sexualbotenstoff bezeichnet wird, ist ein zyklisches Peptid. “Möglicherweise beeinflusst nur ein einziges Gen eine erhöhte Tendenz zur Empathie”, meint Co-Autorin Sarina Rodrigues von der Oregon State University.
Studien haben deutlich gezeigt, dass Kooperationen und soziale Verbindungen für ein glücklicheres und erfülltes Leben sorgen. Forscher um Robb Willer in Berkeley haben bewiesen, wie das Überleben und die Erreichung eines höheren Status innerhalb einer Peergroup möglich sind. Dazu wurde Probanden ein Geldbetrag für Spiele unterschiedlicher Komplexität für das Allgemeinwohl gegeben. Jene Teilnehmer, die großzügiger waren, erhielten von den anderen mehr Anerkennung, mehr Geschenke und mehr Aufmerksamkeit.
Egoistisches Verhalten führt zu Ablehnung
“Die Ergebnisse machen deutlich, dass jene, die nur nach ihrem engstirnigen Selbstinteresse handeln, von anderen gemieden, nicht respektiert und sogar gehasst werden”, so Willer. “Jene, die großzügig gegenüber anderen sind, wurden hingegen geschätzt und erfuhren eine deutliche Aufwertung ihres Status”, erklärt der Forscher. “Obwohl man sieht, wie viel man durch Großzügigkeit erreicht, beschäftigen sich Sozialforscher vergleichsweise wenig damit, warum Menschen so handeln.” Dagegen gebe es deutlich mehr Studien darüber, warum Menschen selbstsüchtig sind. (Ende)
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Testosteron steigert das Statusdenken
20.1.2010 von zaro.
Experiment entlarvt aggressive Wirkung als falschen Mythos
Zürich - Testosteron macht nicht aggressiv, sondern kann sogar faires Verhalten auslösen, wenn dadurch der eigene Status gefördert wird. Das berichten Neuro- und Wirtschaftswissenschaftler der Universität Zürich http://www.uzh.ch gemeinsam mit britischen Kollegen im Fachjournal “Nature”. Sie konnten in einem Experiment die weit verbreitete Auffassung widerlegen, dass das Männerhormon Testosteron neben seinen körperlichen Funktionen ein egoistisches, streitsüchtiges und riskantes Verhalten auslöst.
Den Verdacht, dass diese Mythen falsch sein könnten, schöpften die Forscher aus früheren Studien. “Seit Ende der 90er Jahre zeigen Forschungen, dass Testosteron nicht primär aggressiv macht. Diese Erhebungen, bei denen Testosteronwerte in Speichel oder Blut erhoben und mit Fragebogendaten korreliert wurden, ergaben bereits einen Zusammenhang mit dem Status”, so Studienleiter Christoph Eisenegger im Interview. Ein noch direkter Nachweis sollte nun gelingen, indem ein halbes Milligramm Testosteron - oder ein Scheinpräparat - oral verabreicht und dessen Wirkung in einer sozialen Situation beobachtet wurde.
Größte Fairness bei zusätzlichem Testosteron
Umgesetzt wurde dieses Vorhaben bei 120 Probanden. Man ließ sie über die Aufteilung eines realen Geldbetrages verhandeln, wobei sie sowohl faire als auch unfaire Angebote abgeben konnten und auf die Annahme oder Ablehnung seitens des Verhandlungspartners warten mussten. Ein faires Angebot brachte höhere Wahrscheinlichkeit des Zustandekommens der Aufteilung, wobei allerdings ohne Einigung beide Parteien verloren. Gemäß der gängigen Auffassung würde zusätzliches Testosteron die Probanden aggressiver, selbstbezogener und riskanter machen, ungeachtet der negativen Folgen auf das Verhandlungsergebnis.
Das Gegenteil trat ein. Diejenigen, die einen künstlich erhöhten Testosteronspiegel besaßen, machten durchgehend die besten, fairsten und somit weniger riskanten Angebote und minimierten somit das Risiko, zurückgewiesen zu werden. Versuchspersonen mit Scheinpräparaten, die nur glaubten, Testosteron erhalten zu haben, fielen hingegen durch äußerst unfaire Angebote auf. Die Wissenschaftler werten das als Hinweis dafür, wie tief der Mythos des aggressiv machenden Hormons sitze.
Wirkung von Umwelt abhängig
Die Auswirkung des Testosterons auf das Verhalten bezieht sich somit eher auf den sozialen Status als auf Aggressivität, betont Eisenegger. “Besonders wurde deutlich, dass das Hormon stark in Wechselwirkung zur Umwelt steht. Es kann durchaus Situationen geben, wo aggressives Verhalten statusweisend wirken kann und durch Testosteron gefördert wird, was etwa bei Tieren mit relativ einfachen sozialen Systemen gut beobachtbar ist. In unserer sozial differenzierten Umwelt stimmt dieser Zusammenhang jedoch nicht.” Ein Aggressions-Hormon gebe es somit gar nicht. “Zu viele Interaktionen der Umwelt wirken dabei mit”, so der Züricher Forscher. (Ende)
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