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Archive für 25.1.2010
Rebellenkriege sind vorhersehbar
25.1.2010 von zaro.
US-Forscher: Konflikte als universelles Gesetz
Miami/Zürich - Willkürliche Attacken aus dem Hinterhalt und mysteriöse Angreifer sind die Markenzeichen von Rebellenkriegen wie sie derzeit in Afghanistan oder im Irak ausgefochten werden. Viele Sozialforscher und auch Militärexperten sind der Meinung, dass diese Kriege ebenso wie konventionelle Bürgerkriege, nicht vorhersehbar sind ohne lokale Faktoren wie Geographie und Politik zu berücksichtigen. Nun haben Forscher ein mathematisches Modell entwickelt, das diesen Rebellenkriegen gemeinsame Muster zugrunde liegen, die Angriffe und sogar die Opferzahlen vorhersehbar machen.
“Wir haben entdeckt, dass die Art und Weise, wie Menschen diese Rebellenkriege führen - inklusive dem Zeitpunkt der Attacken und der Opferzahlen - universell ist”, so Studienleiter Neil Johnson von der University of Miami http://www.miami.edu in Florida. “Das verändert die Denkweise wie wir glauben, dass Aufstände zustande kommen”, schreibt der Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature. Das Hauptargument für ihre Annahmen finden die Forscher in der fehlenden Kohärenz einer Kommandozentrale.
Mediale Aufmerksamkeit als Auslöser
Da es an einer gemeinsamen zielgerichteten Kriegsführung mangelt und die Angreifer in verschiedenen Gruppen operieren, die sich zu Zellen zusammenschließen und bei Gefahr wieder lösen, sind gewisse Grundmuster erkennbar. Das Timing der Attacken hänge mit der Konkurrenz der Rebellengruppen um mediale Aufmerksamkeit zusammen.
Johnson, der einen Teil seiner Forschungsarbeit vorab dem US-Militär überlassen hat, glaubt damit, einen guten Einblick ins Herz des Rebellenverhaltens zu bekommen. “Wir bekommen einen Sinn dafür, was abgeht und vor allem, was passieren könnte, wenn wir in bestimmter Art intervenieren.” Derzeit arbeitet der Forscher daran, vorherzusagen, wie die Rebellen in Afghanistan auf die Präsenz von ausländischen Truppen reagieren werden.
54.000 Angriffe in neun Kriegen analysiert
Insgesamt hat das Team 54.000 Angriffe in neun Rebellenkriegen unter die Lupe genommen. Darunter auch jenen im Irak zwischen 2003 und 2008 und in Sierra Leone zwischen 1994 und 2003. Das Team kommt zum Schluss, dass ein Rebellenkrieg einem ungefähren Kraftgesetz entspricht, in dem die Frequenz der Attacken mit zunehmender Attackengröße abnimmt. Das bedeutet, dass bei jedem der Rebellenkriege ein Angriff mit zehn Opfern um 316 mal wahrscheinlicher ist als einer mit 100 Opfern. Das Ergebnis bezeichnet Johnson als überraschend, da diese Kriege in verschiedenen Regionen unter verschiedenen Umständen stattgefunden haben.
Nicht bei allen Forscherkollegen stößt die Analyse auf Begeisterung. “Die Untersuchung hat zwar das Potenzial, das Wissen über Kriegsführung zu verbessern, allerdings gehen die Autoren zu weit, daraus ein universelles Gesetz zu machen”, meint Lars-Erik Cederman Forscher am Internationalen Konfliktforschungsinstitut der ETH Zürich http://www.icr.ethz.ch gegenüber der Presse.
Cederman zeigt sich auch skeptisch hinsichtlich der nicht näher spezifizierten Datensätze, die in dieser Studie verwendet wurden. “Eine Vorhersehbarkeit im Sinne einer Risikoabschätzung scheint durchaus möglich. Allerdings ist diese aufgrund der Komplexität sehr schwierig.”
Cederman ist Teil einer Forschergruppe, die Rebellenkriege ähnlich wie normale Kriege beurteilen. “Natürlich können Terroranschläge ein Wettstreit um mediale Aufmerksamkeit sein. Es bleibt aber unklar, ob Rebellenkriege das gleiche Motiv haben”, so der Experte. (Ende)
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“Frauen sollen lernen, selbstbewusster mit ihren Talenten umzugehen”
25.1.2010 von zaro.
Interview mit GABAL-Geschäftsführerin U. Rosengart über Bücher, Lernen, Karrier
Offenbach/Wiesbaden (pts/16.12.2009/15:00) - “Faszination Lesen - die Wochenschau” stellt in den nächsten Wochen und Monaten ausgewählte Verlage vor, die sich mit viel Engagement, Kreativität und Qualität im Buchmarkt einen Namen gemacht haben; und bei denen Lesen und Lernen zum faszinierenden Erlebnis wird. Den Anfang macht der Offenbacher GABAL-Verlag (http://www.gabal-verlag.de ), ein Spezialist für die leicht verständliche Vermittlung von Bildungsinhalten mit den Schwerpunkten “Beruf & Karriere”, “Management & Training” sowie “Persönlichkeit & Erfolg”. Ursula Rosengart, seit 2001 Geschäftsführerin des Verlages, versteht es, viele der Management-Inhalte aus dem Verlagsprogramm erfolgreich für das eigene Unternehmen umzusetzen. Der “Wochenschau” gab sie im Interview Auskunft über die Erfolgsstrategien von GABAL.
Frau Rosengart, der Wirtschaftsverlag GABAL feierte in diesem Jahr sein 20jähriges Jubiläum. Bei welchen Themen und Angeboten sehen Sie den Verlag auch in der Zukunft “Jenseits vom Mittelmaß” (GABAL-Bestsellertitel von Hermann Scherer).
Das Besondere unserer Titel ist sicherlich die klare Gestaltung mit Themen “aus der Praxis für die Praxis”. Alle unsere Titel werden mit viel Liebe zum Detail ausgestattet. Und nicht zuletzt unsere Reihe book@web (Bücher mit kostenlosem Internetworkshop) ist innovativ und einzigartig auf dem Markt. Das gesamte Team ist Service-orientiert und innovativ. Wir sind mit unseren Ideen häufig Vorreiter auf dem Markt.
Der GABAL-Verlag setzt bei den Lern- und Trainings-Titeln verstärkt auf multimediale Konzepte. Welchen Stellenwert wird das Buch hier in den nächsten fünf Jahren noch haben?
Das Buch wird hier sicher einen großen Stellenwert haben. Immer da, wo ich längere Texte bearbeiten muss, wo lineare Informationen wichtig sind, wird das Buch sicher bleiben. Schnelle (evtl. auch vergängliche) Informationen werden über das Netz abgerufen werden. Um multimedial dann das Gelesene und Gelernte zu üben, dafür ist das Netz sicher sehr gut. Außerdem spielt beim Buch die Haptik eine große Rolle. Die Menschen wollen nicht alles am PC erledigen.
FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher fordert in seinem neuen Buch “Payback” ein neues Denken: Kreativität, Toleranz und die Fähigkeit, mit Unberechenbaren umzugehen. Inwieweit greift auch der GABAL-Verlag in seinem Programm dieses Thema auf?
Gerade dies sind die Themen in unseren Programmen. Wir haben uns den sogenannten “Soft Skills” verschrieben, die in Zukunft wichtig sein werden. Themen wie “Lernen lernen”, “Kreativität”, “Konflikte be- und verarbeiten” etc. sind in der heutigen Arbeitswelt wichtiger denn je. Die Menschen wissen, dass sie topp ausgebildet sein müssen.
Kompetentes Wissen in kurzer Zeit zu einem geringen Preis zu vermitteln ist eine der Erfolgsgeschichten des Verlags. Wie wird diese “30-Minuten-Reihe” weiter ausgebaut?
Wir haben im Frühjahr 2010 unter anderem folgende Themen: “Basiswissen Wirtschaft”; “Power-Gedächtnis”, aber auch einen Titel zu “Twitter, Facebook, Xing & Co” und kommen mit der einmaligen Sonderausgabe unseres Bestsellerautors Lothar Seiwert “Die Zeitmanagement-Toolbox” (5 x 30-Minuten-Bände im Schuber zu 25,00 €).
Ratgeber-Bücher für z.B. “Beruf & Karriere”, “Lehren & Lernen”, “Marketing & Verkauf” unterliegen einem harten Wettbewerb. Was macht hier der GABAL-Verlag besser als andere?
Zunächst einmal sind unsere Autoren alle Trainer und unterrichten die Themen, über die sie schreiben. Das heißt: Alle Titel sind inhaltlich immer “aus der Praxis - für die Praxis”. Der Leser hat mit unseren Titel immer auch ein kleines Seminar in Händen mit sehr vielen Übungen, Abbildungen und Merksätzen. Er wird durch das Thema geführt. Alle Titel werden handwerklich hochwertig bearbeitet und gehen erst dann auf den Markt.
Einer der aktuellen GABAL-Bestseller heißt: “Fleißige Frauen arbeiten, schlaue steigen auf”. Untertitel: “Wie Frauen in Führung gehen”. Was können Frauen durch die Lektüre dieses Buches lernen? Und was müssen Männer fürchten?
Frauen sollen lernen, selbstbewusster mit ihren Talenten umzugehen. Frauen sind häufig viel besser ausgebildet, aber sie trauen sich nicht, in die Führungsrolle zu gehen. Männer müssen hier nichts fürchten, denn die Erfahrung zeigt, dass die Mischung (Frauen UND Männer in Führungsrollen) die Erfolge bringt.
TV-Coach und Gesundheitsexperte Stefan Frädrich hat seine beliebte “Günter”-Reihe gerade um den Titel “Günter, der innere Schweinehund, wird Chef” erweitert. Dabei gelten die Deutschen doch immer noch als vergleichsweise diszipliniert und fleißig. Wer soll sich von diesem Buch angesprochen fühlen?
Alle, die im Bereich der “Führung” arbeiten. Es geht um Führungsstile, darum, wie oft Konflikte verdrängt werden, wie man als Führungskraft den richtigen Weg für sich findet etc. 100 Tipps, natürlich wie immer mit den fröhlichen Illustrationen von Timo Wuerz.
“Die Zeit” titelte vor Kurzem: “Ein Land verlernt das Lesen”. Müssen wir uns jetzt ernsthaft Sorgen machen um die Buchverlage in Deutschland?
Ich glaube weder, dass die Menschen das Lesen verlernen, noch dass wir uns Sorgen machen müssen. Wenn Sie schauen, wie viele jüngere Menschen sich im Netz tummeln - und all das, was man dort tut, besteht aus Lesen und auch Schreiben. Die Themen müssen interessant sein, gut aufbereitet und nutzvoll - dann kann es einem gar nicht bange sein.
Wie wichtig ist heutzutage, auch bei Ratgebern und Informationen für Manager, ein kreativer, aufmerksamkeitsstarker Titel, z.B. “Eat that Frog”? Haben rein sachliche Titel keine Verkaufschance mehr?
Natürlich ist der Titel wichtig, aber er muss auch zum Inhalt passen. Wir haben auch viele sachliche Titel wie z.B. “Visualisieren, präsentieren, moderieren” - seit Jahren ein absoluter Bestseller. Wichtig ist, dass der Titel mit dem Inhalt korrespondiert und neugierig macht.
Als Zielgruppe sieht der GABAL-Verlag nach eigenen Angaben vor allem aufstiegsorientierte und karrierebewusste Menschen, die sich im Berufs- und Privatleben weiterbilden möchten. Welche drei Titel empfehlen Sie als Erstlektüre?
* Stephen R Covey: Die 7 Wege zur Effektivität - Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg
* Josef Seifert: Visualisieren, präsentieren, moderieren
* Lothar Seiwert: 30 Minuten für optimales Zeitmanagement
Sie sind seit 2001 Geschäftsführerin des Verlags und damit selbst aufstiegsorientiert und karrierebewusst. Was waren und sind Ihre beruflichen Erfolgsrezepte?
Das wichtigste Rezept ist sicher, dass ich das, was ich tue, sehr gerne mache. Mein Beruf füllt mich aus und macht mir jeden Tag Freude. Ich glaube, dass Erfolg nur so möglich ist.
Fotowettbewerb
Unter http://www.faszination-lesen.de kann jetzt jeder seine kreativsten, originellsten, lustigsten, faszinierendsten Bildmotive und -Ideen zum Thema Lesen veröffentlichen und einen von vielen Preisen im Gesamtwert von mehreren tausend Euro gewinnen. Die nächste “Faszination Lesen”-Wochenschau erscheint am 5. Januar. Die Redaktion wünscht allen Leserinnen und Lesern angenehme Feiertage.
“Faszination Lesen - die Wochenschau”
Der bundesweite Info- und Pressedienst “Faszination Lesen - die Wochenschau” erscheint jeden Dienstag auf http://www.pressetext.de und kann kurz darauf auch auf dem neuen Info- und Wettbewerbs-Portal http://www.faszination-lesen.de nachgelesen werden. Für ein kostenfreies E-Mail-Abo auf der pressetext-Website http://www.pressetext.de registrieren und als Suchwort / Monitorwort “Faszination Lesen” eintragen. Bei Interesse an darüber hinaus gehenden Nachrichten und Informationen zum Themenbereich Kultur/Lifestyle, dieses Themenressort einfach anklicken und Sie erhalten zusätzlich die neuesten Nachrichten aus diesem Bereich zugesandt.
Herausgeberin von “Faszination Lesen - die Wochenschau” ist die PANAMEDIA COMMUNICATIONS GmbH, Rudolf-Vogt-Straße 1, 65187 Wiesbaden, Website: http://www.panamedia.de ; E-Mail: info(at)panamedia.de , Tel.: +49-(0)611-26777-0, Fax: +49-(0)611-26777-16. Partner von “Faszination Lesen” sind u. a.: MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels, ZVAB - Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher, Büchergilde, BÜCHER, Libri, improved reading, PersonalNovel, GABAL Verlag, Die Buchmanufaktur, globell.
Veröffentlichung einzelner Beiträge bei Quellenangabe “Faszination Lesen” ist erlaubt, mit Bitte um Angabe von Medientitel und Veröffentlichungsdatum an info(at)panamedia.de . (Ende)
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Bienen merken sich auch komplexe Muster
25.1.2010 von zaro.
Evolutionsbiologen erforschen wie Insekten zu Blüten kommen
Wien (pte/16.12.2009/13:50) - Evolutionsbiologen um Johannes Spaethe von der Universität Wien http://www.univie.ac.at sind der Frage nachgegangen, wie Insekten zu den Blumenblüten kommen. In Experimenten haben die Forscher gezeigt, dass Honigbienen komplexe Formen unterscheiden und wieder erkennen können. Über den Nutzen dieser Fähigkeiten und die Rolle optischer Signale in der Pflanze-Bestäuber-Interaktion forschen die Biologen in einem aktuellen FWF-Projekt.
“Um zu verstehen, für welche Blüte sich eine Biene im Pflanzenmeer der Blumenwiese entscheidet, muss man die Welt durch die Augen der Biene betrachten”, so Forschungsleiter Spaethe gegenüber uns. “Beim Anflug auf eine Wiese nimmt eine Biene nur verschiedene Grautöne wahr. Erst ab ca. einem halben Meter Entfernung, nutzt sie auch Farbinformationen zur Orientierung.”
Farbsättigung der Blüte ist entscheidend
“Uns hat interessiert, was die Bienen machen, wenn sie zwei Blumen derselben Art vor sich haben”, meint Spaethe. Bei den Orchideen der Gattung Ragwurz konnten sie mithilfe von nachgebauten Blüten mit austauschbaren Blütenblättern und dem Originalduft zeigen, dass die Farbsättigung letztendlich ausschlaggebend ist.
“Der Originalduft spielte allerdings eine wichtige Rolle, denn die Ragwurz setzt beim Anlocken der Bestäuberbienen mehr auf deren olfaktorischen Reize als auf ihr Sehvermögen”, so der Forscher. Die Ragwurz verführt als “Sexualtäuschpflanze” Insektenmännchen zur Bestäubung, indem sie den Geruch eines paarungsbereiten Weibchens imitieren. “Allerdings bekommen die Männchen keine zufrieden stellende Paarung für ihren Einsatz.”
Kluge Orchideen nutzen Farbenspiel
Ragwurze sind für gewöhnlich äußerlich unauffällig und farblos. “Da die Sexualtäuschung mittels Duft so gut funktioniert, brauchen sie keine leuchtenden Farben.” Es gebe allerdings einige Ausnahmen wie Spaethe berichtet. “Die Heldreichs Ragwurz etwa besitzen eine auffällige rosa Blütenhülle, die Spiegelragwurz hat einen schillernd blauen Spiegel auf der Lippe.”
“Wir wollten nun herausfinden, warum diese Gruppen im Unterschied zu den anderen Farbsignale entwickelt haben und was das mit ihrem jeweiligen Bestäuber zu tun hat”, meint Spaethe. “Die Antwort war, dass einzelne Orchideenspezies auf Bestäuberinsekten mit guten Sehorganen setzen. So wie jede Ragwurzart einen anderen Bestäuber anlockt, hat auch jede ihr spezifisches Blütenmuster.”
Orchideen tricksen Insekten aus
“Nun stellt sich die Frage, warum Bienen dann immer wieder Opfer der Sexualtäuschung werden, wenn sie die verschiedenen Muster wahrnehmen und sie sich vielleicht sogar merken können”, so Spaethe. Vermutlich sind die Orchideen noch ein bisschen ’schlauer’. “Es ist nämlich so, dass auch zwischen den Individuen der Heldreichs Ragwurz keine zwei Blüten das exakt gleiche Muster haben.”
“Mit diesem Trick verhindern vermutlich die Orchideen, dass mehrere Blüten derselben Pflanze angeflogen werden”, erklärt der Forscher. Das gezielte Out-Crossing der Orchideen diene deren eigenem Vorteil. Nun wollen die Evolutionsbiologen herausfinden, welche sensorischen Maßnahmen die Bienen nutzen, um sich die verschiedenen Bilder zu merken
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Jung Aussehende leben länger
25.1.2010 von zaro.
Wer mit 70 gut aussieht, wird wahrscheinlich älter
Kopenhagen - Menschen, die jünger aussehen als sie tatsächlich sind, werden aller Wahrscheinlichkeit nach deutlich älter als jene, die immer älter aussehen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Forschern der University of Southern Denmark http://www.sdu.dk im British Medical Journal. Das Team um den Epidemiologen Kaare Christensen hat 387 Zwillingspaare untersucht. Krankenschwestern und Lehrer mussten anhand von Fotos das Alter der Probanden schätzen.
Die jünger aussehenden Zwillingsbrüder überlebten in den meisten Fällen ihre älter aussehenden Geschwister. Ein Mitgrund für dieses Phänomen liegt nach Ansicht der Forscher in den Genen, genauer gesagt in den sogenannten Telomeren. Diese sind für die Stabilität von Chromosomen wesentliche Strukturelemente der DNA. “Die sogenannten Telomere, die den Zellen die Fähigkeit verleihen sich zu replizieren, geben zumindest einen Hinweis darauf, wie alt oder jung jemand aussieht”, so Christensen gegenüber pressetext.
Mehrere Marker zeichnen vollständiges Bild
Sieben Jahre lang haben die Forscher die Probanden im Alter von 70 bis 90 Jahren beobachtet. “Je größer der geschätzte Altersunterschied der beiden Zwillingsgeschwister wirkte, desto eher starb der ältere aussehende früher”, so Christensen. Das Alter, Geschlecht und der berufliche Hintergrund spielten bei der Untersuchung keine Rolle.
Kürzere Telomere weisen offensichtlich daraufhin, dass der Alterungsprozess schneller vor sich geht. Doch Christensen sieht die Telomere nur als einen einzelnen Marker. “Es gibt wesentlich mehr Indikatoren, für ein längeres Leben”, so der Forscher. “Da wir Zwillinge über 70 Jahre untersucht haben, war natürlich der physische und mentale Zustand auch wesentlich für den Alterungsprozess.” Es sei verwegen, das alles auf die Länge der Telomere zurückzuführen.
Allgemeinzustand sagt alles aus
“Wir haben die Untersuchung nur bei älteren Zwillingsgeschwistern durchgeführt und können daher keine verbindliche Aussage machen, ob das bei jüngeren Menschen ebenso ist”, meint Christensen. “Wir gehen davon aus, dass das bei Männern und Frauen im mittleren Alter allerdings auch zutrifft.” Es sei möglich, dass jemand, der ein sehr anstrengendes Leben führt, früher stirbt - und das Leben sich im Gesicht eines Menschen widerspiegelt.
Das wahrgenommene Alter, das von Medizinern in Untersuchungen zur Anwendung kommt, gibt Aufschluss über den allgemeinen Gesundheitszustand eines Menschen. “Das ist ein robuster Biomarker des Alterungsprozesses, der die Lebenserwartung der über 70-Jährigen vorhersagbar macht”, erklärt der Forscher. (Ende)
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