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Archive für 27.1.2010

Monogamie ist Evolutionsvorteil

Treue als Wunschdenken der meisten Menschen

Washington DC/Wien - Einige Paare kommen wegen Liebe zusammen, andere wegen finanzieller Vorteile oder aufgrund einer Schwangerschaft. Aus welchen Gründen eine Partnerschaft auch eingegangen wird, Forscher sehen in der Entwicklung einer monogamen Beziehung deutliche evolutionäre Vorteile für beide.

Dadurch, dass Männer im Vertrauen bestärkt werden, dass die gemeinsamen Kinder ihre echten Erben sind und Frauen davon überzeugt sind, dass die Nachkommen Vorteile aus diesem “gesicherten” Erbe ziehen, ist die monogame Beziehung eine Win-Win-Situation, schreiben Laura Fortunato vom University College in London http://www.ucl.ac.uk und Marco Archetti von der Harvard University http://www.harvard.edu in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins Journal of Evolution Biology.

Monogame Beziehung als Win-Win-Situation

Die Betrachtungsweise der Forscher zweifelt jene Theorien über fixe Partnerschaften an, die die Rolle der Religion und der soziologischen Vorteile, Männer vom Kampf um Partnerinnen abzuhalten, hervorheben. Auch diese Theorien kommen zum Schluss, dass das Aufgeben von mehreren Ehefrauen oder Partnerinnen Männer aufopfernder für die Interessen der Gruppe macht.

“Es gibt einige Situationen, in denen die monogame Beziehung die bessere Strategie für beide ist”, so Fortunato. Sie hat ein mathematisches Modell entwickelt, mit dem man herausfinden kann, wie solche Szenarien tatsächlich funktionieren könnten. Monogamie ist nach Ansicht der Forscher etwa dann für beide besser, wenn das Land zum Anbau knapp ist. “Es ist zu risikoreich, wenig Land unter vielen Nachkommen aufzuteilen.” Das sei einfach nicht klug.

Unklarer historischer Hintergrund der Monogamie

Die “Erfindung” der Monogamie bleibt weiterhin ein Rätsel. Feststeht, dass im Codex Hammurabi, dem babylonischen Gesetzeswerk etwa 1.800 vor Christus, Polygamie verboten war. Fortunato hält dies allerdings von der Paarbildung und der sexuellen Monogamie auseinander, welche von frühen Menschen praktiziert wurde. Da in vielen Gesellschaften verschiedene Formen der Vielweiberei vorhanden sind, könne man nicht von einer “zwangsläufigen” sozialen Monogamie ausgehen.

In der Modellbetrachtung von Populationen - einmal unter dem Aspekt monogamer, ein anderes Mal unter dem polygamer Männer über zwei Generationen - war Monogamie in frühen agrarischen Kulturen die für beide bessere Variante. “Wie das in der realen Welt tatsächlich ausgesehen haben mag, bleibt allerdings ein Rätsel”, so die Forscher.

Treue weit oben auf Wunschliste

“Auf den Partnerwunschlisten rangiert Treue bei den meisten an oberster Stelle”, so die Psychologin Caroline Erb von Parship http://www.parship.at im Interview mit zaronews.com. Evident sei, dass die Monogamie die Stabilität der Familie stärkt. Das gelte vor allem in Beziehungen, in denen Nachwuchs vorhanden ist. “Blickt man allerdings auf die Scheidungsraten, wobei Untreue ein Trennungsgrund ist, gerät der Treuewunsch in Schieflage”, so Erb.

In der Realität halten Ehen durchschnittlich 9,2 Jahre. Das Modell von Lebensabschnittspartnern sehen manche Zukunftsforscher als zeitgemäß. “Das bedeutet auch, dass Menschen zwischendurch häufiger Singles sein werden”, so Erb. (Ende)

Singles wünschen sich Liebesglück

Traditionelle Werte wie Gesundheit, finanzielle Sicherheit und Liebe als Topptrio

Wien - Einer aktuellem Umfrage der Online-Partneragentur Parship http://www.parship.at zufolge ist der größte Neujahrswunsch der Österreicher ihre Gesundheit. 40 Prozent der Befragten sehen das als das wichtigste Gut an. An zweiter Stelle rangieren finanzielle Sicherheit gefolgt von Glück in der Liebe. Bei den Singles führt der Wunsch nach Glück in der Liebe mit 35 Prozent die Hitliste an.

“Bei den Singles liegt das Thema Liebe an erster Stelle”, so Parship-Psychologin Caroline Erb. Die Umfrage hat deutlich gezeigt, dass zwar neun von zehn Singles auf eine neue Liebe hoffen, allerdings nur 28 Prozent von ihnen aktiv auf Partnersuche gehen werden. “Der Wunsch sich zu verlieben ist zwar groß, aber nur wenige wollen dafür etwas tun”, meint Erb. “Vor allem Frauen warten darauf, gefunden zu werden. Um die Erfolgschancen zu steigern wäre es allerdings besser, selbst die Initiative zu ergreifen”, rät die Psychologin.

Ansprüche von Singles und Gebundenen gleich

Für eine Partnerschaft wünschen sich rund drei Viertel der mehr als 1.400 Befragten viel Zeit zu zweit. “Neben ausreichend gemeinsamer Zeit ist Treue als beständiger Wert in der Beziehung besonders wichtig”, erklärt Erb. “Für die meisten ist Treue die Voraussetzung dafür, dass eine glückliche Partnerschaft überhaupt funktionieren kann und Bestand hat.”

An dritter Stelle der geschätzten Qualitäten rangiert der Humor. “In einem Punkt sind sich jene, die in einer Partnerschaft leben und jene, die Singles sind, einig. Sie haben dieselben Wünsche und Ansprüche an eine glückliche Beziehung”, so die Psychologin abschließend.

Österreicher sind mit bestehender Lebenssituation zufrieden

Grundsätzlich ist die Mehrheit der Österreicher mit ihrer derzeitigen Lebenssituation zufrieden. Knapp 80 Prozent der Befragten geben an, mit ihrer derzeitigen Lebenssituation sehr beziehungsweise eher (43 Prozent) zufrieden zu sein. Dabei sind 38 Prozent der Befragten, die in Partnerschaft leben, sehr zufrieden. Unter den Singles sind es allerdings nur 27 Prozent. (Ende)

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