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Archive für 2.2.2010
Blutdruck-Medikament wirkt gegen Alzheimer
2.2.2010 von zaro.
Zahl der Erkrankungen soll bis 2050 weltweit auf 115 Mio. steigen
Boston - Wissenschaftler der Boston University School of Medicine http://www.bumc.bu.edu gehen davon aus, dass ein Medikament gegen hohen Blutdruck zur Behandlung von Alzheimer wirksamer sein könnte als bisher angenommen. Patienten, die Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARBs) einnahmen, erkrankten um bis zu 50 Prozent weniger wahrscheinlich an einer Demenz als jene, die andere Medikamente zur Regulierung des Blutdrucks erhielten. In Kombination mit einem anderen Medikament schützten die ARBs sogar gegen eine weitere Verschlechterung bei bereits Erkrankten. Details der Studie wurden im British Medical Journal http://www.bmj.com veröffentlicht.
Für die Studie wurden die Daten von 800.000 Männern ausgewertet. Erste Ergebnisse wurden vor zwei Jahren präsentiert. Weitere Untersuchungen weisen darauf hin, dass ARBs, die normalerweise nur verschrieben werden, wenn die normalen ACE-Hemmer nicht mehr vertragen werden, einen größeren Schutz bieten als bisher angenommen. Die Suche nach einem wirksamen Schutz gegen Alzheimer und zur Verlangsamung des Krankheitsverlaufs läuft auf Hochdruck. Die Anzahl der Erkrankungen soll laut BBC bis 2050 weltweit auf 115 Mio. ansteigen.
Schädigung der Blutgefäße
Bluthochdruck über einen langen Zeitraum kann zu einer Schädigung der Blutgefäße führen. Damit steigt nicht nur das Risiko für Schlaganfälle und Herzerkrankungen, sondern auch das einer Demenz-Erkrankung. Einige Demenzformen stehen in einem direkten Zusammenhang mit dem Zustand der Arterien, die das Gehirn versorgen. Es wird jedoch auch angenommen, dass der Blutdruck bei Alzheimer eine Rolle spielt. Die Wissenschaftler analysierten die Daten von mehr als 800.000 Menschen, 98 Prozent waren Männer, die zwischen 2002 und 2006 gegen hohen Blutdruck behandelt wurden.
Kombination mit ACE-Hemmern senkt Risiko weiter
Jene, die ARBs nahmen, verfügten über eine 50 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit der Diagnose einer Demenz. Wurden sie in Kombination mit ACE-Hemmern eingenommen, verringerte sich das Risiko weiter. Bei einer bereits diagnostizierten Erkrankung, sank die Wahrscheinlichkeit einer Einweisung in ein Pflegeheim oder eines vorzeitigen Todes um 67 Prozent. Die genauen Grundlagen für diese Wirkung der Medikamente sind derzeit noch nicht erforscht. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass sie helfen, eine Schädigung der Nervenzellen durch die beeinträchtigten Blutgefäße zu verhindern oder auch die Wiederherstellung der Nervenzellen nach einer Schädigung unterstützen. (Ende)
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Lähmung nach Schlaganfall bei Ratten geheilt
2.2.2010 von zaro.
Protein regt Gehirn zur eigenen Regeneration an
Irvine - Lähmungen in Folge eines Schlaganfalls können vielleicht in Zukunft rückgängig gemacht werden. Wissenschaftlern der University of California in Irvine http://www.uci.edu konnten bei Ratten, deren Beine nach einem Schlaganfall gelähmt waren, die Beweglichkeit fast vollständig wiederherstellen, indem sie ihnen ein körpereigenes Protein direkt ins Gehirn injizierten. Nach diesem Erfolg sei es sinnvoll, die Versuche auch beim Menschen durchzuführen, so die Studienautoren, die ihre Ergebnisse in den Fachmagazinen “Neuroscience” und “Journal of Stroke & Cerebrovascular Diseases” veröffentlicht haben.
Die Forscher um Magda Guerra-Crespo arbeiteten mit Ratten, bei denen sie bereits vier Wochen zuvor einen künstlichen Schlaganfall ausgelöst hatten. Sie untersuchten, ob sich die dabei entstandenen Lähmungen durch den sogenannten Wachstumsfaktor Alpha (transforming growth factor alpha) rückgängig machen lassen. Dabei handelt es sich um ein im menschlichen Körper natürlich vorkommendes Protein, das für die Ausbildung verschiedener Gewebearten in jedem Lebensalter eine wichtige Rolle spielt.
Das Gehirn selbst ist der beste Therapeut
In einem ersten Versuch injizierten die Forscher das Protein direkt in die Gehirne der Ratten, worauf die Tiere innerhalb eines Monats die verlorene Beweglichkeit ihrer Beine zu 99 Prozent zurück erhielten. Bei Ratten, die man nicht auf diese Weise behandelte, geschah das nur zu 30 Prozent. Gehirnuntersuchungen zeigten, dass das Protein adulte Stammzellen zur Vermehrung anregten. Die neu entstandenen Gehirnzellen wanderten anschließend in die zerstörten Gehirnregionen und verwandelten sich in die Zellen, die zuvor verloren gegangen waren.
In weiteren Versuchen verabreichte man den Tieren das Protein per Nasenspray, wodurch die Tiere sich nach vier Wochen zu 70 Prozent von ihrer Lähmung erholten - dank derselben Prozesse im Gehirn. “Die Anzeichen häufen sich, dass das Gehirn so wie jedes andere Organ auch eine hohe Fähigkeit der Regeneration besitzt. Wir haben bloß die Natur nachgeahmt und dem Gehirn einen kleinen Anstoß für Tätigkeiten gegeben, die es selbst durchführt”, erklärt der Zellbiologe Darius Gleason, einer der Studienautoren. (Ende)
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Plastikbestandteil führt zu Herzkrankheit
2.2.2010 von zaro.
Bisphenol-A erneut unter Beschuss
Exeter - Forscher der Peninsula Medical School http://www.pms.ac.uk an der Universität von Exeter haben erneut Hinweise dafür gefunden, dass ein häufiger Bestandteil im Plastik - Bisphenol A (BPA) - zu kardiovaskulären Erkrankungen führen kann. Das Forscherteam hat für die Untersuchung, die im Fachmagazin PLoS ONE veröffentlicht wurde, Daten der US-NHANES-Populationsstudie von 2006 analysiert.
“Das ist die zweite Studie, die zu einem solchen Ergebnis kommt”, erklärt Studienleiter David Melzer, Professor für Epidemiologie, im Interview. “Dass eine höhere BPA-Konzentration bei Erwachsenen zu Herzerkrankungen führen kann, zeigte unsere erste Studie aus dem Jahr 2008.” Assoziationen mit einigen Leberenzymen gebe es zudem auch noch”, erklärt Melzer.
Weitere Untersuchungen dringend nötig
“Interessanterweise waren die BPA-Werte im Urin 2006 um ein Drittel niedriger als 2003/2004″, erklärt Melzer. Warum das so sei, könne er nicht sagen. Denkbar wäre, dass Kunststoffhersteller bei Lebensmittelverpackungen auf die Substanz verzichtet haben oder sie durch andere ersetzt haben. “Die Untersuchung gibt jedenfalls Anlass für Besorgnis”, erklärt der Mediziner.
“Weitere Studien sind natürlich erforderlich, wobei es nicht möglich ist, Experimente am Menschen durchzuführen”, so Melzer. “Wir müssen genauer herausfinden, wo die Gesundheitsrisiken tatsächlich liegen”, meint Studien-Co-Autorin Tamara Galloway, Professorin für Ökotoxikologie an der Universität von Exeter.
Hormonähnliche Wirkung
Bisphenol A ist eine synthetisch hergestellte chemische Verbindung, die östrogenartige Wirkung auf Lebewesen hat. Seit Jahren steht die Substanz in Verdacht, gesundheits- und erbgutschädigend zu sein, wie Untersuchungen des US National Toxicology Program ergeben haben. Aktuellen amerikanischen Untersuchungen zufolge könnte auch die zivilisatorische Fettleibigkeit darin eine ihrer Ursachen haben.
Von der Chemikalie, die in verschiedenen Plastikprodukten enthalten ist, werden jährlich weltweit rund drei Mio. Tonnen hergestellt. In mehr als 90 Prozent der Weltbevölkerung kann die Substanz im Körper nachgewiesen werden. Zuletzt gab es heftige Kontroversen über BPA in Babyschnullern und Trinkflaschen. (Ende)
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Haiti: Erdbeben verschlimmert Misere
2.2.2010 von zaro.
Bewegung der karibischen Platte führt zu Zwei-Meter-Verschiebung
Potsdam/Wien - Der Karibikstaat Haiti wurde am Dienstagabend gegen 22 Uhr Ortszeit von einem schweren Erdbeben erschüttert. Das Beben mit der Stärke 7,0 hatte sein Epizentrum südöstlich der Hauptstadt Port-au-Prince und besaß eine Bruchlänge von rund 70 Kilometern. Derzeit sind alle Telefonverbindungen im Land zusammengebrochen und es gibt noch keine genaueren Schätzungen der Opferzahlen. Sicher ist, dass Haiti auf internationale Katastrophenhilfe angewiesen ist, da es kaum über eigene Ressourcen verfügt.
Letztes derartiges Beben vor 259 Jahren
Zustande kam das Beben durch das Erreichen einer bestimmten Bruchspannung infolge von Seitenverschiebungen, erklärt Birger-Gottfried Lühr vom GeoForschungsZentrum GFZ in Potsdam http://www.gfz-potsdam.de gegenüber uns. “Die gesamte karibische Platte schiebt sich jährlich um zwei Zentimeter nach Westen an Nordamerika vorbei und unter die Bahamas-Gruppe. Dadurch entsteht Spannung, die sich in Beben wie etwa im soeben erfolgten Versatz um etwa zwei Meter entlädt.” Ein Beben dieser Stärke habe es in der Region zuletzt 1751 gegeben.
Die Gefahr sei jedoch noch nicht überstanden, denn aufgrund von Spannungsumlagerungen kommt es anhaltend zu Nachbeben. “Diese weiteren Beben können erfahrungsgemäss noch eine Stärke von 6,0 erreichen, was bereits vorgeschädigte Bausubstanzen leicht zum Einsturz bringen kann. Das Quartier von Hilfsdiensten sind daher stets Zelte und keine Hotels, deren Zustand man kaum schnell überprüfen könnte”, so der Potsdamer Geologe.
Katastrophe von 2008 noch nicht verarbeitet
Haiti steckte noch bis zuletzt in den Aufräumungsarbeiten infolge des Hurrikans Ike, der das Land im September 2008 verwüstet hat. “Noch immer sah man bis zuletzt auf den Strassen Menschen, die händisch und mit Schubkarren Erdreich aufschütten, um diese Schäden zu reparieren”, berichtet Ines Refenner vom entwicklungspolitischen Verein Jugend Eine Welt http://www.jugendeinewelt.at, im pressetext-Interview. Refenner hat Haiti zuletzt im Sommer 2009 besucht.
Staatliche Programme zum Wiederaufbau nach Katastrophen gebe es kaum und die 7.000 stationierten UN-Blauhelme würden ihre Tätigkeit darauf beschränkten, durch permanente Kontrollen die ausufernde Bandenkriminalität im Land einzudämmen. Bedrückend ist die soziale Lage Haitis, des ärmsten Staates Amerikas, jedoch auch bereits ohne den Naturkatastrophen. Vier von fünf Haitianern müssen mit weniger als zwei Dollar auskommen, 62 Prozent der Bevölkerung ist laut UN-Angaben unterernährt. Refenner sieht dahinter vor allem die allgegenwärtige Korruption und Misswirtschaft im Land.
Mangel an Schulen hemmt Entwicklung
Als größtes Hindernis für die Entwicklung Haitis sieht Refenner jedoch das Bildungsproblem. “Es gibt kaum Grundschulen und keine berufsbildende Schulen, zudem sind die Schulbücher auf französisch statt in der Muttersprache Kreolisch.” Erst durch ausreichende Bildung sei es jedoch möglich, dass die Bewohner ihre Rechte bei öffentlichen Stellen einfordern, dass die ebenfalls kritische gesundheitliche Situation flächendeckend verbessert werde und dass ein stärkerer Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung aus dem Land selbst komme.
Der Orden der Salesianer Don Boscos in Haiti, der von Jugend Eine Welt unterstützt wird, verfolgt ein Modell kleiner Schulen, deren Schulklassen durch Zusammenschluss der Kinder benachbarter Familien entstehen, während durch Spendengelder das Lehrergehalt sowie die Verpflegung der Schüler gewährleistet wird. “Damit wird das Problem überwunden, dass die hohe Kriminalität in den Slums auswärtige Lehrern verschreckt”, berichtet Refenner. 20.000 Kinder und Jugendliche in Haiti erhalten derzeit durch dieses System eine Ausbildung. (Ende)
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