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Archive für 3.2.2010
Stammzellen: Durchbruch bei Knochenmarktransplantationen
3.2.2010 von zaro.
Anzahl der aus Nabelschnüren gewonnenen Zellen erstmals erhöht
Seattle - Ein Stammzellen-Verfahren, das erstmals keine passenden Knochenmarktransplantate erfordert, haben Wissenschaftler des Fred Hutchinson Cancer Research Center erstmals bei Menschen getestet. Es bestehen Hoffnungen, dass diese aus Nabelschnüren gewonnenen Zellen bei allen Patienten ohne Gefahr einer Abstoßung eingesetzt werden können. Jetzt ist es gelungen, die Anzahl der Zellen, die für eine Transplantation verwendet werden können, deutlich zu erhöhen. Details der Forschungsergebnisse wurden in Nature Medicine http://www.nature.com/nm veröffentlicht.
Derzeit helfen Knochenmarktransplantationen beispielsweise Leukämie-Patienten, bei denen die Stammzellen im Knochenmark durch die Krankheit geschädigt sind. Dadurch wird unter anderem die Produktion neuer Blutkörperchen beeinträchtigt. Die eigenen Knochenmarkzellen werden in der Folge zerstört und durch neue Zellen eines passenden Spenders ersetzt. Auch bei einem passenden Spender bleiben Risiken bestehen. Zellen, die aus der Nabenschnur gewonnen werden, könnten helfen, diese Schwierigkeiten zu überwinden. Sie verfügen nicht über jene Eigenschaften, die normalerweise eine Immunreaktion auslösen. Sie sollten daher universal einsetzbar sein.
Vermehrung der Stammzellen
Ein Problem besteht jedoch. Denn die Zellen aus einer einzelnen Nabelschnur reichen nicht für die Anforderungen eines erwachsenen Patienten aus. Wissenschaftler haben bereits nach Möglichkeiten gesucht, die Menge der Zellen im Labor zu vergrößern. Vermehrt man die Zellen, entstehen einfache Blutkörperchen, die selbst nicht zu neuen Zellen werden können.
Der Ansatz beruht auf der Manipulation der Signalübertragung in den Stammzellen. So sollen sie sich vermehren, ohne ihre Fähigkeiten als Stammzellen zu verlieren. Nach erfolgreichen Tests mit Tieren, wurden sie beim Menschen wiederholt. Es zeigte sich, dass sie rascher vom Körper angenommen wurden und mehr zur Wiederherstellung eines funktionierenden Knochenmarks beitragen konnten als die bisher eingesetzten Zellen. (Ende)
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Mangel an Wasserexpertise in der Dritten Welt
3.2.2010 von zaro.
Schulterschluss staatlicher Versorger mit lokalen Privatanbietern
Witten/Wien - Den öffentlichen Wasserversorgern der Dritte-Welt-Ländern mangelt es vielmehr an Fachwissen als an Geld. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage von Umwelttechnikern der Universität Witten/Herdecke http://www.uni-wh.de unter 150 Führungskräften staatlicher Wasserbetriebe aus allen Kontinenten. Die Entwicklungshilfe der Industriestaaten solle die Wissenschaft mehr einbinden, um neue Lösungen zu entwickeln und Aus- und Weiterbildung von Wassertechnikern zu fördern, so die Schlussfolgerungen der Forscher.
Versorgung wird immer schwieriger
Die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser wird in Entwicklungsländern immer schwieriger. Während es in den wasserreichen Industriestaaten schon lange flächendeckende Anschlüsse gibt, ist das hier oft nicht der Fall. “Die großen Städte wachsen extrem. Mit der zunehmenden Bevölkerung schrumpft die Wassermenge, die pro Kopf zur Verfügung steht”, berichtet Studienautor Michael Harbach im pressetext-Interview. Ein im April anlässlich der Weltwasserkonferenz in Istanbul präsentierter Bericht nennt auch den Klimawandel als Faktor, der das Wasservorkommen in den Ländern des Südens verringert.
Da angesichts dieser Situation die staatlichen Versorger in immer größere Bedrängnis geraten, hält auch die Diskussion um die Privatisierung des Wassers an. Diese werde in Entwicklungsländern ebenso emotional geführt wie im Norden, berichtet Harbach. “Zu unserer Überraschung ist bei den staatlichen Wasserversorgern selbst die Meinung nur wenig verbreitet, dass das Wasser in Bürgerhand zu bleiben hat. Vielmehr dominiert das Ziel, die Versorgung der Kunden zu erreichen - notfalls durch Schulterschluss mit der Privatwirtschaft”, so Harbach. Viel mehr als internationalen Konzernen vertraue man allerdings lokalen Privatanbietern, sofern diese das nötige Know-how einbringen könnten.
Global Players als Wissensvermittler
Denn gerade an Fachwissen über Technologie und Management-Praktiken mangle es den staatlichen Versorgern, so ein Ergebnis der Studie. Einerseits würden die in Weiterbildungs-Konferenzen vermittelten Inhalte kaum im Betriebsalltag umgesetzt, andererseits wanderten fähige Wasserfachleute meist in besser bezahlte Jobs der Privatwirtschaft und der Industrieländer ab. Harbach sieht Modelle des Franchisings als mögliche Lösung. “Die internationalen Player werden dabei zu Trägern des Know-hows für die lokalen Privatbetreiber, wodurch diese für die Banken kreditwürdiger werden.” Sicher zu stellen sei dabei allerdings die Refinanzierung durch den Betreiber sowie dessen lokale Akzeptanz.
“Grundsätzlich ist bei privater Versorgung die kritische Betrachtung immer wichtig. Wasser ist nicht dafür geeignet, große Profite zu machen”, warnt die Ökologin Karo Katzmann, Autorin des Buches “Schwarzbuch Wasser”, gegenüber pressetext. Global Players seien in Entwicklungsländern vor allem interessiert, in den Megacitys tätig zu werden und mit dem Argument, auch strukturschwache Gebiete zu erschließen, die Behörden zu überreden. “Oft werden diese Verträge dann nicht erfüllt. Manchmal werden sogar vorhandene Brunnen geschlossen, um die Menschen von der Belieferung abhängig zu machen”, so die Umweltexpertin.
Garantien für die Ärmsten notwendig
Der Vorschlag der Wittener Forscher, ein Kooperationsmodell anzustreben, begrüßt allerdings auch Katzmann. “Private Beteiligung kann das Problem überbrücken, dass staatliche Anbieter oft nicht wissen, wie das Netz saniert werden kann.” Damit der Zugang zu Wasser als Menschenrecht verwirklicht werden könne, sollte man jedoch den Ärmsten zumindest die lebensnotwendige Menge an Trinkwasser kostenlos zur Verfügung stellen. “Das wäre ein Sockelbetrag von rund 20 Litern pro Tag. Dieses von der WHO festgesetzte Minimum entspricht einer halben Klospülung.” (Ende)
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Alzheimer-Diagnose durch einfachen Augen-Test
3.2.2010 von zaro.
Absterbende Zellen in der Netzhaut weisen auf Erkrankung hin
London (pte/15.01.2010/10:00) - Ein einfacher Augen-Test könnte Alzheimer und andere Krankheiten sichtbar machen, noch bevor die ersten Symptome entstehen. Wissenschaftler des University College London http://www.ucl.ac.uk setzen fluoreszierende Marker ein, die sich an absterbende Zellen anbinden. Diese werden dadurch in der Netzhaut sichtbar und liefern erste Hinweise auf im Gehirn absterbende Zellen. Erste Tests wurden mit Mäusen durchgeführt, Tests mit Menschen sind bereits geplant. Das Team um Francesca Coredeiro hofft, dass dieser Forschungsansatz eines Tages den Einsatz eines einfachen Tests auch bei Optikern ermöglichen wird. Details der Studie wurden im Fachmagazin Cell Death and Disease http://www.nature.com/cddis veröffentlicht.
Dieser Test könnte es den Wissenschaftlern auch ermöglichen, bestehende Schwierigkeiten bei der Erforschung der Gehirne von Alzheimer-Patienten endlich zu überwinden. Derzeit stehen nur teure MRI-Scans oder Obduktionsergebnisse zur Verfügung. Das neue Verfahren ermöglicht, den Verlauf der Krankheit über die absterbenden Zellen der Netzhaut zu verfolgen. Diese Zellen werden als grüne Punkte sichtbar, da sie die fluoreszierende Farbe aufnehmen. Die Forscher sind optimistisch, dass dieses Verfahren auch beim Menschen eingesetzt werden kann.
Überprüfung des Gehirnzustands beim Optikerbesuch
Coredeiro betonte, dass es nur wenigen Menschen bewusst sei, dass die Netzhaut ein direkter, wenn auch dünner Ausläufer des Gehirns ist. Daher sei es durchaus denkbar, dass in Zukunft bei einem Optikerbesuch auch der Zustand des Gehirns überprüft werde. Derartige Tests sollen in den großen Einkaufsstraßen innerhalb von fünf Jahren angeboten werden können.
Der Vergleich des Verlaufes des Zelltodes könnte den Wissenschaftlern auch helfen, den Verlauf einer Erkrankung zu beobachten. Derzeit sei die größte Schwierigkeit bei der Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen das Fehlen eines Verfahrens, das die Reaktion des Gehirns auf neue Behandlungsansätze direkt einschätzbar macht. Das neue Verfahren könnte ein potenzieller Ausweg aus diesem Dilemma sein. Die ersten Tests mit Patienten sollen laut BBC noch in diesem Jahr stattfinden. (Ende)
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Schlafentzug kann man nicht nachholen
3.2.2010 von zaro.
Mediziner: “Mittagsschlaf für Nachtarbeiter auch zu Mitternacht sinnvoll”
Boston/Wien - Wer denkt, er könne zu wenig Schlaf während der Woche am Wochenende nachholen, der irrt. Forscher des Bostoner Brigham and Women`s Hospitals http://www.brighamandwomens.org berichten im Onlinejournal Science Translational Medicine, dass Schlafmangel über einen längeren Zeitraum Konzentration und Leistungsfähigkeit einschränkt. Das sei ein Hinweis darauf, dass Menschen mit ungewöhnlichen Arbeitszeiten besonders anfällig für Fehler sind, auch wenn sie versuchen, den verlorenen Schlaf zu kompensieren.
Dass ausbleibender Schlaf gefährliche Wirkungen haben kann, zeigen bereits frühere Forschungen. “Nach 17 Stunden Wachzeit am Stück reagiert der Mensch so, wie wenn er 0,5 Promille Alkohol im Blut hätte, nach 24 Stunden sogar wie bei 1,0 bis 1,2 Promille. Dauert die Wachzeit deutlich länger, beginnen Halluzinationen”, erklärt Manfred Walzl, Neurologe und Psychiater der Landesnervenklinik Graz http://www.lsf-graz.at, gegenüber der Presse. Die Ausgangsfrage für die aktuelle Studie war, wie sich dieser Schlafentzug über einen längeren Zeitraum auswirkt.
Reaktion gerät ins Stocken
Die US-Forscher um Daniel Cohen untersuchten dazu acht Jugendliche ohne Schlafstörungen, die über einen Zeitraum von drei Wochen jeweils 30 Stunden ohne Unterbrechung wach blieben und anschließend zehn Stunden schliefen. Vergleichbar ist das mit den Arbeitszeiten von Ärzten, die nach einer Nacht mit Abrufbereitschaft gelegentlich 33 Stunden wach sind und dann zehn Stunden schlafen. Dann folgte ein Aufmerksamkeits- und Reaktionstests, dessen Ergebnisse mit denen einer Kontrollgruppe mit regelmäßigen Schlafrhythmen verglichen wurden.
Beide Gruppen schnitten über den gesamten Versuchszeitraum gleich ab, wenn der Test zwei Stunden nach dem Aufwachen durchgeführt wurde. Je länger der Versuch jedoch andauerte, desto deutlicher verschlechterten sich die Ergebnisse in Tests am Ende der Wachzeit. Lag die Reaktionsdauer in der ersten Woche bei 0,7 Sekunden, betrug sie in der dritten Woche mit 2,0 Sekunden bereits das dreifache. Wegen der geringen Anzahl an Probanden soll der Versuch nun in größeren Maßstab wiederholt werden.
Schlafentzug führt zu Katastrophen
Walzl sieht die Ergebnisse im Einklang mit bisherigen Erkenntnissen. “Viele Katastrophen der Technik sind auf Schlafmangel zurückzuführen. Etwa beim Tschernobyl-Unglück war ein großer Teil der Mannschaft über die gesamte 36-stündige Dauer des Versuchsprogramms beteiligt und interpretierte einen Befehl falsch. Ähnlich war die Situation bei der Giftgaskatastrophe im indischen Bhopal oder bei der Explosion der Raumfähre Challenger”, so der Grazer Schlafspezialist.
Chronischer Schlafmangel sei ein Merkmal der heutigen Zeit. “Seit 100 Jahren schon schlafen wir um zwei Stunden pro Tag zu kurz, derzeit durchschnittlich 6,5 bis 6,8 Stunden”, so Walzl. Extrem sei dies bei Kindern und Jugendlichen zu beoachten. “Viele überbrücken das Nicht-einschlafen-können mit Fernsehen oder Videospielen, haben dann massive Alpträume und zeigen am nächsten Tag arge Konzentrationsstörungen, Unruhe und Unaufmerksamkeit.” Im Berufsalltag seien besonders Schichtarbeiter von chronischem Schlafentzug betroffen. “Medizinisch wäre die Vorverlegung des Schichtsystems um zwei Stunden sinnvoll, auch sollte man am besten direkt vor der Nachtschicht schlafen”, rät Walzl.
Mittagsschlaf zu Mitternacht einlegen
Sei es unvermeidbar, eine Nacht durchzuarbeiten, solle man zu Mitternacht ein kurzes Mittagsschläfchen machen. “Zwischen ein und drei Uhr morgen und auch zur selben Zeit nachmittags ist unsere Leistungskurve auf einem absoluten Minimum. 20 Minuten Schlaf zuvor können Wunder wirken”, rät Walzl. Darüber hinaus sei es sinnvoll, nachts die Arbeitsumgebung so lichtreich wie möglich zu gestalten, da dadurch die Produktion des Schläfrigkeitshormons Melatonin gedrosselt wird.
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