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Alzheimer-Diagnose durch einfachen Augen-Test
Absterbende Zellen in der Netzhaut weisen auf Erkrankung hin
London (pte/15.01.2010/10:00) - Ein einfacher Augen-Test könnte Alzheimer und andere Krankheiten sichtbar machen, noch bevor die ersten Symptome entstehen. Wissenschaftler des University College London http://www.ucl.ac.uk setzen fluoreszierende Marker ein, die sich an absterbende Zellen anbinden. Diese werden dadurch in der Netzhaut sichtbar und liefern erste Hinweise auf im Gehirn absterbende Zellen. Erste Tests wurden mit Mäusen durchgeführt, Tests mit Menschen sind bereits geplant. Das Team um Francesca Coredeiro hofft, dass dieser Forschungsansatz eines Tages den Einsatz eines einfachen Tests auch bei Optikern ermöglichen wird. Details der Studie wurden im Fachmagazin Cell Death and Disease http://www.nature.com/cddis veröffentlicht.
Dieser Test könnte es den Wissenschaftlern auch ermöglichen, bestehende Schwierigkeiten bei der Erforschung der Gehirne von Alzheimer-Patienten endlich zu überwinden. Derzeit stehen nur teure MRI-Scans oder Obduktionsergebnisse zur Verfügung. Das neue Verfahren ermöglicht, den Verlauf der Krankheit über die absterbenden Zellen der Netzhaut zu verfolgen. Diese Zellen werden als grüne Punkte sichtbar, da sie die fluoreszierende Farbe aufnehmen. Die Forscher sind optimistisch, dass dieses Verfahren auch beim Menschen eingesetzt werden kann.
Überprüfung des Gehirnzustands beim Optikerbesuch
Coredeiro betonte, dass es nur wenigen Menschen bewusst sei, dass die Netzhaut ein direkter, wenn auch dünner Ausläufer des Gehirns ist. Daher sei es durchaus denkbar, dass in Zukunft bei einem Optikerbesuch auch der Zustand des Gehirns überprüft werde. Derartige Tests sollen in den großen Einkaufsstraßen innerhalb von fünf Jahren angeboten werden können.
Der Vergleich des Verlaufes des Zelltodes könnte den Wissenschaftlern auch helfen, den Verlauf einer Erkrankung zu beobachten. Derzeit sei die größte Schwierigkeit bei der Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen das Fehlen eines Verfahrens, das die Reaktion des Gehirns auf neue Behandlungsansätze direkt einschätzbar macht. Das neue Verfahren könnte ein potenzieller Ausweg aus diesem Dilemma sein. Die ersten Tests mit Patienten sollen laut BBC noch in diesem Jahr stattfinden. (Ende)
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