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Archive für 5.3.2010

Vornamen werden immer ungewöhnlicher

Experten: Wahl der Eltern grenzt an Narzissmus

San Diego/Leipzig/Berlin - Eltern suchen für ihre Kinder immer ungewöhnlichere Vornamen. Dieser Trend betrifft nicht nur Promis, berichten Wissenschaftler der San Diego State University http://www.sdsu.edu im Journal Social Psychological and Personality Science. Sie analysierten 325 Mio. amerikanische Vornamen zwischen 1880 und 2007. Dabei suchten sie, wie groß der Anteil der häufigsten Namen eines Jahres an allen vergebenen Namen war, und korrigierten die Ergebnisse um den Faktor der Migration.

Häufige Namen werden seltener

Noch 1880 lag die Wahrscheinlichkeit, dass Buben einen der zehn häufigsten Namen bekamen, bei 40 Prozent, nun sind es zehn Prozent. Einen “James”, der in den USA 1950 der häufigste Name war, gab es damals - statistisch gesehen - in jeder Schulklasse, heute ist der top-gereihte “Jacob” nur in jeder sechsten Klasse zu finden. Auch bei den Mädchen erhielt jedes zweite 1950 einen Namen aus der Liste der 50 häufigsten, nun ist es nur jedes vierte. Der größte Niedergang der geläufigen Namen sei in den 90ern erfolgt, so die Studienautorin Jean Twenge.

Dieser Tick deutet laut Ansicht der Forscher auf einen Kulturwandel. “War früher die Anpassung an die Allgemeinheit wichtig, achtet man heute darauf, unverwechselbar und herausragend zu sein. Das hat den Vorteil, dass es weniger Vorurteile und mehr Toleranz gegenüber Randgruppen gibt.” Allerdings könne die Situation sehr leicht kippen - und aus dem Individualismus ein Narzissmus werden. “Ob ein Kind mit einem außergewöhnlichen Name später eher narzisstisch wird, muss aber erst erforscht werden”, so Twenge.

Schauspieler und Fremdsprachen liefern Ideen

“Im deutschen Sprachraum geht der Trend in ähnliche Richtung”, bestätigt Lutz Jacob vom Namensservice Leipzig http://www.namenservice.de gegenüber ZAROnews. Soweit es dem Kindeswohl nicht entgegenstehe, erhebe das Standesamt selten Einspruch, da es außer der Vorgabe, dass ein Name im “Internationalen Handbuch der Vornamen” enthalten sein müsse, keine Festlegungen gebe. “Schauspieler und ihre Entscheidungen, wie sie ihre Kinder taufen, haben einen großen Einfluss auf die Namensgebung. Man sollte jedoch bedenken, dass Stars rasch wieder in Vergessenheit versinken, ein Kind seinen Vornamen jedoch ein Leben lang trägt.” (Ende)

Sexualmedizinische Enzyklopädie geht online

Unwissenheit mit fundierter Informationsplattform bekämpfen

Wien - “Gibt man in der Internetsuchmaschine Google das Wort Sex ein, erhält man 526 Mio. Suchergebnisse. Doch es ist sehr schwer, Spreu vom Weizen zu trennen”, meint Elia Bragagna, Medizinerin und Gründerin der Internetenzyklopädie http://www.sexmedpedia.at anlässlich des Starts des Portals, heute, Mittwoch. “Die neue Internetenzyklopädie informiere sachlich fundiert, verständlich und umfassend über dieses Thema”, erklärt die Medizinerin.

“Auf zu vielen Webpages finden sich eine Unzahl von Fehl- und Falschinformationen. Von der Verzerrung der Sexualität, wie sie auf vielen Seiten des Webs Platz greift, möchte ich hier gar nicht reden”, so die Medizinerin. “Die Website enthält ausschließlich wissenschaftlich fundierte, abgesicherte und korrekte Informationen zum Thema Sexualität und Gesundheit”, so Bragagna gegenüber der Presse.

Die häufigen Fragen nach Normalität

Wenn das Thema Sex diskutiert wird, stehe häufig sehr viel Unsicherheit im Raum. “Unsicherheiten über Körpernormen, Körperformen, der Frage, was guter Sex bedeutet, was normal oder nicht normal ist und ähnliches mehr”, so Bragagna. Es sei eine große Herausforderung, Antworten auf diese Fragen zu geben.

“Wir werden Mythen über Sexualität hinterfragen so wie den Menschen den Druck nehmen, unter den das sexuelle Erleben heutzutage gesetzt wird”, meint die Medizinerin. Normal sei, was gefällt und nicht, was Medien und selbsternannte “Sexgurus” als “normal” definieren.

Unwissenheit als Hemmschuh

“Für viele Frauen ist der eigene Körper eine Terra incognita”, meint die Gynäkologin Doris Linsberger http://www.gyn-krems.at. Weit verbreitet sei auch noch der “Pflichtsex”, mit dem sich die Frauen nicht nur seelisch, sondern auch körperlich schaden können, weil er oft zu chronischen Genitalinfektionen und schwer therapierbaren Schmerzzuständen führe.

Noch größere Unwissenheit über den Körper herrsche aber bei den Männern, bestätigt der Urologe und Androloge Karl Dorfinger http://www.dorfinger.at . “Es ist sehr wichtig, Männer dazu zu bringen, mehr auf ihren Körper zu achten und etwas dafür zu tun, wenn es Störungen gibt.” Generell sei bei Männern das Bewusstsein für Gesundheit und jenes für Sexualität gering ausgeprägt.

Sex bewegt alle und ängstigt sehr

“Wir leben zwar in scheinbar so aufgeklärten Zeiten, über Sexualität oder gar über Probleme mit ihr zu reden, fällt uns allerdings trotzdem immer noch sehr schwer”, meint der Psychiater und ärztliche Leiter des Anton-Proksch-Instituts http://www.api.or.at, Michael Musalek . Man lerne keine Sprache, mit der man über Sexualität reden könne. “Über Sexualität, gar über sexuelle Probleme mit einem Therapeuten zu reden, erscheint vielen schon eine fast unüberwindliche Hürde. Sie wird zum Mount Everest, wenn es darum geht, mit dem eigenen Partner oder der eigenen Partnerin über die gelebte oder eben nicht gelebte Sexualität und Probleme zu sprechen”, erklärt der Experte.

Ein Webportal wie Sexmedpedia könne als echter Türöffner fungieren, weil es eine extrem niederschwellige Möglichkeit sei, sich über Sexualität, Probleme mit derselben und mögliche Lösungsmöglichkeiten zu informieren. Neben den Artikeln zu einzelnen Themen kommen noch interaktive Angebote wie etwa die online Diskussionsplattform ‘Sex Talk by Elia Bragagna’ hinzu. Im Endausbau soll das Portal auch Blogs und Padcasts enthalten. (Ende)

Brustkrebs: Gen-Fehler stoppt Tamoxifen-Wirkung

Übermaß an FGFR1 führt zu Resistenz gegen das Medikament

London - Wissenschaftler des Breakthrough Breast Cancer Research Centre http://www.breakthroughcentre.org.uk haben herausgefunden, warum manche Frauen auf die Behandlung gegen Brustkrebs nicht ansprechen. Die Ursache ist ein genetischer Fehler. Das Forscherteam um Nick Turner geht aber davon aus, dass dieser sich beheben lässt.

Übermaß an FGFR1

Den meisten Frauen, bei denen Brustkrebs diagnostiziert wird, erhalten Tamoxifen, um ein erneute Erkrankung zu verhindern. Nicht alle Frauen sprechen jedoch auf die Behandlung an. Experten gehen davon aus, dass ein Drittel von der Einnahme gar nicht profitiert, berichtet BBC. Entscheidend soll ein Übermaß des Gens FGFR1 sein, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin Cancer Research http://cancerres.aacrjournals.org.

Diese Entdeckung könnte zu neuen Behandlungsansätzen für diese Frauen führen. FGFR1 soll einfach deaktiviert und damit die Wirksamkeit des Medikaments hergestellt werden. Die Wissenschaftler haben bereits im Labor nachgewiesen, dass das möglich ist. Sie setzten ein Medikament ein, das die Aktivität von FGFR1 einfach “ausschaltete”. War das Gen gestoppt, erhielten hormonbasierte Medikamente wie Tamoxifen ihre Wirksamkeit zurück.

Neue Behandlungsmöglichkeiten

Die Forscher gehen davon aus, dass diese Forschungsergebnisse jährlich tausenden Frauen helfen können. Eine von zehn Brustkrebspatientinnen verfügt über ein Übermaß an FGFR1. Turner betonte, dass das Wissen darüber, wie dieses Gen zu einer Tamoxifen-Resistenz führen kann, neue Möglichkeiten für die Behandlung von Brustkrebs bei Patientinnen eröffne, die sonst nur schlechte Resultate erzielen könnten.

Derzeit werde eine ganze Reihe von Medikamenten entwickelt, die die Aktivität von FGFR1 stoppen sollen. In klinischen Studien wird untersucht, ob diese Medikamente bei Krebsformen mit zu vielen Kopien dieses Gens wirken. In einer weiteren Studie soll nun untersucht werden, ob ein Medikament, das dieses Gen blockiert, der Hormon-Therapie-Resistenz bei Brustkrebspatientinnen entgegen wirken kann. “Bestätigen diese Tests unsere Arbeit im Labor, könnten wir vor dem Durchbruch für einen neuen Behandlungsansatz gegen Brustkrebs stehen.” (Ende)

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