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Archive für 13.3.2010
Internet verschlimmert die Pornografiesucht
13.3.2010 von zaro.
Erste Fachtagung zur Therapie der Internet-Sexsucht
Wien - Die Pornografie und Sexsucht haben durch das Medium Internet eine neue Dimension erhalten. Erstmals im deutschsprachigen Raum widmet sich im April eine wissenschaftliche Fachtagung der Internet-Sexsucht http://www.internetsexsucht.at, wobei der Schwerpunkt auf der Behandlung von Betroffenen liegt. “Erst wenige Psychotherapeuten widmen sich dieser Problematik, die vor allem Männer betrifft. Die Tagung möchte aber nicht den moralischen Zeigefinger heben, sondern das Leiden derer lindern, die Hilfe suchen”, betont der Tagungsleiter Raphael Bonelli im pressetext-Interview
Pornokonsum macht sich selbstständig
Das Internet hat die Möglichkeiten der Pornografie entscheidend erweitert. “Neben Bildern und Filmen erlaubt dasselbe Medium auch sexuelle Begegnungen realer Personen, etwa im Cybersex oder Chat”, so der Wiener Psychiater, Neurologe und Psychotherapeut. Der Online-Zugang sei billig und auch diskret, da kein Zeitschriftenverkäufer mehr zwischengeschaltet ist. Als Folge seien die Inhalte devianter als bei gedruckter Pornografie. “Nicht immer, aber leider sehr häufig verlangen die User immer intensivere Reize und wechseln so von Softporno über Hardcore zu Gewalt- und schließlich Vergewaltigungspornos.”
Niemand steigt laut Bonelli auf der letzten Stufe ein. “Werden etwa Jugendliche durch Peers eingeführt, empfinden sie die Inhalte zunächst als abstoßend oder unmenschlich. Mit der Zeit erwacht jedoch das Interesse und sie sehen sich um, was es sonst noch gibt. Die Gewöhnung überwindet die Scheu, die bei gesunden Menschen anfangs noch einen natürlichen Schutzreflex bietet, und man greift zu Härterem.” Die Sucht beginne dort, wo die eigene Kontrolle verschwindet und der Drang selbstständig wird. “Viele Männer können kaum mehr alleine vor einem Computer sitzen, ohne auf einschlägigen Seiten zu suchen.”
Leiden im Geheimen
Vorsichtige Schätzungen sprechen von 400.000 Internet-Sexsüchtigen in Deutschland und 40.000 in Österreich. Neun Zehntel davon sind Männer. Als häufige Motive sieht Bonelli fehlende sexuelle Befriedigung, Einsamkeit und fehlender Lebenssinn, die Sucht verstärke jedoch das Leiden. Laut einer Studie haben Nutzer von Erotik-Angeboten im Web alarmierend oft Depressionen, Angstgefühle und Stress. “Keiner ist stolz darauf, täglich stundenlang Online-Pornos zu konsumieren und viele leiden über Jahre in Anonymität”, so Bonelli. Besonders gelte das für Pädophile, die oft ebenfalls im Internet nach Befriedigung suchen. “Kinderpornographie dürfte bis zu drei Prozent der Internetpornographie ausmachen, also etwa 100.000 Websites weltweit”, so der Experte.
Die wenig realistischen Vorbilder von stets potenten Männern und immer bereiten Frauen verstärken zudem oft die sexuelle Unzufriedenheit. “Sexualität ist eine Dimension des Menschen, die sich bei exzessivem Ausleben ohne Gegenüber zunehmend verirrt. So lässt der ständige Konsum von Pornografie die Zufriedenheit mit der eigenen Sexualität sinken. Viele Online-Sexsüchtige sind weniger aufmerksam für den Partner und das soziale Umfeld und werden auch weniger beziehungsfähig. Denn statt mit anderen zu kommunizieren, kreisen sie im Leben zunehmend um sich selbst und um die eigene Befriedigung”, analysiert der Experte.
Fähigkeit zur Beziehung wieder herstellen
Wer den Schritt zum Therapeuten schafft, hat gute Chancen auf Heilung. “Es hilft schon, sich vor jemandem endlich vollständig öffnen zu können und Verständnis zu erfahren. Gegenüber der Partnerin ist das meist nicht der Fall.” Dies sei verständlich, so Bonelli, setze es doch jede zweite Frau dem Fremdgehen gleich, wenn der Partner ständig Bilder nackter Frauen konsumiert. In der Therapie - Bonelli ist systemischer Psychotherapeut - arbeite man oft an der Beziehungsfähigkeit. So soll der Patient neue Möglichkeiten entfalten, um keine Ersatzbefriedigung mehr zu brauchen. Erste Hilfe können auch Selbsthilfegruppen geben, wie ehemals Internet-Sexsüchtige http://www.nacktetatsachen.at auf der Tagung berichten werden.
Besonders sensibel für pornografische Inhalte des Internets sind Kinder. “Per Mausklick gibt es heute im Kinderzimmer Zugang zu brutalisierter Sexualität. Welche Folgen das langfristig hat, ist noch kaum abzuschätzen”, so Bonelli. Den Eltern rät der Psychotherapeut, den Computer allgemein zugänglich im Wohnzimmer zu platzieren, viel Austausch mit den Kindern zu pflegen und sie rechtzeitig aufzuklären, bevor sie entsprechende Informationen selbst besorgen. Filter vor Gewalt oder Pornos seien hilfreich, aber kein absoluter Schutz, da sie leicht zu umgehen sind. “Die Therapie verwendet meist keine technischen Sperren, da der eigene Antrieb zum Aufhören wichtig ist”, so Bonelli. (Ende)
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Erdbeben in Chile verschob die Erdachse
13.3.2010 von zaro.
NASA: Tage sind nun um 1,26 Mikrosekunden kürzer
Pasadena/Potsdam - Um 1,26 Mikrosekunden kürzer dauert der Erdentag seit am Samstag ein Beben der Stärke 8,8 den Süden Chiles erschüttert hat. Das berichten Experten der Raumfahrtsbehörde NASA http://www.nasa.gov. Laut ihren Berechnungen hat die schwere Naturkatastrophe die Erdachse um acht Zentimeter verschoben und somit die Rotation verändert, was zu diesem Effekt führte. Das mit 9,1 wesentlich stärkere Sumatra-Beben 2004 hätte allerdings mit einer Tageskürzung von 6,8 Mikrosekunden eine deutlich größere Wirkung gehabt. Eine Mikrosekunde ist der millionste Teil einer Sekunde.
Jedes Beben verändert die Erdrotation
Als “interessant, jedoch kaum relevant” stuft der Seismologe Winfried Hanka vom Geoforschungszentrum Potsdam http://www.gfz-potsdam.de dieses Phänomen ein, das zudem bisher nicht gemessen wurde, sondern nur im Modell mit idealisierten Eigenschaften berechnet werden konnte. “Jedes Erdbeben, das ja eine Massenverschiebung bedeutet, verändert die Erdachse und somit auch auf die Rotation. Je weiter das Epizentrum vom Äquator entfernt ist, desto stärker trifft das zu. Allerdings verlängern andere Beben die Tage wieder - in Summe dürfte sich also nichts ändern”, so der Experte gegenüber pressetext.
Das Beben in Chile gehört zu den fünf stärksten, die seit Beginn der Erdbebenmessungen rund um 1900 gemessen wurden. Platz eins dieser Wertung nimmt mit einer Magnitude von 9,5 ebenfalls ein Beben in Chile ein, das im Jahr 1960 stattfand. “Dass diese Region so aktiv ist, hängt mit ihrer relativen Plattengeschwindigkeit zusammen, die die weltweit höchste ist. Die pazifische Platte drängt jährlich sechs Zentimeter ostwärts und schiebt sich unter die südamerikanische, die ihrerseits zwei Zentimeter nach Westen driftet”, erklärt Hanka. Beliebig stark könnten die Beben jedoch nicht werden, da die Erdkruste ab einer gewissen Stärke bricht.
Gefahr neuer Vulkane in den Anden
Seit dem Hauptbeben erlebte Chile mehrere Nachbeben, deren bisher stärkstes die Magnitude 6,5 erreichte. Andere Folgen des Bebens zeigten sich bisher im Tsunami, der die chilenische Küste und einige vorgelagerte Inseln schwer beschädigte. In seiner Pazifiküberquerung bis nach Japan ebbte er jedoch auf eine ein Meter hohe Welle ab und richtete zumindest im asiatischen Pazifik keine Schäden an, was Experten auf seine Auslösung in seichtem Wasser sowie auf die seit 2004 verbesserten Frühwarnsystem zurückführen.
Noch bevorstehen könnte allerdings eine stärkere vulkanische Aktivität in den Anden. “Nachdem die subduzierte Nazca-Platte im Erdinneren schmilzt, steigt das Schmelzprodukt nach oben und füllt die Magnakammern. Durch Druck oder weitere Massenverschiebungen könnten diese undicht werden, zuvor geschlossene Kanäle öffnen und die Lava an die Oberfläche befördern”, so Hanka. Zwar gibt es in Chile ohnehin ein dichtes Netz zur Vermessung der seismischen Aktivität, mit Hilfe dessen man aufsteigende Lava zu berechnen versuche. “Konkret weiß jedoch niemand, wann und wo es soweit ist”, gibt der Experte zu bedenken.
Keine Zuspitzung der Bebenaktivität
Dass in diesem Jahr nach dem leichteren, jedoch aus menschlicher Sicht weit folgenschweren Erdbeben in Haiti nun bereits eine zweites großes Beben den Planeten erschüttert, ist für Hanka kein Alarmsignal. “Die Magnaströme im Erdinneren treiben die Platten ständig an, die Drift- und Konvergenzraten bleiben jedoch langfristig gleich. Auch die Spannungen, die sich weltweit aufbauen, verändern sich in Summe nicht. Es ist eher unwahrscheinlich, dass es in diesem Jahr zu einem weiteren ähnlich starken Beben wie nun in Chile kommt.” (Ende)
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Pestizid macht männliche Frösche weiblich
13.3.2010 von zaro.
Häufig verwendetes Atrazin wirkt als Hormongift
Berkeley/Wien - Atrazin ist eines der weltweit am häufigsten verwendeten Pestizide. Einer Studie von Forschern der University of California in Berkeley http://www.berkeley.edu zufolge, kann die Substanz bei erwachsenen Fröschen zur Unfruchtbarkeit und sogar zur Geschlechtsumwandlung führen. In der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences berichten die Forscher über die neuen Erkenntnisse.
In einer Studie wurden drei Viertel der männlichen Frösche mit dem Pestizid “chemisch kastriert”. “Sie waren nicht mehr in der Lage sich zu vermehren”, so Studienleiter Tyrone Hayes, Professor für integrative Biologie. Bei jedem zehnten männlichen Frosch kam es sogar zu einer Geschlechtsumwandlung. “Die männlichen Frösche litten unter Testosteronmangel und verloren all jene Fähigkeiten, die vom Hormon gesteuert werden”, so der Forscher.
Keine Chance in freier Wildbahn
“In der freien Wildbahn, wo es zu einem Wettkampf um einen Sexpartner kommt, haben diese Tiere keine Chance”, meint Hayes. Die zehn Prozent der männlichen Frösche, die zu weiblichen Tieren werden, können sich erfolgreich paaren - bringen aber ausschließlich männliche Nachkommen zur Welt. Damit ist das natürliche Geschlechterverhältnis der Tiere untereinander gestört. Das wiederum könnte eine ganze Population zum Aussterben bringen.
Obwohl die Experimente nur an Afrikanischen Krallenfröschen im Labor durchgeführt wurden, gehen die Experten davon aus, dass Atrazin, das als endokriner Disruptor bekannt ist, auch in der freien Umwelt zu ähnlichen Problemen führt. Als endokrine Disruptoren werden Stoffe bezeichnet, die wie Hormone wirken und so das empfindliche Gleichgewicht des endokrinen Systems (Hormonsystems) von Lebewesen stören können. Möglicherweise sei das ein Grund für den weltweiten Rückgang der Froschpopulationen, meint Hayes.
In Deutschland und Österreich verboten
Atrazin ist seit 1991 in Deutschland, seit 1995 in Österreich verboten. “In der Umwelt ist es allerdings immer noch nachweisbar”, erklärt auch der Pflanzenexperte Werner Müller von GLOBAL2000 gegenüber ZAROnews. Da Atrazin und sein Hauptabbauprodukt Desethylatrazin auch ins Grundwasser gelangen und damit dann im Trinkwasser nachgewiesen werden können, wurde die Anwendung in den EU-Staaten verboten.
In den USA wird das Unkrautbekämpfungsmittel allerdings immer noch verwendet. Eingesetzt wird es hauptsächlich im Mais-, aber auch Spargel-, Kartoffel- und Tomatenanbau. (Ende)
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Dunkelheit macht Menschen zu Betrügern
13.3.2010 von zaro.
Forscher: “Effekt der Anonymität auch bei Sonnenbrille feststellbar”
Toronto - Dunkelheit bietet Menschen nicht nur ein Versteck, sondern verschlechtert mitunter auch ihre Moral. Das berichten Psychologen von der University of Toronto http://www.utoronto.ca in der Zeitschrift Psychological Science. “Schon das Tragen einer Sonnenbrille verstärkt den Glauben, man sei vor der Aufmerksamkeit und Kontrolle anderer geschützt. Menschen lassen sich dann eher dazu verleiten, unehrlich und eigennützig zu sein”, berichtet Studienleiter Chen-Bo Zhong.
Um das herauszufinden, ließen die Forscher ihre Probanden mehrere Experimente durchlaufen. Das erste fand in Räumen statt, die entweder hell oder bloß schummrig beleuchtet waren. Die Versuchspersonen sollten Rechenaufgaben lösen, die Ergebnisse selbst korrigieren und sich je nach Richtigkeit aus einem vorgegebenen Budget belohnen. Während die Rechenleistung in beiden Gruppen gleich war, schummelten die Personen im Dämmerlicht eher und heimsten mehr unverdientes Geld ein als jene im hellen Raum.
Gute Laternen sind die beste Polizei
Im zweiten Versuch erhielt ein Teil der Probanden Sonnenbrillen aufgesetzt, der andere nicht. Es galt nun, sechs Dollar mit einer zweiten Person zu teilen und den Rest zu behalten. Und tatsächlich waren auch jetzt diejenigen mit Sonnenbrille mehr eigennützig und behielten eine größere Summe für sich zurück. Obwohl die zweite Person, die in Wahrheit der Studienleiter selbst war, sich während des gesamten Versuchs nicht sichtbar in einem anderen Raum aufhielt, gaben die Sonnenbrillenträger ein höheres subjektives Empfinden von Anonymität an als ihre Kollegen.
“Ähnlich wie kleine Kinder, die beim Versteckspiel ihre Augen schließen und glauben, der andere könne sie nicht sehen, vermittelt Dunkelheit den täuschenden Eindruck von Anonymität”, so die Analyse von Zhong. Ähnlich würde eine Person, die sich alleine in einem Raum befindet, weit eher eine fremde Person per E-Mail belügen, wenn der Raum schlecht beleuchtet sei. “Eine Straßenlaterne ist nachts die beste Polizei, da sie durch schonungslose Öffentlichkeit schützt”, drückte das schon 1860 der US-Philosoph Ralph Waldo aus.
Abstract des Originalartikels unter http://pss.sagepub.com/content/early/2010/01/28/0956797609360754.abstract (Ende)
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Mutterliebe macht Stress in Schwangerschaft wett
13.3.2010 von zaro.
Keine Schäden durch Stresshormone bei guter Mutter-Kind-Bindung
New York/London - Eine feste Bindung zwischen Mutter und Kind im Säuglingsalter kann Schäden gutmachen, die hoher Stress in der Schwangerschaft oft auslöst. Das berichten US-amerikanische und englische Forscher in der Fachzeitschrift “Biological Psychiatry”. Erstmals belegten sie in einer Untersuchung von Mutter und Kind, dass erhöhte Stresshormone in der Schwangerschaft die Intelligenz von Kleinkindern senkt. Bei Kindern, die im Säuglingsalter eine sichere Beziehung zu ihrer Mutter besaßen, waren jedoch keine negativen Effekte zu finden.
Bisher gibt es mehrere Hinweise darauf, was erhöhter Stress einer werdenden Mutter bewirken kann. “Das Risiko des ungeborenen Kindes verdoppelt sich, später das Aufmerksamkeitsdefizit- oder Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) zu entwickeln. Ähnliches gilt auch für Depressionen und Lernschwierigkeiten”, berichtet die Studienautorin Vivette Glover vom Imperial College London http://www.imperial.ac.uk im Presse-Interview. Weniger gut erforscht sei bisher der Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Schizophrenie und Autismus. Die aktuelle Studie konzentrierte sich allerdings auf kognitive Beeinträchtigungen.
Stresshormon heute ungünstig
Die Wissenschaftler entnahmen 125 werdenden Müttern in der 17. Schwangerschaftswoche Fruchtwasser und untersuchten, wie viel Cortisol es enthielt. Dieses als “Stresshormon” bekannte Stereoid produziert der Körper besonders dann, wenn er Strapazen, Nervosität oder Anspannung empfindet. Viel später - im 17. Lebensmonat der bereits geborenen Kinder - stellte man diesen in Puzzles, Spielen und Erinnerungstests altersgerechte Denkaufgaben. Außerdem analysierte man, wie sicher die Bindung zwischen Mutter und Kind war, wofür man das Verhalten bei fremden Aufsichtspersonen und beim Entfernen der Mutter beobachtete.
“Erstmals konnten wir zeigen, dass mehr Cortisol die Gehirnfunktion verschlechtert. Die Konzentrationsphasen waren bei diesen Kindern kürzer, die Sprache und Problemlösung schlechter, der ‘Baby-IQ’ in Summe geringer”, berichtet Glover. Dass der Fötus das Cortisol nicht blockiert, dürfte evolutionäre Gründe haben. “Scheinbar war es früher sinnvoll, wenn man schon vor der Geburt auf eine Umgebung mit hohem Stress vorbereitet wurde. Das Überleben hing oft davon ab, wenn man die Aufmerksamkeit anderer erregen, aggressiv sein oder Regeln brechen konnte. Heute ist solches Verhalten jedoch nicht hilfreich.”
Fürsorge ist stärker als Cortisol
Die gute Botschaft für gestresste Schwangere zeigte sich jedoch, als die Forscher den Zusammenhang mit der Mutter-Kind-Bindung analysierten. Die negativen Folgen der hohen Cortisol-Aussetzung als Embryo verschwanden vollständig, wenn die Mütter ihnen ein hohes Maß an Geborgenheit vermittelten. “Die meisten Mütter schaffen es, so eine Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen, indem sie ihm mit viel Feingefühl begegnen. Bei Depression ist das ein schwieriges Unterfangen”, so die Forscherin.
Wichtig sei es, Müttern mit schlechten Voraussetzungen für diese Bindung nicht zu beschuldigen, sondern ihnen nötige Unterstützung zu geben. “Mediziner sollten geschult werden, um Stress bei Schwangeren und jungen Müttern rechtzeitig zu erkennen. Außerdem braucht es frühe Hilfen für Mütter, damit sie sich dem Kind feinfühlig zuwenden zu können”, so der Ratschlag der Studienautorin. Die frühkindliche Bindung ist zudem auch für die Entwicklung bis ins Erwachsenenalter wichtig.
Weitere Forschungen notwendig
Nicht geklärt wurde in der Untersuchung allerdings, ob das erhöhte Cortisol im Fruchtwasser tatsächlich von der Beunruhigung der Mütter stammte. “Auch wenn dies wahrscheinlicher ist, könnte das Hormon auch auf Stress zurückgehen, den die Embryos selbst empfunden haben”, betont Glover. Auch könne man aufgrund des speziellen Versuchsaufbaus nicht feststellen, inwiefern die Mutter-Kind-Bindung auch andere negative Effekte von erhöhtem Stress in der Schwangerschaft ausgleichen kann. Als nächstes wollen die Forscher klären, wie sich Stresshormone und Mutterbindung im Schulalter auswirken.
Abstract der Originalstudie unter http://dx.doi.org/10.1016/j.biopsych.2010.01.002 (Ende)
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Diäten helfen gegen Artherosklerose
13.3.2010 von zaro.
Natürlicher Alterungsprozess lässt sich teilweise rückgängig machen
Beer-Sheva - Drei Diäten helfen offenbar, blockierte Arterien wieder frei zu machen: Wenig Fett, wenig Kohlehydrate und die Mittelmeer-Diät. Zu diesem Ergebnis ist eine Untersuchung der Ben-Gurion University http://web.bgu.ac.il/Eng/Home gekommen. Die Studie, an der 140 Personen teilgenommen haben, ergab, dass die richtige Ernährung tatsächlich helfen kann, die fettigen Ablagerungen in den Arterien zu verringern.
Ernährung kein Wundermittel
Am Ende der Studienlaufzeit von zwei Jahren, hatte sich bei den Teilnehmern der Durchmesser der Arterienwand um fünf Prozent verringert. Experten wie Charles Knight von der British Cardiovascular Society bezeichneten die Studie zwar als interessant. Ernährung allein sei jedoch auch kein Wundermittel gegen Ablagerungen in den Arterien, heißt es bei der BBC. Details der Studie wurden im Fachmagazin Circulation veröffentlicht.
Fetthaltige Ablagerung
Bei einer Atherosklerose kommt es mit dem Fortschreiten der Krankheit zu einer Verdickung durch fetthaltige Ablagerung, die das Risiko von Herz- und Schlaganfällen erhöhen können. Das Team um Iris Shai wollte herausfinden, ob dieser an sich natürliche Alterungsprozess durch die Ernährung rückgängig gemacht werden kann.
Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit US-amerikanischen, kanadischen und deutschen Wissenschaftlern durchgeführt. Freiwillige ernährten sich mit einer der drei Diätformen. Sie wurden ersucht, zwei Jahre lang dabei zu bleiben und Aufzeichnungen über ihre Ernährung zu führen. An der Studie nahmen übergewichtige Personen teil, die zwischen 40 und 65 Jahren alt waren (überwiegend Männer).
Volumen der Halsschlagader
Mittels bildgebender Verfahren wurde das Volumen der Halsschlagader festgestellt. Diese Messungen wurden am Anfang und am Ende der Studie durchgeführt. Shai betonte, es sei sehr interessant gewesen, festzustellen, dass diese doch sehr verschiedenen Formen der Ernährung ähnliche Auswirkungen hatten.
Eine zuckerarme Ernährung würde immer wieder mit einer Verstopfung der Arterien in Zusammenhang gebracht. Beweise dafür konnten laut der Wissenschaftlerin nicht gefunden werden. Ein möglicher Zusammenhang könne jedoch das Fallen des Blutdruckes durch die veränderte Ernährung sein. (Ende)
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Schlaf blockiert das Durstgefühl
13.3.2010 von zaro.
Innere Uhr schützt durch Hormone vor Dehydrierung
Montreal - Eine Erklärung dafür, warum wir nachts nicht ständig trinken oder auf die Toilette gehen müssen, haben kanadische Forscher von der McGill University http://www.mcgill.ca gefunden. In der Fachzeitschrift Nature Neuroscience berichten sie, dass die innere Uhr dafür sorgt, dass im Schlaf besonders viele Hormone ins Blut ausgeschüttet werden, die den Körper zu einem besseren Wasserspeicher machen. Das dürfte den Menschen im Schlaf vor dem Verdursten schützen.
Der wichtigste Mechanismus, mit dem der Körper seinen Wasserhaushalt steuert, ist die Balance der Wasseraufnahme - gesteuert durch das Durstgefühl - mit der Wasserabgabe, für die die Urinproduktion den Ausschlag gibt. Problematisch wird das während der Schlafenszeit, in der dem Körper ja keine Flüssigkeiten zugeführt wird. Um alle wichtigen Organe bei Funktion zu erhalten, muss folglich der Wasserverlust minimiert werden. Wie das gelingt, wusste man bisher noch kaum.
Schlaf optimiert die Wasserspeicherung
Eine heiße Spur liefert nun das Forscherteam um Eric Trudel und Charles Bourque. Der Ansicht der Wissenschaftler zufolge senden im Schlaf die Nervenzellen, die für die Wasserwahrnehmung zuständig sind, den für das Hormon Vasopressin zuständigen Neuronen den Befehl zur vermehrten Ausschüttung. Vasopressin, dessen erhöhte Niveaus während der Schlafenszeit man schon früher feststellen konnte, koordiniert im Körper die Wasserspeicherung. Nachts dürfte es dafür sorgen, dass der Körper kaum Wasser verliert.
Der Nachweis gelang den Forschern vorerst bei Ratten. Sie isolierten dünne Schichten ihres Gehirns, deren Zellen für die Wasserempfindlichkeit, für die Vasopressin-Produktion und für die innere Uhr noch intakt waren. War die innere Uhr auf “Schlafenszeit” gestellt, verbesserte dies die Kommunikation zwischen den Wassersensoren und den Hormonproduzenten. Nach dem Aufwachen verschlechtert sich die Kommunikation, zeigte die Messung der elektrischen Aktivitäten der Zellen. “Ratten sind nachtaktive Wesen. Ob dieselben Effekte auch beim Menschen gültig sind, muss erst geklärt werden”, so die Forscher.
Originalartikel unter http://www.nature.com/neuro/journal/vaop/ncurrent/full/nn.2503.html (Ende)
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