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Archive für 22.3.2010

Babys tanzen von Natur aus

Taktgefühl ist Kindern in die Wiege gelegt

York - Was Eltern schon immer wussten, bestätigen nun Wissenschaftler: Kindern bewegen sich aktiv, spontan und unaufgefordert zu Musik. Musikforscher und Psychologen aus Finnland und England konnten zeigen, dass Babys ihre Bewegungen mit Feingefühl auf den Rhythmus von Musik abstimmen, und zwar schon lange bevor sie zu sprechen beginnen. Veröffentlicht wurde die Forschung in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences.

Die Wissenschaftler spielten 120 Kindern zwischen fünf Monaten und zwei Jahren zahlreiche Hörbeispiele vor. Sie filmten die spontanen Bewegungen der Kleinen und verglichen sie bei verschiedenen Stimuli, unter anderem bei klassischer Musik, rhythmischen Schlagzeugschlägen, Kinderliedern und auch bei gesprochener Sprache. Es zeigte sich, dass Babys besonders auf Rhythmus und Tempo der Musik ansprechen, während andere Elemente wie etwa die Melodie weniger wichtig waren. Am geringsten war die Reaktion auf Sprache.

Kein Lernprozess nötig

Studienleiter Marcel Zentner von der University of York http://www.york.ac.uk sieht in den Ergebnissen den Nachweis dafür, dass das Rhythmusgefühl angeboren ist. “Da die Reaktion schon im Alter von sechs Monaten zu entdecken war, kann man ausschließen, dass sie Ergebnis eines längeren Lernprozesses ist”, so der aus der Schweiz stammende Psychologe gegenüber pressetext. Weitere Hinweise liefere die Tatsache, dass alle Babys ähnlich reagierten, egal ob sie mit ihren Müttern seit dem Alter von drei Monaten frühmusikalische Kurse besuchten oder nicht. Auch die Einstellung der Eltern zu Tanz und Musik hatte keinen Einfluss.

“Rhythmus und Taktschlag sind tragende Elemente der Musik, auf die Kleinkinder reagieren. Es scheint, als ob Kinder damit bereits vertraut werden, wenn sie im Bauch der Mutter den Herzschlag hören”, so Zentner. Je besser sich die Säuglinge zur Musik bewegten, desto eher lächelten sie, was ein Hinweis auf den Lustgewinn aus dem Tanz sei. Ein derartiges natürliches Taktgefühl wurde bisher nur beim Menschen festgestellt. “Bisher ist noch in Debatte, ob es einen Selektionsdruck gab, der das Gehirn Musik verarbeiten ließ”, berichtet der Forscher.

Unbefangenheit geht später verloren

Wahrscheinlich ist das Ausmaß der Reaktion der Babys in Wahrheit stärker als die Studie zeigen konnte. “Um den wissenschaftlichen Nachweis zu liefern, untersuchten wir die Babys im Labor. Es ist anzunehmen, dass sie im alltäglichen Umfeld unbefangener reagieren.” Genau diese Unbefangenheit werde in unseren Breiten später oft zum Verhängnis. “Die Spontaneität der Reaktion nimmt im Lauf der Kindheit und Jugend scheinbar ab, dazu gesellt sich dann oft ein Schamgefühl”, vermutet der Forscher.

Originalartikel unter http://www.pnas.org/content/early/2010/03/08/1000121107.full.pdf+html (Ende)

Impotenz als Warnung vor drohendem Herzanfall

Anhaltende Potenzprobleme könnten auf Arterienverengung hinweisen

Saarbrücken - Impotenz ist ein starkes Anzeichen für einen drohenden Herzanfall oder sogar einen Todesfall bei Hochrisiko-Patienten. Zu diesem Ergebnis ist eine Untersuchung der Universität des Saarlandes http://www.uni-saarland.de gekommen. Eine Studie mit 1.519 Männern, die bereits an einer kardiovaskulären Erkrankung litten, ergab, dass jene, die auch impotent waren, über ein doppelt so hohes Herzanfall- oder Sterberisiko verfügten.

Anhaltende Potenzprobleme

Diese Ergebnisse legen laut BBC nahe, dass Männer die unter Impotenz leiden, auf kardiovaskuläre Erkrankungen hin untersucht werden sollten. Details der Studie wurden im Fachmagazin Circulation http://circ.ahajournals.org veröffentlicht. Impotenz wird durch einen nicht ausreichenden Blutfluss in den Penisarterien verursacht. Bei manchen Männern könnten anhaltende Potenzprobleme ein Hinweis darauf sein, dass sich die Arterien verengen.

Die Studie begleitete Männer aus 13 Ländern, die bereits an einer kardiovaskulären Erkrankung litten. Beobachtet wurde, ob sie in der Folge einen Herzanfall oder einen Schlaganfall erlitten. Die Teilnehmer wurden zu Beginn der Studie, nach zwei und nach fünf Jahren nach erektilen Dysfunktionen befragt. Die impotenten Studienteilnehmer erlitten auch um zehn Prozent wahrscheinlicher einen Schlaganfall und wurden um 20 Prozent eher nach einem Herzversagen ins Krankenhaus eingeliefert. Diese Werte blieben gleich, auch nachdem Faktoren wie Alter und Rauchgewohnheiten berücksichtigt wurden.

Kardiovaskuläre Erkrankungen
Der leitende Wissenschaftler Michael Böhm erklärte, dass auch Männer, die Medikamente gegen ihre Impotenz einnehmen, auf kardiovaskuläre Erkrankungen hin untersucht werden sollten. Das geschehe jedoch nicht immer. Die Medikamente wirken und die Patienten kommen nicht mehr in die Sprechstunde. Es würde also nur die erektile Dysfunktion behandelt und nicht die zugrunde liegende kardiovaskuläre Erkrankung. (Ende)

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