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Archive für 5.5.2010
Medikamente können für Kinder hochgiftig sein
5.5.2010 von zaro.
Expertin: “Besondere Vorsicht bei Herzmitteln und Psychopharmaka”
Freiburg - Dass allein die Menge von Medikamenten das Gift ausmacht, stimmt bei Kindern doppelt. Einige hochwirksame Arzneien können in Erwachsenendosis bei Kindern schlimme Vergiftungen auslösen, macht das Nachrichtenportal “abcnews” aufmerksam. Die kindersichere Aufbewahrung gemeinsam mit der Medikamenteninformation ist daher in allen Haushalten wichtig, in denen Kinder leben oder zu Besuch kommen.
Kleinkinder am meisten betroffen
Todesfälle von Kindern aufgrund von Medikamentenvergiftungen sind äußerst selten, ist der Todesursachen-Statistik zu entnehmen. “Doch immerhin jeder fünfte Notruf, der wegen eines Kindes in der Vergiftungszentrale eingeht, hat mit dem versehentlichen Verschlucken eines Medikaments zu tun”, berichtet Maren Hermanns-Clausen, Leiterin der Vergiftungs-Informations-Zentrale am Universitätsklinikum Freiburg http://www.uniklinik-freiburg.de/giftberatung/live/, gegenüber uns. Besonders häufig sind Zwischenfälle bei Kindern im Alter von sechs Monaten und vier Jahren, die vier Fünftel aller Anrufe bei Kindern ausmachen.
Je kleiner Kinder sind, desto schlimmer kann sich ein versehentlich verschlucktes Medikament theoretisch auswirken. “Kinder wiegen weniger als Erwachsene, zudem sind ihre Ausscheidungsprozesse noch nicht ganz ausgereift. Ein hochwirksames Medikament in der Dosis für Erwachsene kann somit weitaus toxischer wirken”, so Hermanns-Clausen. Was Erwachsene heilt, kann daher bei Kindern mitunter Übelkeit und Kopfschmerzen, Krämpfe, Schockzustände und Koma, Verlangsamung des Herzschlags bis zum Stillstand auslösen.
Lebensgefahr durch eine Tablette
Bei wenigen Medikamenten können schon eine Tablette oder wenige Tropfen zu bedrohlichen Vergiftungen bei Kindern führen. Dazu gehören Schmerzmittel wie Methadon und andere Opiate, trizyklische Antidepressiva, ältere Antihistaminika, Neuroleptika und Herzmitteln wie Kalzium-Antagonisten. Hohes Risiko besteht für Kinder auch bei für Diabetes verwendeten Sulfonylharnstoffen, bei Augentropfen mit Atropin und bei Salben mit hohem Kampfer-Gehalt. “Auch eine Überdosis Aspirin kann gefährlich sein, allerdings bieten die 500mg-Blisterpackungen einigermaßen Schutz”, so die Expertin.
Für den Notfall empfiehlt Hermanns-Clausen den Eltern, die Ruhe zu bewahren und rasch zu ermitteln, welches Medikament in welcher Menge verschluckt wurden. “Falls das nicht mehr feststellbar ist, muss man überlegen, welche Substanzen in welcher Menge verfügbar gewesen sein könnten. Diese Informationen sind für den Anruf beim Notarzt oder bei der Rettung entscheidend.” Falls das Kind nicht schwere Beeinträchtigungen wie Atemstörungen oder Krampfanfälle zeigt, sei der Anruf beim Giftnotruf oder die Seite http://www.giftberatung.de hilfreich. Ratsam sei auch die Vorratslagerung von Aktivkohle, mit der nach Rücksprache mit Arzt oder Vergiftungsnotruf eine primäre Giftentfernung erfolgen kann.
Medikamente im Karton verwahren
Damit es nicht so weit kommt, ist die kindersichere Aufbewahrung von Arzneien in jedem Augenblick wichtig. Was in der eigenen Wohnung gut gelingen mag, wird bei Besuchen zur Herausforderung. “Da alte Menschen häufig mehrere Krankheiten gleichzeitig haben, bewahren sie ihre Medikamente der Praktikabilität halber oft in der Medikamentenbox als Tagesdosis. Damit sind die Arzneien jedoch wesentlich besser zugreifbar und auch der Schutz der Blisterverpackung fällt weg”, warnt Hermanns-Clausen.
Das Entfernen von Medikamente aus ihrer Originalpackung sei auch aus anderen Gründen gefährlich. “Im Vergiftungsfall muss eventuell ein Außenstehender beurteilen können, um welches Mittel es sich handelt. Das ist kaum möglich, wenn Arzneien umgefüllt oder Blisterpackungen aus dem Karton entfernt und ausgeschnitten werden.” Das würde auch der Grundabsicht der Blisterpackungen widersprechen, Missbrauch und Zugänglichkeit für Kinder zu erschweren. (Ende)
Geschrieben in Fachpublikation, Pressebericht, Wirtschaft, Familie, Medizin, Allgemein | Drucken | Keine Kommentare »
Arzneimittelrückstände bedrohen Fische
5.5.2010 von zaro.
Viele Medikamenten-Wirkstoffe überstehen Kläranlagen-Behandlung
Göteborg/Umea - Forscher der Umea Universität und der Sahlgrenska Academy an der Universität Göteborg http://www.sahlgrenska.gu.se haben Arzneimittel-Rückstände in Fischen entdeckt, die in behandelten Abwässern schwammen. Im Fischblut konnten höhere Werte des Hormons Levonorgestrel gefunden werden, als in einer Frau, die eine Verhütungspille mit dem Hormon einnimmt. Erhöhte Werte der Substanz können zu Unfruchtbarkeit bei Fischen führen, berichten die Forscher im Fachmagazin Environmental Science and Technology.
Die Forscher um Joakim Larsson haben Fische, die in geklärten Abwässern in Stockholm, Umea und Göteborg leben, untersucht. “Das Ergebnis war erstaunlich, denn die Menge des in hormonellen Verhütungsmitteln häufig verwendeten Levonorgestrel, die wir in den Fischen gefunden haben, lagen bei rund einem Nanogramm pro Liter”, so Larsson gegenüber der Presse. In einer vorangegangenen deutschen Studie kamen Forscher zum Ergebnis, dass weniger als ein Nanogramm des Hormons ausreiche, um die Reproduktion der Fische zu stoppen.
25 Chemikalien untersucht
Die Fische wurden in nicht verdünnten gereinigten Abwässern untersucht. “In freier Wildbahn wird das gereinigte Abwasser noch weiter verdünnt und damit das Risiko verringert”, so Larsson, der allerdings hinzufügt, dass es auch Wasserläufe gibt, die weniger oder kaum verdünntes behandeltes Abwasser führen. “Klar wird in der Studie jedenfalls, welche Substanzen aus den Abwässern unbedingt entfernt werden müssen.”
“Insgesamt haben wir die Fische auf 25 verschiedene Arzneimittelrückstände hin untersucht”, so Larsson. “Allerdings konnten wir von keiner Substanz derart hohe Werte feststellen wie vom synthetischen Progesteron-ähnlichen Levonorgestrel.” Seit knapp zehn Jahren ist bekannt, dass synthetisches Östrogen aus der Antibabypille trotz Abwasserbehandlung schädlich für Fische ist.
80 bis 90 Mio. Frauen verhüten hormonell
Kombinierte Antibabypillen enthalten verschiedene synthetische Sexualhormone wie etwa synthetisches Östrogen und Progesteron-ähnliche Hormone. Welche Mengen in den einzelnen Präparaten enthalten sind, variiert. “Doch Levonorgestrel ist in sehr vielen Antibabypillen, Hormonimplantaten uns Pille-Danach-Produkten enthalten”, so der Forscher. Weltweit nehmen zwischen 80 und 90 Mio. Frauen hormonelle Verhütungsmittel, schätzen die Wissenschaftler.
“Wenn wir wissen, dass unsere Arzneimittel die Umwelt bedrohen, wären wir in einer besseren Situation, wenn wir auf umweltfreundliche Alternativen zurückgreifen würden. Allerdings steht das Wohl der Patienten an oberster Stelle”, erklärt Larsson abschließend.
(Ende)
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Junge rauchende Männer haben niedrigeren IQ
5.5.2010 von zaro.
20.000 Soldaten zwischen 18 und 21 Jahren in Israel untersucht
Tel Aviv - Einer aktuellen Studie der University of Tel Aviv http://www.tau.ac.il und dem Sheba Medical Center http://eng.sheba.co.il am Tel Hashomer Hospital zufolge weisen junge Männer, die rauchen, einen durchschnittlich niedrigeren IQ auf als ihre nichtrauchenden Kollegen. Erhoben wurden die Ergebnisse bei rund 20.000 Soldaten im Alter zwischen 18 und 21 während ihrer Zeit bei der Armee. Ausschlaggebend war übrigens die Zahl der täglich gerauchten Zigaretten, schreiben die Forscher im Fachmagazin Addiction.
Der durchschnittliche Intelligenzquotient IQ eines Nichtrauchers betrug etwa 101 während der durchschnittliche IQ eines Rauchers sieben IQ-Punkte - bei 94 - darunter lag. Der IQ bei gesunden jungen Männern ohne geistige Störungen liegt in dieser Altersgruppe zwischen 84 und 116, berichten die Forscher um Mark Weiser vom Department of Psychiatry an der Tel Aviv Universität.
Sozioökonomischer Hintergrund als Hauptfaktor ausgeschlossen
“In Gesundheitsberufen glauben wir Forscher, dass Raucher jene Menschen sind, die in schwieriger Umgebung aufwachsen oder die schlechtere Erziehung genossen haben”, so Weiser. Da die Studie allerdings Probanden mit völlig verschiedenem sozioökonomischen Hintergrund miteinbezogen haben, könne man diesen Hauptfaktor ausschließen, so der Forscher.
Signifikant war das Ergebnis auch bei Zwillingen, von denen einer rauchte, der andere hingegen Nichtraucher war. Auch hier konnten die Forscher deutlich zeigen, dass der Nichtraucher durchschnittlich einen höheren IQ hatte als sein rauchender Bruder. Alle Männer der Studie waren in guter körperlicher Verfassung und hatten den Militär-Tauglichkeitstest zuvor bestanden. 28 Prozent der Untersuchten waren Raucher, drei Prozent gaben an, mit dem Rauchen aufgehört zu haben und 68 Prozent von ihnen hatte nie Zigaretten geraucht.
Fettleibigkeit und andere Süchte
Die Studie weise zudem auf einen generellen Trend von epidemiologischen Studien hin. Deutlich wird, dass weniger Intelligente innerhalb des durchschnittlichen IQ-Spektrums eine niedrigere Willensbildung in Sachen Gesundheit aufweisen”, so Weiser. Diese Tatsache sollte auch den Gesundheitsbehörden zu Denken geben und in die Gesundheitspolitik mit einfließen. Menschen mit niedrigerem IQ sind nicht nur anfälliger für das Rauchen, sondern auch für andere Süchte, zudem sind sie häufiger adipös. (Ende)
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