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Archive für 12.5.2010
Viel Bauchfett sorgt für suchtartiges Essverhalten
12.5.2010 von zaro.
Suchtverhalten spielt wesentliche Rolle bei kritischem Übergewicht
Graz - Völlig neue Aspekte bei der Entwicklung von Fettsucht haben Grazer Forscher entdeckt. Bei Jugendlichen mit stammbetonter Fettsucht reagierte ein Hirnzentrum, das unter anderem für die Speicherung von Gedächtnisinhalten zuständig ist, besonders stark auf optische Nahrungsreize. Die Forscher nehmen an, dass bei diesen prägungsähnlichen Prozessen das Hormon Insulin eine ganz wichtige Rolle zu spielen scheint.
“Um die Frage zu klären, ob Nahrungsreize bei Übergewichtigen besonders starke Reaktionen in bestimmten Hirnarealen auslösen, haben wir übergewichtige und normalgewichtige Jugendliche während einer Kernspintomographie (MRI) Fotos mit hoch- und niederkalorischen Nahrungsmitteln gezeigt”, so Studienleiter Harald Mangge vom Klinischen Institut für medizinische und chemische Labordiagnostik an der Medizinischen Universität Graz http://www.medunigraz.at, gegenüber der Presse. “Dabei haben wir die neuronale Aktivität im Gehirn gemessen.”
Hochkalorische Nahrungsbilder aktivieren Hippocampus
“Besonderes Augenmerk haben wir auf Hirnzentren gelegt, die mit Suchtverhalten in Verbindung gebracht werden”, erklärt Mangge. Zusätzlich haben die Forscher auch anthropometrische, verhaltenspsychologische und labordiagnostische Daten erhoben. “Das Ergebnis war überraschend, denn abhängig von der Höhe des Nüchterninsulinspiegels fand sich nach einer Stimulation mit Bildern hochkalorischer Nahrungsmittel bei Übergewichtigen eine besonders starke Aktivität im Bereich des Hippocampus.”
“Ein interessanter Aspekt war, dass für diese Korrelation nicht der Body Mass Index oder der prozentuelle Körperfettanteil entscheidend war, sondern das Ausmaß des innerhalb des Bauchraums gelegen Fetts”, erklärt Mangge. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass Personen mit vermehrtem Bauchfett besonders stark zu einer beginnenden Insulinresistenz neigen, die durch eine verstärkte Insulinproduktion ausgeglichen werden muss.
Fettsucht nicht willensgesteuert
“Die Untersuchungsergebnisse legen nahe, dass die Entwicklung willentlich nicht steuerbar ist”, meint der Mediziner. Intellektuell sei es wohl begreifbar, dass die Betroffenen einen gesünderen Lebensstil pflegen sollten. Dem entgegen stehe das Sucht-Verhalten mit dem typischen Craving - dem Verlangen eines Suchtkranken. “Die Erkenntnisse werden auch auf die Entwicklung neuer Therapien einen Einfluss haben”, meint der Wissenschaftler.
Suchtverhalten wurde bisher primär mit Botenstoffen wie Dopamin in Zusammenhang gebracht. Der starke Zusammenhang zwischen Hippocampusaktivierung und Nüchterninsulinwerten in der Studie weise darauf hin, dass bei diesem Prozess offenbar auch Insulin eine entscheidende Rolle spielt. Der Hippocampus ist zudem eine Region mit einer hohen Dichte von Insulinrezeptoren. “Insulin scheint die Speicherung von hochkalorischen Nahrungsreizen solcherart zu beeinflussen, dass bei neuerlicher visueller Stimulation ein besonders starker Reiz ausgeübt wird.” Dies könne zu suchtartigen Essverhalten von vor allem stark fett- und zuckerhaltigen Nahrungsmittel führen.
Suche nach Lösungen gegen globale Fettsucht-Epidemie
Die Ursache für die globale Fettsucht-Epidemie sieht Mangge in einer Veränderung der Lebensumstände in den vergangenen 100 Jahren. Deutlich erkennbar sei das Phänomen bei Bewohnern der japanischen Insel Okinawa, die die höchste Zahl an über 100-Jährigen aufweist, und die dieses hohe Alter grundsätzlich normalgewichtig erreichen. “Übersiedeln die Bewohner in die westlich ‘zivilisierte Welt’, z.B. USA sinkt ihre Lebenserwartung dramatisch. Sie werden adipös und schneiden gesundheitlich schlechter ab als ein durchschnittlicher US-Amerikaner.”
“Verhaltensweisen, die in der Urzeit das Überleben garantiert haben, können heute mehr oder weniger lebensbedrohlich bzw. krankheitsfördernd sein. Sollten sich die Ergebnisse in weiteren Studien bestätigen, müsste bei einem metabolischen Risikotyp mit frühzeitig im Leben einsetzender Fettansammlung im Bauchraum vermehrt auf Anzeichen auf suchtartiges Essverhalten geachtet werden.” Das bedeute auch, dass therapeutische Maßnahmen, bei denen hochkalorische Nahrungsreize einseitig thematisiert werden, zu einem noch stärkeren Suchtverhalten führen könnten. (Ende)
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Nahtoderfahrungen: Kohlendioxid als Auslöser ?
12.5.2010 von zaro.
Neue Theorien stellen bisherige Annahmen in Frage
Maribor (pte/08.04.2010/10:10) - Nahtoderfahrungen während eines Herzstillstands - von hellen Lichtern bis hin zum Abspulen des Lebens vor dem inneren Auge - könnten auf Kohlendioxid zurückzuführen sein. Zu diesem Ergebnis sind Forscher der Univerza za Mariboru http://www.uni-mb.si gekommen. Das Team um Zalika Klemenc-Ketis untersuchte 52 Patienten und fand heraus, dass die Werte dieses Gases bei jenen höher waren, die von derartigen Erfahrungen berichtet hatten.
Religion und Drogen
Die Wissenschaftler wollen die Debatte darüber beleben, warum so viele Menschen bei einem Herzstillstand Nahtoderfahrungen machen. Bisher war man davon ausgegangen, dass Religion und Drogen eine Erfahrung spielen. Es wird immer wieder von einem Tunnel, einem hellen Licht, einem mystischen Wesen oder einem Beobachten der Szene von einer Position außerhalb des Körpers berichtet, heißt es bei der BBC. Andere berichteten einfach von einem überwältigenden Gefühl des Friedens und der Ruhe. Einer von zehn Menschen und fast ein Viertel der Herz-Patienten soll bei einem Herzstillstand derartige Erfahrungen machen.
Bei der Untersuchung der 52 Patienten der aktuellen Studie schien es kein Muster hinsichtlich Geschlecht, Glauben, Todesangst, Zeitraum für die Erholung oder bei den verabreichten Medikamenten zu geben. Ein Sauerstoffmangel, bei dem Hirnzellen absterben - eine der prinzipiellen Erklärungen für Nahtoderfahrungen - erwies sich bei dieser allerdings kleinen Gruppe nicht als statistisch signifikant. Es zeigte sich jedoch, dass die Kohlendioxid-Werte bei den Patienten mit Nahtoderfahrungen deutlich höher waren.
Halluzinationen durch Kohlendioxid
Frühere Studien hatten bereits nachgewiesen, dass das Einatmen von Kohlendioxid zu Halluzinationen führen kann, die den Nahtoderfahrungen durchaus ähnlich sind. Ob die höheren Werte bei den Betroffenen auf den Herzstillstand selbst zurückzuführen waren oder nicht, ist derzeit nicht geklärt. Klemenc-Ketis erklärte, dass noch viel Arbeit auf die Wissenschaftler warte. An der Southampton University findet derzeit ein groß angelegtes Forschungsprojekt statt. Untersucht werden soll, ob diese Patienten tatsächlich äußerkörperliche Erfahrungen haben.
Details der Studie wurden im Fachmagazin Critical Care http://ccforum.com veröffentlicht. (Ende)
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Österreich und das Kyoto-Protokoll
12.5.2010 von zaro.
Österreichs Energiehaushalt heute und morgen - Konzept oder Chaos? Teil 4
Wien - Mit der Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls 1997 verpflichtete sich Österreich international zur Reduktion seiner Treibhausgas-Emissionen gegenüber 1990 um 13 %. Fällig wird diese Verpflichtung in den Jahren 2008-2012, also derzeit.
2007 betrugen die Emissionen demgegenüber nicht um 13 % weniger, sondern um 11,4 % mehr als 1990! Ob die damalige Regierung zu optimistisch war oder spätere zu leichtsinnig, sei dahingestellt. In der EU insgesamt ist man auf gutem Wege, die gesteckten Ziele zu erreichen. Deutschland beispielsweise hat seine Reduktionsziele schon jetzt erreicht.
Unter der Annahme, daß nun die Regierung auf die in meinen Vorartikeln vorgeschlagenen Maßnahmen zu moderaten Einsparungen und verstärkter Nutzung erneuerbarer Energie dringt und sie so, schwierig genug aber doch, verwirklicht werden, wird das Kyoto-Ziel immer noch nicht erreicht. Es könnten aber etwa zwei Drittel des Überhanges an Treibhaus-Emissionen bis 2016 eingespart werden.
Da das Kyoto-Protokoll im Fall der Nicht-Einhaltung den Zukauf von Emissionsrechten aus Staaten vorsieht, die weniger als vereinbart emittieren, werden wir gezwungen sein, solche zu kaufen. (So sie angeboten werden!) Auf die beschämende Tatsache einer Vertragsverletzung gerade durch Österreich sei besonders hingewiesen.
Nach heutigen Schätzungen würden ohne weitere Maßnahmen etwa 500 Millionen Euro, im Falle der Durchführung der vorgeschlagenen Reduktionen immer noch 150 Millionen Euro jährlich für den Zukauf aufgewendet werden müssen.
Ein einziges Atomkraftwerk zusätzlich würde so viel Energie liefern, um die Emissionen in den Rahmen des Kyoto-Protokolles zu senken, da bei der Kernspaltung keine Treibhausgase frei werden. Es würde uns von Stromimporten (aus Kernkraft der Nachbarn?) unabhängig machen; die abfallende Wärmeenergie würde über Jahrzehnte unseren Bedarf an Fernwärme decken. Eine Gefährdung würde weniger von diesem modernsten als von den 37 anderen Kernkraftwerken in den Nachbarländern ausgehen, die nicht alle auf dem letzten Stand der Sicherheit stehen. Eine nötige Gesetzesänderung würde unser Recht nur an das aller Nachbarn angleichen, da keiner je dem österreichischen Beispiel folgte.
Diese dreifache Maßnahme, nämlich moderate Einsparungen, erweiterte Nutzung der erneuerbaren Quellen und Ausbau eines Kernkraftwerkes könnte ein brauchbarer Ansatz für eine zeitlich beschränkte Zwischenlösung sein, bis der technologische Fortschritt es erlaubt, die in riesigem Überschuss vorhandene Sonnenenergie nachhaltig zu nutzen.
Gesamte Studie zum Download: http://pressetext.com/show_attach.mc?pte=100408-002
Informationen auch unter http://web.utanet.at/schutzku/Energiehaushalt/index.html (Ende)
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Wie werden Kinder starke Erwachsene?
12.5.2010 von zaro.
Die besondere Bedeutung der Beziehung zwischen Kind und Erwachsenem
Wien - Bei der Kindererziehung scheiden sich die Geister und es existieren die unterschiedlichsten Erziehungsstile. Doch eine funktionierende Erziehung braucht eine tragfähige Basis, die dazu beiträgt, dass unsere Kinder optimal auf das Leben vorbereitet und starke, glückliche Erwachsene werden. Um Kinder bei einer positiven Entwicklung unterstützen zu können, ist eine stabile Beziehung zwischen Kind und Erwachsenen, die sich den verschiedenen Entwicklungsphasen anpasst, die beste Voraussetzung.
Auf der Suche nach dem Glück
Wir alle streben nach Lebensglück - und sobald wir selbst Eltern geworden sind, sind wir auch für das Glück unseres Kindes mitverantwortlich. Wie es uns gelingen kann, unseren Kindern eine glückliche Kindheit zu ermöglichen, ihnen die Fähigkeit zu vermitteln, Glück überhaupt empfinden zu können sowie das Gefühl, dass sie geliebt werden und geborgen sind, beschreibt Mag. Susanne Buchrucker, Psychologin und Autorin, in ihrem neuen Buch “Zauberkraft Erziehung. So werden Kinder starke Erwachsene” (erschienen im Goldegg Verlag).
Ausgehend von neuen Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie, der Glücks-, Bindungs- und Gehirnforschung streicht sie hervor, wie wichtig es ist, sensible Entwicklungsphasen des Kindes zu nützen und welche prägende Kraft die Eltern-Kind-Beziehung hat: “Kinder, die die Zauberkraft der Erziehung genießen dürfen, sind glückliche Kinder; zwischen Kindern und Eltern soll es immer wieder ‘Glitzermomente’ geben!”
Wie war meine eigene Kindheit?
Wenn Eltern an ihre eigene Kindheit zurückdenken, kommen nicht immer nur schöne Erinnerungen hoch: Wie oft hat die Mutter Ihnen nicht richtig zugehört? Wie oft hätten Sie sich gewünscht, dass der Vater sich einmal Zeit für Sie nimmt! Für die einen waren Schläge nichts Ungewöhnliches, andere wiederum hatten unter der Scheidung der Eltern zu leiden. Nicht nur, wenn man als Kind zu viel alleine gelassen, auch, wenn einem überhaupt kein Freiraum zugestanden wurde, wenn man rund um die Uhr überbehütet wurde, kann das noch im Erwachsenenalter belastend sein.
Die bedrückenden Erfahrungen von damals haben jedoch nicht nur Auswirkung auf das eigene Leben: Sobald der eigene Nachwuchs auf der Welt ist, fragen sich viele Eltern, wie sie es schaffen können, wenigstens dem eigenen Kind einen gelungenen Start ins Leben zu ermöglichen und es in jeder Situation angemessen zu leiten. Susanne Buchrucker kennt diese elterlichen Zweifel sehr gut. Sätze wie diese hört sie in ihrer Praxis immer wieder: “Ich hatte selbst eine so schlechte Kindheit! Ich habe Angst, dass es meinen Kindern einmal so ergeht, wie es mir ergangen ist. Wie kann ich trotz allem ein guter Vater, eine gute Mutter sein?”
Zuerst die Beziehung, dann die Erziehung!
Susanne Buchrucker kann diese Eltern beruhigen und streicht zu Beginn des Gesprächs immer hervor, dass sie den ersten wichtigen Schritt bereits getan haben: In der Lage zu sein, das Gefühl der Unsicherheit im Umgang mit dem eigenen Kind zu spüren und sich, wenn nötig, Hilfe und Unterstützung zu holen. “Erst wenn wir bereit sind, unsere - mitunter einengenden und entwicklungshemmenden - Denk- und Verhaltensmuster zu hinterfragen, unseren Emotionen nachzuspüren, sie angemessen zu reflektieren, wird Veränderung möglich”, ist die Autorin überzeugt. “Auch ich stoße in der Erziehung meines Sohnes oft an meine persönlichen Grenzen, an meine mich prägenden Glaubenssätze, und muss mir immer wieder vergegenwärtigen, dass er ein Recht darauf hat, seine eigenen Lernerfahrungen, seine eigenen Fehler zu machen. Nur aus diesen kann er lernen, es besser zu machen und eigene Strategien für sein Leben erarbeiten. Ich kann ihm nur eine tragfähige, vertrauensvolle Basis anbieten, aufgrund der er in der Lage ist, meine Versuche des Lenkens und Leitens anzunehmen.”
Mit ihrem Buch will die Autorin den Eltern kein Erziehungskonzept, keine Denk- und Handlungsanleitungen vorgeben, sondern sie dafür sensibilisieren, wie wichtig die Beziehung zum eigenen Kind ist und wie sie gelingen kann. Stimmt die Beziehung, klappt die Erziehung wie von Zauberhand! (Ende)
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Kicken ist besser als Joggen
12.5.2010 von zaro.
Wirkung des Fußballs auf Körper, Psyche und Sozialleben erforscht
Kopenhagen/Homburg - Wer in seiner Freizeit Fußball spielt, bleibt dadurch fit, verbessert sein Sozialleben und stärkt auch seine Psyche. Zu diesem Schluss kommt die vielleicht umfassendendste Erhebung zu Freizeitfußball bisher, die nun in einer Sonderausgabe des “Scandinavian Journal of Medicine and Science in Sports” veröffentlicht wurde. Die 14 wissenschaftlichen Artikel zum Thema, die das Ergebnis dreijähriger Arbeit von 50 Wissenschaftlern aus sieben Ländern darstellen, zeichnen ein überaus positives Bild der Sportart, die derzeit über 400 Mio. Menschen regelmäßig betreiben.
Körper profitiert wie bei Ausdauersport
“Bisher empfehlen Mediziner eher Sportarten mit reinem Ausdauertraining wie Laufen oder Schwimmen. Nun wurde gezeigt, dass Fußball noch umfassender wirkt”, berichtet Studien-Mitautor Oliver Faude vom Institut für Sport- und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes http://www.uniklinikum-saarland.de/de gegenüber uns. In den diversen Studien nahmen Menschen zwischen neun und 77 Jahren teil. Eine Gruppe davon trainierte regelmäßig zwei bis drei Stunden Fußball, eine zweite ging dieselbe Zeit Joggen, eine dritte diente als Kontrollgruppe.
Was den Körper betrifft, bewirkten wenige Stunden Fußball pro Woche deutliche Besserungen bei Herz und Gefäßen, im Stoffwechsel sowie im Muskel- und Knochenapparat. Dieser Effekt stellte sich unabhängig von Alter, Geschlecht und Vorerfahrung mit der Sportart ein. In dänischen Vorstudien sanken LDL-Cholesterin und Herzschlag, während das Ansprechen auf Insulin verbessert wurde. “Physiologisch gesehen, verbessert Fußball auch Haltung, Gleichgewicht, Wendigkeit, Stärke, Kraft und Ausdauer”, betont Faude.
Fußballer sind unbesorgter
Vorteile des Fußballs gegenüber dem Laufen fanden jedoch vor allem die Psychologen. Bei kickenden Frauen war das Wir-Gefühl mehr ausgeprägt. “Obwohl sich auch die Läuferinnen in Gruppen trafen, nahmen sie sich eher als Individuen wahr”, erklärt der Koordinator der Studien, Peter Krustrup von der Universität Kopenhagen http://www.ku.dk/english, im pressetext-Interview. Männer gelang es im Spiel weit besser, Sorgen loszuwerden. “Fußball scheint viel eher Zerstreuung und Spaßerlebnisse zu ermöglichen. Dazu dürfte beitragen, dass man sich auf den Ball und die eigenen Strategien konzentrieren muss.”
Bei Kindern zeigte sich, dass sie durch Fußball besser sozial integriert sind, mehr Freunde und weniger Probleme mit den Eltern haben und auch besser vor chronische Krankheiten wie Diabetes und Übergewicht geschützt sind. Speziell den übergewichtigen Kindern war auch die Forschung Faudes gewidmet. “Wir konnten bei dieser Gruppe einen deutlichen Zuwachs im Selbstwertgefühl durch Fußball feststellen”, berichtet der Forscher. Als Ursache dafür sieht er den sozialen Charakter des Spiels. “Gemeinsam zu gewinnen oder auch zu verlieren steigert das Selbstbewusstsein”, so der Experte.
Verletzungsrisiko im Freizeitbereich überschaubar
Schließlich dürfte der Freizeitfußball auch auf lange Sicht eine gute Entscheidung sein, da er zu einer Bewegungsroutine verhilft. Als man die Probanden ein Jahr nach Studienende neuerdings fragte, wie sie es mit der Bewegung hielten, so pflegten die Fußballer ihr neues Hobby zu einem überwiegenden Teil noch weiter, manche sogar in offiziellen Ligen. Bei den Läufern war das nicht der Fall. Krustrup erklärt das damit, dass sich Läufer mehr auf Gesundheit und Körper konzentrieren, während es Fußballern mehr um die Aktivität selbst geht sowie um den Spaß - man wolle auch die Teamkollegen nicht enttäuschen. “Fußball erleichtert es, einen körperlich aktiven Lebensstil zu übernehmen”, so der dänische Forscher.
Dass Ärzte selten zu Hochintensitäts-Sportarten raten, hängt mit der Angst vor Knochen- und Gelenksverletzungen zusammen. Krustrup macht hier auf den Unterschied zwischen Profifußball und der Hobbyversion aufmerksam. “Im Profibereich rechnet man mit zwei bis fünf Verletzungen in den jährlich rund 1.000 Trainingsstunden. Freizeitfußballer trainieren 100 Stunden pro Jahr, zudem ist die Brutalität im Training weit geringer als im Match”, so der Studienleiter. Empfehlenswert sei daher, gemeinsam mit Freunden aus Spaß, Fitness- oder Gesundheitsgedanken zu trainieren. “Die gesundheitlichen Aspekte überragen bei weitem das Verletzungsrisiko”, fasst auch Faude zusammen.
Weitere Informationen zu den Forschungen unter http://www.ifi.ku.dk/english/research/section/integrated_physiology/pk_football_health/ (Ende)
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Obst und Gemüse - Kaum Wirkung gegen Krebs
12.5.2010 von zaro.
Nur 2,5 Prozent der Erkrankungen können verhindert werden
New York - Der Verzehr von größeren Mengen Obst und Gemüse hat nur eine mäßige Wirkung, wenn es um den Schutz gegen Krebs geht. Zu diesem eher überraschenden Ergebnis sind jetzt Wissenschaftler der Mount Sinai School of Medicine http://www.mssm.edu gekommen, die den Zusammenhang zwischen Ernährung und der Krankheit untersucht haben. Für die Untersuchungen wurden die Daten von 500.000 Europäern ausgewertet.
Hoffnungen nicht erfüllt
Die Ergebnisse sind ein weiterer Hinweis darauf, dass die großen Hoffnungen, die in diese Initiative gesetzt wurden, eher nicht erfüllt werden. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass nur rund 2,5 Prozent der Krebserkrankungen durch den regelmäßigen Verzehr von fünf Portionen Obst und Gemüse täglich verhindert werden können. Experten wie Walter Willet von der Harvard University betonen dennoch, dass Obst und Gemüse der Schlüssel zur Gesundheit sind.
1990 empfahl die Weltgesundheitsorganisation WHO http://www.who.int/en, dass jeder Mensch mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse täglich essen sollte, um Krebs und andere chronische Erkrankungen zu verhindern. Diese Empfehlung bildete seither einen zentralen Grundsatz zahlreicher Gesundheitskampagnen in den Industrieländern. In Großbritannien wird er seit 2003 beworben, in den Vereinigten Staaten seit fast zwei Jahrzehnten.
Keine Beweise
Es ist der Wissenschaft jedoch kein Nachweis gelungen, dass fast 50 Prozent aller Krebserkrankungen auf diese Weise verhindert werden können. Für die aktuelle Studie wurden die Daten von Personen aus zehn Ländern analysiert, die an der hoch angesehenen European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition http://www.who.int/en teilgenommen hatten. Jetzt wurde nachgewiesen, dass der Zusammenhang zwischen Obst- und Gemüse-Essen sowie einem verringerten Krebsrisiko eher schwach ist.
Die Wissenschaftler berücksichtigten Faktoren wie Rauchen und Sport, als sie ihre Schlüsse zogen. Sie können jedoch nicht ausschließen, dass auch die geringfügige Senkung des Krebsrisikos nicht darauf zurückzuführen ist, dass Menschen, die mehr Obst und Gemüse essen, auch sonst gesünder leben. Im besten Fall können zwei zusätzliche Portionen Obst und Gemüse 2,6 Prozent der Krebserkrankungen bei Männern und 2,3 Prozent bei Frauen verhindern.
Gemüse schien laut BBC mehr Vorteile zu bringen als Obst. Starke Trinker schienen von einer zusätzlichen Aufnahme von beidem am meisten zu profitieren, wenn es um den Schutz vor Krebsarten ging, die durch Alkohol und Rauchen mitverursacht werden.
Schützende Wirkung
Willet schreibt in einem begleitenden Leitartikel, dass spezifische Substanzen, die in bestimmten Obst- und Gemüsearten enthalten sind, trotzdem eine wichtige und schützende Wirkung haben können. Das in Tomaten enthaltene Lycopin zum Beispiel kann das Prostatakrebs-Risiko verringern. Chemikalien, die in Broccoli zu finden sind, sollen ein Gen stimulieren, das gegen Darmkrebs schützt. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Obst und Gemüse einen Schutz gegen kardiovaskuläre Erkrankungen bieten können, eine der Haupttodesursachen der westlichen Welt. Wirklich exakte Beweise dafür gibt es jedoch bisher nicht.
Details der Studie wurden im Journal of the National Cancer Institute http://jnci.oxfordjournals.org veröffentlicht. (Ende)
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