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Handys: Weltgrößte Gesundheitsstudie gestartet

250.000 Menschen aus fünf europäischen Ländern sollen teilnehmen

London - Wissenschaftler des Imperial College London http://www3.imperial.ac.uk haben die bisher weltgrößte Studie zur Untersuchung der Sicherheit von Handys gestartet. An der Studie werden 250.000 Handynutzer aus fünf europäischen Ländern inklusive Großbritannien teilnehmen. Die Untersuchung soll 20 bis 30 Jahre lang laufen und definitive Antworten auf die Fragen nach den gesundheitlichen Auswirkungen von Mobiltelefonen liefern.

Bis jetzt hat die Forschung keine negativen Folgen nachgewiesen. Wissenschaftler argumentieren jedoch, dass die bisherigen Untersuchungen zu kurz gewesen seien, um langfristige Folgen wie Krebs und andere Krankheiten nachzuweisen. Die Studie läuft unter der Bezeichnung Cosmos http://www.ukcosmos.org und wird in Großbritannien in einem ersten Schritt fünf Jahre lang vom Mobile Telecommunications and Health Research Programm (MTHR) http://www.mthr.org.uk finanziert.

Wissenslücken weiter vorhanden

Diese Studie sei von entscheidender Bedeutung. Man könne noch immer nicht ausschließen, dass die Nutzung von Mobiltelefonen Krebs verursacht, so Lawrie Challis vom MTHR. Die derzeitigen Forschungsergebnisse schliessen das eher aus, man müsse aber sicher sein. Mireille Toledano vom Imperial College London http://www3.imperial.ac.uk, eine der leitenden Wissenschaftlerinnen, fügte hinzu, es gebe noch immer Lücken im Wissen und Unsicherheiten.

Das Beste sei daher, dass eine Gesellschaft jetzt beginne, die Gesundheit einer großen Anzahl von Menschen über einen langen Zeitraum zu beobachten. Erst dann könnten gesicherte Aussagen über einen langfristigen Zusammenhang gemacht werden. Toledano betonte auch, dass es bei dieser Studie aber nicht nur um Krebserkrankungen des Gehirns gehe.

Menschen nutzen heute Handys auf vielfältige Art und Weise. Dazu gehört auch das Surfen im Internet und dabei befindet sich das Gerät nicht immer in der Nähe des Kopfes. Es sollen eine ganze Reihe von verschiedenen Parametern untersucht werden, dazu gehören auch andere Arten von Krebs wie Hautkrebs und andere Erkrankungen des Gehirns wie z.B. neurodegenerative Krankheitsbilder.

Zusätzlich soll beobachtet werden, ob es eine Veränderung bei der Häufigkeit von Symptomen wie Kopfschmerzen, Tinnitus, Depressionen oder Schlafstörungen gibt. Diese Symptome werden immer wieder in Zusammenhang mit den Mobiltelefonen genannt.

Passive Beobachtung der Teilnehmer

Eine der Hauptschwierigkeiten einer derartigen Studie ist, dass sie davon abhängt, dass sich die Menschen überhaupt erinnern, wie viel sie telefoniert haben. Wissenschaftler argumentieren, dass dadurch auch die Ergebnisse beeinflusst werden können. Das Cosmos-Projekt wird prospektiv durchgeführt, das heißt, dass die aktuellen Nutzungsdaten in die Zukunft übertragen werden.

Allein in Großbritannien sollen rund 100.000 Handy-Nutzer zur Teilnahme eingeladen werden. Zusätzlich sollen auch Teilnehmer in Finnland, Dänemark, Schweden und den Niederladen rekrutiert werden. Toledano erklärte, dass die Wissenschaftler die Nutzung überwachen werden aber nicht die gewählten Nummern. Haben die Teilnehmer einen Fragebogen ausgefüllt und die Erlaubnis für den Zugriff auf die Daten erteilt, wird das Projekt vorwiegend im Hintergrund arbeiten. Zudringlichkeiten seien nicht zu befürchten. Das meiste werde passiv erledigt und sehr leicht durchzuführen.

Die Präsentation der Ergebnisse soll in fünf Jahren stattfinden. Untersucht werden auch drahtlose Internetzugänge, Schnurlostelefone, Babyphones und natürlich Mobiltelefone. Allein in Großbritannien sind derzeit laut BBC mehr als 70 Mio. Telefone im Einsatz, weltweit sollen es sechs Mrd. sein. (Ende)

Versteckter Zucker ähnlich schlecht wie Fett

Risiko für Herzkrankheiten steigt durch gesüßte Lebensmittel

Atlanta/Salzburg - Wer sich oft von süßer Nahrung verleiten lässt, schädigt dabei sein Herz. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Emory University http://www.emory.edu im “Journal of the American Medical Association”. Sie untersuchten acht Jahre lang die Ernährungsgewohnheiten von 6.000 Erwachsenen und maßen ihre Blutwerte. Diejenigen, die am meisten versteckten Zucker konsumierten, hatten die höchsten Risikowerte für Herz und Kreislauf. Laut den Forschern handelt es sich um die erste Langzeit-Untersuchung dieser Art, wobei sich zu Karies, Diabetes und Übergewicht eine neue Gefahr durch versteckten Zucker gesellte.

Täglich 46 Löffel unsichtbarer Zucker

Das Augenmerk der Forscher lag ausschließlich bei den Zuckerzusätzen von industriell gefertigten Nahrungsmitteln. Je nachdem wie viel dieser Zusätze die Studienteilnehmer in ihrer Nahrung konsumierten, wurden sie fünf Gruppen zugeordnet. Die Spitzenverbrauchs-Gruppe nahm täglich 46 Teelöffel davon zu sich, die zuckersparendste nur drei. Der mittlere Tageskonsum dieser “versteckten Zucker” lag bei 90 Gramm, was 359 Kalorien oder knapp ein Sechstel des durchschnittlichen Kalorienkonsums eines US-Amerikaners ausmacht. 1977 betrug dieser Anteil nur ein Zehntel.

Was erhoben werden sollte, war jedoch der Zusammenhang dieses Konsums zu den Gesundheitswerten, die für Herz- und Kreislauferkrankungen aussagekräftig sind. Das waren vor allem die Blutfettwerte wie Triglyceride und das “schlechte” LDL-Cholesterin, sowie zum Vergleich auch das “gesunde” HDL-Cholesterin. Tatsächlich waren diese Werte in der Gruppe, die viel Gesüßtes aßen, deutlich ungünstiger als bei den Zuckersparern. Der Unterschied im HDL-Cholesterin zwischen der Gruppe mit den wenigsten und den meisten Zuckerzusätzen betrug sogar bis zu 300 Prozent.

Krank machender Verkaufstrick der Industrie

“Hohe Triglycerid- und Cholesterin-Werte kommen nicht nur durch fettreiche Ernährung zustande. Zucker hat denselben Effekt”, so die Schlussfolgerung von Studienleiterin Miriam Vos. Die Steigerung der täglich konsumierten Menge sei eine Folge der allgemeinen Entwicklung in der Nahrungsmittelproduktion. “Versteckter Zucker wird in den vergangenen Jahrzehnten immer häufiger eingesetzt - besonders in Fertignahrung oder in vorbereiten Lebensmitteln. Denn der süße Geschmack steigert beim Kunden den Anreiz zum Kaufen”, erklärt die Forscherin.

Dass zuviel Zucker schlechte Auswirkungen auf die Triglyceride im Blut haben kann und somit auch eine Gefahr für das Herz darstellt, wurde schon bisher diskutiert. “Der Einfluss auf das Cholesterin ist jedoch neu”, sagt Sabine Dämon, Ernährungswissenschafterin bei SIPCAN (Special Institute for Preventive Cardiology And Nutrition) http://www.sipcan.at, gegenüber pressetext. Bisher sei der Zusammenhang als Nebenfolge des Übergewichts durch hohen Zuckerkonsum vermutet worden.

Genauer Blick im Supermarkt

Um Herz und Kreislauf über lange Zeit gesund zu halten, rät Dämon, Lebensmittel beim Kauf nach Zuckerzusätzen zu überprüfen und letztere möglichst zu reduzieren. “Auskunft gibt die Nährwerttabelle, wobei Zucker häufig in den Kohlenhydrat-Angaben versteckt wird. Notfalls liest man die Zutatenliste und schließt den Gehalt aus der Reihung. Je früher Zucker aufscheint, desto größer sein Anteil”, so die Expertin. Durch Umschreibungen wie Glucose, Fructose oder Saccharose könne der Zucker allerdings zusätzlich versteckt werden.

“Der Konsument muss bei manchen Produkten schon sehr mündig sein, um den tatsächlichen Zuckergehalt feststellen zu können. Die Ampelkennzeichnung könnte hier einiges erleichtern”, resümiert Dämon. Auf der sicheren Seite sei man, wenn man mit bestimmten Produktgruppen möglichst sparsam umgehe. “Dazu gehören Süßigkeiten, Limonaden, Fruchtsäfte mit zugesetztem Zucker wie auch Fertigprodukte und verarbeitete Lebensmittel allgemein”, so die Ernährungswissenschafterin.

Download der Studie unter http://jama.ama-assn.org/ (Ende)

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