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Archive für 28.5.2010

Brustkrebs: Fünf genetische Hinweise entdeckt

Insgesamt 18 genetische Variationen bisher identifiziert

Cambridge - Fünf genetische Hinweise darauf, warum bei manchen Frauen Brustkrebs in der Familie auftritt, haben Wissenschaftler der University of Cambridge http://www.cam.ac.uk identifiziert. Damit steigt die Anzahl der verbreiteten genetischen Variationen, die mit einem gering erhöhten Brustkrebsrisiko in Zusammenhang stehen auf insgesamt 18. Die in Nature Genetics http://www.nature.com/ng veröffentlichte Studie spricht sich für eine gezielte Untersuchung und Behandlung von Frauen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko aus.

Es wird angenommen, dass eine von 20 Brustkrebserkrankungen auf vererbte Fehler bei bekannten Genen zurückzuführen ist. In Großbritannien ist Brustkrebs die am meisten verbreitete Krebsform. Jedes Jahr wird er bei mehr als 45.000 Frauen diagnostiziert. Der genaue Grund für die Erkrankung ist bis heute nicht bekannt. Bekannt ist aber, dass Vererbung, Umwelt und Lebensstil eine Rolle spielen können.

4.000 Patientinnen untersucht
Für das bisher größte Projekt dieser Art untersuchten die Wissenschaftler den gesamten genetischen Code von rund 4.000 britischen Patientinnen, in deren Familien es bereits Brustkrebserkrankungen gegeben hatte. In einem nächsten Schritt wurde die DNA von weiteren 24.000 Frauen mit und ohne Brustkrebs untersucht.

Das Team um Douglas Easton fand fünf Bereiche im menschlichen Genom, die in Zusammenhang mit Brustkrebs stehen. Weitere 13 derartige Bereiche wurden bereits in der Vergangenheit identifiziert. Bekannte Risikofaktoren sind auch die Gene BRCA1 und BRCA2.

Easton erklärte gegenüber der BBC, dass sich die Wissenschaftler sicher seien, dass diese genetischen Variationen mit dem Krebsrisiko in Zusammenhang stehen. Das seien zwar noch nicht alle, sie trügen aber dazu bei, dass eines Tages das Risiko über ein genetisches Profil ermittelt werden könne. Das Wissen über die Entstehung der Krankheit und damit auch ihre Biologie vertiefe sich durch diese Forschungsergebnisse.

Betroffene Frauen werden bereits früh auf Anzeichen von Tumoren hin untersucht. Gibt es eine nahe Verwandte mit Brustkrebs werden auch genetische Tests durchgeführt. Tests für diese 18 genetischen Veränderungen, die mit Brustkrebs in Verbindung gebracht werden, werden derzeit nicht gemacht. Sie werden für rund acht Prozent der vererbten Brustkrebserkrankungen verantwortlich gemacht. (Ende)

Omega-Fettsäuren - Studien kritisch bewerten

Nur ausgewählte Studien seriös

Wien/St.Pölten - Anlässlich eines Medien-Seminars erläuterte der Vorsitzende der Ernährungskommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, Prim Univ. Prof. Dr Karl Zwiauer, die spezielle Studien-Situation im Zusammenhang mit der Gabe von Omega-Fettsäuren. Der Großteil der Studien verdient diese Bezeichnung eigentlich gar nicht, da sie den strengen internationalen GCP-Standards nicht im Entferntesten entsprechen. Dadurch sind sie rein spekulativ und ihre Aussagen haben nur geringen bis keinen Wert. Die einzige Ausnahme derzeit ist die Indikation Aufmerksamkeitsstörung.

Welchen wissenschaftlichen Hintergrund gab es, bei Aufmerksamkeitsstörungen langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren (LC- PUFA) zu geben: Erste Hinweise kamen durch die Tatsache, dass Kinder mit ADHS - abgesehen vom Konzentrationsmangel - Symptome zeigten, die man vom Mangel an essentiellen Fettsäuren kannte wie etwa erhöhten Durst oder schlechte Haut. Also gab man versuchsweise LC-PUFA und das führte über zahlreiche Studien mit Präparaten unterschiedlichster Zusammensetzungen zu jenen Studien, die man aufgrund ihrer gewissenhaften Ausrichtung nach den GCP-Kriterien (randomisiert, doppelt blind, Placebo kontrolliert) heute guten Gewissens zitieren kann.

Zwei mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die Linolsäure und die Alpha-Linolensäure sind für den Menschen essenziell, das heißt, dass sie mit der Nahrung zugeführt werden müssen. PUFA sind in verschiedenen Ölen enthalten, vor allem in Fischöl. PUFA aus Fischöl müssen zusammen mit Antioxidantien wie zum Beispiel Vitamin E eingenommen werden, damit sie stabil bleiben und ihre Wirkung entfalten können. Die Wahrscheinlichkeit einer ungenügenden Versorgung mit PUFA ist am größten bei Menschen, deren Bedarf erhöht ist, zum Beispiel bei Infektionen, chronischen Krankheiten oder in Wachstumsphasen.

Der Hintergrund
60% des Trockengewichtes des Gehirns ist Fett. Die höchsten Konzentrationen von DHA (Docosahexaensäure, 22:6 ω-3) finden sich in Retina, Gehirn und Nervensystem. DHA ist unbedingt notwendig für die Nervenzellmyelinisierung und damit für die Reizweiterleitung.

PUFA insgesamt sind wesentliche Bausteine für die ZNS Entwicklung (Gehirn), Sehentwicklung, als Komponenten in neuronalen Membranen, durch ihre Effekte auf Neurotransmitter, für die Prävention der neuronalen Apoptose (Zelluntergang) sowie durch ihren Einfluss auf das Neuritenwachstum

Im Ideal-Fall sorgt eine Balance zwischen Omega -3 und Omega -6-PUFA für das ideale Funktionieren der davon beeinflussten Systeme (zB. Nervensystem, Immunsystem, Haut u.a.)

Was aber kann diese Balance stören?
* Genetische Stoffwechseldefizite
* Geschlechtsspezifische Unterschiede (Frauen begünstigt)
* Mangel an Magnesium und Zink
* Kompetitive Enzymsysteme - Zufuhr “falscher” Fette (zB. Transfette) vermindert Synthese
* Der lange, wenig effiziente Syntheseweg

Mangelzustände und Imbalancen von PUFA in Entwicklungsphasen haben weitreichende Konsequenzen. Stärkste Konsequenzen: pränatal/postnatal, aber in allen anderen Altersklassen ist ein Mangel an ω-3 Fettsäuren assoziiert mit Verhaltensauffälligkeiten und ADHS

Insgesamt ist eine abnehmende Zufuhr von ω-3 PUFA in der Gesamtbevölkerung in den letzten Jahrzehnten festzustellen.

In den 1980er Jahren wurde der Mangel an essentiellen Fettsäuren bei Kindern mit Entwicklungsstörungen (Dyslexie, Dyspraxie, Autismus, Angststörungen, auffälligem Sozialverhalten, Tic-Störungen, Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsstörungen) in Verbindung gebracht.
Es wurden niedrige ω-3 PUFA-Werte sowie ω-6/ω-3 Imbalancen festgestellt und dies war gleichsam der Auftakt zu zahlreichen klinischen Studien

Diese Beobachtungsstudien erbrachten folgende Erkenntnisse:
* ADHS   Mangel an ω-3 Fettsäuren (ALA, DHA) und ω-6 Fettsäuren (AA)
* Plasmaspiegel: FS-Versorgung der letzten 24 Stunden
* Phospholipide an Erythrozyten: FS-Versorgung der letzten Monate, korrelieren mit den FS Konzentrationen im Gehirn

1995 wurden bei ADHS-Kindern Zeichen eines PUFA-Mangels identifiziert wie Durst, häufiges Urinieren, trockene Haut, verstärkte Schuppenbildung, trockenes Haar u.a.). Anhand der Erythrozyten wurden an ADHS-Kindern verminderter AA- und DHA-Konzentrationen festgestellt.

1996 brachte eine erste Studie ADHS mit einem Mangel an ω-3 PUFA in Zusammenhang.

ABER - Diese Studien waren allesamt NICHT KAUSAL beweisend!

Warum?
* Studiendesign nur geeignet Hypothesen zu generieren
* Zahlreiche Einflussfaktoren und komplexe chemische Interaktionen
* Umwelteinflüsse
* Möglichkeit genetischer Variationen

Frühe Studien mit isolierter DHA-Supplementierung - also NUR Omega-3 oder NUR Omega-6 zeigten nur minimale positive klinische Effekte oder auch keine Veränderungen.

Wesentlich wurde daher die Kombination von ω-3 plus ω-6-Fettsäuren (Fischöl + Nachtkerzenöl)

Das sind die aktuellen Kombinationsstudien, die den kausalen Zusammenhang und damit den Wert der hoch dosierten interventionellen Gabe beweisen konnten
ω-3 Fettsäuren: EPA, DHA (Fischöl)
ω-6 Fettsäuren: LA, GLA, AA (Nachtkerzenöl)

* Richardson AJ et al. Oxford-Durham Studie - Pediatrics. 2005
* Portwood M. Nutrition and Health. 2006
* “Sure Start-Studie” (Kinder von 18 Monaten bis 3 Jahren)
* Open label studie (Jugendliche von 12 - 15 Jahren)
* Sinn N et al. Journal of Developmental and Behavioral Pediatrics. 2007
* Sinn N. et al. Prostaglandins Leukotrienes Essent. Fatty Acids 2008
* Johnson M et al. Journal of Attention Disorders. 2009

Zusammenfassung des aktuellen Studienstandes:

* LC-PUFA spielen eine zentrale Rolle für das Funktionieren des Nervensystems

* Beobachtungsstudien zeigen einen Mangel/Imbalance von ω-3/ω-6 Fettsäuren bei Kindern mit neurokognitiven Störungen - ADHS, Dyslexie, Dyspraxie, Autismus etc.

* Kontrollierte, randomisierte doppel-blinde Studien zeigen signifikante klinische Verbesserungen durch die Supplementierung mit LC-PUFA (Ende)

Neue Hoffnung auf Impfstoff gegen HIV

Gen HLA B57 ermöglicht stärkere Killer-T-Zellen

Cambridge - US-amerikanische Wissenschaftler sind laut eigenen Angaben dem Verständnis einen Schritt näher gekommen, warum manche Menschen über einen natürlichen Schutz gegen HIV verfügen. Die Teams des Massachusetts Institute of Technology MIT http://web.mit.edu und der Harvard University http://www.harvard.edu gehen davon aus, dass jene wenigen Menschen bei denen Aids sehr langsam entsteht, über weiße Blutkörperchen verfügen, die das Virus besser bekämpfen können.

Die in Nature http://www.nature.com veröffentlichten Forschungsergebnisse könnten einen Beitrag zu den internationalen Anstregungen zur Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs gegen Aids leisten. Die Wissenschaftler Arup Chakraborty (MIT) und Bruce Walker (Harvard University) gehen allerdings auch davon aus, dass ein derartiger Impfstoff erst in wenigstens zehn Jahren zu erwarten ist.

Gen steuert Erkrankungsverlauf

Die aktuellen Forschungsergebnisse beziehen sich auf die so genannten Elite- Controller, jene kleine Gruppe von Menschen, die bei einer Infektion nur sehr langsam oder gar nicht an Aids erkranken. In den späten neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde entdeckt, dass diese Menschen - rund einer von 200 Infizierten - mit HLA B57 über ein spezifisches Gen verfügen.

Jetzt wurde herausgefunden, dass dieses Gen dem Körper ermöglicht, stärkere Killer-T-Zellen zu bilden. Dieser Typ weißer Blutkörperchen bekämpft Infektionen. Damit scheint es möglich zu sein, das Virus unter Kontrolle zu halten. Diese Menschen sind allerdings auch anfälliger für Autoimmunerkrankungen.

Impfstoff hemmt Aids-Ausbruch

Die aktuelle Studie basiert auf einem Computer-Modell das zeigt, wie Immunzellen sich im Thymus entwickeln. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass ihre Forschungsergebnisse einen Einfluss auf die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffes haben können. Denkbar sind Impfstoffe, die die gleiche Reaktion wie HIV bei Menschen mit einer natürlichen Immunität auslösen.

Bruce Walker erklärte gegenüber der BBC, dass es von entscheidender Bedeutung sei zu verstehen, wie manche Menschen das Virus selbst kontrollieren können. Die aktuelle Studie bringe die Forschung diesem Verständnis einen Schritt näher. Arup Chakraborty ergänzte, es handle sich um ein weiteres Stück des Puzzles.

Jason Warriner vom Terrence Higgins Trust berichtete, dass HIV die in Großbritannien am stärksten zunehmende schwere Erkrankung bleibe. 83.000 Menschen seien betroffen, daher sei es von entscheidender Bedeutung, dass man sich weiterhin mit Kondomen schütze. (Ende)

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