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Archive für Mai 2010
Depressive Menschen essen mehr Schokolade
20.5.2010 von zaro.
Süßigkeit aber auch als direkter Auslöser von Depressionen denkbar
San Diego - Menschen, die regelmäßig Schokolade essen, sind depressiver. Zu diesem Ergebnis sind Forscher der University of California http://www.ucsd.edu gekommen. Jene, die mindestens eine Tafel pro Woche essen, sind eher niedergeschlagen als jede, die nur ab und zu Schokolade essen.
Schokolade als Ursache
Viele gehen davon aus, dass Schokolade die Stimmung heben kann. Das kalifornische Forscherteam um Natalie Rose hält das für denkbar, wissenschaftliche Beweise fehlten jedoch. Sie schließen jedoch auch nicht aus, dass Schokolade eher die Ursache für Depressionen sein könnte.
An der Studie nahmen fast 1.000 Erwachsene teil. Je mehr Schokolade die Männer und Frauen konsumierten, desto gedrückter war auch ihre Stimmung. Jene, die am meisten Schokolade aßen, also mehr als sechs Tafeln pro Monat, hatten auf einer anerkannten Skala auch die höchsten Depressionswerte. Keiner der Teilnehmer nahm Antidepressiva ein oder hatte von einem Arzt eine entsprechende Diagnose erhalten.
Stimmung heben
Das Team argumentiert, es gebe eine Vielzahl von möglichen Erklärungen für diese Studienergebnisse, die erst erforscht werden müssten. Es könne sein, dass depressive Menschen Schokolade brauchen, um ihre Stimmung zu heben. Die Depression könnte aber auch das Verlangen nach Schokolade bestimmen und so keine Vorteile bringen. Genauso sei aber wie auch beim Alkohol ein kurzzeitiger Nutzen denkbar, der langfristig unangenehme Auswirkungen haben kann. Schokolade könnte sogar der direkte Auslöser von Depressionen sein.
Details der Studienergebnisse wurden in den Archives of Internal Medicine http://archinte.ama-assn.org veröffentlicht. (Ende)
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Epilepsie: Mediziner entdecken neuen Auslöser
20.5.2010 von zaro.
Forschung konzentriert sich jetzt auch auf Astrozyten
Boston/ Philadelphia - Amerikanische Wissenschaftler haben im Gehirn einen neuen Mechanismus hinter den Epilepsie-Anfällen entdeckt. Damit könnte auch ein neues Ziel für Medikamente entdeckt worden sein. Bis vor kurzem hat sich die Forschung auf die Neuronen konzentriert. Die Studie der Tuft University School of Medicine http://www.tufts.edu/med und des Children’s Hospital of Philadelphia http://www.chop.edu weist jedoch auf eine völlig andere Zelle als entscheidender Faktor hin - die Astrozyten.
Sie schreiben in Nature Neuroscience, http://www.nature.com/neuro dass ihr Verhalten der Schlüssel zu der unkontrollierten Gehirnaktivität hinter der Krankheit sein könnte. Allein in Großbritannien leidet laut BBC derzeit eine halbe Mio. Menschen an einer Form von Epilepsie.
Ursachen in vielen Fällen unbekannt
Epilepsie äußerst sich bei manchen Menschen als Anfall bei anderen als kurze Bewusstseinsstörung, verursacht durch zu starke elektrische Signale der Neuronen des Gehirns. In vielen Fällen sind jedoch die Ursachen für diese Überaktivität kaum bekannt.
Die Wissenschaftler gehen jetzt davon aus, dass in manchen Fällen, trotz des Problems mit den Neuronen, das Versagen der umliegenden Zellen die grundlegende Ursache ist. Diese sollten eigentlich dabei helfen, diese Aktivität zu kontrollieren. Die aktuelle Studie liefert starke Hinweise darauf, dass die so genannten Astrozyten eigentlich verantwortlich sind.
Astrozyten haben eine ganze Reihe von Funktionen, dazu gehört unter anderem die Versorgung anderer Gehirnzellen mit Nährstoffen oder auch die Unterstützung des Gehirns beim Umgang mit beschädigten Nervenzellen. Bei manchen Erkrankungen des Gehirns schwellen die Astrozyten an und verhalten sich anders. Genau diesen Zustand bringen die Wissenschaftler mit Epilepsie in Zusammenhang.
Schwellung der Astrozyten als Auslöser
Sie führten dieses Anschwellen bei Gehirnproben von Mäusen herbei und testeten dann, ob dadurch die Fähigkeit der Gehirnzellen einschränkt wurde, die Signale bestimmter Neuronen zu blockieren. Es zeigte sich, dass die vergrößerten Astrozyten zu einem Absinken der Aktivität einer Chemikalie im Gehirn führte, die dafür bekannt ist, dass sie die elektrische Signalübertragung von den Neuronen unterbindet.
Douglas Coulter, einer der Autoren der Studie, erklärte, es sei bereits bekannt, dass Inhibition im Gehirn eine große Rolle spiele. Bei einer Epilepsie funktioniert dieser Mechanismus nicht richtig und die unkontrollierte Signalübertragung führt zu den bekannten Anfällen. (Ende)
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EXPO 2010: Sauberes Wasser für neue Städte
20.5.2010 von zaro.
Deutsche Forscher präsentieren in Shanghai Wasserversorgungskonzept
Darmstadt/Shanghai - Bauingenieure der TU Darmstadt präsentieren auf der EXPO 2010 in Shanghai Wasserversorgungskonzepte für neue Städte und Stadtteile. Das Institut IWAR der TU Darmstadt http://www.iwar.bauing.tu-darmstadt.de hat gemeinsam mit dem National Engineering Research Center for Urban Pollution Control der Shanghaier Partner-Universität Tongji technische und organisatorische Möglichkeiten erforscht, die notwendigen Infrastruktursysteme flexibler und ressourceneffizienter zu gestalten.
“Das neuartige Infrastruktursystem SEMIZENTRAL http://www.semizentral.de eignet sich für die Versorgung mit Wasser sowie zur Behandlung von Abwasser und Abfall und passt sich flexibel an die schnell und oft unkontrolliert wachsenden Städte und Metropolen in Schwellen- und Entwicklungsländern an”, so Forschungsleiter Martin Wagner, Professor für Abwassertechnik an der IWAR im pressetext-Interview. Das Projekt, das von Peter Cornel am IWAR entwickelt wurde, wird im chinesischen Themenpavillon “Urban Planet” der Öffentlichkeit vorgestellt.
Geschlossene Kreisläufe als Ziel
“Vor allem in den schnell wachsenden Städten und Stadtteilen reichen die bestehenden zentralen Kläranlagen nicht mehr aus, um die großen Mengen an Abwasser zu bewältigen”, erklärt der Experte. Verschärft werde diese Situation zudem auch noch durch Engpässe in der Wasserversorgung aufgrund von Wassermangel. “Wir haben das Konzept SEMIZENTRAL für Siedlungsgebiete zwischen 100.000 und 150.000 Einwohner konzipiert”, erklärt Wagner.
“Dabei wird das Abwasser dieser Siedlungen so gereinigt, dass es als Nutz- oder Brauchwasser - etwa zur Spülung von Toiletten - verwendet werden kann”, so der Abwassertechniker. Das bedeute, dass das Wasser keimfrei über eine zweite Leitung wieder zum Endverbraucher geliefert wird. “Berechnungen haben ergeben, dass sich damit der Wasserverbrauch um ein Drittel verringern läßt”, so Wagner.
Doch das sei noch nicht alles, meint Wagner. “Wir haben zudem ein System entwickelt, bei dem aus dem Klärschlamm Strom erzeugt werden kann. Zudem sammeln wir bei den Haushalten, die mit dem Wasser beliefert werden Biomüll ein, aus dem wir abermals Strom erzeugen.” Die dabei erreichte Strommenge reiche nicht nur zum Betrieb der Kläranlage, sondern könne ins allgemeine Netz gespeist werden.
Machbarkeitsstudie erfolgreich abgeschlossen
Erste Studien haben gezeigt, dass das SEMIZENTRAL-Konzept durchführbar ist, erklärt Wagner. Die chinesische Großstadt Tsingtao habe großes Interesse an dem Konzept, das sich modular aufgebaut ist, gezeigt. “Im bereits bestehenden Baubestand ist die Durchführung eher schwierig, allerdings dennoch machbar.” Besonders interessant sei die Konzeption jedoch für Satellitenstädte, die in vielen Teilen Asiens, aber auch in anderen Schwellen- und Entwicklungsländern quasi aus dem Boden wachsen.
“Die Versorgung mit Wasser und Energie stellt eine wesentliche Herausforderung an die Städte der Zukunft dar”, so Wagner. Enormer Handlungsbedarf bestehe vor allem für die Planung zur zukünftigen Ver- und Entsorgung von Wasser, Abwasser und Abfall. Konventionelle zentrale Ver- und Entsorgungssysteme, wie sie üblicherweise in Industrieländern eingesetzt werden, sind hier nicht sinnvoll, da sie nicht flexibel an sich dynamisch verändernde Strukturen angepasst werden können. (Ende)
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Studie bestätigt: Ozeane werden immer saurer
20.5.2010 von zaro.
US-Forscher setzen vermehrt auf internationale Kooperation
Washington DC/Kiel - Die US-amerikanische National Academy of Sciences http://www.nas.edu hat in einer nun veröffentlichten Studie einmal mehr auf die Veränderung der chemischen Zusammensetzung der Ozeane hingewiesen. Die vom Kongress beauftragte Untersuchung kommt zum Schluss, dass die Versauerung der Meere ein ernstzunehmendes Problem für die Biodiversität darstellt. Zudem wird die Gründung eines National Ocean Acidification Program beschlossen, das die Forschungsaktivitäten zur Ozeanversauerung koordiniert.
“Der nun präsentierte Report ist aufgrund seiner Schärfe exzellent”, meint Ulf Riebesell, Professor für biologische Ozeanographie am Kieler IFM-GEOMAR http://www.ifm-geomar.de, im Interview. Tatsache ist, dass viele kalkbildenden Organismen in den Meeren von der Versauerung betroffen sind. Massiv unter Druck stehen hier ganz besonders jene Arten, die die veränderte Situation nicht kompensieren können. Dazu zählen beispielsweise viele Warmwasserkorallen.
Vielzahl europäischer Publikationen
Bekannt ist, dass seit der industriellen Revolution der pH-Wert von 8,2 auf 8,1 gefallen ist. Experten gehen davon aus, dass dieser Wert bis zum Ende des Jahrhunderts um weitere 0,2 bis 0,3 Punkte fallen könnte. “In den vergangenen Jahren hat es eine Vielzahl an Publikationen von europäischen Forschern zu diesem Thema gegeben”, so Riebesell. Europäische Forschungseinrichtungen haben sich - alleine schon aufgrund der EU-Projekte - zur Erarbeitung gemeinsamer Strategien und Programme dazu vernetzt.
“Um dem Problem zu begegnen, ist es erforderlich, Forschungsperspektiven zu erarbeiten. Hier geht es darum zu erfassen, wo man steht und wie man weitermachen soll”, so Riebesell. Es sei erfreulich, dass die USA nun mit dem Forschungsprogramm eine Vernetzung lokaler Forschungseinrichtungen schafft. Riebesell sieht in diesem Zusammenhang einen weiteren Schritt zu einer Einbindung in internationale Programme.
Internationale Zusammenarbeit zwingend erforderlich
“Um die Risiken der zunehmenden Versauerung besser zu verstehen, ist internationale Kooperation zwingend erforderlich”, meint Riebesell. Das bedeute, dass in Zukunft nicht nur Europa und die USA, sondern auch Asien, Australien und Afrika in dieses Netzwerk eingebunden werden sollen.
Im Rahmen des National Ocean Acidification Program wurde von den beteiligten Forschern ein mehrteiliger Projektvorschlag vereinbart. Dazu gehört unter anderem die Schaffung eines integrierten Ozeanversauerungs-Beobachtungsnetzwerks unter Einbeziehung neuer Methoden und Techniken zur genaueren Messung, verstärkte Forschung in jenen Bereichen, in denen es immer noch Informationslücken gibt, und einen effektiven Zehn-Jahres-Plan mit konkreten Zielen sowie deren Durchsetzung.
Bestätigung der dramatischen Entwicklung
Eine Vielzahl der im Meer lebenden Organismen - von Meeresalgen bis hin zu Muscheln, Schnecken und Korallen - brauchen zum Aufbau ihres Kalkskeletts Kalziumkarbonat aus dem Meerwasser. Während des vergangenen Jahrhunderts haben die Weltmeere fast die Hälfte des vom Menschen emittierten atmosphärischen CO2 absorbiert. Mit der Absorption wird das Meerwasser immer saurer und damit verringert sich auch der Karbonatgehalt, den diese Lebewesen zum Aufbau ihrer Kalkschalen benötigen. (Ende)
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Die b.i.m.m GmbH: 5D-Planung macht Teamworkbremsern den Gar aus
20.5.2010 von zaro.
3D Planung ist veraltet. 5D-Planung der b.i.m.m GmbH führt Bauherren, Investoren, Baumanager, Architekten, Planer, Statiker, Gebäudetechniker, Bauunternehmen, bauausführende Firmen, Facility Manager und Bauleiter zusammen.
Kufstein/Tirol - b.i.m.m steht für building information model management. Dieser einzigartige Bausimulationsprozess, gestützt auf die Architektur Software von Autodesk revolutioniert den Bau. Unter: Klicken Sie auf - Die Revolution beginnt am Bau - http://www.wktirol.tv erklärt der Visionär, Anton Gasteiger, diese innovative 3D Simulation, die das Baumanagement in all seinen Phasen darstellt, ist die Zukunft im Bauwesen. Das b.i.m.m Bauprozess-Tool vernetzt nicht nur alle am Bau beteiligten miteinander, sondern ermöglicht eine wesentlich straffere Arbeitsweise. Dies ist jedoch nichts für ewig gestrige Eigenbrötler, die Ihr eigenes Süppchen kochen wollen.
Für alle am Bau Beteiligten liegen in jeder Bauphase sämtliche Visuals, Daten und Informationen vor - aktuell, komplett, transparent und konsistent. Das Erfassen, Betrachten, Auswerten, Berechnen, Umgestalten, Prüfen, Kalkulieren und Simulieren aller Versionen und Stadien des Bauprozesses erfolgt in Echtzeit - vom Entwurf über die Überwachung bis zur Übergabe des Baus an den Bauherrn. Somit ist gewährleistet, dass durch diese Bauzeitberechnung Terminverzögerungen nahezu ausgeschlossen und Kosten nicht nur exakter erfasst sondern gespart werden. Sollten Lieferschwierigkeiten, Verzögerungen oder ähnliche Probleme doch die Terminsetzungen beeinflussen, kann dies selbstverständlich im Modell geändert und neu berechnet werden. Anton Gasteiger, Geschäftsführer der b.i.m.m GmbH http://www.bim-management.com verriet uns im Interview, „Der Hauptunterschied zu anderen Bauprozessberechnungen ist, dass durch die genaue Ermittlung von Massen und Preisen die Kosten genau erfasst werden können und somit keine Überraschungen mehr auftauchen sollten“; „Immer wieder abrufbare Simulationen sichern darüber hinaus die Funktionalität in der Realität, das heißt es wird ein Prototyp des Bauprojekts erstellt, in dem alles bis ins Detail erfasst werden kann“ so Gasteiger weiter.
Die Vorteile von b.i.m.m Arbeitsweise im Überblick:
• nahtloser Kommunikationsfluss
• Bereitstellung und Austausch koordinierter
und konsistenter Informationen
• verschiedenste Darstellungsversionen
• Bauablaufsimulation
• Praxissimulation der Gebäudeperformance
• Ausblick auf künftige Szenarien
• umfassende Kalkulation
• Abrechnungspläne und nachvollziehbare Massenberechnung
• realistische Kostenvoranschläge
• optimale Prozessdokumentation
• Änderungsmanagement im 3D-Modell
• vom Entwurf bis zur schlüsselfertigen Übergabe
• eigene Programmentwicklung b.i.m.m tools
Anton Gasteiger und sein qualifiziertes, internationales Team, bieten nicht nur Generalplanung an, sondern stehen auch beratend und begleitend großen Planungsbüros wie ATP zur Seite und helfen bei der Einführung von building information modeling und der b.i.m.m Arbeitsweise.
Die Firma b.i.m.m GmbH ist ein Bauplanungsbüro aus Kufstein, das 5D Simulation mit den Programmen Revit architecture 2011, Revit structure 2011, Revit MEP 2011 von Autodesk, RIB iTWO und Statiksoftware von DLUBAL arbeitet. Sie führt damit die Planung, die Statik und die Bautechnik zusammen, was ein völlig neues Baumanagement ermöglicht.
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Handys: Weltgrößte Gesundheitsstudie gestartet
19.5.2010 von zaro.
250.000 Menschen aus fünf europäischen Ländern sollen teilnehmen
London - Wissenschaftler des Imperial College London http://www3.imperial.ac.uk haben die bisher weltgrößte Studie zur Untersuchung der Sicherheit von Handys gestartet. An der Studie werden 250.000 Handynutzer aus fünf europäischen Ländern inklusive Großbritannien teilnehmen. Die Untersuchung soll 20 bis 30 Jahre lang laufen und definitive Antworten auf die Fragen nach den gesundheitlichen Auswirkungen von Mobiltelefonen liefern.
Bis jetzt hat die Forschung keine negativen Folgen nachgewiesen. Wissenschaftler argumentieren jedoch, dass die bisherigen Untersuchungen zu kurz gewesen seien, um langfristige Folgen wie Krebs und andere Krankheiten nachzuweisen. Die Studie läuft unter der Bezeichnung Cosmos http://www.ukcosmos.org und wird in Großbritannien in einem ersten Schritt fünf Jahre lang vom Mobile Telecommunications and Health Research Programm (MTHR) http://www.mthr.org.uk finanziert.
Wissenslücken weiter vorhanden
Diese Studie sei von entscheidender Bedeutung. Man könne noch immer nicht ausschließen, dass die Nutzung von Mobiltelefonen Krebs verursacht, so Lawrie Challis vom MTHR. Die derzeitigen Forschungsergebnisse schliessen das eher aus, man müsse aber sicher sein. Mireille Toledano vom Imperial College London http://www3.imperial.ac.uk, eine der leitenden Wissenschaftlerinnen, fügte hinzu, es gebe noch immer Lücken im Wissen und Unsicherheiten.
Das Beste sei daher, dass eine Gesellschaft jetzt beginne, die Gesundheit einer großen Anzahl von Menschen über einen langen Zeitraum zu beobachten. Erst dann könnten gesicherte Aussagen über einen langfristigen Zusammenhang gemacht werden. Toledano betonte auch, dass es bei dieser Studie aber nicht nur um Krebserkrankungen des Gehirns gehe.
Menschen nutzen heute Handys auf vielfältige Art und Weise. Dazu gehört auch das Surfen im Internet und dabei befindet sich das Gerät nicht immer in der Nähe des Kopfes. Es sollen eine ganze Reihe von verschiedenen Parametern untersucht werden, dazu gehören auch andere Arten von Krebs wie Hautkrebs und andere Erkrankungen des Gehirns wie z.B. neurodegenerative Krankheitsbilder.
Zusätzlich soll beobachtet werden, ob es eine Veränderung bei der Häufigkeit von Symptomen wie Kopfschmerzen, Tinnitus, Depressionen oder Schlafstörungen gibt. Diese Symptome werden immer wieder in Zusammenhang mit den Mobiltelefonen genannt.
Passive Beobachtung der Teilnehmer
Eine der Hauptschwierigkeiten einer derartigen Studie ist, dass sie davon abhängt, dass sich die Menschen überhaupt erinnern, wie viel sie telefoniert haben. Wissenschaftler argumentieren, dass dadurch auch die Ergebnisse beeinflusst werden können. Das Cosmos-Projekt wird prospektiv durchgeführt, das heißt, dass die aktuellen Nutzungsdaten in die Zukunft übertragen werden.
Allein in Großbritannien sollen rund 100.000 Handy-Nutzer zur Teilnahme eingeladen werden. Zusätzlich sollen auch Teilnehmer in Finnland, Dänemark, Schweden und den Niederladen rekrutiert werden. Toledano erklärte, dass die Wissenschaftler die Nutzung überwachen werden aber nicht die gewählten Nummern. Haben die Teilnehmer einen Fragebogen ausgefüllt und die Erlaubnis für den Zugriff auf die Daten erteilt, wird das Projekt vorwiegend im Hintergrund arbeiten. Zudringlichkeiten seien nicht zu befürchten. Das meiste werde passiv erledigt und sehr leicht durchzuführen.
Die Präsentation der Ergebnisse soll in fünf Jahren stattfinden. Untersucht werden auch drahtlose Internetzugänge, Schnurlostelefone, Babyphones und natürlich Mobiltelefone. Allein in Großbritannien sind derzeit laut BBC mehr als 70 Mio. Telefone im Einsatz, weltweit sollen es sechs Mrd. sein. (Ende)
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Versteckter Zucker ähnlich schlecht wie Fett
19.5.2010 von zaro.
Risiko für Herzkrankheiten steigt durch gesüßte Lebensmittel
Atlanta/Salzburg - Wer sich oft von süßer Nahrung verleiten lässt, schädigt dabei sein Herz. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Emory University http://www.emory.edu im “Journal of the American Medical Association”. Sie untersuchten acht Jahre lang die Ernährungsgewohnheiten von 6.000 Erwachsenen und maßen ihre Blutwerte. Diejenigen, die am meisten versteckten Zucker konsumierten, hatten die höchsten Risikowerte für Herz und Kreislauf. Laut den Forschern handelt es sich um die erste Langzeit-Untersuchung dieser Art, wobei sich zu Karies, Diabetes und Übergewicht eine neue Gefahr durch versteckten Zucker gesellte.
Täglich 46 Löffel unsichtbarer Zucker
Das Augenmerk der Forscher lag ausschließlich bei den Zuckerzusätzen von industriell gefertigten Nahrungsmitteln. Je nachdem wie viel dieser Zusätze die Studienteilnehmer in ihrer Nahrung konsumierten, wurden sie fünf Gruppen zugeordnet. Die Spitzenverbrauchs-Gruppe nahm täglich 46 Teelöffel davon zu sich, die zuckersparendste nur drei. Der mittlere Tageskonsum dieser “versteckten Zucker” lag bei 90 Gramm, was 359 Kalorien oder knapp ein Sechstel des durchschnittlichen Kalorienkonsums eines US-Amerikaners ausmacht. 1977 betrug dieser Anteil nur ein Zehntel.
Was erhoben werden sollte, war jedoch der Zusammenhang dieses Konsums zu den Gesundheitswerten, die für Herz- und Kreislauferkrankungen aussagekräftig sind. Das waren vor allem die Blutfettwerte wie Triglyceride und das “schlechte” LDL-Cholesterin, sowie zum Vergleich auch das “gesunde” HDL-Cholesterin. Tatsächlich waren diese Werte in der Gruppe, die viel Gesüßtes aßen, deutlich ungünstiger als bei den Zuckersparern. Der Unterschied im HDL-Cholesterin zwischen der Gruppe mit den wenigsten und den meisten Zuckerzusätzen betrug sogar bis zu 300 Prozent.
Krank machender Verkaufstrick der Industrie
“Hohe Triglycerid- und Cholesterin-Werte kommen nicht nur durch fettreiche Ernährung zustande. Zucker hat denselben Effekt”, so die Schlussfolgerung von Studienleiterin Miriam Vos. Die Steigerung der täglich konsumierten Menge sei eine Folge der allgemeinen Entwicklung in der Nahrungsmittelproduktion. “Versteckter Zucker wird in den vergangenen Jahrzehnten immer häufiger eingesetzt - besonders in Fertignahrung oder in vorbereiten Lebensmitteln. Denn der süße Geschmack steigert beim Kunden den Anreiz zum Kaufen”, erklärt die Forscherin.
Dass zuviel Zucker schlechte Auswirkungen auf die Triglyceride im Blut haben kann und somit auch eine Gefahr für das Herz darstellt, wurde schon bisher diskutiert. “Der Einfluss auf das Cholesterin ist jedoch neu”, sagt Sabine Dämon, Ernährungswissenschafterin bei SIPCAN (Special Institute for Preventive Cardiology And Nutrition) http://www.sipcan.at, gegenüber pressetext. Bisher sei der Zusammenhang als Nebenfolge des Übergewichts durch hohen Zuckerkonsum vermutet worden.
Genauer Blick im Supermarkt
Um Herz und Kreislauf über lange Zeit gesund zu halten, rät Dämon, Lebensmittel beim Kauf nach Zuckerzusätzen zu überprüfen und letztere möglichst zu reduzieren. “Auskunft gibt die Nährwerttabelle, wobei Zucker häufig in den Kohlenhydrat-Angaben versteckt wird. Notfalls liest man die Zutatenliste und schließt den Gehalt aus der Reihung. Je früher Zucker aufscheint, desto größer sein Anteil”, so die Expertin. Durch Umschreibungen wie Glucose, Fructose oder Saccharose könne der Zucker allerdings zusätzlich versteckt werden.
“Der Konsument muss bei manchen Produkten schon sehr mündig sein, um den tatsächlichen Zuckergehalt feststellen zu können. Die Ampelkennzeichnung könnte hier einiges erleichtern”, resümiert Dämon. Auf der sicheren Seite sei man, wenn man mit bestimmten Produktgruppen möglichst sparsam umgehe. “Dazu gehören Süßigkeiten, Limonaden, Fruchtsäfte mit zugesetztem Zucker wie auch Fertigprodukte und verarbeitete Lebensmittel allgemein”, so die Ernährungswissenschafterin.
Download der Studie unter http://jama.ama-assn.org/ (Ende)
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Muttermilch enthält Krebskiller
17.5.2010 von zaro.
Forschern gelingt erster Versuch am Menschen
Göteborg - Muttermilch enthält eine Substanz, die Zellen von bis zu 40 verschiedenen Krebsarten abtöten kann. Das berichten schwedische Forscher im Fachjournal PLoS ONE. Der als “HAMLET” (Human Alpha-lactalbumin Made LEthal to Tumour cells) bezeichnete Komplex enthält unter anderem ein Protein und eine Fettsäure, die in den Milchdrüsen der menschlichen Mutterbrust natürlich vorkommen. Während man die Substanz schon vor Jahren zufällig entdeckt hatte, konnte erst jetzt gezeigt werden, dass sie auch am Menschen getestet werden kann.
Tod der Blasentumorzelle
“Patienten mit Blasenkrebs erhielten den Wirkstoff injiziert. Kurz darauf schieden sie abgestorbene Krebszellen im Harn aus”, berichtet Roger Karlsson, Chemiker an der Universität Göteborg http://www.gu.se/english, im Presse-Interview. Ob Krebs dadurch geheilt wird, untersuchte man vorerst noch nicht, denn alle Probanden stammten aus einer Patientengruppe, die ohnehin für eine chirurgische Tumorentfernung kurz nach dem Eingriff terminisiert gewesen war. Die Hoffnung, ähnliche Untersuchungen etwa an Hirntumor und Hautkrebs machen zu können, besteht jedoch.
Unter den zahlreichen Rätseln, die die Forscher momentan rund um HAMLET beschäftigt, ist die Tatsache, dass der Komplex allein Tumorzellen angreift, gesunde Zellen jedoch unberührt lässt. “Es scheint, als ob spezielle Lipide dafür sorgen, dass der Komplex nur mit den erkrankten Zellen interagiert. Er macht die Zellmembran durchlässig und dringt in deren Zellkern vor. Dort bindet er sich an Histone und gestaltet die DNA so um, dass ihr weitere Ausfaltung verhindert wird. Das kommt dem Zelltod gleich”, beschreibt Karlsson.
Möglicher Schutz des Babybauches
Die Göteborger Chemiker untersuchen derzeit, auf welchem Weg und unter welchen Bedingungen der großmolekulare HAMLET-Komplex von der Krebszelle aufgenommen wird. Es geht dabei nicht zuletzt darum, wie ein Medikament, das vielleicht eines Tages mit dieser Muttermilch-Substanz erzeugt wird, in den Tumorherd eingebracht wird. “Zuvor müssen jedoch alle Prozesse vollständig verstanden und ausreichende klinische Versuche durchgeführt werden”, bremst Karlsson die Erwartungen. Eine künftige lokale Verabreichung per Injektion scheint dem schwedischen Forscher wahrscheinlicher als eine orale.
Ob die Muttermilch den Komplex selbst enthält oder nur dessen Bestandteile, weiß man bisher nicht. “Bisher wurde HAMLET nur in künstlich geschaffener, saurer Umgebung nachgewiesen. Es ist durchaus möglich, dass er sich im Babybauch dank dessen niedrigen pH-Werts bildet”, so Karlsson. Das könnte den Sinn haben, das Mutationsrisiko des rapid wachsenden Säuglingsbauches zu senken und somit Krebsbildungen im Frühstadium zu unterbrechen. “Tatsächlich ist auch bei gestillten Babys das Krebsrisiko niedriger”, bemerkt der Experte.
Originalartikel unter http://www.plosone.org/article/info:doi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0009384 (Ende)
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Sexuelle Gewalt als Waffe in bewaffneten Konflikten
17.5.2010 von zaro.
Konflikt- und Menschenrechtsverletzungs-Bericht erschienen
Barcelona - Im Bericht “Alerta 2010! Report über Konflikte, Menschenrechte und Friedensstiftung”, der jährlich von der School for a Culture of Peace an der Universitat Autonoma de Barcelona http://escolapau.uab.cat veröffentlicht wird, sind Forscher zum Schluss gekommen, dass in den meisten bewaffneten Konflikten im Vorjahr sexuelle Gewalt als Waffe eingesetzt wurde. In der jährlich publizierten Studie wird über aktuelle Entwicklungen in Krisengebieten, aber auch über Verletzungen von Menschenrechten in allen unabhängigen Staaten berichtet.
Erstmals wurde auch ein “Human Rights Index” erstellt. In dieser Liste führen die Staaten Myanmar, Sudan, Pakistan, Nigeria, Thailand, Russland, Somalia und Indien. “Ein besonderer Schwerpunkt des Reports ist in diesem Jahr der zehnte Jahrestag der UN-Sicherheitsratsresolution 1325 zu ‘Frauen, Frieden und Sicherheit’, dem ein eigenes Kapitel gewidmet wurde”, so Ana Villellas, Sprecherin der School for a Culture of Peace, gegenüber uns.
Sexuelle Gewalt omnipräsent bei bewaffneten Konflikten
Kritik übt der Bericht auch an jenen Friedensprozessen, die das Problem der sexuellen Ausbeutung vielfach unbeachtet ließen. “Dabei sind gerade diese Belange die schlimmsten Bedrohungen für den Frieden und die Sicherheit.” Genannt werden hier etwa die Übergriffe von Soldaten aus Kolumbien, Myanmar und den USA.
“Trotz vieler Hürden spielen Frauen eine Schlüsselrolle in sehr vielen zivilen Friedensinitiativen in der Demokratischen Republik Kongo, Kolumbien, Türkei, Indien, Pakistan und Afghanistan”, so Vincenc Fisas, Direktor der School for a Culture of Peace. Frauen falle eine wichtige Rolle zu, wie man nachhaltig mit den Folgen von Kriegen umgeht, denn darin liege die Chance um endgültige Lösungen für Konflikte zu finden.
Menschenrechtsindex mit 22 Indikatoren
Erstmals haben die Forscher einen weltweiten Menschenrechtsindex in den Bericht eingebaut. “Anhand von 22 Indikatoren wird untersucht, wie es mit Todesstrafe, Verurteilungen ohne Gerichtsverfahren, Folter, Verfolgung von Menschenrechtsaktivisten und Journalisten in jedem Land bestellt ist”, erklärt Villellas.
Analysiert wurden zudem 31 Konflikte - davon 14 in Asien und zehn in Afrika. Nur zwei dieser Konflikte konnten im Laufe des Jahres beendet werden. Neu hinzugekommen ist ein drohender Krieg im Süd-Sudan. In den neun Staaten Afghanistan, Kolumbien, Irak, DR Kongo, Pakistan, Somalia, Sri Lanka, Sudan und Uganda waren die Auseinandersetzungen aufgrund des ausgeprägten Gehalts von Gewalt herausragend. Beendet wurde der Konflikt in Sri Lanka und im indischen Staat Nagaland.
DR Kongo: Chronik der sexuellen Gewalt
Gewalt gegen Frauen und sexuelle Ausbeutung als Waffe war in allen bewaffneten Konflikten, die untersucht wurden, vorhanden. In Ländern wie in der Demokratischen Republik Kongo stehen Vergewaltigungen auf der Tagesordnung. Einem Bericht der NGO Oxfam http://www.oxfam.de und der Harvard Humanitarian Initiative http://hhi.harvard.edu zufolge, wurden allein im Süd-Kivu 2009 mehr als 5.000 Personen vergewaltigt.
Nicht einmal das eigene Haus biete Schutz vor brutalen sexuellen Übergriffen. Mehr als die Hälfte der Vergewaltigungen in der DR Kongo fanden nachts und daheim statt, in der vermeintlichen Sicherheit des Hauses der Betroffenen - häufig sogar in Gegenwart der Familien. Dies geht aus der am 15. April frei gegebenen Studie “Now, the world is without me”, hervor. (Ende)
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Gehirn ist nicht auf Multitasking ausgerichtet
17.5.2010 von zaro.
Mehr als zwei Aufgaben gleichzeitig überfordern
Paris - Die Unfähigkeit, sich mit mehr als zwei Dingen gleichzeitig zu beschäftigen, könnte im menschlichen Gehirn fest verdrahtet sein. Versuchen wir zwei Dinge gleichzeitig zu tun, konzentriert sich laut Wissenschaftlern der Ecole Normale Superieure http://www.ens.fr jede Hälfte des Gehirns auf eine Aufgabe. Diese Aufgabenteilung könnte erklären, warum uns Multitasking so schwer fällt, schreibt das Team um Etienne Koechlin in Science http://www.sciencemag.org.
Drei Aufgaben sind zuviel
Das könnte auch erklären, warum Menschen zu irrationalen Entscheidungen neigen, wenn sie aus einer langen Liste von Dingen oder Begriffen auswählen müssen. Koechlin erläuterte gegenüber der BBC, dass man zwar kochen und gleichzeitig telefonieren könne, aber eine dritte Aufgabe wie zum Beispiel Zeitung lesen eher nicht möglich ist. Bei drei oder mehr Aufgaben verliere man einfach den Überblick über einen Teil.
Die Wissenschaftler nutzten ein bildgebendes Verfahren zur Beobachtung der Gehirnaktivität von 32 Freiwilligen, die gebeten wurden, einen Buchstabenvergleichstest zu machen. Die Scans konzentrierten sich auf den frontalen Cortex, den Teil des menschlichen Gehirns, der mit der Impulskontrolle in Zusammenhang gebracht wird. Absolvierten die Teilnehmer eine Aufgabe nach der anderen, wurde eine Seite eines bestimmten Teils des frontalen Cortex aktiviert. Bei zwei Aufgaben gleichzeitig, teilten die Gehirnlappen die Aufgaben unter sich auf.
Genauigkeit leidet
Eine Aktivität im linken Frontallappen entsprach der primären Aufgabe A und die Aktivität im rechten entsprach der sekundären Aufgabe B. Das Gehirn war in der Lage, das Umschalten zwischen den beiden Hemisphären zu kontrollieren, wenn zwei Aufgaben ausgeführt wurden. Die Genauigkeit litt jedoch, wenn eine dritte hinzugefügt wurde. Koechlin erklärte, dass diese Studienergebnisse erklärten, warum Menschen gut im Lösen von binären Aufgaben sind aber bei Multiple Choice eher schlecht abscheiden. (Ende)
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100 Prozent Erneuerbare Energien bis 2050 möglich
17.5.2010 von zaro.
McKinsey-Studie beweist Machbarkeit, Sicherheit und Günstigkeit
Brüssel/Wien - Ein Umbau des gesamten europäischen Elektrizitätssystems auf 100 Prozent Erneuerbare Energien bis zum Jahr 2050 ist möglich. Das ist das Ergebnis einer Studie von McKinsey, die diese Woche von der Europäischen Klimastiftung (ECF) in Brüssel vorgestellt wurde.
“Das Szenario mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien liefert genauso verlässlich und kostengünstig Strom wie andere Niedrig-CO2-Szenarien, die noch auf Kernkraft oder Kohle setzen”, meint Klaus Milke, Vorstandsvorsitzender von Germanwatch http://www.germanwatch.de. Es gebe keinen vernünftigen Grund mehr, auf diese Risikotechnologien zu setzen
Trotz konservativer Berechnungen positives Urteil
Aufmerksamkeit verdiene die Studie insbesondere, weil sie mit sehr konservativen Zahlen der Energieindustrie rechnet und somit die Leistungsfähigkeit der erneuerbaren Energien eher unter- als überschätzt, berichtet Germanwatch auf seiner Homepage. Die Studie wurde in Beratung mit den großen Energieversorgungsunternehmen und nach Gesprächen mit einigen Nichtregierungsorganisationen, darunter auch Germanwatch, erstellt. Die Ergebnisse verantworten allerdings alleine McKinsey und die Europäische Klimastiftung.
“Zunächst gab es bei den Industrieakteuren sogar Zweifel, ob ein Szenario mit der Nutzung von 80 Prozent Erneuerbaren Energien bis 2050 mit vernünftigen Kosten und derselben Netz- und Systemsicherheit für die EU machbar sei”, so Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. Schließlich zeigte sich, dass sogar eine hundertprozentige Versorgung mit derselben Sicherheit und zu denselben Kosten möglich ist.
Erneuerbare schneiden am Besten ab
“Wenn die höheren Ölpreise der jüngsten Szenarien der Internationalen Energieagentur sowie höhere Kosten für die umstrittene Kernkraft zugrunde gelegt würden, würde das Erneuerbaren-Szenario sogar am besten abschneiden”, erklärt Bals. Im 100-Prozent-Szenario werden 15 Prozent Stromgewinnung aus nordafrikanischen Wüsten berücksichtigt.
“Bei der Stromversorgung der Zukunft stellt sich in erster Linie die Frage der Verfügbarkeit der Primärenergie. Dadurch ist es nur logisch, dass jene Energieträger, bei denen die Primärenergie kostenlos und in gigantischem Ausmaß verfügbar ist, auch wirtschaftlich obsiegen werden”, meint Hans Kronberger, Präsident des Bundesverbandes Photovoltaic Austria (PVA) http://www.bv-pv.at im Interview..
Erneuerbare Energien garantieren Versorgungssicherheit
“Versorgungssicherheit und Preisstabilität sind die wichtigsten strategischen Punkte bei einer mittelfristigen Energieversorgung”, betont der Experte. “Diese können ausschließlich die regenerierbaren erneuerbaren Energieträger gewährleisten, daher stehen wir mit der Verknappung der fossilen Rohstoffe an einer dramatischen Energiewende”, meint Kronberger.
Je früher die Politik dies erkenne, desto wirtschaftlicher wird auch der Übergang sein. Das Photovoltaikpotenzial übersteige zehntausendfach den gesamten Weltenergiebedarf. “Auf Grund der weltweiten Uranknappheit wird die Atomstromerzeugung im Jahr 2050 keine Rolle mehr spielen, ansonsten weist die Studie den richtigen Weg”, so Kronberger abschließend im pressetext-Interview. (Ende)
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Klirrende Winterkälte wegen untätiger Sonne
16.5.2010 von zaro.
Sonnenaktivität am niedrigsten Stand seit 1920
Katlenburg-Lindau - Dass die vergangenen Winter in Nordwesteuropa außergewöhnlich kalt waren, geht auf die niedrige Aktivität der Sonne zurück. Zu diesem Schluss kommen Forscher vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung MPS http://www.mps.mpg.de gemeinsam mit britischen Kollegen im Fachmagazin “Environmental Research Letters”. Sie verglichen dazu Wetteraufzeichnungen mit Schwankungen im Magnetfeld der Erde, die wiederum Rückschluss auf die Stärke des solaren Magnetfeldes erlauben.
Sonne kommt zur Ruhe
Die Sonne strahlt nicht immer gleich hell. “In einem Zyklus, der zehn bis elf Jahre dauert, kommt es jeweils zu Phasen mit niedriger und hoher Aktivität. Bei letzterer sendet die Sonne besonders viel Strahlung und Teilchen zur Erde und ist magnetisch besonders aktiv, was sich in den Sonnenflecken erkennen lässt”, erklärt MPS-Direktor Sami K. Solanki gegenüber pressetext. In den vergangenen 60 Jahren war eine Reihe sehr starker Zyklen zu beobachten. “Da sie die stärksten seit Beginn der Aufzeichnung vor fast 400 Jahren sind, bezeichnet man die aktuelle Phase als ‘Grand Maximum’.”
Schon länger weiß man, dass sich der Sonnenzyklus auf unser Klima auswirkt. Schwache Sonnenaktivität stimmt mit besonders kalten Phasen der Erdgeschichte überein, zudem gehen dabei auch andere Prozesse wie Verdunstung und Niederschläge zurück. Dass der Zusammenhang auch zum Ende der milden Winter in Europa besteht, konnten die Forscher nun bestätigen. Ersichtlich wurde dies im statistischen Vergleich britischer Wetteraufzeichnungen seit 1659 mit der Stärke des Sonnenmagnetfeldes, das derzeit schwächer ist als in den vergangenen 90 Jahren.
Kältere Winter wahrscheinlich
Einiges spreche dafür, dass das “Grand Maximum” gerade zu Ende geht, was künftig kältere Winter mit sich bringen würde. Dennoch will der Solanski keine Vorhersage für die Zukunft abgeben. “Wir verstehen noch viel zu wenig, was Sonnenflecken auslöst, und so gehen Vorhersagen total daneben. Prognostizierte man für das vergangene Jahr 50 bis 100 Sonnenflecken, so waren es schließlich nur zehn”, so der Forscher. Außer einer “Normalphase” der Sonnenflecken könnte, wenn auch mit geringer Wahrscheinlichkeit, auch eine Phase mit noch stärkerer Aktivität oder auch ein “Grand Minimum” eintreten.
Allerdings bestimmt die Sonnenaktivität nicht alleine, wie kalt ein Winter wird. “Ein wichtiger Faktor ist mittlerweile die globale Erwärmung, die wir für die Studie herausgenommen haben. Da diese in den vergangenen 30 Jahren 0,4 Grad betrug, während die Sonne jedoch schwächer geworden ist, ist diese sicher zum Großteil nicht auf die Sonne zurückzuführen”, so Solanki. Umwälzung in den Ozeanen würden die Winter beeinflussen, wie auch Entwaltung oder sonstige Bodennutzung durch den Menschen. Schließlich würden auch große Vulkanausbrüche durch atmosphärische Partikel zur globalen Abkühlung führen.
Milde Atlantikwinde ausgebremst
Wie Sonne auf Europas Winter genau Einfluss nimmt, ist derzeit noch Spekulation. “Wir nehmen an, dass geringere Sonneneinstrahlung dazu führt, dass die warmen und feuchten Atlantikwinde aus dem Westen durch den Einfluss der Sonne abgeblockt werden. Dadurch haben die kalten Nordwinde freien Lauf”, so der Sonnenforscher.
Abstract zur Studie unter http://iopscience.iop.org/1748-9326/5/2/024001/fulltext (Ende)
Wie Sonne auf Europas Winter genau Einfluss nimmt, ist derzeit noch Spekulation. “Wir nehmen an, dass geringere Sonneneinstrahlung dazu führt, dass die warmen und feuchten Atlantikwinde aus dem Westen durch den Einfluss der Sonne abgeblockt werden. Dadurch haben die kalten Nordwinde freien Lauf”, so der Sonnenforscher.
Abstract zur Studie unter http://iopscience.iop.org/1748-9326/5/2/024001/fulltext (Ende)
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Eifersucht macht blind
15.5.2010 von zaro.
Unterschiede zwischen Frauen und Männern evolutionär bedingt
Washington DC/Wien - Eifersucht macht wirklich blind. Zu diesem Schluss kommen Psychologen der University of Delaware http://www.udel.edu. Sie haben entdeckt, dass Frauen, die im Labor künstlich eifersüchtig gemacht wurden, sich emotional so unwohl fühlten, dass sie nicht in der Lage waren, bestimmte Objekte in visuellen Tests zu erkennen. Die Ergebnisse der Studie erschienen in der April-Ausgabe des Fachmagazins Emotion, die von der American Psychological Association http://www.apa.org publiziert wird.
Die Forscher nehmen an, dass die Ergebnisse etwas Profundes über die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Vorstellungen widerspiegeln. Es war schon lange bekannt, dass die Emotionen von Beziehungen die mentale wie auch die physische Gesundheit beeinflussen. Nun scheint es so, als ob diese seelischen Empfindungen im wahrsten Sinn des Wortes beeinflussen, was man sieht.
Labor-Untersuchung von Paaren
Die beiden Psychologie-Professoren Steven Most und Jean-Philippe Laurenceau haben heterosexuelle Paare im Labor untersucht. Die beiden Partner saßen nahe beieinander, hatten allerdings getrennte Computer. Die Frauen wurden bei Landschaftsaufnahmen dazu angehalten, verschiedene Ziele in den Bildern zu entdecken, während sie dazwischen eingeblendete, emotional unangenehme Bilder zu ignorieren versuchten.
Die Männer wurden dazu aufgefordert, die Schönheit verschiedener eingeblendeter Landschaften zu beurteilen. Während des Experiments wurde den Frauen suggeriert, dass die Männer nun Bilder von anderen Single-Frauen nach deren Attraktivität beurteilen mussten. Am Ende des Experiments wurden die Probandinnen danach gefragt, wie unbehaglich sie sich dabei fühlten, dass ihre Partner andere Frauen beurteilten.
Je eifersüchtiger desto blinder
Je eifersüchtiger die befragten Frauen waren, desto verstörter waren sie beim Anblick der gezeigten Bilder. Das ging sogar soweit, dass sie Zielobjekte in den Bildern nicht erkennen konnten. Die Reaktionen waren insbesondere heftig, als den Frauen erklärt wurde, dass ihre Partner nun andere Frauen beurteilten. Unklar bleibt nach den Experimenten jedoch die Frage, was geschieht, wenn die Rollen vertauscht werden. In weiteren Untersuchungen wollen die Forscher herausfinden, ob eifersüchtige Männer noch blinder werden als Frauen oder nicht.
Erst im Jänner hatten Forscher der Pennsylvania State University Unterschiede zwischen der männlichen und weiblichen Eifersucht untersucht. Demnach reagieren die meisten Männer eifersüchtiger auf sexuelle Untreue als auf einen emotionalen Betrug. Bei Frauen war es zumeist umgekehrt. Gründe dafür wollen die Experten in der Evolution sehen. Männer können sich nicht auf die Sicherheit verlassen, tatsächlich der Vater des Nachwuchses zu sein. Für Frauen ist es hingegen wichtig, dass sie einen Partner haben, der sich dazu verpflichtet fühlt die Familie zu ernähren.
Unendliches Feld der Eifersucht
Dass Eifersucht bei Männern und Frauen verschiedenartig ist, bestätigt auch die Therapeutin und Beziehungs-Coach Christiane Deutsch http://www.christianedeutsch.com im Presse-Interview. “Der archetypische Mann musste nicht auf die Gefühle der anderen eingehen, die Frau als Mutter hingegen schon.” Das sei heute etwas anders, denn diese strenge Trennung gebe es nicht mehr. “Es kommt auf den Anteil der männlichen und weiblichen Energie eines jeden an.”
Eifersucht habe sehr oft auch ihre Ursache in der eigenen Unsicherheit, meint die Therapeutin. “Es ist ganz wesentlich, wie treu man sich selbst gegenüber ist.” Um den Selbstwert zu erkennen, müsse man in seine eigene Geschichte gehen und dort nachforschen. “Selbstliebe ist für eine erfüllte zwischenmenschliche Beziehung notwendig”, so Deutsch abschließend im Gespräch. (Ende)
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Die Grünschwätzer: Was Umweltschützer verschweigen
15.5.2010 von zaro.
Buchautor Dudo Erny geht ökologischen Problemen auf den Grund
Zug - In seinem Buch “Die Grünschwätzer” (ISBN-Nr.: 978-3-8334-7151-3) deckt der Autor Dudo Erny auf, was Umweltschutzorganisationen verschweigen. Die Überbevölkerung der Erde ist der Hauptgrund für die meisten ökologischen Probleme. Vor 2000 Jahren haben auf der Welt etwa 300 Millionen Menschen gelebt. Heute sind es 6,8 Milliarden und jeden Tag wächst die Weltbevölkerung um weitere 200 Tausend Menschen.
Im Alltag müssen nur die Finanzminister mit Milliarden rechnen. Der Normalbürger kann sich die Zahl Milliarde schlecht vorstellen. Wenn man annimmt, dass jeder Mensch auf der Welt 1 kg Fisch isst, dann sind das 6,8 Millionen Tonnen oder eine Lastwagenkolonne von 6800 km Länge. Die Ursache für die Überfischung der Ozeane sind nicht die Schleppnetze, sondern die Überbevölkerung der Erde. Im Buch die Grünschwätzer finden sie weitere Zahlenbeispiele wie die Überbevölkerung die Ökologie des Planeten schädigt.
Die Überbevölkerung kann man am wirkungsvollsten mit Familienplanung lösen, da diese aber ein Tabuthema ist, redet man lieber über die Mülltrennung, Stromsparlampen und Klimaerwärmung. Wer über Umweltschutz redet und schreibt, sollte das Buch Die Grünschwätzer gelesen haben. Dann sieht er die globalen ökologischen Probleme mit anderen Augen. (Ende)
Aussender: Dudo Erny
Ansprechpartner: Dudo Erny
email: dudoerny@bluewin.ch
Tel. 0041 41 711 83 72
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Soziale Ängste können Gewalttaten auslösen
14.5.2010 von zaro.
Experte: “Ständig Ärger schlucken kann zur Explosion führen”
Fairfax/Basel - Menschen, die schlimme Ängste vor sozialen Kontakten haben, schätzt man allgemein als schüchtern, gehemmt und unterwürfig ein. Einige aus dieser Gruppe neigen jedoch auch zu aggressivem und gefährlichem Verhalten, das der Zurückweisung anderer zuvorkommen soll, berichten die Psychologen der George Mason University http://www.gmu.edu in der Zeitschrift “Current Directions in Psychological Science”. Das Verhalten dieser Menschen werde oft falsch verstanden und erfordere auch von Therapeuten hohes Feingefühl in der Diagnose.
Die Forscher untersuchten 1.800 Menschen, die entweder aktuell an sozialen Phobien leiden oder im Lauf des Lebens einmal daran gelitten hatten. Bei jedem fünften Fall fanden sie Aggressionen, übermäßig freizügiges sexuelles Verhalten oder Drogenmissbrauch - Verhaltensweisen, die eigentlich als der Störung entgegengesetzt gelten. “Wir glauben nicht, dass es sich dabei um ein anderes Leiden handelt, sondern wollen aufzeigen, dass Verhalten manchmal wie eine antisoziale oder impulsive Störungen aussieht, in Wahrheit jedoch auf die soziale Angst zurückgeht”, so Studienleiter Todd Kashdan.
Aktivierung und Hemmung außer Balance
“Hinter den meisten aggressiven Verhaltensformen steckt keine soziale Angst”, betont Klaus Schmeck, Chefarzt der Kinder- und Jugendabteilung der psychiatrischen Klink der Universität Basel http://www.upkbs.ch, im Interview. Grundsätzlich entscheide das Zusammenspiel des aktivierenden und des hemmenden Antriebs, ob ein Verhalten bei einem Menschen zum Ausdruck kommt. Bei den meisten Zwischenfällen dominiere Ersteres. “Schlägereien etwa sind selten lange geplant, sondern gehen meist auf impulsives, affektivgesteuertes Verhalten zurück.”
Hin und wieder werden heftige Gewalttaten jedoch durchaus von Menschen verübt, die im Leben eher gehemmt sind. “Das sind diejenigen, die leicht kränkbar sind, die sich jedoch stets zusammenreißen und den Ärger in sich hineinfressen anstatt Dampf abzulassen. Manche sinnen lange auf Rache, besonders wenn es kein Korrektiv in der Umgebung gibt. Brennen die Sicherungen einmal durch, werden alle Grenzen aufgehoben und man kann die Person kaum aufhalten”, so Schmeck. Nach diesem Affektsturm seien die Betroffenen allerdings meist völlig zerknirscht.
Burschen besonders betroffen
Problematisch sei, dass Menschen mit sozialen Ängsten besonders häufig zum Opfer von Bullying werden. “Der Begriff des ‘Opfers’ ist bei der Jugend heute zum Schimpfwort geworden. Er gilt als Ausdruck von Schwäche und sich-nicht-wehren-Können”, berichtet der Kinder- und Jugendpsychiater. Sei das Zeigen von Schwächen bei Burschen mit Scham verbunden, könnten Mädchen viel besser damit umgehen. “Schwäche ist bei Frauen sozial akzeptierter. Erzählen sie davon, vermitteln sie Schutzbedürfnis. Burschen werden hingegen ausgelacht.”
Soziale Ängste sieht Schmeck wie andere übermäßige Ängste auch als Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels verschiedener Einflüsse im Kindesalter. “Eine Rolle spielt die Genetik, denn starke Ängste treten im Verwandtenkreis häufig bei mehreren Personen auf. Wichtig dürfte jedoch auch das Rollenvorbild sein.” Einen guten Umgang mit Ängsten könne man nur erlernen, wenn Bezugspersonen diese Emotion nicht nur spiegeln, sondern auch beruhigen könnten. “Erschrickt ein Kind vor einer Spinne, verstärkt sich die Angst nur, wenn das Elternteil selbst schreit statt wenn es vermitteln kann, dass kein Grund zur Panik besteht.”
Korrektiv und Gesprächspartner notwendig
Um aggressiven Entgleisungen durch aufgestaute Emotionen zuvor zu kommen, empfiehlt der Psychiater den Angehörigen, rechtzeitig mit dem Betroffenen ins Gespräch zu kommen. “Ziehen sich Kinder zurück und geben von selbst keine Auskunft, ist es wichtig, dass die Eltern aktiv nachfragen, wenn es etwa um Gequältwerden durch Klassenkollegen geht”, betont Schmeck. Der Erfurter Amokläufer - als Extrembeispiel - habe vor seiner Tat die Schule wochenlang geschwänzt und den Eltern vorgemacht, den Unterricht zu besuchen. “Die überwiegende Zahl der sozial Ängstlichen wird allerdings nie gewalttätig”, betont der Experte.
Für die Behandlung von sozialen Phobien schlagen die US-Forscher kognitive Ansätze zur Stärkung der Willenskraft vor. Das soll speziell in den Situationen helfen, in denen der Verlust der Selbstkontrolle droht. Diese Ansätze sind jedoch vor allem für impulsive Aggressivität geeignet, gibt Schmeck zu bedenken. “Sozial Zurückgezogene müssen vor allem lernen, sich schon zu einem früheren Zeitpunkt zur Wehr zu setzen, eigene Gefühle zu äußern und sich im Alltag weniger selbst zu kontrollieren anstatt die Explosion abzuwarten.” Schwierig sei jedoch, dass kaum jemand aus dieser Gruppe von selbst in die Therapie kommt, gibt der Psychiater zu bedenken.
Originalstudie unter http://www.psychologicalscience.org/journals/cd/19_1_inpress/Kashdan_final.pdf (Ende)
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